Wicked life

von Anni99
GeschichteAbenteuer, Romanze / P16
30.10.2016
09.02.2018
74
108682
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Dieses Kapitel
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Hey Leute,
Kapitel... ich hab gerade keine Ahnung, 75 oder so? Ich denke auch, das war´s danach erstmal. Irgendwann ist schließlich auch jedes Buch mal zuende. :D
Anderes Thema: Nein, ich war in den letzten Tagen noch nicht im Kino. Ich weiß momentan nicht, ob ich mental aushalten würde, was ich dann auf der Leinwand sähe. Im Trailer sah diese eine bedeutsame Szene ja schon mal schrecklich aus, bzw. hat man es ja nur gehört (Newt-Fans werden leider wissen, was ich meine^^).
Toffee-Popcorn habe ich mir trotzdem gekauft (für Popcorn brauch ich kein Kino) :)
Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen, wie immer. Geschichten sind etwas Wundervolles*-*.
Gut, ohne noch weiter philosophisch zu werden (#Merlin-in-diesem-Kapitel),
Alles Liebe, Anni
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Ich kann mir bildlich vorstellen, wie sich Paiges bleiches Gesicht zu einer schadenfrohen Grimasse verzieht, weil sie sich sicher ist, mich mit dieser verflixten Bemerkung dazu gebracht zu haben, ihr weiterhin zu helfen.
Es hat sich fast wie eine Drohung angehört: Wenn ihr versucht abzuhauen, wird da draußen früher oder später jemand von euch dran glauben müssen. Dieses Wissen lagert wie ein Stein in mir, aber ich habe trotzdem beschlossen, niemandem davon zu erzählen. Das würde die anderen nur beunruhigen- so ungefähr, wie es mich beunruhigt hat. Wie naiv, dass ich nie darüber nachgedacht habe, dass wir - zumindest einige von uns- dieses Virus auch einfangen könnten, dass WICKED versucht, zu bekämpfen. Hoffen wir, dass Noah ebenfalls nichts ausplaudert.
Denn ich bin mir jetzt sicher, dass ich es versuchen will. Abhauen. Ich war noch nie in meinem Leben frei und wenn Paige zufrieden denkt, der Brand oder sonst ein Virus dieser Welt könnte mich noch länger in diesem Käfig ausharren lassen, kennt sie mich doch nicht so gut, wie sie meint. Jetzt muss ich nur noch möglichst viele der Anderen überzeugen; auch wenn ich mir gar nicht ausmalen will, was sie jetzt wohl für eine Meinung von mir haben, nachdem sie über meine Vergangenheit Bescheid wissen. Aber Minho hat Recht, das sehe ich jetzt ein: Mehr als die Vergangenheit ist es nicht.
Minho, Merlin, Alby, Newt… ich bin sicher, dass sie auf jeden Fall mitkommen würden; wahrscheinlich könnte ich sogar Aura überreden...

Als ich um die letzte Ecke vor dem Gemeinschaftsraum biege, bin ich so sehr darin vertieft, Pläne zu schmieden und aufgeregt zu sein, dass ich auf nichts um mich herum achte und einen Moment später gegen den Rücken eines Unbekannten stoße. Nur ist es niemand Unbekanntes.
„Newt“, rufe-quieke ich und ziehe ihn instinktiv in eine recht verzweifelt wirkende Umarmung. Nur ist es irgendwie nicht, wie ich es mir erhofft hatte. Er wirkt irgendwie… angespannt. Ich taumele etwas geknickt ein paar Schritte zurück.
„Ist etwas?“
Er zuckt mit den Schultern.
„Wir haben jetzt alle unsere Erinnerungen wieder. Ich war der Letzte.“
„Oh“, mache ich nur.
Obwohl er die Worte in normalem Tonfall sagt, schaut er mich trotzdem nicht an, als er mit mir spricht. Mein Brustkorb zieht sich von der plötzlichen Distanz zusammen. Warum hatte ich eigentlich nicht in Betracht gezogen, dass auch Newt sich früher oder später wieder an das Meiste erinnern kann?
Doch, halt, es kann doch nicht sein, dass Minho sich nicht an meiner zugegebenermaßen schändlichen Vergangenheit stört, aber Newt schon. Newt, der mir immer versucht hat zu erklären, wer ich bin, wenn ich verzweifelt nach Etwas gesucht habe, das mich beschreibt. Plötzlich spüre ich sanften Druck auf meinen Schultern.
„Hey, tut mir leid. Es geht nicht um dich.“
Dieses Mal blickt er mir direkt in die Augen und ich habe tatsächlich meistens das Gefühl, als könnte er viel tiefer schauen, weshalb es in diesem Moment mir schwer fällt, ihn anzusehen.
„Ich meine, ich weiß, dass du ihnen geholfen hast, dieses Labyrinth zu bauen, aber wie sollte ich wütend auf dich sein, wenn du dich selbst die ganze Zeit nicht mehr daran erinnern konntest? Wie sollte irgendjemand sich aufregen dürfen, wenn du doch selbst in dem verflixten Ding leben musstest?“
„Regt sich denn irgendjemand auf?“, frage ich perplex. Er zuckt mit den Schultern und sucht meine Hand, ohne hinzusehen.
„Naja, ich habe Noahs und deinen Namen ein paar Mal in Gesprächen gehört, aber wenn ich zu auffällig hingehört habe, wurde immer schnell das Thema gewechselt. Zweiter Anführer bin ich hier wohl nicht mehr.“
Plötzlich grinst er und umarmt mich richtig. In diesem Augenblick taucht Noah hinter uns auf und als ich den Kopf verdrehe und ihn ankommen sehe, legt sich irgendein Schalter in meinem Gehirn um, der dafür sorgt, dass ich Newt augenblicklich alles über meine Pläne erzählen muss. Noah hört meinen Erzählungen ebenfalls lächelnd zu. Ich habe keine Ahnung, wo genau Newt hinstarrt, während ich rede, aber klar ist, dass er in Gedanken den riesigen WICKED-Komplex schon verlassen hat.

2 Tage später:



„Wie hast du es geschafft, die Sicherheitskameras auszuschalten?“, fragt Newt Merlin, als wir die finale Leiter auf das Vordach der Labore hinaufklettern. Merlin lehnt sich hinunter und grinst Newt an, der unter ihm klettert.
„Du warst eine ganze Weile verschwunden, als sie an deinem Gedächtnis herumgeschraubt haben. Tja, der liebe Leo ist noch einmal aufgetaucht und es wird dich freuen zu hören – oder auch nicht, weil du es verpasst hast – aber der alte Leo existiert noch! Er konnte dieses Mal frei mit uns sprechen, weil er Teile der Sicherheitssysteme ausgeschaltet hat und der Gemeinschaftsraum deshalb nicht mehr überwacht wurde. Genau wie jetzt gerade ebenfalls.“
Damit nimmt er die letzte Stufe, stemmt sich mit all seiner Größe gegen die Klappe, die uns den Weg zum Dach freigibt und lässt einen eisigen Windzug herein, als er sie letztendlich aufstößt. Nacheinander klettern wir alle hinaus. Ich glaube, ich bin die Einzige, die nicht schon einmal an diesem Ort gewesen ist, was schlichtweg daran liegt, dass ich, solange ich denken kann, bis auf Noah von allen anderen Kindern weitestgehend ferngehalten wurde.
Trotzdem stockt jeder von uns einen Moment auf der Schwelle nach draußen, weil wir einfach nicht fassen können, dass etwas Großes tatsächlich hier und jetzt beginnen soll. Überraschenderweise musste ich weniger dazu beitragen, als angenommen - vielleicht hat es auch deshalb so barrierefrei geklappt? Alby, Bratpfanne, Minho und Newt kannten wahrscheinlich jeden geheimen Gang dieses Gebäudes; ich gehe nicht davon aus, dass sie sich nachts nur einmal heimlich davongeschlichen haben.
Trotzdem ist der Weg hierher nicht einfach gewesen. Wir mussten schleichen, rennen, uns verstecken, obwohl wir nur ungefähr ein Dutzend der ehemaligen Lichter überzeugen konnten, mitzukommen – aber alles in allem haben wir es geschafft, von wirklich niemandem entdeckt zu werden. Wie es scheint.
„Ach ja. Leo hat mir einen Brief für dich dagelassen. Anscheinend hat er gewusst, wann du mit der Gedächtnissache an der Reihe ist.“
Merlin tippt sich an den Kopf und reicht Newt einen ordentlich gefalteten Brief, für den sich jemand offensichtlich sehr viel Mühe gegeben hat. Newt nimmt ihn ohne zu zögern entgegen, stockt jedoch, als er ihn in der Hand hält.
„Meinst du, Leo ist extra dann gekommen, als ich nicht im Raum war?“
„Keine Ahnung, Newt. Ich denke, was er dich wissen lassen will, steht in diesem Brief drin.“ "Immer so möchtegern-philosophisch", raunt Noah mit schiefem Grinsen, woraufhin Merlin sich kopfschüttelnd wegdreht. Ich könnte schwören, er hat dabei gelächelt.
Newt nickt versonnen und geht hinüber an die Kante des Daches, wo ich stehe. Obwohl ich das gesamte Gespräch belauscht habe, tue ich albernerweise so, als würde ich von seinem Annähern überrascht werden, ich weiß beim besten Willen nicht, wieso. Erst als er neben mir steht und in den sternenklaren Himmel blinzelt, blicke ich zu ihm hinüber. In diesem Moment kann ich das  Glück, dass es ihn gibt, buchstäblich kaum fassen. Im Ernst, wenn ich bloß zu heftig atmen würde, hätte ich Angst, dass er neben mir zu Staub zerfällt.
„Ich glaube, das ist es", sagt er unerwartet.
„Was?“, frage ich und beobachte sein Profil. Er blickt weiter geradeaus.
„Unser neues Leben.“ Mein Hals schnürt sich zusammen, doch mein Herz springt trotzdem wie verrückt.
Eine merkwürdige Mischung. So wie alles, woraus unsere Welt besteht.
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