Fighting The Angels

von alegna70
GeschichteDrama, Romanze / P18
OC (Own Character) Samu Haber
29.10.2016
09.11.2019
162
203017
30
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162

Samu war durch für den Tag! Ein Tag voller intensiver Emotionen, es war sein Tag bei Vain Elämää gewesen …
Er hatte es befürchtet, dass es eine Achterbahnfahrt der Gefühle werden würde nachdem er gesehen hatte, was bei seinen anderen Kollegen passiert war. Die ganze Zeit über war schon immer gedreht worden und da sie in Malaga waren, war es für ihn sowieso schon sehr emotional, schließlich hatte er früher schon mal eine längere Zeit in Spanien verbracht. Er hatte sich auf Anhieb wieder in das Land verliebt, in seine Menschen und dann natürlich das Essen!  Schon in den vergangenen Tagen hatte er oft lange wach gelegen und ihm waren Erinnerungen gekommen, die er so ganz gut in einer Schublade abgelegt hatte. Damals war einfach so verdammt viel passiert, alleine von der Zeit könnte man schon ein Buch schreiben. Er war gestartet um seine Karriere in Schwung zu bringen und am Ende wäre er fast im Gefängnis gelandet …
Er war noch immer dankbar, dass ihm diese Erfahrung erspart geblieben war. Heute war ihm natürlich klar, wie naiv er damals gewesen war, er hatte gelernt daraus!
Der ganze Tag  war ein Wechselbad der Gefühle für Samu gewesen, von absolut euphorisch bis zu tiefsten Emotionen war einfach alles dabei gewesen. Er hatte sich auch nicht verstellen können, er war in dem Punkt kein guter Schauspieler. Er hatte wirklich schon sehr vieles durchgemacht in seiner Karriere und einiges kam ihm nun wie ein Dejavü vor, was er derzeit erlebte. Nach den ganzen Videos, in denen sie in den großen Arenen gespielt hatten, war wieder die Frage in ihm hochgekommen, was da noch kommen könnte und ob das was er derzeit am Schreiben und Produzieren war, wirklich so gut war, wie er dachte …
Was würde passieren, wenn dem nicht so wäre?
Wenn die neuen Songs keiner mehr hören wollte, weil sie zulange weg gewesen wären?
Hatte er die Nerven dazu, noch mal einen Flop zu durchleben und dann nochmal aufzustehen?
Sollte man nicht besser dann aufhören, wenn es am schönsten gewesen war?
Viel mehr, wie sie erreicht hatten in den vergangen Jahren, konnte man in seinen Augen nicht mehr erleben …
War er wirklich wieder so weit, sich diesen ganzen Promostress und alles anzutun?
Die Bühne, die vermisste er, dieses Gefühl mit den Fans zu interagieren auch …
Aber würden sie dann noch die Fans zu ihren Konzerten gelockt bekommen?
Klar, es gab immer welche, die einer Band treu waren, aber würden sie es noch schaffen, neue Menschen für sich zu begeistern?
Er war vierzig inzwischen, würde er es schaffen, jeden Abend noch auf der Bühne zu stehen?
Seit der letzten Tour war fast ein Jahr vergangen, nur zweimal hatten sie seitdem zusammen gespielt …
Um die Jungs machte er sich keine Gedanken, die waren fit, aber war er noch stimmlich in der Lage das zu schaffen?
Er hatte nicht wirklich viel gesungen das letzte Jahr …
Eigenlicht wollte er genau dieses Leben wieder zurück haben …
Er hatte zu kämpfen gehabt, während er versucht hatte, seinen Kollegen, die sich inzwischen wie Vertraute anfühlten, zu erklären, was er alles gemacht hatte. Ein paar mal hatte er hart schlucken müssen und auch ein paar Tränchen weg geblinzelt. Zu wissen, dass dabei die Kameras voll auf ihn drauf gehalten hatte, war ihn schon fast so vorgekommen, als ob er sich die Klamotten vom Leib gerissen hätte, das wäre ihm wahrscheinlich sogar noch leichter gefallen.
Das schlimmste aber war, bei den Videos von der Anfangszeit, waren alle Erinnerungen an die Trennung wieder hochgekommen. Er wusste genau, wie zugedröhnt er bei manchen Sachen gewesen war, oder dass es die Jungs geradeso hinbekommen hatten, dass er wirklich auf der Bühne hatte stehen können und das Konzert nicht hatte abgesagt werden müssen. Diese ganze Wunden, von denen er gedacht hatte, dass sie endlich durch Ty verheilt waren, waren wieder aufgerissen worden, ganz fein, aber es war wieder passiert …
Alleine diese Erinnerungen hatten wieder einen eisigen Ring um sein Herz gelegt. Er wusste, wer diesen sprengen könnte, Tyra …
Wieder kam der Gedanke in ihm auf, ob er nicht doch zu viel erzählt hatte, dabei wusste er, es war der richtige Weg gewesen …
Er fühlte sich absolut zerrissen, er liebte Tyra, hatte aber Angst, genauso etwas wie damals wieder zu durchleben. Er konnte mit Liebeskummer einfach nicht gut umgehen …
Er liebte sie und doch hatte er Angst, zu sehr zu lieben …
Und dieses ganze Gefühlschaos hatte dann seinen Höhepunkt gefunden, als seine Songs gespielt wurden. Sie teilweise auf Finnisch zu hören, war ein unglaubliches Gefühl, aber er war sich sicher, es war gut, dass er sie in Englisch geschrieben hatte, er könnte sie nicht in seiner Muttersprache performen. Zu zusehen, wie seine Songs gesungen wurden, das verlangte viel von ihm ab, denn am liebsten wäre er aufgesprungen und hätte bei jedem direkt mitgesungen, um seine Emotionen überspielen zu können.
Am Ende des Abends entschied er sich dann dafür, „Forever Yours“ mitzusingen. Nicht, weil es ihm am besten gefallen hatte, aber er ging davon aus, dass ihre Stimmen am besten harmonieren würden und das war das, was am Ende doch zählte, die perfekte Performance …
Nun saß er alleine im Hof der Burg, die Stille der Nacht hatte ihn erfasst. Teilweise sah er in den Fenstern noch Licht, aber es wurden immer weniger, die noch erleuchtet waren. Er trank einen Schluck aus der Bierflasche und ließ alles auf sich wirken. Eigentlich hatte er Tyra versprochen gehabt, sie noch anzurufen um ihr von seinem Tag zu erzählen, aber irgendwie konnte er das nicht. Er hatte wenig Kontakt mit ihr seitdem er angekommen war, er lebte in eine Blase, wie bei „The Voice“ nur noch intensiver. Er sehnte sich nach ihr, hatte aber gleichzeitig das Gefühl, sich wieder etwas mehr zurückziehen zu müssen …
Samu saß noch eine Weile draußen, bis es zu kühl wurde. Er trank sein Bier aus um dann in sein Zimmer zugehen. Er meldete sich nicht mehr bei Ty, sondern nahm sich vor, dieses am nächsten Tag zu tun. Dann hoffte er, dass sich sein inneres Chaos wieder etwas beruhigt hatte …

Amor stand absolut aufgebracht vor dem Single-Engel: „Das ist jetzt nicht dein ernst, oder? Er hat jetzt nicht wirklich sich nicht bei Ihr gemeldet? Sag mal geht es noch? Erinnerungen gut und schön, aber das ist alles lange her und auf einmal wieder diese Tour? Was soll das? Warum quälst du ihn so? Vergangenes ist vergangen, vor uns liegt eine Zukunft! Er liebt sie, sie machen Pläne damit sie sich noch öfters sehen und du streust Unmut?“
Lässig lag der Single-Engel in Samus Kappe und nutzte diese wie ein Schaukelstuhl. Leicht winkte er ab: „Nun mach mal halblang! Wir müssen uns ja wohl nicht immer wie ein Schweizer Uhrwerk bei ihr melden! Es gibt halt die Tage, da passiert es halt …“
Amor war wirklich sauer! All die ganze Arbeit, die er geleistet hatte, damit Er wieder Vertrauen in die Liebe hatte …
Er sah den Single-Engel wütend an: „Eins sage ich Dir! Wenn du jetzt Mist baust, dann sind wir geschieden Leute! Dich ruft dann die Hölle! Er brauch jemanden, den er liebt, dem er vertrauen kann, der für ihn da ist! ER geht sonst kaputt und das Rockstarsein ist dann auch vorbei! So geht er nicht mehr auf die Bühne ...“
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