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GeschichteDrama, Freundschaft / P16 Slash
OC (Own Character) Ushijima Wakatoshi
27.10.2016
09.11.2019
6
20308
 
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Ich weiß es ist eine Weile her, seid ich hier ein Kapitel hochgeladen habe - allgemein zählt dass allerdings für so ziemlich jede meiner Stories. Anfangs lag es an Schreibblockade, später lag es an - und ich will nicht lange um den heißen Brei reden - an einem schulisch bedingten Burn-out. Das Kapitel hier ist eigentlich recht spontan entstanden, weshalb es wahrscheinlich nicht meinen üblichen Standart erreicht, aber ich fand es im Großen und Ganzen gut, passend und es dient dazu, mich meinem Geschreibsel wieder zu widmen.
Ich hoffe ihr seid nicht allzu sehr enttäuscht, es gefällt euch und ihr gebt mir Rückmeldung, wie er die kurze Entwicklung der Story bis jetzt findet.

LG
~Snow~

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Obwohl es bereits Ende April war, schien der Winter noch nicht ganz vorbei gezogen. Morgens um kurz nach fünf lag eine schwere Nebelschicht in der Luft, Frost hatte dem Rasen eine weiß Schicht verpasst und Tauperlen hingen an den Fenstern, an den parkenden Autos und an der Parkbank, an welcher Ushijima Ayato sich gerade die Wade dehnte, da er einen Krampf bekommen hatte.

Der Atem des 14-Jährigen ging hastig und stieg als kleine Rauchwölkchen in die Luft. Das schwarze Haar klebte ihm verschwitzt an der Stirn, seine Wangen waren gerötet von der Anstrengung.

„Ich muss besser werden“, keuchte Ayato und schüttelte sein Bein aus, als der Krampf nachgelassen hatte. „Ich muss einfach“

Er hüpfte etwas locker auf der Stelle um seinen Rhythmus nicht zu verlieren, um in Bewegung zu bleiben und zu kontrollieren, ob der Krampf nicht gleich wieder da war. In seinem Kopf spielte sich noch einmal die Szene von vor drei Tagen ab.

Es war das erste Training gewesen, wo Dainashi-Sensei dabei gewesen war. Sie war zur neuen Betreuungslehrerin für das Volleyball-Team der Schule gewählt worden, in welchem Ayato momentan die Position des Setters besetzte. Sie waren kein großes Team, dafür aber recht neu – es wurde von den aktuellen Zweitklässlern gegründet. Sie waren zu neun und Ayato war der Kleinste – es hätte ihn aber am Anfang des Schuljahres auch gewundert, wenn er es nicht gewesen wäre. Eigentlich waren alle im Team recht nett, wenn er so dachte. Gut, ihr Captain war kein Mann großer Worte und die Schuldiva war eine Nummer für sich, aber ansonsten waren sie ein doch gutes Team. Wäre da nicht dieses Problem mit Haru. Wahrscheinlich wäre Ayato auch mit Haru – ihr Ass - gut ausgekommen, wären sie doch bloß keine Stiefbrüder.

Ayato warf einen Blick auf seine Uhr, er musste noch 35 Minuten laufen bevor er sich zu Hause ein paar Kraftübungen zuwenden konnte.

„Ok, also weiter“, feuerte er sich flüsternd selber an und joggte weiter durch den nebelverhangenen Park.

Vor drei Tagen hatte Ayato gebeten länger nach Trainingsschluss bleiben zu dürfen, um selber etwas zu trainieren. Es hatte ihn wie ein Schlag kaltes Wasser ins Gesicht getroffen, dass seine Teamkollegen sich ernsthaft Sorgen gemacht hatten, er würde es alleine nicht schaffen die Pfosten für das Volleyballnetz in den Lagerraum zu bringen und dass es für ihn zu gefährlich wäre, alleine zu Fuß nach Hause zu gehen.

Nur weil ich so klein und schwach bin, dachte Ayato verbissen und legte einen Zahn zu.

Das Team hatte schließlich nach einigen Diskussionen zugestimmt, Haru war es egal gewesen was Ayato getrieben hätte, die beiden anderen Erstklässler – Suma und Haruki – schienen ebenfalls kein Problem darin zu sehen, ebenso wie Yuki-Senpai, erstaunlicherweise hielt auch Koki-Senpai Partei für den Setter und nachdem sich Kaito-Senpai dazu entschloss, bei Ayato zu bleiben und ihn später nach Hause zu fahren, war auch ihr Vize-Captain Kota-Senpai ruhig gestellt. Makoto-Senpai, ihr Teamcaptain, hatte zu all dem nichts gesagt.

Kalt hatte es Ayato dann erwischt, als Dainashi-Sensei, ihm Training allerdings mit Tenshi angesprochen, ihn ermahnt hatte, jetzt nicht über die Stränge zu schlagen und kaum dass sie alleine waren, hatte Kaito-Senpai Ayato gefragt: „Willst du jetzt härter als alle anderen trainieren, weil du denkst, du ziehst das Team runter?“

Ja, ja das tue ich. Ich muss besser werden. Ich muss einfach, klammerte Ayato sich an diese Gedanken. Wenn ich schon nicht groß bin, dann muss ich schneller werden, ich muss stärker werden, ich muss besser zuspielen, ich muss besser annehmen, ich muss besser aufschlagen… Ich muss einfach besser werden! Er schüttelte den Kopf, als ihm Tränen hochsteigen wollten. Ich bin doch euer Setter. Wenn ich es verbocke… Nein! Ich werde besser! Versprochen!

Den Mut es genauso Kaito zu sagen, hatte Ayato nicht gehabt. Ayato wusste noch genau, wie er zur Salzsäule erstarrt war, wie ihm der Ball aus den Händen geglitten war und wie er nach Luft geschnappt hatte. Kaito-Senpai ist so ein netter Mensch und obwohl sein Blick etwas Mitfühlendes hatte, fingen Ayato’s Knie unter den blauen Augen an zu schlottern wie die eines neugeborenen Rehkitzes.

„I-ich-“, hatte Ayato nach schier Minuten der Stille gestottert. „Nein!“ Ihm war bewusst, dass diese Antwort den Flügelspieler nicht zufrieden stellen würde. „Ich meine, also, eh, trainieren. Ehm, ich will trainieren, weil, ehm, eh, nur so. Ich mag Volleyball, deswegen, ja. Ich will nur etwas länger üben, sonst nichts“ Gegen Ende hin wurde er immer leise, so dass er sich nicht sicher war, ob Kaito ihn überhaupt gehört hatte. Der Flügelspieler sagte aber darauf nichts, er nickte nur und hob den Ball auf: „Wollen wir dann das Timing hinbekommen?“

Erleichtert dass Kaito nicht weiter nachbohrte, übten Ayato und sein Senpai eine weitere Stunde lang ihr Timing für das Zuspiel. Auch auf dem Nachhauseweg, als Kaito’s Vater beide abholte und Ayato nach Hause fuhr, sprach der Braunhaarige das Thema nicht wieder an. Am Tag darauf war Ayato extra früh aufgestanden – er hatte sich entschlossen Frühsport zu machen. Auch an jenem Tag hatte Ayato gebeten abends länger bleiben zu dürfen, wieder war das Team überrascht, aber es kam zur keiner Debatte, da sich diesmal die beiden anderen Erstklässler anschlossen. Das Gleiche gab es dann auch gestern, hier blieb ihr Libero Yuki bei dem Setter.

Wie versprochen hatte Dainashi-Sensei einen Trainingsplan ausgearbeitet, welchen das Team von fortan befolgte und der es doch recht in sich hatte.

„Wir werten eure Basics von Grund an neu auf!“, hatte Tenshi gemeint.

Um nach solch einem Training dann noch länger zu bleiben, ganz zu schweigen um morgens früher aufzustehen um Kraft- und Ausdauertraining zu machen, war schon eine echte Herausforderung.

Ayato kam wieder zuhause an, ihm blieben noch immer vierzig Minuten zum Krafttraining, bevor er sich für die Schule vorbereiten und frühstücken musste. Seine Beine fühlten sich unangenehm schwer an, als er die Stufen so leise es ging hinaufschritt. Im Haus war noch alles still und auf Zehenspitzen ging er zu dem Fitness-Raum, welcher dem Herrn des Hauses – Hin Haruto, Haru’s Vater und Ayato’s künftigem Stiefvater – gehörte. Haruto genoss es hin und wieder nach einem langen Bürotag eine halbe Stunde lang auf das Laufband zu springen oder ein paar Gewichte zu stämmen. Vor allem aber hatte er das Zimmer für seinen Sohn Haru errichten lassen, welcher sich dort ebenfalls austobte, wenn ihm gerade danach war. Da Haruto Ayato schon wie seinen eigenen zweiten Sohn ansah, war es kein Problem, dass Ayato dieses Zimmer ebenfalls nutzen durfte und Haruto schien erfreut, als Ayato ihn abends trotzdem gefragt hatte, ob er dürfte – seine Mutter schien weniger begeistert, äußerte es allerdings nicht.

„Das schmeckt überhaupt nicht nach Erdbeere“, verzog Ayato angewidert das Gesicht, als er sich einen Schluck der pastelrosa Mischung aus seiner Flasche nahm. Er hatte sich am Vortag in einem Sportgeschäft ein Protein-Pulver gekauft, vorauf der Verkäufer schwor, dass es schon nach drei Tagen Erfolge vorzeigen würde. Mit großen Erwartungen hatte Ayato es gekauft – wenn er besser werden wollte, reichte Sport nicht aus, er musste auch seine Ernährung umkrempeln. Seine Mutter hatte nicht schlecht gestaunt, als ihr Sohn plötzlich anfing mehr zu essen, als die halbe Portion, die er sonst immer schaffte.

„Scheint so, als würde dort jemand in die Pubertät kommen“, hatte Haruto geschmunzelt. Haru hatte Ayato nur mit einer gehobenen Augenbraue gemustert, als dieser sich Nachschlag genommen hatte und anschließend die Augen verdreht.

Kurz überlegte Ayato, was er heute trainieren sollte, als er sich entschloss die Schulter-Arm- und Brustmuskulatur auf Vordermann zu bringen. Er ging zu dem besagten Gerät und hielt inne, offenbar hatte Haru an diesem Gerät gestern Abend trainiert, denn die Gewichte standen auf 220 IBS. Wenn Ayato sich Haru so vor Augen führte, dann bezweifelte er keine Sekunde, dass der blonde Schulsprecher und Volleyball-Ass die auch stemmen würde.

Ob ich…, dachte Ayato und setzte sich ans Gerät, nahm die Griffe in die Hand, nahm tief Luft und drückte. Er drückte mit aller Kraft, doch die Gewichte bewegten sich keinen Millimeter. Vergiss es!, dachte Ayato und gab auf. An Haru kommst du nie heran

Ayato änderte das zu hebende Gewicht und stellte es auf 20 IBS, das war das Maximum das er gerade schaffte und das auch nur unter größter Anstrengung.

Seine Uhr piepste, gerade noch rechtzeitig, denn noch einen Push-up mehr und Ayato hätte geschworen, dass ihm seine Arme vom Körper abfielen. Verschwitzt und keuchend stand er auf, ihm tat alles weh. Aber der Schmerz machte ihn glücklich, denn er wusste, es würde ihn ein Stück näher zu seinem Ziel bringen. Er trank den letzten Schluck des Protein-Shakes und verzog erneut das Gesicht: „Das schmeckt nach allem, aber nicht nach Erdbeer“ Dann schleifte er sich ins Badezimmer, entledigte sich mit schweren Gliedern seiner Kleider und stieg in die Dusche.

Das warme Wasser, welches auf seine blasse Haut prasselte war pure Medizin. Es schien den Schmerz und die Erschöpfung weg zu spülen. Wohlige Wärme umgab ihn, die verkrampften Muskeln lösten sich. Anfangs spürte er noch seinen schnellen Herzschlag vom Hals, über die Arme bis in die pochenden Waden, doch langsam zog er sich zurück, verlangsamte sich. Ayato genoss das prickelnde Kitzeln des Wasserstrahls in Nacken und zwischen den Schulterblättern. Es fühlte sich so angenehm an, dass er am liebsten mehrere Stunden hier geblieben wäre. Hier fühlte er sich so sorgenfrei, hier konnte ihm nichts und niemand etwas anhaben, hier-

„He Knirps! Mach hinne! Ich will auch noch duschen!“, jemand klopfte laut gegen das Milchglas der Duschkabine. Ayato erschrak und rutschte fast aus. Er hatte das Badezimmer nicht abgeschlossen, eigentlich schloss er nie ab. Und nun stand Haru hier. Ausgerechnet Haru.

„O-ok“, quickte Ayato hastig. Zum Glück hatte er sich schon davor gewaschen und drehte er das Wasser ab. Kurz zögerte er, bevor er die Tür öffnete. Nicht nur, dass er komplett nackt vor Haru stehen würde, das schon schlimm genug war. Er trug seine Augenklappe nicht!

Der Schwarzhaarige öffnete die Tür einen Spalt und angelte mit einem Arm nach dem Handtuch auf dem Hacken direkt neben der Duschkabine. Hastig zog er es rein und wickelte es sich ganz um die Brust, dann zog er sich ein paar seiner schwarzen Haare ins Gesicht, so dass er sicher war, dass sein rechtes Auge bedeckt war und stieg mit gesenktem Gesicht aus der Dusche.

Haru wartete schon mit verschränktem Armen vor der durchtrainierten nackten Brust, nur mit einem Handtuch untenrum bedeckt, die Haare noch in alle Richtungen stehen und mit herablassendem Blick.

„Du bist keine Pflanze, du wächst nicht, wenn man dich gießt“, meinte der Blondschopf, als Ayato vor ihm stand und irgendwie versuchte vorbei zu kommen.

„Ich weiß“, nuschelte der Schwarzhaarige.

„Oder hast du versucht, dich da drin zu ertränken?“

„N-nein“

„Schade“

Ayato schluckte, er spürte den Blick Haru’s auf sich und er schrumpfte noch mehr in sich zusammen. Er nickte nur knapp, dann ging er um den Blonden herum zum Spiegel und legte sich als Erstes die Augenklappe wieder an. Hinter seinem Spiegelbild konnte er erkennen, wie Haru in die Dusche stieg. Als er das Wasser anspringen hörte, atmete der Schwarzhaarige erleichtert aus. Haru hatte ihn in Ruhe gelassen. Es kam auch schon mal vor, dass der Blondschopf ihn morgens anbrüllte, wenn er im Bad war oder dass er ihn unsanft rausschubste – Haru schien also guter Laute. Wär also besser, wenn Ayato nichts tun würde, um Haru’s Laune in den Keller zu treiben, jetzt so kurz vor dem Wochenende.

Ayato blickte sein Spiegelbild nun an. Ihm gefiel nicht was er da sah, wie dieses Häufchen Elend ihm gegenüber so trotzig in die Augen schaute. Die schwarzen, noch triefenden Haare umrahmten sein blasses, mageres, kindliches Gesicht. Dünne, gebrechliche Arme umklammerten das Handtuch, welches er um seinen Körper geschlungen hatte. Mit dem weißen Handtuch und der blassen Haut sah er fast aus wie ein Gespenst. Nervös biss er sich auf die Unterlippe. Kurz und schmerzlos, dachte er und breitete das Handtuch aus, so dass er vom Spiegelbild her seinen Körper inspizieren konnte. Er sah ein Gerippe vor sich: Klein, schmächtige, hängende Schultern, man konnte die Rippen erkennen, ein Bluterguss vom vorletzten Training hatte mittlerweile eine bläuliche Verfärbung an seiner linken Seite angenommen. Konnte sowas überhaupt als menschlicher Körper durchgehen? Ayato trat ein paar Schritte zurück. Die Beckenknochen waren schwarz gegen seine Haut abgezeichnet und darunter befanden sich zu kurz geratene Storchenbeine. Er drehte sich zur linken Seite, dann zur Rechten, doch auch der seitliche Anblick verbesserte das Gesamtbild nicht. Ayato zwang sich zu einem Lächeln, hielt seinen Rücken gerade und drückte die Schultern nach hinten – aber auch dies half nicht und sah nur erbärmlich lächerlich an ihn aus. Der Schwarzhaarige wandte seinen Blick vom Spiegelbild ab und sah an sich selbst runter, wohl in der Hoffnung, dass der Spiegel ihm einen gemeinen Streich spielen würde, doch das Original war noch schlimmer. Es war, als würde sich gleich unter seinem Brustbein ein Loch bilden, aber er war einfach nur so schrecklich dürr. Die Haut war noch blasser, als man es ihm Spiegel annahm, man konnte die Venen bläulich durchschimmern sehen. Einzig und alleine seine rosa Brustwarzen brachten etwas Farbe, aber darauf war Ayato auch nicht sonderlich stolz. Im Gegenteil, er hasste sie – wie so eigentlich alles an seinem Körper. Als er sieben war, hatte man ihn deswegen in der Jungenumkleide im Sport immer ausgelacht – fortan hatte er darauf geachtet, dass niemand seine Nippel zu Gesicht bekam. Sein Blick glitt automatisch weiter runter, zu dem Körperteil, welches laut einigen Jungs einen Mann erst definiert. Schon an der Mittelschule hatte Ayato von Klassenkameraden gehört, wie einige damit angaben, wie groß doch ihre Männlichkeit wäre. Nun, Ayato’s Männlichkeit war laut diesen Angaben dann winzig, minimal, kaum existent.

Hastig schlug er das Handtuch wieder um seinen Körper und verbarg ihn damit zum Großteil. Er wollte das nicht länger ansehen. Mit gesenktem Kopf ging er hastig in sein Zimmer, um sich fertig anzuziehen.

Ich werde was ändern, sagte er sich. Ich muss was ändern!

Der Schultag verlief an sich recht angenehm, so wie immer – wenn man von der Vorfreude der Schüler absah, dass es Freitag war. Die Mittagspause verbrachte Ayato wieder mit seinen Teamkollegen Suma und Haruki und wie üblich, hielt Suma eine Art Monolog ab, in welchem Ayato und Haruki nur hin und wieder zustimmten. Die letzte Doppelstunde Englisch bei Dainashi-Sensei verflog wie immer viel zu schnell und schon stand das Training erneut vor der Tür. Ayato freute sich riesig, sich wieder ins Zeug zu legen, an sich zu arbeiten und allen zu zeigen, dass er nicht aufgeben würde, dass er es irgendwie schaffen würde.

Das Training war wie üblich, seid der Trainingsplan bestand, recht hart. Während die Zweitklässler stark ins Schwitzen kamen, mussten die Erstklässler immer wieder eine Pause einlegen. Ayato weigerte sich und fuhr trotz dem Schmerz fort. Sie waren gerade beim Aufwärmen und mussten Push-ups machen. Ayato hatte gerade einmal zehn Stück hinter sich, als er nach Nummer elf sich nicht mehr hochgestemmt bekam. Seine Brust schwebte nur wenige Zentimeter über dem Boden, sein ganzer Körper zitterte so heftig, dass Ayato zuerst glaubte, der Boden bebte, würde seine Schultermuskulatur nicht so Doll schmerzen, dass er lauthals auf keuchen musste.

Komm schon, komm schon!, schrie er sich gedanklich an, aber seine Arme verweigerten den Dienst den Oberkörper wieder hoch zu drücken. Einige Sekunden schwebte er noch über dem Boden, bevor auch sein restlicher Körper nachgab und er dumpf zu Boden plumpste und japsend liegen blieb. Kurz bildete er sich ein Sternchen vor seinen Augen tanzen zu sehen, bevor ihm Yuki-Senpai eine Wasserflasche vor die Nase hielt: „Alles ok? Du siehst so blass aus. Trink mal was“

Auch das restliche Training brachte Ayato keine Glanzleistung zu Stande, im Gegenteil, er hatte das Gefühl noch schlechter geworden zu sein und dies frustrierte ihn. Es frustrierte ihn so sehr, dass er fast mit heulen anfing, als sie Annahmen übten und er sich dem Ball selbst ins Gesicht schoss. Er verlor den Halt und fiel auf den Hintern, als ihn dann auch noch alle ansahen, stieg ihm das Wasser in die Augen.

„Ayato?“, hatte sich Kaito, der ihm an nächsten stand an ihn gewandt. Ayato hatte den Blick gesenkt um seine Tränen zu verbergen. Hastig zog er die laufende Nase hoch und fuhr sich hektisch über die Augen.

„N-nichts passiert“, brachte er zu Stande, als er den Kopf hob und seinen Senpai mit dem breitesten Lächeln angrinste, dass er zustande brachte.

Der Flügelspieler schien nicht überzeugt, hielt Ayato die Hand hin, um ihm wieder auf die Beine zu helfen. Ayato versuchte alleine aufzustehen, doch auch seine Beine schienen sich gegen ihn gestellt zu haben. Nach zwei gescheiterten Versuchen alleine wieder hoch zu kommen, nahm er dann doch Kaito’s Hand, welcher ihn dann ohne großen Kraftaufwand wieder hochzog. Ayato wollte gleich wieder fortfahren mit dem Training, doch sein Senpai ließ seine Hand nicht los.

„Ayato, ist wirklich alles in Ordnung?“, Ayato machte den Fehler in die hellblauen Augen zu sehen. Er schluckte schwer, fast hätte er wieder mit Weinen angefangen. Er nickte heftig, so heftig, dass ihm schwindelig wurde.

„Alles bestens, ich , ehm, muss nur kurz… auf’s Klo“, mit diesen Worten riss er sich los und stolperte aus der Halle Richtung Umkleide, wo die Toiletten waren. Doch der Tränenfluss wartete gar nicht erst, bis Ayato sich in eine Kabine verzogen hatte. Noch bevor er die Hallentür erreicht hatte – und er rannte – wurde seine Sicht trübe, seine Augen stachen, sein Gesicht brannte. Das Schluchzen bekam er noch gerade so unterdrückt, als er sich eine Hand auf den Mund presste. Oder war es weil ihm übel war? Plötzlich fühlte Ayato sich, als müsste er sich übergeben.

Angekommen auf den Toiletten, klammerte sich der Schwarzhaarige an die Kloschüssel und fing an mit würgen. Es kam nichts hoch und doch schien sich sein Magen in plötzlich jede erdenkliche Form zu verkneten. Das hastige Atmen, Schluchzen und Würgen provozierte, dass Ayato sich verschluckte und anfing zu husten. Erschöpft rutschte er neben dem Klo an der Kabinenwand runter, seine Brust hob und sank sich hastig, Tränen kullerten weiter aus seinen Augen und an seinem Kinn hingen Speichelfäden, doch sämtlich Kraft schien den Schwarzhaarigen in diesem Moment verlassen zu haben. Er lag da, unfähig wieder aufzustehen oder sich gar das Kinn abzuwischen. Sein Blick war verschwommen auf seine Füße gerichtet.

„Was mache ich hier nur?“, flüsterte er tonlos und schloss die Augen. „Lass das ein Traum sein, bitte lass das alles nur ein Alptraum sein“

Ayato wusste nicht wie lange er so da lag, vielleicht nur ein paar Sekunden oder aber auch einige Minuten. Er hatte das Gefühl, als wäre er eingeschlafen und plötzlich wach geworden, weil die Tür zum Waschraum kraftvoll aufgestoßen wurde. Ayato zuckte zusammen, zog die Knie an, lauschte und hielt automatisch den Atem an. Irgendwer kam rein – aber wer?

Bestimmt war es irgendjemand vom Team um zu sehen, wieso er so lange wegblieb. Ayato hätte einfach aufstehen können, hätte sich irgendeinen blöde Ausrede einfallen lassen können, zum Beispiel dass er zu viel Apfelsaft getrunken hätte oder so, dann wäre alles wieder normal gewesen, aber sein Körper und Geist schienen wie gelähmt.

Was wäre wenn es Haru ist? Wenn er Ayato in dieser Verfassung sehen würde, die Genugtuung in Haru’s Augen könnte Ayato nicht ertragen und der Blondschopf würde bestimmt noch eins drauf setzen. Oder wenn es einer seiner Senpai’s ist? Wie würden die reagieren, wenn sie ihn so vorfinden? Oder einer seiner Erstklässler-Kollegen, was würden die bloß von ihm denken? Oder wenn es gar Tenshi-Sensei war? Nicht auszudenken was sie zu ihm sagen würde!

Ein Kloss bildete sich in Ayato‘s Kehle und er schaffte es nicht, ihn runterzuschlucken.

Die Schritte näherten sich seiner Kabine.

Bitte nicht!, dachte Ayato panisch und kniff die Augen zusammen.

Es klopfte: „Ayato-kun?“

Ayato wusste nicht, was ihm plötzlich die Kraft gab die Augen wieder zu öffnen, sie mühsam wieder aufzurappeln, durchzuatmen, sich das Gesicht mit dem Handrücken abzuwischen um die Tränenspuren zu beseitigen, die Tür aufzuschließen und hoch in das Gesicht seines Teamkollegen zu blicken, welcher ihn mit einem honigsüßen Lächeln anguckte und Ayato schaffte es, es zu erwidern.

Vielleicht lag es daran, dass Ayato mit jedem gerechnet hatte, nur nicht mit Koki-Senpai.
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