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Die Abenteuer von Ava Bellentor

von Shushiro
Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Fantasy / P18 / Gen
OC (Own Character)
25.10.2016
25.10.2016
1
2.020
 
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Was bisher geschah...
Wir befinden uns in Tobrien im beschaulichen Ort  Ehrensteindorf, im Schatten der Ehrensteinburg. Unter dem Wappen des doppelköpfigen weißen Wolfs auf blauem Grund findet hier wie jedes Jahr ein großes Tunier statt, zu dem Herzog Kunibald Frankwart von Ehrenstein geladen hat. Unter den Ehrengesten finden sich Waldemar von Löwenhaupt – seines Zeichens der Herzog von Weiden – mit seiner Tochter Walpurga, sowie Prinz Wendelmir von Andergast. Walpurga ist mit ihrem Gatten Dietrat angereist.
Das Tunier ist in vollem Gange, Waldemar von Löwenhaupt, aber auch die Nichte des Herzogs von Ehrenstein, Hildegarde Traviane von Ehrenstein, nehmen am Tunier teil. Zudem hat sich besonders für die Wettbewerbe der Kampfkünste hat sich die Cremé dé la Cremé der Szene versammelt.Ava Bellentor
Unsere Protagonistin ist die jüngste Schwester von Fiana Bellentor. Ebenso wie die mittlere der drei Schwestern – Fiora Bellentor – hat Ava sich früh entschieden, nicht auf dem Gut der Familie Durenwald bei Gareth zu bleiben, sondern Abenteuer zu erleben. So kam es, dass sie sich im Alter von 17 Jahren auf ihre erste Reise machte. Zur gleichen Zeit hatten Fiana und sie von Fiora seit 3 Monaten nichts mehr gehört und Fiana brach mit ihrem Lehnsherren zu einer Handelsreise in den Süden auf.

Auch Ava hat es nach Tobrien verschlagen. Knapp bei Kasse und der fielen Fußmärsche müde hat sie sich in einem kleinen Gasthaus einquartiert. Morgen stünde ihr der nächste Wettkampf bevor. Neben der nächsten Runde des Schützentuniers war sie für den traditionellen Geländelauf angemeldet. Zu den großen Attraktionen zählten zudem das Gestech zu Pferd, der Kampf mit Bidenhändern, sowie  der Kampf mit Schwert und Schild.

Nach einer ruhigen Nacht begab sich Avazum Bogenschießplatz, um zu üben. Einige Zielscheiben in kurzer Entfernung waren dafür schon aufgestellt, und zwei offenbar aus der Gegend stammende Jäger mit Kurzbögen übten ebenfalls. Aufgrund der Tatsache, dass Ava einen nostrischen Langbogen ihr Eigen nannte, hoffte sie, dass es beim Wettkampf in zwei Stunden auch Ziele in größerer Entfernung geben würde. Da es Hochsommer war (Praios, 1011 BF/12Hal) wurde es früh warm, aber Ava war harte Bedingungen gewoht. Sie musste lediglich aufpassen, dass ihr ihre Lage nicht auf das Gemüt schlug, ihre Streitsucht hatte sie schon in so manche unbequeme Situation gebracht.
Nach einer durchwachsenen Übungsrunde aß Ava, die langsam doch hungrig geworden war. Ein schwacher Bogenschütze trifft nunmal kein Ziel. Nach der Stärkung fand sie sich etwas überpünktlich am Schießplatz ein. Wie der Tuniermarschall verkündete, gab es neben ihr noch folgende prominentere Teilnehmer, die sich für das Final qualifizieren wollten:
Ulfa von Bitterbach
Havel von Uckel
Fran der Blutige
Grimmrock, Sohn des Grimmbold
Ein Elf
Ava hatte zuvor Elfen gesehen, aber sonst nie näher mit ihnen zu tun gehabt. Magisches Volk war ihr suspekt, und die Tatsache, dass der Tuniermarschall den Elfen mehrfach darauf hinwies, dass bei diesem Tunier die Zuhilfenahme von Magie nicht gestattet sei, gab ihrem Abgerglauben neuen Aufwind. Aber diese Gedanken schob sie beiseite, fokussierte sich gänzlich auf die Zielscheibe. Nach der ersten Runde war schnell klar, dass Zwerg und Elf – der Zwerg nutzte übrigens eine Armbrust – ihre ernstzunehmendsten Konkurrenten werden würden. Der Elf wurde allerdings nach der nächsten Runde disqualifiziert. Zunächst hatte Ava mit den nah stehenden Scheiben Probleme, gegen Ende steigerte sie sich aber, währen die Kurzbögen der Einheimischen zusehends versagten. So zog sie als Erste dieses Halbfinales mit 39 Punkten in das Finale ein, und erregte daher auch einige Aufmerksamkeit. Ulfa von Bitterbach war ausgeschieden, Grimmrock allerdings hatte sich ebenfalls für das Finale am folgenden Tag qualifiziert. Während der Wartezeiten hatte sie sich zudem gut mit Ulfa unterhalten, die aufgrund ihres Ausscheidens doch etwas begossen dreinblickte. Ava entschied sich daher, sie auf ein gutes, kühles Ferdocker einzuladen. Sie folgte Ulfa noch halb im Gespräch und traf auf zwei Freunde dieser.
Nils Holgerson, seines Zeichens ebenfalls Söldner, sowie Hildegarde. Nach einigen Startschwierigkeiten – Ava hatte, zuverlässig wie immer, die gesellschaftlichen Fettnäpfchen gefunden, die am peinlichsten waren – erfuhr sie, dass Hildegarde für zwei der prestigeträchtigsten Wettkämpfe angemeldet war, und dass Nils ebenso wie sie am Geländelauf teilnehmen würde. Ulfa schien über ihren Kurzbogen einiges zu wissen, und ein Allround-Talent zu sein. Sie verabredeten sich am nächsten morgen zum gemeinsamen Üben und macheten sich auf den Weg, um das Gelände und die Karte für das anstehende Wettrennen zu begutachten.

Die Strecke startete und endete auf dem Sandkampfplatz. Nach 500m über freies Feld, musste nach einem Sumpf ein Baumstamm überquert werden. Darauf begann eine 40m Kletterpatie eine Felswand senkrecht hinauf. Oben angekommen ging es an der Kante bis zu einem Seil, das über einen reißenden Fluss gespannt war, der sich direkt über besagte Kante in die Tiefe stürzte. Auf der anderen Seite des Flusses galt es, die Wand wieder hinabzuklettern, um danach durch den Fluss zu schwimmen und über freies Feld zurück zum Start zu gelangen.

Der Startschuss war kaum verhallt, da sprintete Ava los und erreichte so als erste den Sumpf. Um ihre Ausdauer zu schonen, und nicht auszurutschen, durchquerte sie diesen langsam, sodass sie von Nils und Waldemar von Löwenhaupt überholt wurde und daher als Dritte den Baumstamm überquerte. An der Steilwand machte sie sich gut, und konnte Nils einholen. Sie erreichten das Seil, beide sehr entkräftet am Seil an. Waldemar verschnaufte kurz und machte sich daran, den Fluss zu überqueren. Ava sah das Seil und merkte, dass sie diesen weiteren Kraftakt auch mit Verschnaufpause nicht sicher genug bewältigen würde können. Sie ermutigte Nils und stellte sich, in der Erwartung, dass jemand auf halbem Weg über den Fluss die Kraft verlassen würde, mit einem Seil an das Flussufer.
Firunz der Hühne hatte Nils inzwischen überholt, war aber zu übermütig an das Seil herangegangen, sodass Nils sich seinen Platz zurückeroberte. Währenddessen gab es an der Steilwand Aufregung: Nadscheja, eine Bekannte von Hildegarde, Nils und Ulfa war schwer gestürtzt und wurde umgehend behandelt. Während Nils am Seil gut auf Waldemar aufholte, der zusehends entkräftet wirkte, hatte nun auch Firunz seinen Weg wieder aufgenommen. Die drei zeichneten sich als Spitzengruppe ab, die Teilnehmer hinter ihnen begannen erst, die Steilwand zu erklimmen.

Dann, gerade als Nils Waldemar bis auf einen Meter eingeholt hatte, geschah es, Waldemar konnte sich nicht mehr halten, und stürzte in den reißenden Fluß. Ava schaffte es, ihm das Seil zuzuwerfen, und er ergriff es. Wäre Ava nicht so trainiert, und aufgrund ihrer Geschichte nicht so pflichtbewusst, hätte das Ganze ein übles Ende nehmen können. So gelang es ihr aber, den doch sehr prustenden, völlig durchnässten Waldemar an Land zu ziehen. Die Menge, die das Schauspiel beobachtete, kommentierte entsprechend passend, was Ava aber kaum wahrnahm. Während sie Nils weiter anfeuerte, unterhielt sie sich recht nett mit Waldemar. Da durchgehend weitere Wettkampfteilnehmer noch die Steilwand erklommen, war es den beiden zunächst unmöglich, die Wand wieder hinunter zu klettern. Daher retteten sie noch weitere Unglücksraben, die es Waldemar gleich taten, und ein recht gefährliches Bad nahmen.

Während Nils seinen Vorsprung ausbaute, und es als Erste ohne Sturz und folgende Ohnmacht ins Wasser schaffte, machten sich Ava und Waldemar auf den Rückweg. Vor allem Fran der Blutige stürzte im Verlauf noch schwer und kam gerade so mit seinem Leben davon. Unter tosendem Applaus sprintete Nils Holgerson als Erster ins Ziel. Kurz darauf trafen auch Ava und Waldemar ein, ebenfalls unter Rumoren und Applaus. Ava beglückwünschte Nils, denn ihm war es ähnlich wie ihr ergangen, und er hatte sich die Siegprämie von 10 Gold wirklich verdient. Zur Siegerehrung waren aufgrund des spannenden Rennens viele gekommen. Herzog Kunibald überreichte den Bestplatzierten ihre Prämien. Darauf vernahm Ava ihren Namen. Der Herzog hatte sie aufgerufen! Sie trat vor und wurde, zu ihrer Überraschung mit 5 Gold belohnt – für die Rettung von Waldemar! Dieser ließ es sich nicht nehmen, ihr in ihrer Verblüffung schelmisch zuzuzwinkern.
In Feierlaune lud Ava die Gruppe auf ein kühles Ferdoker ein, Hildegarde aber begnügte sich mit Wasser, da sie am Nachmittag das Halbfinale im Kampf mit Schild und Schwert bestreiten wollte.

Im Gespräch erfuhr Ava, dass Wendelmir von Andergast ebenfalls für den Wettkampf qualifiziert war, bei dem es sich offenbar um einen sehr ungehobelten Zeitgenossen handelte. Nach der Auslosung stand fest, dass Hildegarde gegen Ulfas Lehrmeister (von der Eich) kämpfen würde, während Wendelmir mit der Knapping Koscha einen eher leichten Gegener erwischt hatte. Hildegarde schlug sich tapfer, aber Ulfas Lehrmeister trug den Titel Meister zu Recht. Es kostete Ava und Nils ganze zwei Runden, um zu erkennen, dass seine „komischen Bewegungen“ geschickte Finten zur Entwaffnung von Hildegarde waren. Diese verlor allerdings am Ende 3:1 nach Trefferpunkten. Wendelmir siegte gegen Koscha überlegen, allerdings kam der Gruppe zu Ohren, dass er sie durchgehend beleidigt und verhöht haben soll, während des Kampfes!
Eines wusste selbst Ava: Rondragefällig war das nicht.

Hildegarde ging aus ihrer Niederlage weniger enttäuscht hervor als Ulfa. Ava vermutete, dass was auch immer Herr von der Eich ihr nach dem Kampf zugeflüstert haben mochte, dazu beigetragen haben könnte. In Feierlaune trank die ganze Gruppe und man horchte und schwatze über allerlei Gelaber. Ava erfuhr, dass das bisher Tunier von einer Verhaftung und zahlreichen Diebstählen überschattet worden war. Die Verhaftung, die durchgeführt wurde, betraf einen Gaukler, und Nils, Hildegarde und Ulfa waren hautnah Zeugen des Schauspiels gewesen. Dem Gaukler wurde vorgeworfen, den zeremoniellen Kelch des Tuniermarschalls gestohlen zu haben. Eine schwerwiegende Anschuldigung.
Avas Neugierde und ihr Gerechtigkeitsinn waren erwacht. Sie erfuhr, dass Wendelmir von Andergast höchst selbst den Gaukler beschuldigt hatte, und aufgrund seines Stimmgewichtes wurden sowohl der Gaukler, als auch seine Habseligkeiten und sein Quartier sofort durchsucht. Der Kelch aber war nicht gefunden worden.

Die gesamte Geschichte war so dubios, dass die Gruppe beschloss, Recherchen anzustellen. Hildegarde, wollte Walpurga, Waldemars Tochter aufsuchen, um ihre Meinung zu den Geschehnissen einzuholen, und auch, um sich mit ihr über Wendelmir auszutauschen. Nils und Ava machten sich noch am Abend auf den Weg, um Wachen zu dem Vorfall zu befragen. Ava war zudem aufgefallen, dass es sich, mit Ausnahme des Kelchs, um kleine, glitzernde Gegenstände handelte, die gestohlen worden waren. Grimrock, der Zwerg, der das Gespräch in der Schenke aufmerksam verfolgt hatte, wies  - sichtlich erregt – darauf hin, dass Baumdrachen dazu neigten, kleine, glitzernde Dinge zu horten, in deren Besitz sie meist durch Diebstahl gelangt waren.

Die Tatsache, dass Baumdrachen sowohl zu Fuß, als auch im Flug kaum zu hören waren und als schlau und gerissen galten, unterstütze die Möglichkeit, dass ein Baumdrache für die Diebstähle verantwortlich war eher, als dass ein Gaukler schuld hatte, der offenbar nur aufgrund seines Gewerbes beschuldigt worden war. Wie für Drachen üblich, horteten Baumdrachen ihre Schätze, und konnten sehr ungehalten werden, wenn man ihrem Hort zu nahe kam. Mit 4m-6m Flügelspannweite waren sie zudem ernst zu nehmende Gegner im Kampf.

Nachdem Nils und Ava mit Wissen bewaffnet bei den Wachen leider keinen Erfolg hatten, außer ihre Beobachtungen zu bestätigen, trafen sie sich mit Hildegarde am Zelt des Herzogs. Da Kunibald ihr Onkel war, gewährte man ihnen sofort Einlass. Im Zelt versammelt fanden sich neben Herzog Kunibald und seiner Frau auch Waldemar und Walpurga, Vartan von der Eich, sowie der oberste Hofjäger.

Im Gespräch wird klar, dass Wendelmirs schlechtes Benehmen allen aufgefallen ist, und bei der Obrigkeit auch auf Missfallen gestoßen ist. Die Gründe, die Gruppe vorbrachte – dass es sich bei dem Dieb um einen Baumdrachen handelte – fanden Gehör, und insofern Zustimmung, als dass der Jäger bestätigte, dass etwa eine Tagesreise entfernt ein Baumdrache einen Hort habe. Sollte man die gestohlenen Objekte dort finden, wäre der Gaukler entlastet. Aber auch Wendelmir belastet und der üblen Nachrede und Falschaussage überführt. Es ließ sich allerdings niemand dazu überreden, der Sache auf den Grund zu gehen.

Der Herzog schlug vor, dass unsere Helden sich der Sache annehmen sollten. Hildegarde stimmte zu, da sie das Tunier ihres Onkels nicht mit einer fälschlicherweise erfolgten Hinrichtung befleckt sehen wollte. Auch die anderen schlossen sich ihr unter dem Vorbehalt an, zunächst ihre Wettkämpfe zu beenden, und sich dann auf den Weg zum Hort des Drachens zu begeben. Der Jäger würde sie bei ihrem Vorhaben unterstützen. Der Prozess und die mögliche Hinrichtung des Gauklers wurden bis zum Ende der Untersuchung verschoben.

Sollte es Ava und der Gruppe gelingen, den Beweis für die Unschuld des Gauklers zu erbringen, würde sich Wendelmir von Andergast einigen Problemen gegenüber sehen...
 
 
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