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Borderlands III - Das Artefakt

GeschichteSci-Fi / P16 / MaleSlash
Data Deanna Troi Geordi LaForge Jean-Luc Picard Worf
24.10.2016
19.12.2016
14
47.647
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19.12.2016 1.934
 
Einen Moment lang war Etienne verwirrt, dann begriff er und musste grinsen. Sieh mal einer an, da hatte sich jemand gemerkt, dass Etienne sich beklagt hatte, er könne sonst wieder nicht sitzen. Und dabei hatte er gedacht, A´kebur würde so etwas wie Rücksicht nicht einmal dann kennen, wenn es ihn in die Nase beißen würde. Es war einfach nur unbeschreiblich süß.
"Danke, aber so schlimm ist es wirklich nicht mehr. Shana hat mich gut zusammengeflickt, und meine hochoffiziellen Gespräche sind auch vorbei. Von daher ..."
"Das sagst du erst jetzt?" A´kebur setzte sich entrüstet auf.
Etienne lachte. "Ich habe einfach nur diese neuartigen Anwandlungen an dir genossen. Das kann ruhig öfter so sein." Sanft küsste er seinen Geliebten aufs Ohr. "Wann musst du wieder zum Dienst? Bis dahin haben wir doch sicher noch Zeit."
"Commander LaForge hat mir acht Stunden gegeben. Davon sind", A´kebur schaute auf, "noch sieben Stunden und dreizehn Minuten übrig."
"Das wird reichen. Aber solltest du nicht auch noch etwas schlafen? Nicht, dass wir dich hier überanstrengen...", neckte Etienne und streichelte über A´keburs Brust.
"Du kannst mich nicht überanstrengen. Und ich kann noch mal, wenn du es dir zutraust."
"Das klingt ja so, als vertrüge ich gar nichts." Etienne drückte seinen Geliebten wieder aufs Bett und küsste langsam dessen Körper hinunter. "Aber ich glaube, ich schulde dir noch was für eben. Mach mal die Augen zu."
"Warum?", fragte A´kebur eindeutig misstrauisch. "Du schuldest mir gar nichts."
"Vertrau mir einfach, ich tu dir schon nichts."
A´kebur hob eine Augenbraue, dann die andere. "In Ordnung", gab er nach. Er schloss die Augen und wartete angespannt.
Zwei Sekunden später riss er jedoch die Augen wieder auf, als Etienne an seinen unteren Regionen ein Talent mit seinem Mund unter Beweis stellte, das er bisher erfolgreich verschwiegen hatte. Fassungslos sah A´kebur das, was ihm sein Verstand verweigerte. Grob riss er Etienne hoch.
"Warum tust du das?", brüllte er ihn an.
Völlig verwirrt sah Etienne ihn an. "Ich dachte, das wäre offensichtlich? Erzähl mir nicht, es ist unangenehm. Das soll es nämlich nun gerade nicht sein."
"Aber, aber... Das kannst du nicht machen!", wiederholte A´kebur nur, ohne sich wirklich zu erklären. "Das geht nicht!"
"Und warum nicht?"
"Das macht ein Mann nicht. Du bist keine qabang." A´kebur rückte ab. "Du bist das nicht. Du solltest das nicht machen."
"Aber das macht mir doch nichts aus, im Gegenteil. Ich mache das freiwillig. Du hast wirklich ein paar merkwürdige Vorstellungen." Etienne verstand wirklich nicht, wo das Problem war.
"Du hast das schon mal gemacht?", fragte A´kebur nun noch mehr schockiert.
"Ja, wieso? Und es ist weder entwürdigend noch demütigend oder sonst irgendwas."
"Menschen sind seltsam, Etienne!"
"Ich dachte, das wüsstest du inzwischen." Etienne umarmte A´kebur und küsste ihn aufs Ohr. "Lass dich doch einfach auf was Neues ein."
A´kebur leckte sich die Lippen. Es war schön, das wusste er. Aber bis auf Huren hatte das noch niemand gemacht. Und seines Wissens machten das auch nur Huren anderer Völker. Keine klingonischen Frauen. Es waren immer fremdrassige Frauen. Aber ein Mann hatte so etwas nicht zu tun! Das war irgendwie falsch.
Etienne entging die Reaktion nicht. Er schob A´kebur wieder aufs Bett und küsste ihn. "Ich hör auf, wenn's dir absolut nicht gefällt", versprach er.
"Das ist es nicht. Aber das machen nicht wirklich Männer für Männer auf der Erde, oder? Das würde keinem Klingonen einfallen. Da bin ich mir sicher. Selbst, wenn er kein Krieger ist."
"Das ist bei Männern, die auf Männer stehen, auf der Erde kein Problem. Und auch woanders nicht, das habe ich schon festgestellt. Ist wohl auch einfach ne kulturelle Sache."
A´kebur sah Etienne prüfend in die Augen. "Und dir gefällt das", stellte er einfach fest. "Mir gefällt es auch. Aber ich werde es nicht können."
"Verlangt doch auch niemand. Du sollst dich einfach nur entspannen und genießen."
A´kebur ließ Etienne nicht aus den Augen, als er seinen Kopf zurücklegte und sich etwas entspannte. Zögernd schloss er die Augen. Dann fiel ihm etwas ein. Er griff nach dem Band in seinem Inneren. Er wollte wissen, ob es wirklich Etiennes Wunsch war. Er wollte keine Hure. Niemals. Niemand, der sich verkaufte. Aber die Verbindung zu seinem Geliebten bestätigte ihm nur Etiennes Worte. Dieser machte das gerne, ohne Zwang und Verpflichtung.
"Mach, was du willst", flüsterte A´kebur.
Das ließ Etienne sich nicht zweimal sagen. Er machte da weiter, wo er eben aufgehört hatte; und von A´kebur gab es keine weiteren Proteste. Ganz im Gegenteil.
Etienne war sich ganz sicher, ein paar Stunden schlechter hören zu können. A´kebur brüllte fast. Die Lust seines Gefährten hinterließ auch bei ihm Spuren. A´kebur zog ein paar Mal Luft durch seine Zähne und öffnete dann die Augen. Etienne war eindeutig besser als jede Frau und irgendwo war neben dem Wunsch noch ein klein wenig Neckerei versteckt gewesen, die er erst zu spüren bekommen hatte, als es kein Zurück mehr gegeben hatte.
A´kebur grinste. "Menschen sind unmöglich. Der Schöpfer muss sich einen besonderen Scherz mit ihnen erlaubt haben. Aber ich glaube, mir gefällt dieser eine Mensch mehr als jedes andere Wesen in diesem Universum. Verrückt. Eindeutig verrückt. Aber eindeutig mein."
Etienne grinste zurück und wirkte wie die sprichwörtliche Katze am Sahneteller. "Danke fürs Kompliment."
"Das war kein Kompliment", wies A´kebur ihn zurecht. "Ein Kompliment wäre, wenn ich sage, dass du schön bist. Aber das habe ich nicht gesagt."
"Trotzdem danke. Aber dir sage ich ganz offen ins Gesicht, das du schön bist. Aber das ist kein Kompliment, sondern eine Tatsache."
Prompt bekam Etienne den Anblick von grünen Ohrenspitzen geschenkt und einen bösen Blick aus blauen Augen. "Lass das! Männer sind nicht schön. Ich will jetzt schlafen." A´kebur drehte sich zu ihm und blieb so liegen, nahe bei ihm.
"Na, wenn du meinst." Etienne umarmte A´kebur und hielt ihn fest, nicht, ohne ihn vorher noch einmal sanft zu küssen.
"Ja, meine ich", murmelte A´kebur. "Sei da, wenn ich aufwache", fügte er einen Moment später hinzu und schlief gleich darauf ein.
Etienne lächelte. Wenn er je gewusst hätte, dass er an A´keburs Seite gehörte, dann war es in diesem Augenblick. Er küsste seinen Geliebten noch einmal aufs Ohr, flüsterte "Ich liebe dich" und rollte sich dann neben ihm zusammen.

Die nächsten Tage waren die Mannschaften der Sovk und der Enterprise damit beschäftigt, alles Wichtige über die Quelle zu erfahren. Ihnen war bewusst, dass sie dafür mehrere Jahre brauchen würden, um wirklich alles zu verstehen und die Wahrscheinlichkeit war hoch, dass sie es niemals verstehen würden.
Aber das hielt sie nicht davon ab, jede Wand abzulichten, jeden Messwert zu erfassen und das Gebiet weitläufig zu kartographieren. Bald waren sie sich absolut sicher, dass die Wächter ihre Aufgabe vollkommen erledigten und keine Gefahr mehr bestand. Der Plan sah vor, dass die Wächterplaneten sowie Charon 7 in die Patrouillenrouten aufgenommen wurden. Darüber hinaus erhielten sie einen Ring von Satelliten und Abwehrsatelliten. Der zweite Wächterplanet war gerade erst gefunden worden und wurde wie Charon7 untersucht. Die Stellen, wo sich die Artefakte befanden, wurden gesondert gesichert. Nicht einmal ein gezielter Angriff würde eine Gefahr für sie darstellen.
Je ein Archäologenteam kümmerte sich um einen Wächterplaneten genauso wie sich bald ein verstärktes Archäologenteam um Charon 7 kümmerte.
Die ersten Siedler kehrten wieder zurück und der Aufenthalt des Flagschiffs der Sternenflotte führte zu einigen diplomatischen Verwicklungen, aber damit war zu rechnen gewesen.
A´kebur und Etienne hatten, jeder auf seine Weise, genug zu tun. Commander LaForge und Data hatten es sich in den Kopf gesetzt, mehr über die Energiequelle herauszufinden und hatten A´kebur als Assistenz angefordert. Etienne begleitete die Archäologen ebenfalls zu den unterirdischen Bauten und steuerte sein Piraten und Schatzgräberwissen bei, das sich als sehr nützlich erwies.
Doch dann konnte die Enterprise nicht mehr länger im Quadranten bleiben und der Richter fällte über Etienne sein Urteil. Ein Monat auf einer Reha-Kolonie und dann sofortigen Einsatz auf Charon 7.
Etienne war froh, damit die Sache hinter sich bringen zu können. Einen Monat würde er aushalten können, auch wenn ihm vor einer Reha-Kolonie noch immer heimlich grauste. Aber da war nichts zu machen. Die Enterprise würde ihn zur Serenity 2-Kolonie mitnehmen.

A´kebur hastete durch die Gänge der Enterprise, um Etienne noch zu treffen, bevor die Enterprise davonflog. Er hatte noch zehn Minuten, dann sah er Etienne für eine lange Zeit nicht mehr. Er fand ihn vor dem Transporterraum. Shana und er unterhielten sich angeregt miteinander, was A´kebur für einen Moment störte.
Aber dann riss er sich zusammen. Etienne gehörte ihm nicht. Dieser drehte sich um und lächelte ihn an; er wusste inzwischen ganz genau, wenn sein Geliebter sich näherte. "Shana hat versprochen, darauf zu achten, dass du keine Dummheiten machst", erklärte er, "und mir auch nicht mit irgendwelchen üppigen Blondinen davonläufst."
"Ich habe noch nie Blondinen verfolgt", antwortete A´kebur überrascht. "Klingoninnen oder Orianerinnen. Bei letzteren sind die Pheromone unwiderstehlich. Aber keine Blondinen."
"War nur so eine Redensart. Aber dann falle ich ja wirklich aus deinem üblichen Beuteschema. Gut zu wissen." Ungeniert darüber, dass sie auf den Gängen eines Starfleetschiffes standen, umarmte Etienne A´kebur. "Ich wünsche dir viel Glück bei den Forschungen hier. Ich hoffe, mir werden zwischendurch Com-Gespräche erlaubt. Und wenn nicht, wir können uns ja auch so erreichen."
Shana sah fasziniert dabei zu, wie die blassen Ohrenspitzen wieder einmal grün wurden.
"Wie kann man nur zum Vernaschen hübsch sein, das Herz eines Kriegers haben und so empfindlich, dass jeder intime Gedanken sichtbar wird?", fragte sie.
A´kebur meinte, dass sie das nichts anginge und es zudem eine normale biologische Funktion sei, die nichts zu bedeuten habe. Und zudem störe sie.
Shana wirkte für einen Moment beleidigt. Dann grinste sie jedoch. "Seid lieb!", forderte sie noch und ging zum Transporterraum.
"Wir immer, du kennst uns doch!", rief Etienne ihr nach und lachte. Jetzt waren sie allein, abgesehen von ein oder zwei Crewmitgliedern, die um diese Uhrzeit durch die Gänge eilten. "Drück mir die Daumen, dass die Zeit schnell vorbeigeht", bat Etienne und verlor etwas von seiner selbstsicheren Phase. "Mir graut es echt davor."
"Soll ich die Wachen zusammenschlagen, bestechen, fesseln und dich befreien?", bot A´kebur an.
"Ein schönes Angebot, wirklich. Und wenn ich nicht genau wüsste, dass es auf Dauer keine gute Idee ist, würde ich glatt zustimmen." Etienne grinste schief. "Nein, da muss ich durch."
"Wie du meinst. Dann in vier Monaten. Ich glaube, du kannst nach vier Monaten Urlaub beantragen. Ich werde auf dich warten." A´kebur lächelte. Er küsste Etienne nicht, sondern trat einfach zurück.
"Ich weiß, wo du bist", sagte er noch, dann folgte er Shana in den Transporterraum, um dabei zu sein, wenn er Etienne im Transporternebel entschwand.
Etienne sah ihm kurz nach. So verrückt es auch war, er vermisste ihn jetzt schon. Aber die Zeit würde vorrübergehen. Etienne würde gute Miene zum bösen Spiel machen und sich dann um seine neue Arbeit kümmern. Und A´kebur hatte recht: wohin sie auch gingen, sie waren niemals allein.

Ende

Lasst Dich entführen in Borderlands IV geht es weiter ...
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