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Borderlands III - Das Artefakt

GeschichteSci-Fi / P16 / MaleSlash
Data Deanna Troi Geordi LaForge Jean-Luc Picard Worf
24.10.2016
19.12.2016
14
47.647
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12.12.2016 3.700
 
Etienne schüttelte den Kopf und lächelte über sich selber. Wie er es auch drehte und wendete, es hatte ihn verdammt schlimm erwischt. Und es hatte ihn verändert. Und vielleicht nicht zum Schlechteren.
Er ging zurück in sein Quartier. Viel Zeit war nicht vergangen und so fand er A´kebur fast so wieder, wie er ihn verlassen hatte. Das Kissen war jedoch auf dem Boden gelandet und das Bettlaken bedeckte nur noch die Beine und die Hälfte des Pos. A´kebur atmete gerade tief durch und wandte ihm sein Gesicht zu, noch immer schlafend.
Etienne lächelte; wie konnte jemand wie A´kebur nur so unglaublich süß aussehen? Kurz kämpfte er mit den Impulsen, seinen Geliebten einfach weiterschlafen zu lassen oder ihn wach zuküssen. Letzterer gewann.
A´kebur blinzelte und sah ihn noch ein wenig benommen an. "Normalerweise hätte ich dich kommen hören müssen", brummte er. "Wo warst du?"
"Ich habe die Juristen getroffen", erklärte Etienne und setzte sich neben ihn aufs Bett, "ich habe die Wahl zwischen acht Jahren in einer Reha-Kolonie absitzen oder zwanzig Jahre auf Bewährung inklusive Dienst für die Wissenschaft und die Föderation."
A´kebur setzte sich auf. "Und wofür hast du dich entschieden?", fragte er.
"Letzteres, denke ich. In der Reha-Kolonie würde ich verrückt werden." Etienne sah A´kebur an. "So bin ich wenigstens halbwegs frei und niemand sperrt mich ein."
A´kebur schien etwas vorzuhaben, denn ein gewisses Zögern lag in seinen Bewegungen. Dann jedoch kam er ein Stück näher, als suchte er Etiennes Berührung. "Ich sperre dich ein", meinte er schlicht, "mehr, als jedes Gefängnis."
"Aber im Gegensatz zum Gefängnis ist das eine Fessel, die ich freiwillig trage", gab Etienne zurück, "von daher ist es in Ordnung." Er strich seinem Gefährten ein paar zerzauste Haarsträhnen aus dem Gesicht. Irgendwo, tief in ihm, fühlte sich sein Herz warm und sicher.
"Vielleicht jetzt. Aber diese Fesseln sind haltbarer als alles andere." A´kebur schloss für einen Moment die Augen. Die Berührung tat ihm gut. Er blinzelte ertappt.
"Dann ist wenigstens einmal etwas in meinem Leben von Dauer." Etienne lächelte. "Oder wäre es dir lieber, alles wäre nicht so gekommen?"
"Es ist merkwürdig. Aber wenn ich die Wahl hätte, dann hätte ich es so gewollt", antwortete A´kebur ohne zu zögern.
"Na eben. Also ist es schon richtig so." Etienne gab dem plötzlichen Impuls nach, A´kebur einfach zu umarmen. Dieser ließ sich fallen und hielt ihn fest. "Ja, so ist es richtig. Ich wollte dir nicht weh tun. Ich denke, ich muss noch viel lernen, wie man mit einem Menschen umgeht."
"Aber du bist auf dem richtigen Weg. Und den Rest gehen wir zusammen." Etiennes Stimme war nur noch ein Flüstern. Er war sich sicher, hätte er lauter gesprochen, wäre er wie ein kleines Kind in Tränen ausgebrochen. Vor Glück! Es war völlig verrückt. Aber das war ihm in diesem Augenblick ganz egal.
Wieder piepte es. Doch dieses Mal war es niemand an der Tür. A´kebur sah sich um. "Mein Kommunikator", stellte er fest. Etiennes Kommunikator war stumm. "Wo sind meine Sachen?"
Der Moment war gebrochen. Etienne griff unters Bett und beförderte das Uniformoberteil zutage. "Hier."
"Fähnrich A´kebur", meldete sich sein Gefährte mit dienstlicher Stimmlage.
"Hier LaForge. Entschuldigen Sie, dass ich störe. Aber der Planet ist bereit, dass wir herausfinden, was eigentlich genau passiert ist. Melden Sie sich in einer halben Stunde im Transporterraum."
A´kebur bestätigte. Etwas ratlos sah er auf das goldene Abzeichen. "Warum nahm er an, dass er stören würde?", fragte er sich.
"Wer weiß, was Worf herumerzählt hat", meinte Etienne frech, "aber ansonsten waren wir, glaube ich, in Zehn Vorne ziemlich eindeutig."
A´kebur riss die Augen auf und wurde deutlich grün. "Verdammt!", rief er.
"Da ist jetzt auch nichts mehr zu machen. Los, geh duschen und zieh dich an, damit Commander LaForge nicht schimpfen muss."
"Was bin ich? Ein Kind?", brummte A´kebur. Er trollte sich jedoch und ging, wie geheißen, unter die Dusche. "Ich bin kein brünftiger Vulkanier", schimpfte er aber weiter vor sich hin. "Warum benehme ich mich nur so?"
Etienne lachte nur. Er würde sich hüten zu sagen, was er dachte. Darauf musste A´kebur schon alleine kommen.
"Ich werde nichts mehr von dieser El-Aurianerin annehmen. Ihre Drinks sind gefährlich", schimpfte der noch immer, als er längst aus der Dusche raus war und sich anzog. "El-Aurianern sollten die Schanklizenzen entzogen werden. Ihre Sachen sind immer mit doppeltem Boden."
"Ich denke eher, das ist einer ihrer Vorzüge. Ich jedenfalls werde Guinan noch einen Besuch abstatten, sofern man mich nicht braucht."
A´kebur hob eine Augenbraue. "Nun, das Ginger Ale ist gut", meinte er und wandte sich ab. "Weiß nicht, wie lange es dauert. Werde mich melden, wenn ich wieder da bin", versprach er knapp und ging dann grußlos.
Etienne sah ihm kurz hinterher und beschloss dann, auch endlich zu duschen. Danach würde er zu Guinan gehen und dieses ominöse Ginger Ale bestellen.

*

LaForge, Data und drei weitere A´kebur unbekannte Besatzungsmitglieder der Enterprise warteten schon, als er im Transporterraum eintraf. Er nahm einen Tricorder und stellte sich zu ihnen auf die Transporterplattform.
Weder Data noch LaForge sagten etwas. Als sie auf dem Planeten materialisierten, stellte A´kebur sofort fest, dass die Luft atembar und die Strahlung auf ein ungefährliches Maß zurückgegangen war. Trotzdem war es ratsam, die Schutzanzüge anzubehalten. Die Stabilisierung des Planeten war jedoch schneller vor sich gegangen, als sie vermutet hatten. Unweit von ihnen stand eine Gruppe Vulkanier, die schon mit Messungen begonnen hatten. Es waren Wissenschaftler der Sovk und der Erste Offizier.
Kurz berieten sie sich, dann trennten sich die Gruppen in kleinere Suchmannschaften auf. Noch zeigten die Tricorder keine weiteren ungewöhnlichen Werte, nur die rückläufige Strahlung.
A´kebur verlor aber keine Zeit.
Er hatte kein Rasterfeld bekommen, wie die anderen. Offenbar wollte man ihn einfach seiner Intuition überlassen. A´kebur lief direkt zur Ausgrabungsstelle und begann dort zu forschen. Data war ihm gefolgt und tat es ihm nach.
"Denken Sie, wir werden hier bessere Erfolge erzielen?", fragte der Androide unvermutet.
"Ich suche keine besseren Erfolge", antwortete A´kebur. "Ich suche den Anfang. Zwei Wächter, die eine Quelle bewachen. Die Quelle muss sich im Schnittpunkt beider Wächter befinden, damit das Gleichgewicht gewahrt ist." A´kebur sah abrupt auf. "Warum habe ich das nicht sofort erkannt?", fragte er sich erregt.
"Fähnrich ...?" Data sah ihn verwirrt an, "Es wäre zwar logisch anzunehmen, aber unsere Daten haben nichts in der Art nachgewiesen. Wir werden also suchen müssen."
"Nein, nein", widersprach A´kebur. "Es muss der Schnittpunkt sein. Wir werden nicht suchen müssen. Da wo der Schnittpunkt ist, wird die Quelle sein."
"Fähnrich, wenn Sie sich etwas kohärenter ausdrücken könnten, wäre ich in der Lage, Ihnen zu assistieren", meinte Data und folgte A´kebur.
Dieser nickte knapp und hockte sich hin. "Wir haben zwei Planeten", zeichnete er in den Sand. "Das hier ist Charon 7. Im Schnitt der zwei Wächter muss sich die Quelle befinden. Die Wächter sind gleich stark. Wir haben das untersucht. Also muss es ein Gleichgewicht geben. Und die Quelle befindet sich im stärksten Punkt beider Wächter."
Data blickte auf die Zeichnung und hinter seinen Augen schien es zu arbeiten. "Das würde bedeuten, der exakte Schnittpunkt befände sich exakt 152 Meter unter der Erdoberfläche von Charon 7, und zwar genau bei der Ausgrabungsstätte." Er deutete zu den Grabungen, die ungefähr hundert Meter unter die Erde gingen.
"Im nicht ausgegrabenen Teil. Da wo Mr. Kloster noch weitere Gebäude vermutete." A´kebur sprang auf und lief zur dieser Stelle.
Data folgte ihm und scannte das Gebiet. Dann betätigte er seinen Kommunikator. "Commander LaForge? Ich denke, wir sind fündig geworden."
A´kebur ging zu einem der zurückgelassenen Ausgrabungsgräte und schleppte es zu der Stelle. Er hatte schon zu graben begonnen, als die ersten Wissenschaftler eintrafen.
Sie halfen mit und kurze Zeit später hatten sie ein beachtliches Loch ausgehoben. Dann stießen sie jedoch unvermutet auf solide Steinplatten, die mit runenartigen Mustern bedeckt waren. "Darunter sind Hohlräume", verkündete Data und wuchtete eine der Platten hoch. Dunkle kalte Luft schlug ihnen entgegen.
"Machen Sie die Platte wieder zu!", rief A´kebur. Die Vulkanier halfen Data, die Platte wieder an seinen Platz zu ziehen. Sie hatten einfach reagiert.
"Die Strahlung ist zu hoch", bestätigte LaForge. "Das ist die Quelle. Aber so können wir uns ihr nicht nähern." A´kebur sah von seinem Tricorder auf. "Die Anzüge könnten unter Umständen nicht genug sein. Ich habe die Werte gespeichert. Aber sie sprengen die Skala."
"Dann warten wir noch ein paar Stunden und gehen dann hinein", beschloss LaForge "Ich gebe derweil dem Captain einen Statusbericht." Er wandte sich zu A´kebur. "Gut gemacht, Fähnrich."
A´kebur sah ihn erstaunt an. Sagte aber nichts. Er konnte die Besonderheit seiner Arbeit nicht erkennen. Darüber hinaus hätte er auch früher daran denken können, wo sich die Strahlungsquelle genau befand. Er nickte daher nur knapp und wandte sich dann seinem Tricorder zu, um seine Daten zu sortieren.

Wie vorgeschlagen warten sie ab, bis die Strahlung weiter abgenommen hatte. LaForge beneidete Data, der keine Vorsichtsmaßnahmen nötig hatte. Erneut hoben sie die Reliefplatte an und leuchteten mit Scheinwerfern ins Dunkel darunter.
A´kebur sah Data kurz an und bedeutete ihm, dass er vorgehen wollte.
Dieser nickte. "Gehen Sie zuerst, Fähnrich. Sie haben es schließlich gefunden." Hinter der Atemmaske konnte man sein Lächeln sehen.
A´kebur verschwand ohne Zögern in der Tiefe. "Es sind knapp zwei Meter", erklärte er. "Hier ist ein großer Raum. Keine technischen Anlagen. Die Wände sind mit Runen übersäht. Soweit ich sehe, können wir alle runter."
Der Rest des Teams folgte ihm und leuchtete die Wände ab. Überall waren die geheimnisvollen Runen zusehen, der Boden war glatt und spiegelnd. Von dem kreisrunden Raum aus führten sternförmig fünf Gänge ins Dunkel.
"Faszinierend", murmelte Data und tastete die Wände ab, "laut den letzten Schriften von Kenturry und T'Ro haben sie andernorts auch bereits solche Schriftzeichen gefunden. Sobald die Strahlung auf ein Minimum gesunken ist, werden sie sicher hier herunterkommen wollen."
"Länger als vier Stunden sollte aber kein Lebewesen hier arbeiten", sagte A´kebur. "Selbst mit den Schutzanzügen ist die Strahlung zu stark."
Die Wissenschaftler beider Schiffe schwärmten aus. A´kebur, LaForge und Data bewegten sich als separates Team. "Hier unten ist die Quelle nicht direkt festzustellen. Aber wenn wir nach dem Schnittpunkt ausgehen, sollten wir sie eigentlich finden", meinte LaForge nach einer Weile.
A´kebur konnte ihm da nur zustimmen. Sie gingen in den direkt nördlichen Gang und blieben mit den anderen Teams in Kontakt. Diese meldeten weitere Räume mit Runen, aber nichts, was auf eine Strahlungsquelle hindeutete. Abrupt änderte der Gang seinen Neigungswinkel und verlief in die Tiefe; nach einigen Dutzend Metern landeten die drei auf diesem Weg in einem kuppelförmigen Saal.
In dessen Mitte pulsierte eine schwach leuchtende Kugel, umgeben von Geräten, die nur ganz entfernt als solche zu erkennen waren.
"Ich schätze, dass ist, was wir suchen", meinte A´kebur nach einigem Staunen. "So etwas habe ich noch nie gesehen. In meiner Simulation war die Farbe der Energiequelle außerdem grün. In der Frequenz hätte sie eigentlich nur grün sein dürfen."
Geordi hielte seinen Tricorder hoch. "Unsere Messwerte sind für solche Frequenzen überhaupt nicht ausgelegt", erklärte er, "da werden ganz andere Parameter benötigt und allein die Energiewerte! Das Ding hier hat die Kraft einer Sonne!"
A´kebur sah sich die technischen Anlagen mit sehr viel mehr Interesse an. Er war fasziniert davon, wie ähnlich seine Simulation gewesen war. Das hieß, er hatte es nicht erfunden, sondern nur nachgebaut. Aber die Übereinstimmung allein gab ihm ein seltsames Gefühl von Zufriedenheit.
A´kebur berührte die metallene Platte. Sie fühlte sich warm an. Fast wie eine Haut und zerstörte damit den Eindruck, aus Metall zu bestehen. So etwas hatte er noch nie gesehen oder gespürt. "Faszinierend", murmelte er.
Data war derweil zu etwas gewandert, das man noch am ehesten als Konsole bezeichnen konnte. "Die Erbauer dieser Anlage müssen deutlich größer gewesen sein als normale Humanoide", stellte er fest und reckte sich, um an die Oberfläche der Konsole zu kommen, "Kenturry und T'Ro haben die Sprache dieser Runen noch nicht entziffert, aber ich glaube, das hier ist das Bedienungspaneel." Er berührte ein paar funkelnde Energiestränge auf dem glatten Stein, und die große Kugel pulsierte langsamer.
A´kebur sah ihn anerkennend an. "Was immer Sie getan haben, es funktioniert."
"Ja, die Strahlung wird weniger", erkannte LaForge im gleichen Augenblick. "Darf ich sehen?"
Data trat beiseite und A´kebur und LaForge traten näher. "So wie ich das sehe, sind das die Kontrollen für die Energiequelle", meinte Data.
"Ich frage mich nur, welchen Zweck die Anlage ursprünglich hatte", überlegte Geordi, "ich kann mir kaum vorstellen, dass die Erbauer dieses technischen Wunderwerks es nur errichtet haben, um die halbe Galaxis zu verstrahlen."
"Die Runen sind andere als die draußen. Sie sind sich ähnlich. Aber nicht identisch", stellte A´kebur fest. "Vielleicht sind die Erbauer andere gewesen als das Volk, das später hier lebte. Oder es war dasselbe nur ein paar Jahrhunderte oder Jahrtausende später."
"Das wird die Aufgabe der Archäologen sein, das festzustellen. Die Strukturen dieser Bauten sind jedenfalls laut Tricorder mindestens 500.000 Jahre alt", Data wanderte um die Kugel herum, "und davon abgesehen ist die Strahlung in den letzten 3,2 Minuten um 45% gesunken."
"Heißt das, dass unsere Aufgabe hier erledigt ist?", fragte A´kebur.
"Vorerst ja. Aber sowohl die Sovk als auch die Enterprise haben eine Forschungsmission, wir werden also weiterhin zu tun haben." LaForge kontaktierte die Enterprise und berichtete von ihrem Fund.
"Sehr gut, Commander. Wir messen, dass die Strahlung nicht mehr lebensbedrohlich ist. Soll ich weiteres Team runterschicken? Wie schätzen Sie die Lage, Mr. LaForge?"
"Ich halte es für sicher hier unten, Sir. Wir haben die Hauptenergiequelle gefunden, und die Runen dürften die Archäologen interessieren. Ich denke, wir können uns nun um die Rehabitation des Planeten kümmern."
A´kebur rutschte gerade auf dem Boden rum, als LaForge das sagte. Er verschwand in einer Ecke, tauchte dann auf der anderen Seite wieder auf und wirkte, als hätte er sich in einem Spielzeugladen verlaufen. Data sah ihm äußerst fasziniert bei seiner Aktion zu. A´kebur berechnete derweil die Größe der Energiequelle, den Output, die Größe der Anlage und die Zeit, die die Anlage nun schon lief.
Geordi grinste, nur seine Würde als Chefingenieur der Enterprise hielt ihn davon hab, es A´kebur nachzutun. Die anderen Mitglieder des Forschungsteams fanden sich ebenfalls ein und begannen mit weiteren Messungen.

Nach vier Stunden hatten sie soviel Daten, dass es für Tage reichte. A´kebur war nur schwer zu trennen. In seinem Kopf waren völlig neue Konzepte entstanden. Er hatte große Lust, sich in einem Holodeck für die nächsten Tage zu verkriechen und diese umzusetzen. Es sammelten sich jedoch die ersten Teams, um wieder an Bord gebeamt zu werden.
"Fähnrich, Sie sollten sich ausruhen", meinte LaForge gutmütig, "die Arbeit hier läuft uns nicht weg, im Gegenteil."
A´kebur sah eindeutig enttäuscht aus. Trotzdem trat er zu Data und LaForge.
"Ich bin bereit!"
Data hob eine Augenbraue. Dann gab er jedoch das Signal zum Transport. Keine Sekunde später waren sie wieder auf der Enterprise.
"Und nicht vergessen: Ausruhen! Melden Sie sich in acht Stunden wieder zum Dienst, dann machen wir weiter", schärfte Geordi A´kebur ein.
"Aye, Sir!" A´kebur überlegte, ob er nicht doch aufs Holodeck gehen sollte. Entschied sich aber dann, LaForges Befehl nicht zu wiedersetzen. Das hieß dann jedoch, dass er zurück auf die Sovk musste. A´kebur tippte auf seinen Kommunikator. "Etienne?"
"Ja? Bist du wieder zurück vom Planeten?" Etienne klang gutgelaunt. "Ich habe vor einer Stunde mit den Juristen gesprochen und alles geklärt. Mr. Kenturry und T'Ro habe ich auch schon kennengelernt; sie sind begierig auf deine Berichte. Captain Lakon hat wohl außerdem den Befehl erhalten, nicht nur den Planeten wieder aufbauen zu helfen, sondern auch die Forschung hier weiterzubetreiben."
"Das hört sich sehr gut an." A´kebur sah sich um, ob sie auch nicht gehört wurden. "Kann ich zu dir kommen?", fragte er leise.
"Sicher doch. Ich bin wieder auf der Sovk; wie's aussieht, werde ich da nun auch länger bleiben und meinen neuen Kollegen zur Hand gehen."
A´kebur machte auf dem Absatz kehrt und lief zurück zum Transporterraum. "Bitte beamen Sie mich zur Sovk ", bat er ohne erklärende Worte. O’Brien sah ihn erstaunt an. Dann grinste er. "Aye. Bis später, Fähnrich."
Sekunden später war A´kebur zurück auf dem vulkanischen Schiff. Im Vergleich zur Großzügigkeit der Enterprise wirkte hier alles fast schon beengt, obwohl es alles andere als klein war. Auf dem Gang lief A´kebur Shana über den Weg. "Hey, da bist du ja wieder", begrüßte sie ihn, "du siehst besser aus. Hast du dich etwa erholt?", meinte sie und klimperte unschuldig mit ihren Wimpern.
"Ähm, ja, ich muss ..." A´kebur wirkte unruhig wie Quecksilber.
Shanas Grinsen wurde breiter. "Na, geh schon!", rief sie.
A´kebur wurde grün bis zu den Ohrenspitzen, scherte sich darum jedoch nicht, sondern lief zu Etiennes Quartier.
Er fand seinen Geliebten in einen Stapel Datenpads vertieft; obwohl er die Jacke jetzt lässig über der Stuhllehne hängen hatte, sah es so aus, als hätte Etienne sich für das Treffen mit den Wissenschaftlern herausgeputzt. Er lächelte A´kebur an und wirkte irgendwie befreit. Wie seit Wochen nicht mehr.
A´kebur irritierte das ein wenig. Aber nur kurz. Mit einer Hand zog er Etienne hoch, küsste ihn und schob ihn zum Bett. "Ich brauche dich", flüsterte er begehrlich und nicht im Geringsten zurückhaltend. Etienne lachte und ließ sich mitreißen. Er wusste, A´keburs Worte standen für etwas, dass er nicht anders ausdrücken konnte. Noch nicht. Aber sie hatten ja Zeit. "Und ich dachte, nach so einem harten Arbeitstag wärst du erschöpft!", neckte er.
"Ich bin nicht erschöpft, ich, ich ... Keine Ahnung. Ich weiß nur, dass ich dich brauche." Hungrig küsste A´kebur sich an Etiennes Hals herab. "Und warum hast du soviel an? Machst du das mit Absicht?"
"Natürlich. Denkst du, ich habe den ganzen Tag nichts Besseres zu tun, als halbnackt auf dich zu warten, hm?" Etienne kraulte durch die langen Haare seines Klingonen und streichelte über die Ohrspitzen.
"Ja, warum nicht?", fragte ihn A´kebur missmutig.
"Das würde dir vermutlich so passen. Aber wie es aussieht, habe ich in Zukunft einen ebenso ausgefüllten Dienstplan wie du. Am Ende bleibt uns vielleicht nicht mehr soviel Zeit, wie wir es gerne hätten."
A´kebur wusste, dass Etienne recht hatte. Aber er wollte das nicht hören. Doch die dunklen Augen Etiennes sprachen auch stumm unerbittlich weiter.
A´kebur verbarg sein Gesicht. Er wollte nicht. Er fühlte sich nicht vollständig. Trotz der geistigen Verbindung fehlte ihm ständig etwas, wenn Etienne nicht da war. Dann konnte nur seine Arbeit ihn ablenken.
"Wir bekommen das schon hin", flüsterte Etienne, "du musst dich nur daran gewöhnen." Daran gewöhnen, mich gehen lassen zu können, setzte er stumm hinzu. Denn das war unvermeidlich. Noch waren sie beide auf der Sovk, aber nicht mehr für lange.
A´kebur sah wieder auf. Er wirkte alles andere als zufrieden. Missmutig setzte er sich auf. "Ich weiß das, aber es hilft nicht sonderlich", meinte er dann.
"Aber was sollen wir sonst machen? Denk daran, dass wir geistig verbunden sind. Wir brauchen, um uns nahe zu sein, nicht einmal in derselben Galaxis zu sein." Zielsicher massierte Etienne ein paar verkrampfte Muskeln im Nacken seines Geliebten. "Und ansonsten... Vorfreude erhöht den Reiz."
A´kebur hob eine Augenbraue. Er leckte sich über die Lippen und überlegte. "Okay, wie du meinst", antwortete er. "Wenn dir das reicht!" Er sah Etienne herausfordernd an. Dieser lächelte.
"Von reichen kann nicht die Rede sein, aber uns bleibt nicht viel anderes übrig. Vermutlich wird es mit der Zeit einfacher. Hoffe ich." Er tippte A´kebur spielerisch auf die Nase. "Und vielleicht hast du ja eines Tages doch mal genug von mir."
A´kebur senkte seine Barriere und wartete einen Moment, damit Etienne begriff, was er vorhatte zu tun. Und dieser verstand sofort. Das Band zwischen ihnen loderte auf wie ein glühender Faden, leuchtend und unzerreißbar. Wie auf Wellen ritten darauf die Gefühle der beiden, strömten zwischen ihnen hin und her und schaukelten sich dabei noch höher. Etienne schloss die Augen. Er konnte A´keburs schneller werdenden Herzschlag hören - oder war es sein eigener?
Dieser grinste. "Mir reicht das nicht", flüsterte er und küsste Etienne. A´kebur dachte nicht daran, Etienne aus seiner geistigen Umarmung zu lassen, genauso wenig wie aus seiner physischen. Er wollte alles und er wollte es jetzt.
Etienne protestierte nicht, ganz im Gegenteil. Das Verlangen tobte ihn ihm genauso heftig durch die doppelte Berührung, und er hätte es um nichts in der Welt in diesem Moment aufgeben wollen. A´kebur kannte seinen Schwachpunkt in dieser Beziehung wohl auch nur zu gut.
Und wenn er es nicht tat, jetzt wusste er es ganz bestimmt. Doch der Höhenflug dauerte nur knapp zwanzig Minuten. Dann lag er halbohnmächtig neben A´kebur, der schon so kurz danach etwas nachdenklich wirkte. Etienne brauchte ein paar Augenblicke, um überhaupt wieder geradeaus sehen zu können. Er kuschelte sich an A´kebur und blickte ihn fragend an. "Was ist?"
"Ich war nicht in dir drin. Gut, ich war in dir drin. Aber nicht richtig", brummte A´kebur. "Es dürfte also nicht weh tun."
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