Wie Katz und Maus. Oder doch nicht?

von ScarryKid
GeschichteRomanze, Tragödie / P18
Mahiru Shirota OC (Own Character) Sleepy Ash / Kuro
23.10.2016
04.11.2016
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„Warum musstest du mich wieder mitschleifen? Ich wäre lieber zu Hause geblieben…“ Mahiru konnte über das Verhalten seines Servamps nur den Kopf schütteln. Die beiden kamen gerade aus der Schule. Die Ereignisse mit Tsubaki lagen nun schon etwa eine Woche zurück. Alle hatten sich gut von diesen Strapazen erholt und das Leben der Jungs war seither ruhig und vergleichsweise friedlich. „Wie sind ja gleich da, Kuro.“ Versuchte der Schüler die schwarze Katze auf seiner Schulter zu beruhigen. „MEOW!“ Fragend blieb er stehen und drehte sich um. Das klang ja fast so, als würde ein Haufen Katzen da hinten…“WAH!!“ Ein schwarzes Etwa rannte Mahiru zwischen den Beinen durch und brachte ihn fast zum Stürzen, was jedoch unvermeidlich war, als sich um die 10 Katzen auf ihn stürzten, nur um dann weiter dem Etwas hinterher zu rennen. Während dem Sturz erkannte er, dass das schwarze Etwas eine Maus gewesen sein musste. Das arme Ding. „Kuro, hilf der Maus!“ Gelangweilt hüpfte die schwarze Katze von seiner Schulter. „Nervig…“ Und so machte er sich auf den Weg, diese Maus in eine Seitengasse zu verfolgen, natürlich vor den anderen Katzen.
Als die Maus in diese einbog, atmete sie erleichtert auf. In der Hoffnung, diese Todbringer endlich los zu sein, drehte sie sich langsam um. Vor Schreck quiekte sie auf und sprang ein wenig zurück. Vor ihr stand eine schwarze Katze. Um ihren Hals befand sich ein rotes Band mit einer Glocke daran. Der gelangweilte Blick dieser Katze glitt zu der schwarzen Maus. Sie besaß rote Augen und trug ein eisernes Halsband. Kuro hatte ein schlechtes Gefühl bei der Sache, jedoch war es ein Befehl von seinem Eve. Nun erreichten auch die anderen Katzen die beiden und reihten sich hinter Kuro auf. Die Maus begann zu zittern und ging langsam immer weiter zurück, bis sie schließlich die Mauer am Schwanz spüren konnte. Während die anderen Katzen sich der Maus näherten, blieb Kuro seelenruhig an seinem Platz und beobachtete alles mit einem Gähnen.
Erst, als die erste Katze auf die Maus zusprang, griff er ein. Mit einem etwas lauten ‚Miau‘ ging er zwischen die beiden und besah die Katzen mit einem unheimlichen Blick. Diese hielten in ihrem Tun Inne, schauten noch einmal zu der Maus und verschwanden nach und nach. Noch einmal gähnend drehte sich Kuro um. Die Maus hatte einen skeptischen Blick aufgesetzt und versuchte förmlich in der Wand zu verschwinden, was ihr natürlich nicht gelang. Während die Maus weiterhin versuchte, vor der ungewöhnlichen Katze zu verschwinden, gähnte diese lediglich und schnappte sich die panische Maus kurzerhand am Schwanz. Zappelnd versuchte diese, sich zu befreien. Genervt biss Kuro fester zu, was die Maus sofort erstarren ließ.
Doch entgegen ihrer Erwartungen ging die Katze mit ihr nicht irgendwohin, um sie zu fressen, sondern zu dem Menschen, welcher sich gerade noch vom Boden aufrichtete. Kuro sprang auf seine Schulter, die Maus noch immer fest im Griff. „Kuro! Lass sie los! Du tust ihr noch weh!“ Eher genervt ließ er den Schwanz los und die Maus drohte, auf den Boden zu knallen. Kurz vor dem bevorstehenden Aufprall konnte Mahiru sie noch auffangen und hielt sie nun in seinen Händen. Er sah sich die Maus genauer an und schien ihr Zittern regelrecht zu ignorieren. Plötzlich schubste er sie in eine Hand und kramte mit der anderen Hand einen Zettel aus seinem Rucksack.
Diesen hielt er nun neben seine andere Hand und sein Blick huschte vom Zettel zu der Maus und wieder zurück. „JA! Du wirst schon vermisst. Wir bringen dich zurück!“ Freudig stopfte er den Zettel wieder zurück und festigte seinen Griff um die Maus, wodurch ihr gerade angesetzter Fluchtversuch kläglich scheiterte.
Und so hatten sie ihr Ziel bald erreicht: ein eher unscheinbares Haus, ziemlich am Rande der Stadt, mit einem recht großen Garten, wodurch die benachbarten Häuser etwas weiter weg zu sein schienen. Mahiru überprüfte noch ein letztes Mal die Adresse und nickte eifrig, bevor er die Klingel betätigte und sich kurz darauf das Tor öffnete. Nun bemerkte auch Mahiru, dass die Maus in seiner Hand sich anspannte, ignorierte es jedoch und tat es damit ab, dass der Besitzer sich womöglich eine Katze zugelegt haben könnte. Sich schlafen stellend lag Kuro auf Mahirus Schulter und beobachtete, wie sich die Maus zu wehren versuchte. Offensichtlich war sie aus einem bestimmten Grund abgehauen. Seine Instinkte meldeten sich und rieten ihm, sich raus zu halten. „Dem bin ich nicht gewachsen. Wir sollten sie einfach hierlassen und gehen.“
"Nein, Kuro. Jetzt wo wir schon mal hier sind, können wir sie auch direkt abgeben!" Etwas murmelnd, was so klang wie ein ‚meinetwegen‘ schloss der Kater seine Augen, als sich auch schon die Haustüre öffnete. Langsam trat der Schüler ein und sah sich um. Der Flur war unscheinbar. Ein kleiner Schrank an der Seite und zwei Paar Schuhe neben der Tür. Mahiru zog seine Schuhe aus und betrat den Flur, alle Türen waren verschlossen und niemand war zu sehen. "Hallo?" Zuerst dachte er, es sei niemand da, als sich plötzlich rechts neben ihm die Tür mit Schwung öffnete und er vor Schreck einen kleinen Sprung in die entgegengesetzte Richtung machte.
In der Tür stand ein junger Mann, geschätzt 24 Jahre, mit dunkelbraunen Haaren und fast schwarzen Augen. Er trug einen unordentlichen Anzug ohne Jackett, das Hemd halb offen zerknittert aus der Hose hängend und die Krawatte lose um seinen Hals gelegt. "Was wollt ihr hier!?" Seine Stimme klang rau und unfreundlich. Er musterte den braunhaarigen Jungen vor sich, welcher eine schwarze Katze auf der Schulter hatte. "Ehm..." Ein wenig überfordert mit der Art des Mannes kratzte sich Mahiru am Hinterkopf. Der Blick des Fremden glitt zu seiner Hand. Sofort erkannte er sein Haustier und ein Grinsen zierte sein Gesicht. Es war jedoch nicht das, was man sich bei einem sich sorgenden Tierbesitzer vorstellen würde. Es war ein vorfreudiges, eher bösartiges Grinsen. "Ihr habt sie gefunden! Na los, komm her Mini!" Verwirrt hielt Mahiru seine Hand offen vor sich. Die Maus hieß Mini?
Sofort regte sie sich und sprang aus seiner Hand. Langsam ging sie auf ihren Besitzer zu und wurde dabei skeptisch von einer Katze beobachtet. Irgendetwas stimmte da nicht. Erst wollte die Maus nicht zurück und nun würde sie aufs Wort gehorchen? Kuros Gefühl verstärkte sich. Sie sollten nicht hier sein. Als Mini fast bei dem Mann angekommen war, hob dieser seinen Fuß ein Stück an. "Was fällt die ein, wegzulaufen?!" Er machte einen Schritt nach vorne und trat dabei mit voller Wucht auf die kleine Maus, welche ein schmerzerfülltes quieken von sich gab, was jedoch in ein gequältes Wimmern überging. Erschrocken weitete Mahiru seine Augen, seine Gedanken kreisten und erst jetzt wurde ihm bewusst, dass die Maus sich die ganze Zeit gewehrt hatte. Er hatte es nicht bemerkt und sie zu einem Tierquäler gebracht. Kuros Körperhaltung veränderte sich. Er war nun hellwach und jederzeit bereit, einzuschreiten. "Hören Sie auf damit! Es passiert nun mal, dass Haustiere abhauen!" Verwundert blickte der Fremde auf und lachte. "Haustiere? Nein...das hier ist viel mehr, als nur ein Haustier! Sie ist mein Sklave!" Verwirrter hätten die Blicke von dem Duo nicht sein können. In Mahirus Kopf spielten sich gerade Szenen einer Maus ab, die den Haushalt macht. Kopfschüttelnd holte er seine Gedanken ins hier und jetzt zurück.
Der Mann lachte, den Fuß noch immer auf der Maus drauf, welche mittlerweile kein Geräusch mehr von sich gab. "Und was dich angeht...mit deiner Katze...Mini, töte sie!" Die Blicke der beiden wurden noch verwirrter. Der Mann nahm seinen Fuß weg und mit einem 'puff' stand nun ein eher zierliches Mädchen mit pechschwarzen hüftlangen Haaren und blutroten Augen da. Sie trug ein schwarzrotes Minikleid, schwarze Kniestrümpfe und schwarzrote Halbstiefel. Um ihren Hals trug sie einen massiv aussehenden Metallring. Ihr Blick wanderte von Mahiru zu Kuro und wieder zurück. "Ja, Meister." Der Mann holte etwas aus seiner Hosentasche und zog sie an ihren Haaren zurück, ihren Hals so überdehnend, dass sie gezwungen war, den Mund aufzumachen. Dann legte er ihr den Gegenstand in den Mund. Für einen kurzen Moment konnte Kuro erkennen, dass es sich um eine rote Kapsel handelte. Schnell schob der Mann ihren Kopf nach vorne und presste mit seiner anderen Hand ihren Kiefer zu. Ein kurzes 'Pop' war zu hören und es bildete sich zwischen ihm und dem Mädchen eine schwarze Kette. Kuros Gedanken rasten. Sie war ein Servamp. Aber er kannte sie nicht. Sollte sie etwa wie Tsubaki sein? Nein. Tsubaki war der letzte. Also wer oder was war sie? "Kuro!" Aus seinen Gedanken gerissen biss er in Mahirus Arm und zwischen ihnen bildete sich eine blaue Kette. Die Augen des Mannes weiteten sich und ein erzürnter Blick trifft auf das Mädchen. Diese war ebenfalls geschockt. Es gab jemanden, der so war wie sie? Ihre Gefühle schwebten zwischen Freude, Trauer und Angst. "Du hast mir nie gesagt, dass es andere von dir gibt!"
Die Lautstärke ihres Eves ließ sie zusammenzucken. "Ich...hatte keine Ahnung..." Ihre Stimme war unsicher mit einem Hauch Angst. "Mach schon! Töte sie!" Er schlug sie, wodurch sie ein wenig nach vorne strauchelte und noch verängstigter auf Mahiru und Kuro wirkte. In einem Augenblick stand sie hinter Letzterem, welcher immer noch bei dem Versuch war, seine Gedanken zu ordnen. Er spürte Arme, welche sich um ihn legten und befand sich im nächsten Augenblick in völliger Dunkelheit. Seine Augen versuchten Konturen auszumachen, jedoch vergeblich. Nur seine Ohren nahmen etwas wahr. Es war ein Tropfen, der auf den Boden aufschlug. Er drehte sich in die Richtung des Geräuschs und nahm eine dunkle Gestalt wahr. Von ihren Augen tropften rote Tränen auf den Boden. "Es tut mir leid..." Die Stimme des Mädchens war gedämpft und zerbrechlich. Plötzlich spürte er einen starken Schmerz im Bauch und seine Hand wanderte automatisiert zu der Stelle. Seine Hand traf auf etwas Langes, sein Blick hinunter bestätigte seinen Verdacht. Ein Speer steckte in seinem Bauch und ragte bei seinem Rücken wieder heraus. Die roten Augen verfolgten den Stab, wo eine Hand diesen zitternd festhielt. Er sah das Mädchen, Tränen zierten ihr zartes Gesicht, Tränen aus Blut. Bevor seine Gedanken sich selbstständig machen konnten, drehte sie den Speer und zog ihn heraus, nur um ihn kurz darauf durch Kuros Hals zu stoßen. Weitere Tränen fielen und verschmolzen mit schwarzen Punkten in seinem Blickfeld. Das letzte, was er sah, waren leuchtend rote Tropfen, welche im Dunklen verschwanden. Einer traf sein Gesicht und rann ihm über seinen Hals hinunter. Dann übernahm die Dunkelheit seines Bewusstseins seinen Geist.

Kuro war verschwunden, genauso wie das Mädchen. "Kuro!" Der Mann ihm gegenüber grinste ihn an. "Er kann dich nicht hören. Und dich pack ich locker!" Ohne Vorwarnung preschte er vor und holte mit einem pechschwarzen Messer aus. Mahiru reagierte schnell genug, um auszuweichen und beschwor kurzerhand seinen Besen. Mit diesem parierte er den nächsten Angriff und holte selbst zum Schlag aus, verfehlte jedoch. "Ein Besen? Willst du mich damit wegfegen?" Lachend machte sich der Mann wieder Kampfbereit und fühlte sich mehr als sicher gegen einen Jungen mit einem Besen. Doch Mahiru ließ sich nicht abschrecken und wartete darauf, dass er erfahren würde, was mit Kuro passierte. Es dauerte auch nicht lange, bis sein Servamp auftauchte, jedoch bewusstlos am Boden liegend. Das Mädchen war über ihn gebeugt und hatte eine traurige Expression, welche Mahiru jedoch so kurz wahrnahm, dass er sie sich auch hätte einbilden können. Schnell reagierte er und rannte zu ihm. "Kuro! Was hast du getan?!" Langsam erhob sie sich und ließ Mahiru Platz, um Kuro zu begutachten. Er hatte keine offensichtlichen Wunden, schien jedoch innerlich gequält zu sein. "Kuro, wach auf!" Seine Versuche, Sloth wachzurütteln, scheiterten kläglich. Erst jetzt fiel ihm ein, dass er sich eigentlich in einem Kampf befand. Gerade, als er sich umdrehen wollte, spürte er ein Stechen im Nacken und verlor kurzerhand das Bewusstsein.





Das war´s schon mit dem ersten Kapitel^^ Wenn es euch gefallen hat, lasst mir eine Rückmeldung da :3
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