Rot

KurzgeschichteFamilie / P12
22.10.2016
22.10.2016
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Willommen zu meiner  OS,  ich mache nicht lange viele Worte.

Ich danke meiner Betaleserin Tancho Ira *kiss* und wünsche viel Spaß beim Lesen.

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„Der Sommer endet … “ , flüsterst du und klingst dabei so unendlich traurig.

„Ja...“, seufze ich, trete zu dir und bringe nur zaghaft ein kurzes Lächeln zustande.

„...Ja … der Sommer endet.“


Doch ist es nicht das Ende von Wärme und Sonne, was wir betrauern. Es ist unsere Zeit, die nun vorbei ist.

Meine Hand berührt deinen Arm, umfasst ihn sanft. Unsere Blicke treffen sich …. und wir wissen es beide.

Noch heute wirst du in deine Kutsche steigen, welche dich zurück zu deiner Familie bringen wird. Dein Sohn und deine Frau, sie werden dich freudig strahlend empfangen.
Du wirst lächeln, deiner Frau einen sanften Kuss auf die Stirn hauchen und deinen Sohn lachend durch die Luft wirbeln. Du wirst deine Rolle als Ehemann wieder aufnehmen. Du wirst ihnen erzählen, wie schön London war. Wirst ihnen das Nötigste erzählen, über die Arbeit für die Königin und vielleicht auch erwähnen, dass wir uns hin und wieder getroffen haben. Schließlich ist nichts falsch daran, der Schwester seiner Frau hin und wieder einen Anstandsbesuch zu machen. Doch bald darauf wird alles gesagt sein und der Sommer wird hinter dir liegen.

Ich werde hier stehen, aus diesem Fenster sehen und warten, bis ich deine Kutsche nicht mehr sehen kann. Das hämische Lächeln der Dienerschaft werde ich ignorieren, mich dort in den Sessel am Kamin setzen und darauf warten, dass mein Mann zurückkehrt. Ich werde hören, wie sich die Tür öffnet, dann werde ich aufspringen und ihn überschwänglich umarmen und küssen. Ich werde ihm sagen, wie sehr er mir gefehlt hat und ihm beschwören wie sehr ich ihn liebe. Genauso wie Rachel dich empfangen wird.
Dann wird ihm mein runder Bauch auffallen und er wird verstehen, dass ich ein Kind erwarte. Dann wird er mich noch einmal an sich ziehen und mich küssen und sagen: „Wir bekommen ein Kind...“
Ich werde lächeln und nicken und sagen. „Ja … wir….bekommen ein Kind.“

Doch wird es nicht sein Kind sein. Es wird das Kind eines anderen Mannes sein und nur er und ich werden es wissen.

Schuldgefühle werden mich plagen. Ich werde mich fragen, wie ich einen Mann hintergehen konnte, der mich wahrhaftig liebt. Einen Mann, den ich doch gar nicht verdient habe und nie so lieben kann wie er mich.

Ich werden mich fragen, wie ich mich meiner Schwester den Mann nehmen konnte. Einer Schwester, die immer für mich da gewesen war. Eine Schwester, die, ich nie hassen konnte, sondern immer nur lieben.

Doch dann werde ich mich daran erinnern, wer mich lehrte die Farbe rot zu lieben...

und ich werde lächeln.
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