back home Jamie&Claire

GeschichteDrama, Romanze / P16
Claire Beauchamp Randall/Fraser Frank Randall James "Jamie" MacKenzie Fraser Jonathan "Black Jack" Randall
22.10.2016
01.03.2017
15
30869
7
Alle Kapitel
44 Reviews
Dieses Kapitel
6 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
Zeitreisen. Das klingt völlig unlogisch, wie ein Märchen das sich irgendjemand ausgedacht hat. Doch ich bin durch die Zeit gereist, bin in eine Welt die fast 200 Jahre zurück liegt gereist und dort die wildesten Abenteuer erlebt. Auf meiner Reise habe ich den sturköpfigsten, wunderbarsten und liebenswürdigsten Mann kennen gelernt, dem ich je begegnet bin. Um einer Verfolgung zu entkommen musste ich diesen sturen Highlander heiraten und das war das Beste was mir je widerfahren ist. Doch durch die Ereignisse die bereits niedergeschrieben wurden, müssen wir uns entscheiden. Bleiben wir in Schottland, oder wagen wir es? Jamie Fraser ist die liebe meines Lebens und ich würde alles tun um bei ihm zu bleiben. Also war uns von Anfang an klar, dass wir es gemeinsam tun würden. Wie würden etwas tun, etwas was uns retten könnte, aber auch etwas, dass uns für immer von einander trennen würde. Doch wird es gut gehen? Werden wir zusammen bleiben?

Schon seit einer Stunde stehen wir am Craigh na dun, die baldige Schlacht bei Culloden Moor im Rücken und die stetige Angst im Nacken entdeckt und gefangen genommen zu werden. „Bist du dir wirklich sicher, Sassenach?“ Jamies raue Stimme dringt in meine Ohren und lassen mich schaudern. Wie kann ich diesen Mann sich selbst überlassen, hier in dieser rauen Umgebung? Es geht einfach nicht. Ich drehe mich um und schaue ihn an, in seine blauen Augen, in das markante Gesicht das von rötlichem schimmerndem Haar eingerahmt wird wie das schönste Bild das ein Künstler jemals malen könnte. Sanft streiche ich über seine muskulöse Brust das von seinem Plaid eingehüllt ist und schaue zu ihm hoch. Der Wind frischt auf, heult und erzeugt ein Geräusch das einem heulenden Wolf gleicht. „Sicher bin ich mir ganz und gar nicht.

Aber es ist die einzige Chance hier lebend herauszukommen. König Charles wird seine Meinung nicht mehr ändern, dieser sture Hund. Es ist also die einzige Wahl die uns bleibt. Uns dreien.“ Jamies Hand legt sich automatisch auf meinen noch flachen Bauch, dass ich wieder schwanger bin, gleicht einem Wunder. Aber die Angst sitzt mir im Nacken, die Angst davor, dass auch dieses Kind stirbt und ich es nicht in meinen Armen wiegen kann. Noch einmal könnte ich das nicht überstehen, dieses Kind muss leben. Es muss einfach. Und deswegen müssen wir es tun. Gemeinsam. „Dann tun wir es.“ Jamie nickt und beugt sich zu mir runter, bedeckt seine Lippen mit den meinen. Wir müssen einfach daran glauben, daran das es klappt, und daran, dass wir es gemeinsam zurück in die Zukunft schaffen. Zurück zu Frank. Es ist das erste Mal das ich an Frank denke. Mein Ehemann, mein erster Ehemann. Nie hätte ich gedacht, dass ich einmal Bigamie betreiben werde.

Aber für mich steht fest, dass wenn wir es zusammen schaffen, das ich mich von Frank scheiden lassen werde um mit Jamie und mit unserem gemeinsamen Kind eine Zukunft aufzubauen. Jamies Hand schliesst sich um die meine, und langsamen Schrittes gehen wir auf den grössten Stein zu. Der Wind frischt auf, das Heulen nimmt immer mehr zu. Ich schaue in Jamies Gesicht, ein ernster und gottesfürchtiger Ausdruck hat sich in seine Augen geschlichen. Ein Zeichen, wie sehr er sich vor dem fürchtet, was gleich auf ihn warten wird. Beinahe haben wir den Stein erreicht, er sieht mich kurz an ehe er den Blick wieder auf den Stein richtet. Er fixiert ihn, als hätte er Angst der Stein würde sich selbständig machen und vor uns davon rennen.

Doch er bleibt auf seinem Platz, bewegt sich keinen Millimeter. Nur wir eilen auf ihn zu und haben ihn auch endlich erreicht. Wieder schaue ich meinen Ehemann, meinen starken Schotten, an und frage mich was in seinem Kopf vorgehen muss. Welche Fragen wirbeln in ihm herum, was sind seine Gedanken? Vielleicht dieselben die ich habe. Dieselben Fragen auf die er keine Antwort besitzt und vor denen er sich fürchtet. Aber es gibt kein zurück, niemals lasse ich zu, dass er in der Schlacht bei Culloden umkommt. Ich strecke die Hand aus, führe sie immer mehr Richtung Stein doch Jamie ist es der mich davon abhält den Stein zu berühren. Sein Griff ist stark und die Angst in seinen Augen beinahe greifbar. Wir schauen uns in die Augen, Bernstein trifft auf ein helles Blau. Die Umgebung wird immer mehr vom aufsteigenden Nebel verhüllt und dennoch sind leise Rufe zu vernehmen. Die Briten!

„Rotröcke?“ Ich sehe mich besorgt um und auch Jamie greift zu seinem Schwert, dessen glänzende Klinge immer und immer wieder über den Schleifstein gezogen wurde bis sie scharf genug war. „Aye. Aber sie werden uns nicht finden. Ich lasse nicht zu, dass sie dich und das Baby kriegen.“ Sein entschlossener Blick, jeden britischen Soldaten zu töten der sich hierher traut, jagt mir eine Gänsehaut über meinen gesamten Körper. „Der Nebel gibt uns Deckung. Wir sollten es tun. Jetzt.“ Das blau seiner Iris funkelt wie der klarste Bergsee den ich je gesehen habe. „Aye. Jetzt.“ Zusammen gehen wir wieder zum Stein und platzieren uns, ich davor und er hinter mir.

Gemeinsam legen wir unsere Hände auf die kalte Oberfläche des Jahrhunderte alten Steins, dessen magische Kraft uns zurück in die Zukunft führen soll. Die Rufe sind jetzt deutlicher und auch die schweren Stiefel sind zu hören die unaufhaltsam auf den Steinkreis zuhalten. Ich frage mich woher sie es wissen, dass wir hier sind, aber die Antwort ist jetzt nebensächlich. Jetzt zählt nur, dass wir es schaffen. „Sie kommen näher.“ Jamie sieht mich ratlos an und auch ich frage mich, ob die Kraft der Steine ihre Wirkung erfüllen, oder ob wir uns der Dragoner Armee stellen müssen. Doch als hätten die Wesen die für diesen Zauber verantwortlich sind meine Gedanken gehört, so fängt der Boden an zu vibrieren und das seltsame Geräusch erklingt. Der Wind nimmt zunehmend an Stärke auf und wirbelt meinen Rock hoch.

Ich schliesse die Augen, spüre wie die Kraft durch meinen Körper fliesst und jede Zelle mit Energie ausfüllt. Meine Lippen bewegen sich stumm, ich bete zu Gott, dass er uns hilft und gemeinsam durch die Zeit reisen lässt. Der Boden unter meinen Füssen scheint auseinander zu brechen und ein Donnergrollen hallt über den Hügel. Es ist soweit. Ich fühle es, spüre wie sich das Tor zur Zukunft auftut und uns der Sog hineinzieht. Jamie klammert sich an mir fest wie ein Neugeborenes Äffchen das sich an seiner Mutter fest klammert um nicht runterzufallen. Ich spüre wie sich der Zauber entfaltet, wie wir die Vergangenheit verlassen um in die Zeit zurück zu reisen aus der ich einst gekommen war. In dieser Reise durch die Zeit verliere ich jegliches Gefühl. Ich weiss nicht wie es passiert, spüre keine Hände die nach mir greifen um mich in eine andere Zeit zuziehen.

Es ist als würde ich schweben, wie die Engel im Himmel über die flauschigen Wolken schweben. Irgendwann spüre ich wie etwas über mich hinweg schwebt, als wäre der Geist von Jonathan Wolverton Randall mit uns gekommen. Vor Schreck reisse ich die Augen auf und schaue in ein Dach aus Blättern die sich sachte im Wind bewegen. Haben wir es geschafft? Ich setze mich auf und halte mir den Kopf, ein leichtes Schwindelgefühlt hat sich in mir festgesetzt. Doch nach einigen Sekunden ist es verschwunden und ich kann mich auf meine Umgebung konzentrieren. Ich befinde mich an derselben Stelle an der ich vor fast zwei Jahren aufwachte, nur mit dem Detail das ich mich damals zwei Jahrhunderte später wiederfand und nicht 1946.

Ich schaue mich um und kann Jamie nirgends entdecken, der Schreck fährt mir in die Glieder und lässt mich wie der Blitz auf die Beine kommen. „Jamie?“ Meine Stimme hallt über den Hügel, angestrengt lausche ich um vielleicht ein Stöhnen oder sonst ein Geräusch das auf meinen Ehemann schliessen lässt zu hören. Doch alles was ich höre ist mein laut pochendes Herz und das leichte Rascheln der Bäume im Wind. „Jamie?“ Wieder hallt meine Stimme über den Hügel, voller Panik renne ich runter und sehe mich suchend um. Wo kann er sein? In meiner Verzweiflung drehe ich mich um die eigene Achse um auch keinen Zentimeter auszulassen. Doch ich finde nichts. Kann das sein? Kann es sein das es nicht geklappt hat und Jamie nach wie vor in der Vergangenheit gefangen ist? Nein, das darf nicht sein. Also renne ich den Hügel wieder hinauf und suche den ganzen Steinkreis ab, doch ich finde nichts.

„James Alexander Malcolm MacKenzie Fraser wo bist du?“ Meine Stimme bricht und die Tränen schiessen mir in die Augen. Ich schliesse sie in der leisen Hoffnung mich so mehr auf die Umgebung konzentrieren zu können. Ich lausche, versuche die Geräusche auszublenden und mich nur auf seine Stimme zu konzentrieren. Und endlich, endlich höre ich ihn. „Jamie? Jamie, wo bist du?“ Aufgeregt laufe ich in die Richtung aus der ich den Ruf vernommen habe und tatsächlich sehe ich etwas rötliches schimmern. Als ich näher komme sehe ich, dass es sein Haar ist. Sein rötlicher Haarschopf. Die letzten Meter sind überwunden und endlich knie ich vor ihm und schliesse ihn in meine Arme. Drücke ihm meine Lippen auf seinen Mund und spüre wie seine starken Arme sich um meine Taille schlingen.

„Oh Jamie. Ich dachte schon…“, sage ich und breche mitten im Satz ab. Denn der schiere Gedanke daran den Satz zu Ende zu führen und damit das Schicksal herauszufordern mir meinen geliebten Jamie wegzunehmen, lässt mich augenblicklich verstummen. „Ja ich bin da. Wir haben es geschafft.“, wispert er. Ich löse mich ein Stück um ihn zu betrachten, doch es scheint ihm nichts zu fehlen. „Wieso hast du mir nicht geantwortet? Ich dachte du wärst noch dort.“, leiser Tadel schwingt in meiner Stimme mit. Doch Jamie versteht meinen leichten Zorn und erklärt mir, dass er Angst hatte mir zu antworten, weil er dachte, dass er es nur träumen würde. Ich lächle und schüttle den Kopf. „Nein du träumst nicht. Wir haben es wirklich geschafft.“ Noch immer kann ich es nicht fassen, aber die Erkenntnis sickert langsam aber sicher in meinen Verstand.

Und auch was das bedeutet. Denn es bedeutet, dass wir die erste Hürde überstanden haben. Aber die zweite, viel grössere Hürde uns noch bevor steht. Und das wäre Frank zu bitten die Scheidungspapiere zu unterschreiben. Und das dies kein Zuckerschlecken  werden würde, ist mir mehr als bewusst. Doch an das will ich jetzt nicht denken, möchte den Moment der Freude geniessen und ihn voll und ganz auskosten. Doch auch das ist irgendwann einmal zu Ende und wir beschliessen aufzustehen und den Steinkreis zu verlassen. Hand in Hand schreiten wir in eine gemeinsame Zukunft. Doch wird diese so wie wir sie uns vorstellen, oder hat auch dieses Zeitalter seine Schattenseiten?


------------------------

Ich hoffe es hat euch gefallen :D

Was haltet ihr von meiner FF und wie geht es weiter?

eure Amanda
Review schreiben