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Die kleinen Dinge

OneshotHumor / P6 / Gen
Megamind Minion Roxanne Ritchi
21.10.2016
21.10.2016
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Hi, hier etwas Kleines zum Entspannen.
Megamind gehört DreamWorks und nicht mir.
Vielen Dank an Megavolt fürs Beta-Lesen.
Viel Spaß beim Lesen.

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Die kleinen Dinge

„Megamind, meine Füße werden langsam kalt.“
Der Superschurke drehte sich um und begutachtete seine Geisel von oben bis unten:
die Haare süß verwuschelt, ungeschminkt, sodass man noch all ihre kleinen Sommersprossen sehen konnte und einen lachsfarbenen Pyjama, der bereits verwinkelt war.
Alles in allem ein ganz normaler Anblick für ein frühmorgendliches Kidnapping. Außer...
„Minion! Wo sind Miss Ritchies Hausschuhe?“
„Ich hab sie irgendwo hier, Sir. Ich weiß ich hab' sie eingepackt.“ Minion wühlte wild durch die mitgebrachten Taschen.
„Wir haben sie unterwegs verloren.“ gab Roxanne mit ruhiger Stimme zur Kenntnis.
„Wir, Miss Ritchi?“ fragte Megamind.
Sowohl Minion als auch Roxanne gaben ein peinlich berührtes Lächeln zur Antwort. „Es ist vielleicht etwas spät dir das zu sagen, aber ich bin morgens so kaputt, dass Minion mich gar nicht erst besprüht.“ Es war eher ein ungewöhnlicher Anblick, dass der Schurke nicht laut und ausfallend wird und sich einfach nur mit einem wütenden Blick zu seinem Assistenten umdreht, aber genau das tat er.
„Außerdem sind wir heute sowieso nicht in unserem Geheimversteck, Sir. Daher empfand ich es als unnötig aggressiv.“, warf Minion ein.
Man konnte Megamind vieles nachsagen, aber nicht dass er eine gute Argumentation missachten würde. Mit einem Schulterzucken seinerseits war diese Diskussion beendet.
„Es sind wirklich die kleinen Dinge...“dachte Roxanne.
„Wie dem auch sei.“ sagte Megamind. „Der Fabrikfußboden ist jedenfalls nicht dafür geeignet barfuß zu sein. Nicht dass sich unsere wertvolle Geisel noch eine Erkältung holt. Ich müsste hier doch noch irgendwas gelagert haben.“ Der Superschurke ging höchstpersönlich an einen nahe gelegenen Stahlschrank. Er öffnete ihn und kramte, soweit Roxanne sehen konnte, irgendwo am Boden herum. Ohne aufzusehen hob er ein paar nachtschwarze Stiefeletten hoch. „Die hier sollten passen.“
Und wieder, höchstpersönlich, ging er in Richtung der wertvollen Geisel, während er seinem Handlanger zurief: "Minion, achte darauf, dass die Kameraeinstellung nur bis zur Hüfte geht.“
Megamind kniete mit einem Bein vor Roxannes Stuhl, wobei die Reporterin sehen konnte, dass er für einen Mann tatsächlich sehr zierliche Füße hatte und darauf hin die Stiefeletten etwas genauer in Augenschein nahm.
„Sind das nicht die selben Schuhe, die du an hattest, als Metro Man den Umhang mit Fellbesatz getragen hat?“
Ihr Entführer sah grinsend zu ihr auf. „Sie erinnern sich noch so genau daran, Miss Ritchi?“
„Natürlich,“ kam als Antwort. „Weißt du wie lange er gebraucht hat, den violetten Lippenstift aus dem Kragen zu entfernen?“
Ihr Gesprächspartner sah so schnell zum Boden, dass sie den lilafarbenen Schatten auf seinen Wangen nicht bemerkte. „Was Sie und Ihr Freund nach einer Rettungsaktion machen geht mich nichts an.“
„Deinen violetten Lippenstift, Megamind.“
Für diese Aussage erntete sie ein Kichern von Minion. „Sir fand den Kragen einfach soooo flauschig.“
„MINION!“ Megamind drehte sich zu seinem Freund um und diesmal sah Roxanne den lilafarbenen Schatten.
„Hey, schrei Minion dafür nicht an.“ befahl Roxanne. „Es ist ja nicht unsere Schuld, dass du dir Schmicktips von einem Travestiekünstler holst.“
„Eigendlich“ fügte Minion hinzu, „hat Onkel Mike gesagt, dass der Eyeliner bereits gereicht hätte.“
Bevor Roxanne loslachen konnte, drehte sich Megamind wieder zu ihr hin, Gesicht schon fast so violett, wie der Lippenstift den er damals getragen hatte, und stemmte noch kniend die Hände in seine Hüften. „Wollen sie diese Stiefel jetzt haben oder nicht?“
Roxanne biss sich auf die Unterlippe um ihr Lachen zu unterdrücken. Sie wollte ihr Glück nicht noch weiter strapazieren. Es war wirklich kalt.
„Ja, OK. Ich hör ja schon auf.“
Mit dem Blick gen Boden nahm er Roxannes Ferse in die Hand und ließ ihre Fuß langsam in den hochhackigen Schuh gleiten. Das selbe machte er noch mit dem anderen Fuß. Als er die Reißverschlüsse zu machte, fing er noch nicht ein mal den Stoff des Pyjamas ein, geschweige denn ihre Haut.
„Ist Ihnen schon wärmer, Miss Ritchi?“
„Wesentlich. Danke.“
„Es sind wirklich die kleinen Dinge,“ dachte Roxanne, „die zeigen, dass mein Bösewicht doch kein so übler Kerl ist.“
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