Snake Girls

von -Mizuki
GeschichteFamilie, Fantasy / P12
20.10.2016
28.10.2017
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In der ‚Menschenwelt‘

„Wieso bist du denn so nass?“, fragte Azami Marry, als sie ihr entgegenkam.
„Ähm, bin nur ins Wasser gefallen, mehr nicht. Bist du mir etwa nachgelaufen?“
„Ja, ich will mit dir reden…, mir tut das alles ja wirklich leid.“, sagte die Schwarzhaarige leise. „Aber ich war dann auch in… einer anderen Welt gefangen, nachdem ich ging, das war alles nicht so einfach. Ich wollte wirklich nur, dass ihr glücklich werdet und dass meine Tochter tot ist, das ist ziemlich hart für mich…“
„Ist wohl meine Schuld…“, murmelte Marry schuldbewusst.
„Was meinst du?“, hakte die Dunkelhaarige nach.
„Dass Mama tot ist, passierte nur…, weil ich damals rausrannte, obwohl sie mich immer davor warnte, allein rauszugehen.“, erklärte sie.
Sanft lächelte die rotäugige Medusa und nahm ihre Enkelin vorsichtig in die Arme. „Das ist nicht deine Schuld, jede Mutter würde so etwas tun, um ihr Kind zu beschützen. Also mach dir doch darüber keinen Kopf, ja?“
„Aber…“
„Kein Aber, du würdest das genauso mit deinem Kind machen. Ich bin auch damals gegangen, weil ich nicht wollte, dass es die Menschen auf euch abgesehen haben. Und wie ich nun sehe, hast du eine gute Freundin gefunden, die das auch ernst meint und das beruhigt mich sehr. Ich hätte echt nicht gedacht, dass es noch mehr Leute gibt, die so sind wie dein Großvater.“, meinte sie.
Marry fühlte sich sofort wohl, in den Armen ihrer Großmutter. Sie spürte dabei sofort, dass sie eindeutig verwandt waren. Auch musste sie zugeben, dass sie die Gefühle ihrer Oma irgendwie verstehen konnte.
„Ich hätte es trotzdem schöner gefunden, wenn du bei uns geblieben wärst und Kido ist nicht meine einzige Freundin. Du könntest doch gerne mal mit, dann stell ich dich allen vor.“, lächelte die Weißhaarige ein wenig.
„Ich weiß nicht, ob das eine so gute Idee ist.“ Azami war ein wenig verunsichert.
„Warum? Sie werden dich sicher mögen.“, strahlte ihre Enkelin.
„Das weiß ich nicht, immerhin bist du vom Charakter her eher wie dein Vater und echt liebenswürdig, ich dagegen bin ein misstrauisches Wesen, weißt du…“
„Ja und?“ Ohne weiter zu fragen, zog Marry ihre Oma zurück in ihr ehemaliges Zuhause, wo Kido auf die beiden wartete.
„Warte, pass au-“ Azami unterbrach sich selbst, als es schon zu spät war und Marry mal wieder nicht auf ihren Weg achtete, weshalb sie über einen Baumstumpf flog und bereits auf dem Boden lag.
„Ups.“ Ohne Weiteres stand sie wieder auf und lächelte vor sich hin. Das Mädchen klopfte sich den Dreck von der Kleidung und betrat mit ihrer Großmutter das Haus, wo Kido noch immer in der Hängematte kauerte.

„Habt ihr euch endlich ausgesprochen?“ Die Grünhaarige stand auf und richtete ihre Kapuze wieder richtig, sodass sie ordentlich auf ihrem Kopf saß.
„Ja, ich denke schon.“, lächelte die Freundin von Kido.
„Dann ist ja gut. Ich hab echt Kohldampf, wollen wir was essen gehen?“, fragte die Kapuzenträgerin.
„Gern.“, kam es von Marry.
„Dann wünsche ich euch natürlich viel Spaß. Man sieht sich.“, wollte sich Azami verabschieden und in ihr Schlafzimmer verschwinden, jedoch wurde sie von ihrer Enkelin an der Hand festgehalten. „Was denn?“
„Komm doch mit.“, bat die Weißhaarige lächelnd.
„Ich weiß nicht…“, zögerte die Rotäugige.
„Du kommst mit!“, schoss es aus Marry, wie ein Befehl.
„Oje, jetzt wirst du aber ganz schön frech…“, murmelte Azami vor sich hin.
„Also?“, hakte Marry nach und sah sie erwartungsvoll an.
„Ich falle total auf, nicht dass die Menschen etwas kapieren…“, erklärte sie verunsichert.
„Mach dir nicht so viele Gedanken.“ Ohne weiter was zu sagen, nahm Marry ihre Oma mit und folgte ihrer Freundin Kido.
„Bei mir musst du dir keine Gedanken machen und wenn jemand doof gafft, dann sag ich schon was.“, meinte Kido.
Azami schüttelte den Kopf und war verwirrt. Noch hinzu kam, dass sie noch nie wirklich unter einer Menschenmenge war. Sie lebte erst ganz allein, später dann mit ihrer Familie zusammen. Was anderes kannte sie bisher nicht, weshalb sie wirklich sehr verunsichert war und sie war eben sehr misstrauisch bei Menschen. Doch wehren konnte sie sich nun auch nicht mehr, da sie mittlerweile außerhalb des Waldes waren und schon einige menschliche Wesen in Sicht waren. Ihr war sehr mulmig im Magen, aber sie hatte ja Marry und Kido bei sich. Zumindest wusste sie, dass man Kido trauen konnte, immerhin kannten sie und ihre Enkelin sich schon eine ganze Weile.
Jedoch wurde es ihr dann doch ganz anders, als einige dieser fremden Leute auf die drei starrten. „Die gucken echt seltsam…, sicher, dass es eine gute Idee war, mich mitzunehmen?“
„Klar. Leute gucken gerne mal seltsam, wenn man eher ungewöhnlich gekleidet ist.“, erklärte Kido.
„Bin ich das etwa?“, hakte die Schlangenfrau nach.
„Schon ein wenig, immerhin sind Sie komplett schwarz gekleidet.“, grinste die Grünhaarige ein wenig.
„Ich mag das eben genau so.“, erklärte die Schwarzhaarige.
„Damit habe ich und Marry auch kein Problem.“, sagte Kido und lief mit den beiden weiter.
Langsam fragte sich Azami, wie weit der Weg noch wäre. Jedoch waren sie anscheinend nach weiteren fünf Minuten angekommen, da die beiden Jugendlichen vor einem Gebäude stehenblieben.
„Können wir trotzdem draußen sitzen…?“, bat Azami, da sie durch das Fenster sah, dass mehr Leute drinnen saßen, als draußen, was wohl am etwas frischem Wetter lag.
„Klar.“, kam es von Kido und Marry wie aus einem Mund.

Während Azami draußen wartete, gingen Kido und Marry in das Restaurant, um dort das Essen zu holen, wo man sich selbst bedienen konnte. Verunsichert sah sich die Dunkelhaarige um. Kurz darauf lief ein junger Mann in die Medusa hinein, sodass sie fast das Gleichgewicht verlor. Azami seufzte und fasste sich an die Stirn.
„Tut mir leid.“, entschuldigte sich der junge Mann freundlich. Sogar ein sanftes Lächeln konnte man an seinen Lippen erkennen.
„Schon gut.“, meinte die Schwarzhaarige weniger freundlich.
Der Mann nickte ihr zu. „Kann ich Sie irgendwie wieder entschädigen? Indem ich Sie zum Trinken einlade oder so?“
„Ähm, nein danke. Ich bin eh gerade mit meiner Enk-“ Sie unterbrach sich. Immerhin sah sie sehr jung aus, dass sie doch nicht sagen konnte, Marry sei ihre Enkeltochter.
„… Tochter und dessen Freundin hier.“, fuhr sie fort.
„Ach so, dann sieht man sich vielleicht ein anderes Mal.“, meinte der Blauhaarige. „Machen Sie’s gut.“
Er wandte sich zum Gehen. Eine Weile lang sah Azami ihm nach, bis er aus ihrem Blickfeld verschwand. „Komischer Kerl.“
Kurz darauf kamen Marry und Kido zurück und gaben ihr die Ramen, die die beiden für sie gekauft hatten. Die beiden Jugendlichen hatten dasselbe zu essen. Zu dritt setzten sie sich an einem Tisch vor dem Restaurant.
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