Überraschungen

von Julirot
OneshotRomanze / P12
Kensi Blye Marty Deeks
19.10.2016
19.10.2016
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Guten Abend,

ich habe euch nach langer Zeit mal wieder einen One-Shot mitgebracht. Er ist aus der Sammlung von Resten zu meiner Geschichte "Du gehörst zu mir" entstanden. Ich habe eine Datei, in die ich Texte hineinschiebe, die es nicht in eine meiner Geschichten geschafft haben, die ich aber auch nicht wegwerfen kann. Und diese Datei habe ich letztens geöffnet und da lief mir dieser Text über den Weg. Ich habe ihn noch ein wenig modifiziert und hoffe, dass ich euch damit eine kleine Freude und eine Auszeit vom Alltag bescheren kann. Mir hat das Schreiben daran zumindest viel Spaß gemacht auch wenn es ein ernstes Thema enthält.
Viele Spaß beim Lesen und bis bald.
LG
Julirot

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Überraschungen


Sie saßen der Ärztin in dieser renommierten Klinik gegenüber und schauten gespannt auf das was sie ihnen erklärte. Ein wenig befremdlich wirkte das Behandlungszimmer schon, zumal sie beide nicht so genau wussten, was nun auf sie zukam. Die Ärztin, die sich als Dr. Springfield vorgestellt hatte, war noch relativ jung, sah aber sehr freundlich aus und hatte jede Menge Geduld für ihre Fragen.
„Also, Miss Blye, Sie haben ja schon einige Tests machen lassen.“ Kensi nickte und gab der Ärztin ihre Unterlagen. Diese studierte sie mehrere Minuten lang. Kensi schielte zu ihrem Partner, der neben ihr saß und ziemlich angespannt wirkte. Sie konnte sich vorstellen, dass das alles ziemlich unangenehm für ihn war und sie war ihm unglaublich dankbar, dass er das trotzdem mit ihr durchzog.
„Wir werden noch einmal ein paar Bluttests bei Ihnen beiden machen und dann benötigen wir noch eine Probe von Ihnen Mr. Deeks und wir machen einen Ultraschall bei Ihnen Miss Blye.“ Deeks hob den Kopf und stammelte:
„Was genau meinen Sie mit … Bluttest?“ Kensi lächelte in sich hinein. Sie wusste, dass Deeks was Nadeln anging nicht gerade hart im Nehmen war und sie konnte sich lebhaft vorstellen, was passieren würde, wenn man ihm versuchte Blut abzuzapfen.
„Naja, wir müssen Ihnen Blut abnehmen und dann ein paar Tests machen damit wir alle ihre Werte kennen“, erklärte Dr. Springfield.
„Was für Werte?“ fragte Deeks leicht panisch und schaute zu Kensi, die nur mit den Schultern zuckte.
„Hormonwerte“, sagte die Ärztin geduldig und notierte sich irgendetwas in der Akte, die sie vor sich auf dem Tisch ausgebreitet hatte.
„Ich dachte es geht um ihre Hormone“, sagte er und deutete auf seine Partnerin.
„Ganz genau und um Ihre Mr. Deeks.“
„Ist das wirklich notwendig?“ fragte er noch einmal.
„Ja, das ist es. Wir wissen nicht warum sie nicht schwanger werden können und nur wenn wir Sie beide untersuchen, dann können wir herausfinden woran es liegt und gezielt dagegen vorgehen.“ Deeks wollte noch etwas sagen, doch Kensi legte ihm eine Hand auf den Oberschenkel und brachte ihn somit zum Schweigen. Dieser Termin war ganz und gar nicht einfach für sie beide und dass sie heute hier saßen, das grenzte schon an ein mittleres Wunder. Sie versuchten jetzt seit gut einem Jahr ein Baby zu bekommen, leider ohne Erfolg und irgendwann hatten sie sich entschieden der Sache auf den Grund zu gehen. Und nun saßen sie hier mit all ihren Ängsten und Fragen und hofften auf das Beste.
„Sie können sich schon mal da drüben auf den Stuhl setzen und den linken Arm auf diese Schiene hier legen Mr. Deeks“, unterbrach Dr. Springfield Deeks und Kensis Gedankenkarussell und  deutete nach rechts. Deeks betrachtete nachdenklich die Behälter, in denen verschiedene Spritzen, Tupfer und Pflaster aufbewahrt wurden.
„Die Schwester kommt gleich. Und ich bin auch sofort wieder da.“ Damit erhob die Ärztin sich und verließ den Raum. Die Akte nahm sie mit.
„Ähm…“, hob er noch einmal zum Protest an. Kensi stupste ihn in die Seite und meinte:
„Nun mach schon… so schlimm kann es doch nicht sein.“
„Du hast gut reden Kenselina…Wenn ich auch nur eine Nadel sehe, dann wird mit schon ganz anders.“
„Dann mach doch die Augen zu“, zischte sie.
„Das kann aber bestimmt den Schmerz nicht lindern, den diese Kanüle in meiner Vene anrichten wird…“
„Du Mädchen“, neckte sie ihn und zog ihn dann am Arm nach oben. Er wollte sich wehren, sah aber ein, dass das wohl wenig Sinn hatte.
„Ich kann nun mal kein Blut sehen.“
„Das fällt dir aber reichlich spät ein. Du bist Polizist…ich glaube du schwindelst da gerade ein wenig.“ Er stand nun vor ihr und schaute sie an, legte den Kopf leicht schief und kaute auf seiner Unterlippe bevor er sagte:
„Fremdes Blut ist ja auch kein Problem, aber mein eigenes, das ist schon etwas schwieriger.“
„Oh Mann, Deeks…“ Kensi seufzte.
„Du weißt, dass ich Nadeln jeglicher Art hasse“, fasste er noch einmal die Lage seiner momentanen Situation zusammen.
„Ich kann mich an deine Impfung erinnern als du wie ein Brett nach hinten gekracht bist und dir fast den Schädel eingeschlagen hast.“ Kensi musste unwillkürlich kichern bei dieser Erinnerung.
„Siehst du… Und nun verlangst du von mir, dass ich mir eine noch größere Nadel irgendwo hineinstechen lasse.“
„Nicht sie verlangt das sondern ich“, sagte eine freundliche Stimme hinter ihnen und Deeks und Kensi fuhren herum Eine Schwester hatte, ohne dass sie es bemerkt hatten, den Raum betreten und grüßte freundlich.
„Ähm, es ist nicht so wie es sich angehört hat“, stammelte Deeks sofort und strich sich durch die Haare.
„Das ist es nie“, sagte die Schwester und verdrehte leicht die Augen. „Also, mit wem fangen wir an?“ fragte sie dann und hielt eine Kanüle nach oben, die sie aus einem der Plastikbehälter vom Tisch genommen hatte. In aller Seelenruhe packte sie ihre Utensilien aus und drapierte alles fein säuberlich auf einem weißen Papiertuch.
„Mit ihm…“, „Mit ihr…“, riefen Kensi und Deeks gleichzeitig aus und die Schwester schaute amüsiert von einem zum anderen. Sie schien solche Situationen durchaus zu kennen, denn sie sagte nichts weiter dazu, sondern überspielte das Ganze einfach.
„Okay, dann fangen wir mal mit Ihnen an Miss Blye.“
„Gut. Ich habe nämlich im Gegensatz zu meinem Mann hier keine Probleme mit meinem Blut.“ Damit setzte sie sich auf den Stuhl, schob ihren Pulli nach oben und legte den Arm auf die dafür vorgesehene Schiene. Deeks schaute sie an und stellte fest, dass sie ihn zum allerersten Mal ihren Mann genannt hatte. Ein Gefühl von Verbundenheit stieg in ihm auf und er lächelte seiner Partnerin zu. Sie lächelte zurück. Die Schwester nahm geschickt Blut aus Kensis Vene und beschriftete dann alle abgezapften Röhrchen mit ihrem Namen und einer Nummer. Dann klebte sie ein Pflaster auf Kensis Arm und sagte:
„So bitte noch ein paar Minuten draufdrücken. Und nun kommen wir zu Ihnen Mr. Deeks.“ Deeks merkte wie ihm der Mund trocken wurde und er setzte sich mit einem mulmigen Gefühl auf den Stuhl.
„Ihnen wird doch hoffentlich nicht schlecht werden?“ fragte die Schwester besorgt als sie sein Gesicht sah, das irgendwie ziemlich weiß geworden war.
„Ähm…ich weiß nicht….ich …“ Die Schwester wechselte einen kurzen Blick mit Kensi und meinte dann:
„Okay, wir machen das anders. Bevor Sie mir hier noch umkippen, legen Sie sich bitte da drüben auf die Liege.“ Er stand wieder auf und tat wie ihm geheißen.
„Vielleicht könnte meine Frau ein wenig Händchen halten?“ fragte er und zwinkerte Kensi dabei zu.
„Sicher.“ Die Schwester nahm seinen Arm und band ihn ab. Dann holte sie die Kanüle. Deeks schaute weiterhin auf Kensi und diese setzte sich auf die Liege neben seinen Kopf mit dem Rücken zur Schwester, so dass er nicht mehr sehen konnte, was diese tat. Dann beugte sie sich zu ihm herunter und raunte ihm ins Ohr:
„Du nutzt die Situation ganz schön aus.“
„Ich bin mit keiner Schuld bewusst Kenselina. Ich kann wirklich mein Blut nicht sehen. Aber du könntest mir ja vielleicht noch ein wenig helfen indem du mir einen Kuss gibst.“
„Den hast du grade nicht verdient.“
„Bitte“, bettelte er und klimperte mit den Augen. Er spürte den Stich in seinem Arm und biss die Zähne aufeinander. Kensi schüttelte wieder mit dem Kopf.
„Bitte, bitte, bitte…“ Er zog einen Schmollmund und sie ließ sich endlich erweichen, drückte ihm ein Küsschen auf die Wange und lächelte.
„So, das war’s“, ertönte auf einmal die Stimme der Schwester hinter Kensis Rücken und Kensi stand auf. „Am besten Sie bleiben noch ein paar Minuten liegen. Ich schicke dann die Ärztin wieder zu Ihnen für den Ultraschall.“
„Danke … Schwester…?“, rief Deeks ihr nach.
„Susanne“, sagte sie und lächelte ihn an. Er lächelte zurück.
„Das war wirklich sehr sehr nett von Ihnen.“ Sie schaute ihn noch einmal an und verschwand dann immer noch lächelnd aus dem Raum. Kensi boxte ihn in die Seite und er schrie auf.
„Aua…womit habe ich denn das verdient?“
„Das ist dafür, dass du vor meinen Augen flirtest.“
„Was? Hab ich nicht.“
„Hast du doch.“
„Nein.“
„Doch.“
„Kensi…“ In dem Moment ging die Tür auf und Mrs. Springfield kam zurück. Sie erfasste die Situation mit einem Blick und sagte:
„Okay, Miss Blye, dann wollen wir mal. Ihr Freund kann noch eine Weile liegen bleiben. Er sieht irgendwie gar nicht gut aus.“
„Wieso? Wie sehe ich denn aus?“ rief  Deeks.
„Nur ein bisschen blass um die Nase“, meinte Kensi uns stupste ihn wieder in die Seite.
„Was wirklich? Ich muss hier aber auch viel ertragen.“
„Oh ja, du musstest ganz schön leiden eben“, Kensis ironischer Unterton sprach Bände.
„Musste ich… ja.“ Kensi verdrehte die Augen und sah dann zur Ärztin. Sie schaute Kensi mit einem verschmitzten Lächeln an und Deeks kam sich gerade irgendwie verschaukelt vor. Aber er beschloss vorsichtshalber erst einmal liegen zu bleiben und abzuwarten. Bei Kensi wusste man ja nie welche Überraschungen sie noch für ihn parat hatte. Kensi folgte der Ärztin zu einem gynäkologischen Stuhl und verschwand dann hinter einem Vorhang. Deeks konnte die beiden nicht mehr sehen, nur noch hören, dass die Ärztin ihr Anweisungen gab und dann klickte ein Gerät. Kensi beobachtete gespannt, was Dr. Springfield mit ihr tat. Sie sah hochkonzentriert aus und für Kensi war die Prozedur ja nun auch nicht neu. Sie betätigte das Ultraschallgerät eine ganze Weile und fuhr immer wieder hin und her, machte Fotos, sagte jedoch nichts. Kensi konnte an ihrem Gesichtsausdruck sehen, dass sie nicht zufrieden war und bekam Angst. Was hatte die Ärtin gefunden, was nicht stimmte? Konnten Sie womöglich doch keine Kinder bekommen? Kensis Herz begann zu hämmern und sie wünschte sich, dass sie endlich etwas sagen würde.
„Also…“, sagte die Ärztin schließlich und schaltete das Gerät aus. „Sie können sich wieder anziehen.“ Kensi erhob sich und fragte:
„Was ist los? Ist irgendetwas nicht in Ordnung?“ Sie stand auf und wischte sich das Gleitmittel ab. Dann zog sie sich wieder an. Deeks, der von seiner Liege aus mitgehört hatte, spitzte die Ohren und stand dann auf, kam langsam zu den beiden herüber und stellte sich neben Kensi. Sie schaute ihn an und er nahm ihre Hand. Die Ärztin blickte noch einmal zweifelnd auf die Ultraschallfotos, die sie gemacht hatte und sagte dann:
„Also, ich weiß eigentlich gar nicht was Sie beide hier wollen.“
„Was?“ fragten Kensi und Deeks wie aus einem Munde. „Sie können uns nicht helfen?“ Die Ärztin schüttelte mit dem Kopf und plötzlich umspielte ein kleines Lächeln ihre Lippen. Sie deutete auf die beiden Stühle vor ihrem Schreibtisch, doch Kensi und Deeks machten keine Anstalten sich zu setzen.
„Ich kann Ihnen leider nicht helfen weil Sie schon schwanger sind, Kensi.“ Kensi verstand kein Wort. Neben ihr gab es plötzlich ein dumpfes Geräusch und sie verlor Deeks Hand als dieser auf den Boden aufschlug. Sowohl Kensi als auch die Ärztin stürzten zu ihm und beugten sich über ihn. Er war schon wieder wach und blinzelte ins Licht der Deckenlampen.
„Was… was… ist los?“ fragte er irritiert und die beiden Frauen halfen ihm wieder auf die Füße, brachten ihn zurück zu Liege und er setzte sich dankbar hin.
„Ich habe das Gefühl meine Beine sind aus Pudding“, meinte er und schaute dann wieder zu Dr. Springfield.
„Ich habe gerade gedacht sie haben uns gesagt, dass sie schwanger ist“, stammelte er weiter.
„Ja, das habe ich tatsächlich gesagt“, bestätigte die Ärztin.
„Aber…aber ihr alter Frauenarzt hat uns doch gesagt, dass sie nicht schwanger werden kann. Jedenfalls nicht so einfach.“ Deeks verstand es gerade nicht. Sein Hirn weigerte sich im Moment zu denken.
„Offensichtlich doch“, flüsterte Kensi und mit einem Mal fiel es ihr wie Schuppen von den Augen. Es hatte Anzeichen gegeben, aber sie hatte sie nicht wahrhaben wollen, hatte gedacht ihr Körper spiele ihr etwas vor nach der ganzen Aufregung der letzten Wochen. Und mit einem Mal wurde ihr flau.
„Aber wozu sind wir denn dann hier?“ fragte Deeks und merkte erst als er es ausgesprochen hatte, was er eigentlich für einen Blödsinn redete. Er fuhr sich durchs Gesicht.
„Damit habe ich nicht gerechnet“, gab er schließlich zu und seufzte.
„Glaub mir, ich auch nicht“, sagte Kensi, die sich jetzt neben ihn auf die Liege setzte. Sie vertraute ihren Beinen im Moment ganz und gar nicht.
„Aber… wann?“ Deeks Gestammel wurde immer verwirrter als er versuchte sich daran zu erinnern wann sie das letzte Mal miteinander geschlafen hatten.
„Ich entnehme mal ihrer Überraschung und ihrem Gestammel, dass sie nicht genau wissen wann es passiert sein könnte?“ fragte die Ärztin.
„Nicht wirklich. Wir haben nicht drauf geachtet. Ich meine … irgendwann hört man einfach auf zu zählen und wir wussten dass wir diesen Termin hier haben …Und ich bin mir eigentlich auch ziemlich sicher, dass ich noch meine Regel hatte… glaube ich zumindest … vielleicht etwas schwächer, aber …“ Kensi versuchte zu erklären.
„Also nach der Größe des Fötus zu urteilen, sind Sie in der siebten Woche. Es ist noch sehr früh.“
„Dann hätten wir uns den ganzen Zirkus mit dem Blut abnehmen ja sparen können“, rief Deeks plötzlich und erntete einen amüsierten Blick von Kensi.
„Um nichts in der Welt möchte ich dein Gesicht missen, das du gemacht hast als Schwester Susanne dir in den Arm gestochen hat“, rief Kensi und lachte. Dr. Springfield begann ihre Sachen zusammen zu packen und wandte sich zum Gehen. Kensi hielt sie auf.
„Und nun? Was machen wir nun?“ fragte sie und merkte selbst, dass diese Frage eigentlich ziemlich sinnlos war. Schnell stand sie auf und begann dann nervös im Zimmer auf und ab zu gehen. Dr. Springfield hob eine Braue und lächelte.
„Also…wir machen gar nichts. Aber Sie beide gehen nach Hause und verdauen erst einmal die Nachricht. Kümmern Sie sich um ihn da…“ Sie deutete mit dem Daumen auf Deeks, der immer noch nicht wieder seine alte Gesichtsfarbe angenommen hatte. „Und dann holen Sie sich einen Termin bei Ihrem Frauenarzt und genießen die Schwangerschaft.“
„Aber…ist denn alles in Ordnung? Ich meine, ich hatte doch Blutungen.“ Kensi konnte nicht glauben, dass das alles so einfach sein sollte. Nach den ganzen Schwierigkeiten kam ihr das hier schon beinahe zu banal vor.
„Das kommt vor. Aber ist nicht weiter schlimm in so einem frühen Stadium. Wenn es wieder auftritt, dann fahren Sie ins Krankenhaus oder zu ihrem Arzt.“
„Okay“, sagte Kensi und nickte.
„Ich wünsche Ihnen alles Gute.“ Damit gab Dr. Springfiel Kensi und Deeks die Hand und verließ den Raum. Jetzt stand Kensi da und konnte nichts mehr sagen. Sie waren hierhergekommen in der Hoffnung man könnte ihnen helfen ein Kind zu bekommen. Dass dies allerdings so schnell gehen würde, damit hatte keiner von ihnen gerechnet. Mit einem Male fühlte Kensi sich ziemlich unsicher und ziemlich fertig. Sie merkte wie ihr Tränen in die Augen schossen und sie konnte nicht mit hundertprozentiger Sicherheit sagen, dass es nur Tränen der Freude waren. Deeks, der sie beobachtet hatte, streckte die Hand nach ihr aus.
„Komm her Kenselina“, sagte er. Sie trat auf ihn zu und er nahm sie in die Arme. Sie legte den Kopf auf seine Schulter und hielt sich an ihm fest. Er küsste sie auf den Kopf.
„Nicht weinen. Du weißt, dass ich dich nicht weinen sehen kann“, murmelte er in ihr Haar und drückte sie wieder an sich.
„Ich weiß, aber ich kann grade nicht anders.“
„Okay.“
„Mir ist schlecht Deeks“, raunte sie an seinem Hals und er schob sie ein wenig von sich um sie ansehen zu können.
„Mir auch“, gestand er ihr und dann mussten sie beide lachen.
„Das ist jetzt aber wirklich mal eine Überraschung“, meinte sie und schluckte.
„Die ist dir echt gelungen“, entgegnete er.
„Mir? Muss ich dich erinnern, dass du daran auch einen erheblichen Anteil hattest?“ fragte sie zurück.
„Ich bin mir keiner Schuld bewusst.“ Er beugte sich zu ihr herunter um ihr einen Kuss auf den Mund zu geben. Sie stoppte ihn.
„Was meinst du wann es passiert ist?“ fragte sie dann und stellte damit die Frage in den Raum, die ihn auch schon die ganze Zeit beschäftigte.
„Es gibt nicht viele Möglichkeiten Kenselina, aber ich erinnere mich da an ziemlich viel Bier und jede Menge Spaß in dieser Karaoke Bar.“ Er stupste ihr an die Nasenspitze und sie wurde rot. Dann zog sie an seiner Hand und er sprang von der Liege. Seine Beine fühlten sich jetzt schon wieder viel fester an und so langsam merkte er wie der Schock nachließ. Wie automatisch legte er einen Arm um seine Partnerin herum und dann verließen sie die Klinik – zu dritt.


ENDE
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