HEADSTUCK

GeschichteDrama, Fantasy / P16
OC (Own Character)
18.10.2016
27.12.2016
5
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18.10.2016 2.142
 
Log Date [11. Oktober 2040]

> Die Mission ist fehlgeschlagen, Team 5 sitzt gestrandet in ihrer Kapsel. Sie ist nicht mehr einzuschalten, alles ist von Pflanzen zerfressen. Die Natur ist wohl stärker als die Technik. Doch das tut nicht zur Sache. Team 5 hat Schwierigkeiten, Nahrung zu finden. Die unbekannte Lebensform „Troll“ begegnet ihr nicht mehr seit der Ausrottung eines ganzen Clans durch ein Feuer. So ist das Überleben auf einem fremden Planeten ziemlich schwierig. Skyler, Anführer des Teams 5 hat jedoch ein anderes Team ausfündig machen können, die anscheinend schon auf vorigen Missionen auf diesem Planeten gestrandet waren. Ihre Namen sind Veata Ung und Marilyn Rushling. Sie machen das Überleben auf diesem Planeten etwas erträglicher, aber es ist immer noch ein täglicher Kampf um Leben und Tod. Die beiden, die einst das Team 9 bildeten, haben auch keine Kontakte zur besagten Lebensform. Sofern es irgendwelche Verbesserungen in der Richtung geben sollte, werde ich dieses Log aktualisieren.


Matthew las seinen letzten Eintrag immer und immer wieder. Er war mal wieder in Erinnerungen versunken, dachte über seine Freunde nach, die ihn noch verabschiedet hatten. Er hatte ihnen versprochen, im November wieder da zu sein. Doch November war es schon vor zwei Monaten. Die Besatzung hatte jegliche Kontakte zur Erde verloren, es ist aussichtslos. Was wohl sein Vater gerade machte. Der war sicher schon dabei, den Hals des Unternehmens zu verklagen, der seinen Sohn ins Weltall schickte.
Der blonde Junge sah auf, Skyler unterhielt sich gerade mit Marilyn, die gerade dabei war, ein Fischähnliches Wesen zu grillen. Es schmeckte jedenfalls nach Fisch. Veata dagegen lag in einer Hängematte und las die Bücher, die sie sich vor fünf Jahren eingepackt hatte. Leise murmelte sie die Zeilen mit, sie konnte sicher schon das ganze Buch auswendig. Das schwache Licht der Fackeln warf gerade genug Licht in den Raum, um alle Personen mehr oder weniger gut zu erkennen. Bevor Matthew seine Unterarmschiene weglag, auf der das Display war von dem er gelesen hatte, seufzte er einmal kurz auf.
„Skyler?“, fragte er leise. „Haben wir noch etwas Wasser?“. Der rothaarige Ältere sah zu ihm herüber, ihm den Blick zuwerfend, den Matthew so verabscheute. Es sind schon knapp  acht Monate vergangen, seitdem er mit diesem Jungen in ein Team gesteckt wurde, aber er wurde immer noch nicht schlau aus ihm. Nie sagte Skyler irgendwas, er war nicht stumm, aber er hatte es irgendwie nicht gern, mit Matthew zu reden. Jedenfalls hatte Matthew das Gefühl, dass es so wäre. Jedes Mal wenn er den ersten Schritt machte und Skyler ansprach, kniff dieser nur die Augen zusammen, als würde er sagen wollen >Was willst du denn von mir? <. So war es dieses Mal auch. „Weiß nicht, schau nach.“, antwortete der Rothaarige nach einer kurzen Pause.
„Schon wieder Spannungen beim Ehepaar?“, fragte Marilyn leise kichernd. „Was soll dieses >Ehepaar<?“, entgegnete Skyler verwirrt. „Ach komm Skyli“, mischte sich Veata ein. „tut nicht so, als wäre es nicht offensichtlich.“ – „Können wir das bitte lassen?“, murmelte Matthew und nahm sich einen alten Hartplastikbecher um ihn mit dem Wasser aus dem kleinen Loch zu füllen, dass sie bei Hitzetagen eingegraben hatten. „Ihr wisst ganz genau, dass ihn das Thema ärgert..“, fügte er hinzu bevor er sich an der gleichen Stelle der Steinwand hinabsinken ließ. „Und mich natürlich auch.“.
„Ugh, ihr seid solche Pussys…“, grummelte Marilyn und gab Skyler den Fisch am Spieß. „Man kann euch nicht ein bisschen ärgern ohne, dass einer von euch anfängt zu heulen.“. „Entschuldigung, Rushling. Aber ich finde es nicht witzig wenn man mir eine Beziehung mit Matthew unterjubeln will.“, Skyler verschränkte die Arme und sah sie böse an.
„Ach komm, es gibt eine 95 prozentige Wahrscheinlichkeit, dass ihr beide sowieso zusammenkommt, auch wenn ihr es jetzt verdrängen wollt.“, warf Veata wieder ein. Skyler sah kurz zu Matthew, Hilflosigkeit sprach aus seinen Augen. „Sag doch auch mal was!“. – „Ich bin dafür, dass dieses ganze Beziehungsthema erstmal fallengelassen wird. Ich meine, wir haben wirklich andere Sorgen als darüber zu entscheiden, ob ich jetzt mit Skyler zusammen bin oder nicht..“, murmelte der Blonde wieder bevor er sich die Schuhe anzog. „Ich werde nämlich jetzt rausgehen und Fische suchen.“. Der Rothaarige drehte sich zu ihm. „Kann ich mitkommen? Ich habe keine Lust auf die Hexen..“, fragte Skyler, doch bevor Matthew ihm zunicken konnte, zog er sich schon die Schuhe an. „Kommt wieder wenn ihr verheiratet seid.“, rief Veata noch hinterher, bevor Matthew und Skyler den Unterschlupf verließen.
„Dumme Hexen..“, grummelte der Rothaarige wieder, als er durch den tiefen Schnee stampfte. „Fluchen bringt dir auch nichts, das lässt dich nur hässlich wirken.“, murmelte Matthew leise,  in den Fußstapfen von Skyler laufend. „Sag mir nicht was ich zu tun hab, ich weiß das glaub ich besser als Anführer.“. Kurzes brummen ging durch das Gespräch. „Dann hast du aber einen echt lausigen Job gemacht, Lieber Anführer.“. Der Rothaarige drehte sich um, ihn böse anstarrend. „Wie war das?“. – „nichts..“.
Matthew stampfte an ihm vorbei, engstirnig auf das Wasser zu. In Gedanken versunken setzte er sich in den Schnee, sein gerötetes Gesicht der kalt-klaren Oberfläche des angefrorenen Sees zugewandt. „Du wirst krank.“, murmelte Skyler und sah ihn an. „Wir haben keine frischen Medikamente.“ – „Tut mir leid, Sir Skyler. Aber ich will jetzt im Schnee sitzen.“, zischte Matthew ihm frech zu. „Ich meine es ernst. Steh auf.“, Skyler hockte sich zu ihm um in Matthews giftgrünen Augen blicken zu können. „Bitte.“. Der Blonde starrte ihn an, paralysiert, nicht in der Lage irgendeinen Ton herauszubringen. „Matthew?“.
Ein leises Rascheln weckte die Aufmerksamkeit der beiden jungen Männer. „Hallo?“, Skyler sah verwirrt zur Quelle bevor eine kleine Gestalt auf einmal neben Matthew stand. Dieser blickte dem kleinen Geschöpf direkt in die Augen. Sie waren so weit und offen, doch keins sah aus wie das andere. Ein Moment der Stille verstrich bevor das kleine Wesen von den beiden wegsah und ins Wasser starrte. Erst da fassten beide die Situation und konnten die Kleine beobachten.
Es handelte sich um einen weiblichen Troll, ein ziemlich klein geratener. Sie hatte wuscheliges, schulterlanges Haar, zwei kleine ovale Hörner guckten gerade so aus der Mähne heraus. Doch neben der Kleidung, die sich als ein schwarz-dunkelroter Bodysuit entpuppte, zog das Gesicht des Trollmädchens die meiste Aufmerksamkeit auf sich. Ein total vernarbtes Gesicht, dessen Muster einem gebrochenen Fenster ähnelte. Die Narben schienen von ihrem linken Auge auszugehen, welches, entgegen der Norm eines Trolls, Die Farbpalette wohl umgedreht zu hatte. Anstatt eines orangenen Auges mit schwarzer Pupille, war dies ein schwarzes Auge mit orangener Pupille.
Ihre länglichen Ohren zuckten kurz und sie blickte wieder zu den beiden Menschen, die sie noch immer beobachteten. Sie lächelte kurz, eine diabolisch, böse Grimasse ziehend bevor sie laut auf fauchte und dann ins Wasser sprang.
„WAH!“, Matthew fuhr hoch, er hatte sich total von den plötzlichen Bewegungen erschreckt. Skyler zuckte nur kurz und lachte sofort los, sich die Hand vor seinem Mund haltend. „Gott Matthy..“. – „Matthy??“, der Blonde sah zurück zu dem Größeren. „Ist das jetzt ein neuer Spitz-“ – „Nein.“. Der Rothaarige stand auf und lief los. „Hey, unterbrich mich nicht!“. Matthew sah zum Wasser und dann zu Skyler. „Wir wollten doch Fischen!“. – „Also in diesem Gewässer will ich nicht mehr fischen, aber wenn du hier alleine sein willst, tu dir keinen Zwang an!“. Der Blonde blickte nochmal zum Wasser. Was war das? Dieses Trollmädchen hat er nie zuvor gesehen und gehörte nicht zum alten Clan, sie muss eine neue sein. Matthew ballte seine Faust und schloss seine Augen, lief dann Skyler nach.

„Wie, ihr habt einen Troll getroffen?“, Veata sah erstaunt zu Skyler und Matthew. „Ja, sie war ziemlich klein für einen Troll. Ich denke mal sie ist ein geschwächtes Junges.“, Skyler zuckte kurz und räusperte. „Ein ziemlich freches, geschwächtes Junges..“, Matthew biss sich auf die Lippe, Skyler kicherte sanft. „Ja, sie hat uns einen ziemlichen Schrecken eingejagt.“. Marilyn zuckte kurz mit den Schultern. „Wir sollten dem auf die Spur gehen, da wo sie herkommt, gibt es sicher noch mehr.“. Veata nickte. „Ich setze mich gleich an die Brustteile unserer alten Anzüge, damit wir die Glaskuppeln wieder über unsere Köpfe ziehen können.“. „Entschuldige, aber ich schwimme nicht in eiskaltem Wasser wenn wir keine Ahnung haben, wer oder was sich dort befindet!“, Matthew verschränkte die Arme. Er hasste es, zu schwimmen. „Du wirst wohl keine andere Wahl haben, Katze.“, zischte Marilyn und drehte sich um.  „Wir sollten schlafen.“, warf Skyler in die Konversation und sah zu Matthew. Dieser nickte betrübt und legte sich auf seine Matte. „Es ist spät, gute Nacht.“, rief er in den Raum und drehte den anderen den Rücken zu, um nach ein paar Minuten unruhig einzuschlafen.

Als Matthew die Augen wieder öffnete, zuckte er verängstigt zusammen. Der Raum in dem er sich befand, war nichts anderes als weiß. Er sah sich um, sah sich an worauf er saß. Wasser. Er saß auf Wasser? Wieso fiel er nicht hinein? Wieso war die Wasseroberfläche still, selbst wenn er sich bewegte? Matthew zuckte kurz, was machte er hier überhaupt? Bevor weitere Fragen seinen Kopf überfluteten, blendeten ihn grelle Lichtstrahlen, bis sich eine Silhouette vor die Strahlen stellte und ihm die Möglichkeit gab, wieder hinzusehen. War er tot? Was ist hier los? Lange Linien zogen sich durch den hellen Grund, wackelten herum, und zuckten. Die Silhouette hielt sich die Hände an den Kopf, drohte zusammenzubrechen.
Vier grelle Strahlen kämpften sich durch die Silhouette, die wohl Augen darstellen sollten. Mit einem lauten Krachen und Krächzen, was schließlich in einem hellen Schrei endete, verpuffte die Silhouette und schaltete mit ihr wohl ein Licht aus, denn nun war alles um Matthew in tiefe Dunkelheit getränkt. Ängstlich zuckte er zusammen, hielt sich die Hände vors Gesicht. Vor ihm erbaute sich eine hohe Wand, die er aber erst bemerkte, als er langsam die Hände von seinen Augen wegnahm. „Wer…“, murmelte er leise und sah zur Wand hinauf.
Auf ihr war eindeutig ein Troll abgebildet, aber nicht die, die er zuvor mit Skyler erblickt hat. Es war eine dickere Statur, die Hornform und Haare waren komplett anders. Es erinnerte ihn an ein Geweih, von einem Reh vielleicht. Auf der minimalistisch gemeißelten Abbildung erkannte man lange Zähne, die lang und spitz bis zu ihrem Kinn verliefen. Die vier Augen, die ihn vorher in der Silhouette noch geblendet hatten, waren nun etwas weniger greller auf der Abbildung vertreten. Groß auf ihrer Brust war ihr Zeichen, für Matthew sah es aus wie eine Krone mit drei großen Zacken, wo man unten ein gespiegeltes >K< setzte. Unter der riesigen Abbildung des Trollmädchens standen einige Sachen eingemeißelt.


„Grand Messiah, Grand Messiah wird mit Ressourcen und Gesundheit kommen, an Krieg wird nur gedacht wenn die Maske fällt“

„Grand Messiah, Grand Messiah, lavendel Strähnen und scharfe Zähne. Grand Messiah wird Frieden und Tod zur gleichen Zeit bedeuten“

„Grand Messiah, Grand Messiah ist nicht allein, mit ihnen kommt die Erlösung und die Qual.“

„Grand Messiah, Grand Messiah wird ihren Fall im Auge ihrer Liebe sehen. Der Tod ihrer bedeutet Sieg für das ungewisse Böse.“

„Grand Messiah bedeutet überleben einer Spezies.“


Matthew starrte völlig verwirrt auf die Botschaften. Was soll ihm das sagen? Er laß es sich immer wieder durch, und wieder, und wieder. Aber egal wie sehr er sich zurückerinnerte, an den alten Clan die er mit Skyler kennenlernte, keiner von ihnen sah aus wie der Troll, der hier abgebildet wurde. Noch bevor er sich die Botschaften ein weiteres Mal durchlesen konnte, zerbrach die Wand, zog riesige Risse und drohte mit großen Stücken auf ihn zu werfen…


     
Matthew starrte völlig verwirrt auf die Botschaften. Was soll ihm das sagen? Er laß es sich immer wieder durch, und wieder, und wieder. Aber egal wie sehr er sich zurückerinnerte, an den alten Clan den er mit Skyler kennenlernte, keiner von ihnen sah aus wie der Troll, der hier abgebildet wurde. Noch bevor er sich die Botschaften ein weiteres Mal durchlesen konnte, zerbrach die Wand, zog riesige Risse und drohte mit großen Stücken auf ihn zu werfen…

…Wäre er nicht vorher in einem lauten Keuchen wach geworden.
     
Todesstille, alle schliefen.
Matthew rieb sich die Augen und sah zu Skyler, der ruhig neben ihm döste. Ein kurzer Seufzer hallte durch den Raum bevor Matthew seine Matte näher an die von Skyler rückte und versuchte, an etwas anderes als diesen Alptraum zu denken. „geht’s dir gut?“, grummelte Skyler leise und öffnete ein Auge. Matthew zitterte, er sah aus, als hätte er einen Geist gesehen. „Nicht wirklich. Ich hatte einen ziemlichen Alptraum..“ – „Schon wieder?“ – „ ja…“.
Skyler zuckte kurz. „Komm her.“, murmelte her und hob die Decke. Hoch genug, damit sich Matthew mit seiner eigenen Decke drunterschmuggeln konnte. Dieses Angebot machte Skyler ihm immer, wenn Matthew schlecht schlief, und gerne nahm er es an. Skyler strahlte eine gewisse Wärme aus, die den Blondhaarigen ziemlich beruhigte und vergessen ließ, was ihn beunruhigte. „Morgen erzählst du mir, was du geträumt hast, okay?“ – „Ja… Dankeschön..“.