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Baal-Sebub

von Katazina
GeschichteAllgemein / P16 / Gen
14.10.2016
10.03.2017
8
7.815
 
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14.10.2016 621
 
Es war einmal ein kleiner Junge, der eine böse Hexe als Mutter und einen ebenso bösen Zauberer als Vater hatte. Nun war der Knabe ebenfalls mit Magie im Blut zur Welt gekommen und er sollte, so hatten es seine Erziehungsberechtigen bestimmt, später einmal ein großer und mächtiger Zauberrat werden. Dazu gehörte selbstverständlich auch, dass er kein Mitleid mit anderen Kreaturen wie Tieren oder Pflanzen empfinden durfte und gegenüber normalen Sterblichen, also sprich Menschen schon gar nicht!
"Wir müssen unseren Buben diesbezüglich schon so früh wie möglich hart machen!" sprach der Zauberer zu seiner Gemahlin, der Hexe.
"Ja, denn Grausamkeit ist das A und O zum Erfolg bei uns!" erwiderte sie.
Doch Baal-Sebub wusste schon, kaum dass er aus den Windel war, ganz genau, dass er da nicht mitmachen wollte: ("Oh nein, das könnte euch so passen!") dachte er und so half er stets anderen, wenn er sah, dass sie irgendein Problem hatten. Freilich, dies blieb seiner Mutter und seinem Vater nicht lange verborgen, doch zunächst machten sie ihm deshalb keine Vorwürfe, da sie der Ansicht waren, dass er vielleicht nur etwas mehr Übung benötigen würde, bis sie dann doch eines Tages dahinter kamen, dass ihr Sprössling ganz genau wusste, was er tat, als sie beide von ihm verlangten mit seinem magischen Stab einer Katze sehr wehzutun:
"Aber Baal-Sebub! Wie kannst du nur Gutes tun? Streng dich gefälligst ein bisschen mehr an!" tadelte ihn seine Mama und sein Vater ergänzte: "Also bitte, nun nimm deinen Zauberstab zur Hand und versuche es noch einmal!"
Doch der Junge weigerte sich und antwortete: "Nein, den Gefallen werde ich euch nicht tun!"
"Wie war das eben, Baal-Sebub?" fragte sein Papa erstaunt.
"Ich werde dem Feliden keine Schmerzen zufügen, nein, das tue ich nicht!"
"Na warte, deinen Ungehorsam wirst du noch bitter bereuen!" gab der Vater zornig zurück und die Mutter meinte nur: "Du hast wohl Verlangen danach, dass der Rohrstock mal wieder deinen Allerwertesten besucht, wie?"
Und der Papa sprach: "Baal-Sebub, ich werde dir noch eine letzte Möglichkeit einräumen deiner Mama und mir zu zeigen, dass du ein folgsamer Sohn bist! Also, erhebe deinen Stab und foltere damit den pelzigen Mäusefänger, klar?"
Baal-Sebub: "Welchen Mäusefänger, Vater? Ich sehe keinen!"
Tatsächlich hatte das kluge Säugetier die kleine Auseinandersetzung genutzt um sich auf und davon zu machen.
"Oh, na für heute werden wir es gut sein lassen! Aber morgen wirst du um die Tierquälerei nicht herumkommen, Baal-Sebub, das ist so sicher wie das Feuer in der Hölle!" meinte der Vater.
Doch auch hier war der junge Zauberer anderer Ansicht und so öffnete er mitten in der Nacht, als beide Erziehungsberechtigten schliefen, das Fenster zu seiner Kammer, setzte sich auf seinen Besen und flog mit diesem davon.
Freilich, so ganz freiwillig hatte er sich zu diesem Schritt nicht entschließen können und es tat ihm auch ein kleines bisschen im Herzen und in der Seele weh, doch noch viel Schlimmer war für Baal-Sebub die Erkenntnis, dass seine Eltern ihn offensichtlich nicht so akzeptieren konnten wie er war: ("Warum verlangen sie nur von mir, dass ich Übles tun soll? Die Samtpfote hatte mir doch gar nichts getan, dennoch sollte ich sie quälen und das auf Befehl von Mutti und Vati! Aber ich habe auch keine Lust deswegen Prügel zu beziehen, nein, da suche ich mir lieber ein neues Zuhause!")
Ja, so war sein Gedanke, während er auf seinen Besen, dem traditionellen Fortbewegungsmittel für Hexen und Zauberer, über die nächtliche Landschaft dahinflog, auf der Suche nach einem neuen Heim, wo er dies auch immer finden sollte.
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