"I wanna be boyfriends again."

OneshotDrama, Romanze / P16 Slash
11.10.2016
11.10.2016
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2.380
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4 Reviews
Dieses Kapitel
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11.10.2016 2.380
 

Titel: "I wanna be boyfriends again."
Cover: Coliver

Mir gehören keinerlei Rechte an der Serie oder den Charakteren. Ich habe mir sowohl Story als auch Charaktere lediglich ausgeliehen :-)

Nachdem ich erst vor zwei Wochen knapp How To Get Away With Murder für mich entdeckt und mich einfach unsterblich in Connor und Oliver (mit dem OTP Fähnchen wink) verliebt habe, musste ich diese OneShot einfach schreiben. Ich hoffe sie gefällt euch <3

Eure Ivy




Immer wieder hallten die Worte in Olivers Kopf wieder. Wie ein Echo strömten sie durch seine Gedanken, bis sie irgendwann in den tiefsten Abgründen derselben verschwanden. Er konnte nicht aufhören daran zu denken, wie er ihn in dieser Nacht geküsst hatte, wie er ihn gegen die Küchenwand gepresst hatte. Er vermisste Connors Lippen, seine Berührungen auf seiner Haut - er vermisste einfach alles an ihm. Doch was Connor ihm angetan hatte, war einfach unerträglich. Alleine Connors Anblick hatte ihm das Herz zerrissen, nachdem er die Aufnahme gefunden und angehört hatte. „Wir haben nie gesagt wir dürften uns nicht mit anderen treffen.“ Connors Worte hatten sich über Oliver gelegt wie ein dunkler Schleier; ein Schatten, der ihn auf Schritt und Tritt verfolgte und ihn nicht mehr zur Ruhe kommen ließ.

Doch in den darauffolgenden Tagen und Wochen hatte sich etwas in Connor verändert. Womöglich lag es an seinem Drogenexzess in der Nacht, als er vollkommen aufgelöst bei ihm vor der Tür stand. Vielleicht hatte er daraus gelernt; vielleicht hatte ihm – was auch immer er in dieser Nacht genommen hatte – tatsächlich den Rest gegeben und die Augen geöffnet. Plötzlich war er weg: dieser ihm irgendwie noch immer fremde Typ, der immer nur dann vor seiner Tür auftauchte, wenn er wieder seine Hilfe als Hacker benötigte oder Lust hatte auf Sex. Connor strengte sich wirklich an; hatte sich verändert. Er versuchte, sein Leben in den Griff zu bekommen, die Finger weg zu lassen von diesen Drogen und ganz offensichtlich wollte er es tatsächlich; er wollte Oliver in seinem Leben. Wollte ihn nicht nur als Hacker oder als Sexspielzeug, er wollte ihn.

Doch so sehr er sich auch bemühte, Oliver schaffte es einfach nicht, die Tatsache, dass der Mann, den er liebte mit einem anderen Mann geschlafen hatte, zu vergessen. Er hatte ihn betrogen, ihn hintergangen, hatte seine Gefühle verletzt. Dabei spielte es keine Rolle, dass sie ihre Beziehung nie offiziell gemacht hatten. Hätte Conner es nicht wissen sollen? Hätte er es nicht eigentlich wissen müssen? Dass da mehr war?

Oliver hatte gleich von Anfang an gewusst, dass Connor nicht gerade boyfriend-Material war. Er war gutaussehend, charmant, sexy und wusste seine Reize entsprechend einzusetzen. Er wollte gar nicht wissen, wie viele Männer er in den vergangenen Jahren, gar im letzten Monat, im Bett gehabt hatte. Er fühlte sich grauenvoll bei dem Gedanken, auch nur einer dieser Männer gewesen zu sein. Eine Affäre, ein One-Night-Stand, nichts weiter. Noch nie hatte er sich so schlecht gefühlt. Noch nie hatte er sich so ausgenutzt gefühlt – ausgenutzt für ein paar illegale Informationen und ein paar Orgasmen.
Doch jetzt, nach einer Weile reiner „Freundschaft“ zwischen ihnen – ohne Sex – wusste Oliver nicht, wie er sich verhalten; was er gar denken sollte. Connor war so viele Dinge. Unabhängig von der Tatsache, dass er offensichtlich hin und wieder einen Trip fuhr, zumindest bevor er Oliver versprochen hatte, clean zu werden, womöglich sexsüchtig war und immer wieder zu ihm kam wegen irgendwelcher E-Mails, Fotos oder sonstiger Dokumente die er für seine Chefin aus den Tiefen des Internets hacken sollte, ließ er Oliver Dinge fühlen, die er bisher so auf diese Weise noch nie empfunden hatte.

Nur noch dunkel konnte Oliver sich an die vergangene Nacht erinnern. Wie Fotografien flammten die Bilder, wie er gestern Nacht versucht hatte, Connor zum Sex zu überreden, vor seinem inneren Auge auf. Ach komm wir haben lang genug gewartet, ich will wieder dein Freund sein. Oliver hätte sich am liebsten mit der flachen Hand gegen die Stirn geklatscht, als ihm klar wurde, was er da gesagt; was er letzte Nacht getan hatte.

„Scheiße.“, fluchte Oliver, nicht nur wegen des Katers, der ihm unerträgliche Kopfschmerzen bereitete, sondern auch wegen der Peinlichkeiten, die er sich gestern geleistet hatte. Er hatte ihn quasi angefleht, sich auszuziehen, hatte an seinem T-Shirt gezerrt und ihn auf sich gezogen, doch Connor, ganz der Gentleman, in den er sich offensichtlich in den letzten Wochen verwandelt hatte, hatte nein gesagt. Obwohl sich ihm die Gelegenheit geboten hatte, mit ihm zu schlafen, hatte er es nicht getan. Ein warmes Gefühl umspielte sein Herz, als Oliver klar wurde, dass er die Situation nur deshalb nicht ausgenutzt hatte, weil Connor es absolut Ernst mit ihm meinte. Wenn er nur auf Sex aus gewesen wäre, hätte er die Chance mit Sicherheit ergriffen, nachdem Oliver ihm sich so lange verweigert hatte. Doch er hatte es nicht getan. Er hatte ihm lediglich die Krawatte ausgezogen, hatte ihm einen letzten Kuss gegeben und sich dann verabschiedet.

Oliver atmete tief durch, konnte nicht verhindern, dass seine Wangen sich röteten. Noch nie hatte er es so nötig gehabt, dass er einen Mann regelrecht um Sex angefleht hatte; angefleht hatte, sein Freund zu sein, doch Connor – Connor war etwas Besonderes, trotz seiner Ecken und Kanten - sehr stark herausstehende Ecken und Kanten.

Doch es waren nicht nur seine eigenen Worte, an die Oliver sich erinnerte. Auch Connors Worte hallten in seinen Gedanken wieder. Es waren winzige, aber wunderschöne Erinnerungen, die vor seinen Augen aufblitzen. Ich will das. Ich will dich. Ich wills wirklich. Wenn du nüchtern bist. Ein leises Kichern war seine Kehle empor gestiegen, als Oliver sich schließlich damit abfand, dass aus dem Sex heute Abend nichts mehr werden würde.

Vielleicht war es ja doch nicht so schlimm gewesen, dass er sich förmlich auf ihn gestürzt hatte. Vielleicht hatte das die unausgesprochene Barriere zwischen ihnen gebrochen. Manchmal war Alkohol ja doch zu etwas gut. Immerhin war es Connor gewesen, der seine Hände an Olivers Nacken gelegt und ihn geküsst hatte. Und im Grunde war es nur die Wahrheit gewesen, die seine Lippen letzte Nacht verlassen hatte. Er wollte ihn. Er war es satt noch länger zu warten. Ja er war derjenige gewesen, der hatte warten wollen. Er hatte diese Mauer zwischen ihnen hochgezogen; hatte versucht, sich von seinen Gefühlen für Connor abzuschatten; von ihm abzuschatten. Doch immer wieder war er aufgetaucht; hatte ihm mehr als einmal bewiesen, dass er sich geändert hatte und dass er sich weiterhin ändern konnte. Für ihn. Für Oliver.

Scheiß drauf, dachte er. Er hatte keine Lust mehr auf dieses Hin und Her.

Doch bevor sich ein Lächeln auf seine Lippen legen konnte, fiel ihm etwas von letzter Nacht ein, das ihn erblassen ließ. Sein Magen rebellierte urplötzlich, was nicht dem Alkohol zuzuschreiben war.

Ich liebe dich.

Wie ein Damoklesschwert hingen diese drei Worte über ihm.

Seine Augen weiteten sich, dann schloss er sie, legte sich auf den Bauch und vergrub sein Gesicht in den Kissen.

Hatte er Connor tatsächlich seine Liebe gestanden? Sich ihm quasi vor die Füße zu werfen, war eine Sache, doch ihm seine Liebe zu gestehen war eine vollkommen andere. Auch wenn Connor Interesse an ihm zeigte; hieß das noch lange nicht, dass er ihn auch liebte; dass er dasselbe für Oliver empfand, wie er es für Connor tat. So oder so spielte Connor in einer völlig anderen Liga. Auch wenn er bereit war, es mit ihm zu versuchen, hieß das noch lange nicht, dass er ihn auch liebte – dass er ihn jemals lieben würde.

Oliver biss die Zähne aufeinander; hätte sich am liebsten auf die Zunge gebissen so wütend war er auf sich selbst.

Wenige Augenblicke später klopfte es an seiner Wohnungstür. Oliver schreckte zusammen, brauchte einen Augenblick um zu realisieren, woher das Klopfen stammte. Er griff nach der Brille, die auf seinem Nachttisch lag und setzte sie sich auf die Nase. Auf dem Weg zur Wohnungstür versuchte er sich sein Hemd so ordentlich wie möglich in die Hose zu stecken, scheiterte allerdings bei dem Versuch, die obersten zwei Knöpfe wieder zuzuknöpfen. Auch wenn er sich fühlte, als hätte er die ganze Nacht durchgesoffen, wollte er nicht unbedingt so aussehen – und schon gar nicht, als hätte er in seinen Arbeitsklamotten geschlafen.

Oliver öffnete die Tür und stockte, als er Connor erblickte, der wartend im Hausflur stand.

„Connor?“; fragte er perplex, hatte er doch jeden vor seiner Tür erwartet, nicht aber ihn. Nicht Connor.

„Was machst du denn hier?“

„Auch dir einen guten Morgen.“ Connor hielt zwei dampfende Becher Kaffee vor sich in die Höhe, in der anderen Hand hielt er eine braune Papiertüte „Ich habe Frühstück mit gebracht, das gilft gegen deinen Kater.“ Er schob sich an Oliver vorbei in seine Wohnung und stellte sowohl Kaffee also auch die braune Papiertüte von dem kleinen Café gleich um die Ecke auf dem Küchentresen ab.

„Alles gut?“, fragte Connor dann, als er Olivers merkwürdigen Ausdruck im Gesicht ausmachte. Und dann platzte es förmlich aus Oliver heraus.

„Connor ich … es tut mir Leid … wirklich … ich hätte nicht … ich kann nicht glauben, dass ich so betrunken war …“ Er seufzte, redete sich förmlich um Kopf und Kragen, seine Worte so schnell und flink, als wäre er auf der Flucht - als hätte er Angst die Worte auszusprechen und sie daher so schnell wie möglich über seine Lippen bringen wollte. „Ich war so dumm …“, fügte er leise hinzu und schüttelte den Kopf, noch immer verärgert über sich selbst, über seine peinliche Aktion letzte Nacht und die Tatsache, dass er Connor tatsächlich seine Liebe gestanden hatte.

Vielleicht war Alkohol doch nicht so gut, dachte er dann.

Wahrscheinlich war, abgesehen davon, dass Oliver ihn in eine unangenehme Situation gebracht hatte, was den sexuellen Übergriff angeht und ebenso sein Liebesgeständnis, die Situation auch dahingehend nicht ganz einfach gewesen, dass Oliver sich förmlich die Kante gegeben hatte, während Connor ihm versprochen hatte, clean zu werden.

„Komm schon Olli, mach dir nicht so viele Sorgen. Alles gut.“

„Aber …“, begann Oliver, holte jedoch noch einmal tief Luft, bevor er weiter sprach. Sein Herz schlug so laut und fest gegen seine Brust, dass er glaubte, es würde jeden Augenblick explodieren. „ … das was ich gesagt habe …“

Jetzt änderte sich auch Connors Ausdruck in seinen Augen. Sie leuchteten kurz auf; seine Mundwinkel zuckten. Dann trat er ein paar Schritte näher auf Oliver zu. „Bitte sag mir, dass es dein Ernst war. Bitte sag mir, dass du tatsächlich wieder eine Beziehung mit mir möchtest, denn genau das ist es, was ich auch möchte. Ich will dich Oliver, ich will das hier, ich will uns – wirklich. Ich will es.“

„Es war doch hoffentlich nicht nur der Alkohol der da aus dir gesprochen hat? Hast du es dir anders überlegt?“ Zweifel schwangen in Connors Stimme mit. Oliver hatte gar nicht bemerkt, dass er eine Weile lang einfach nur stumm da gestanden und seinen Gedanken hinterher gehangen hatte.

Conner stand ihm auf einmal so nahe gegenüber, dass er seinen warmen Atem auf seiner Haut spüren konnte. Nur wenige Zentimeter waren ihre Körper davon entfernt, sich zu berühren. Oliver verzichtete darauf, ihm mit Worten zu antworten. Stattdessen beugte er sich zu ihm vor, legte seine Arme um seine Taille, zog ihn näher an sich heran und presste seine Lippen auf Connors. Er erinnerte sich noch so gut daran, wie seine Lippen schmeckten, doch noch nie hatte er sie als so köstlich empfunden wie jetzt.

Conner seufzte gegen Olivers Lippen, verzehrte sich förmlich nach ihm. Kaum merklich schlichen sich seine Hände unter sein Hemd, krallten sich in seine weiche, nackte Haut darunter. „Du hast mir gefehlt.“, flüsterte er leise, als er von Olivers Lippen abließ und stattdessen die erhitzte Haut auf seinem Nacken mit winzigen Küssen bedeckte.

Nur einen kurzen Augenblick später, unterbrach Oliver den Kuss wieder. Langsam löste er sich von Connor und lehnte sich ein Stück nach hinten, brachte ein wenig Abstand zwischen sie. Dann schaute er ihm tief in die Augen. „Ich will es wirklich. Ich will, dass wir wieder zusammen sind.“

Oliver konnte in Conners Augen sehen, wie die Anspannung von ihm abfiel, wie sich seine zögerliche Miene schließlich in ein Lächeln verwandelte. Auch Oliver hatte das Gefühl, jetzt, wo es gesagt war, ohne das Zutun von zu viel Alkohol, endlich wieder freier atmen zu können und die Tatsache, dass Connor es ebenso wollte wie er, hätte ihn beinahe dazu veranlasst, Luftsprünge zu machen. Innerlich machte er sogar ein paar Luftsprünge.

Lächelnd neigte Connor seinen Kopf leicht zur Seite und sah Oliver einfach nur an, blickte ihm tief in die Augen. Noch nie in seinem Leben war er glücklicher gewesen.

„Connor?“

„Hmm?“

„Brich mir nicht wieder das Herz.“

Schmerz machte sich in Olivers Augen bemerkbar und Connor war es einfach unerträglich ihn so zu sehen. Oliver wusste, dass Connor bereute, was er getan hatte, dass es ihm Leid tat – das hatte er mehr als einmal bewiesen. Allerdings würde er es nicht ertragen können, wenn er ihn noch einmal so verletzen; wenn er noch einmal sein Vertrauen missbrauchen würde. Dann könnte er ihm gleich sein Herz aus der Brust reißen und darauf herum trampeln.

Connor holte tief Luft, dann schüttelte er den Kopf. „Werde ich nicht. Nie wieder. Versprochen. Ich will das, wirklich. Einfach alles. Ich gehöre dir.“

Jetzt waren es Olivers Mundwinkel, die sich sanft kräuselten. Doch noch bevor sie sich in ein glückliches Grinsen hätten verwandeln können, lagen Connors Lippen auch schon wieder auf seinen, küssten ihn ebenso leidenschaftlich wie vorher, nur weniger stürmisch.

„Wegen der anderen Sache die ich gestern zu dir gesagt habe …“, begann er. Wieder räusperte sich. Verunsichert wandte sich sein Blick ganz automatisch nach unten gen Fußboden. „Ich … also … der ganze Alkohol und so …“

„Schon okay Olli, wir müssen nicht drüber reden. Nicht jetzt.“ Connor schüttelte leicht den Kopf, lächelte dann, beugte sich wieder vor und küsste Oliver auf die Wange. „Lass uns erst mal frühstücken, okay?“

Oliver atmete tief durch, erleichtert über Connors Reaktion. Auch auf seinen Lippen zeichnete sich nun ein Lächeln ab. Ein glückliches Lächeln. Ein sehr glückliches Lächeln sogar. „Vielleicht sollte ich vorher noch schnell duschen gehen … oder mich zumindest umziehen.“ Ebenso wie Oliver blickte auch Connor an ihm herab und grinste. „Wieso denn? Sieht doch sexy aus.“ Mit diesen Worten verpasste Connor Oliver einen leichten Klaps auf den Hintern. „Los jetzt, trink deinen Kaffee. Das wird dir gut tun.“

Und das taten sie …
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