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All we know

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16
Loki OC (Own Character)
10.10.2016
13.01.2021
13
16.042
7
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13.01.2021 1.320
 
Als Thor und ich bei den Verließen ankamen, war der Kampf schon in vollem Gange. Auch die tapferen Drei waren inzwischen eingetroffen und schlugen die Gefangenen zurück. Ich zog mein Schwert und stellte mich an die Seite von Thor.

„Kehrt zurück in eure Zellen und ich schwöre euch wird kein Leid geschehen. Ihr habt mein Wort.", versuchte Thor die Situation diplomatisch zu lösen. Doch sogleich bekam er einen Fausthieb ab.

„Na schön was dich betrifft, hast du nicht mein Wort.", meinte er darauf und schlug den Gefangenen K.O. Ich konnte mir über das gerade Geschehene ein kleines Grinsen nicht verkneifen und bekam dafür prompt einen bösen Blick von Thor zugeworfen. Ich zuckte nur mit den Schultern. Und schon waren wir Mitten im Kampfgeschehen. Ich blockte die Angriffe der Gefangenen ab und schlug sie, wann immer ich die Gelegenheit dazu hatte, bewusstlos. Wir wollten die Gefangenen immerhin nur zurückschlagen und sie nicht gleich töten. Auch ich bekam hier und da Schläge von den Gefangenen ab, hielt mich aber tapfer. Unweigerlich kam ich der Zelle von Loki immer näher und musste belustigt feststellen, dass er völlig ruhig darin saß und ein Buch las.

„Ist das Buch spannend?", fragte ich, während ich dem nächsten Gefangenen meinen Schwertknauf gegen die Schläfen schlug, sodass er bewusstlos zusammenbrach.

„Clarissa? Was machst du hier?", fragte Loki verwundert und richtete sich sofort auf.

„Nach was sieht es den aus?" Ich schlug den nächsten Gefangenen nieder. „Ich tue meine Pflicht und beschütze Asgard. Dagegen können unsere Väter nichts einwenden.", meinte ich, ehe ich mich den nächsten Angreifer entgegenstellte.

„Glaub mir, sie können.", gab Loki mehr im Scherz von sich und schaute mich erwartungsvoll an.

„Ein Versuch war es wert.", gab ich ebenso im Scherz zurück und musste zugleich darüber schmunzeln wie absurd unsere Situation gerade war. Doch immer nur zu weinen und zu klagen nützt nichts. Nein, wenn ich ihn schon nach so vielen Wochen wieder sah, wollte ich mit ihm scherzen, genau wie früher. Und ihm schien es nicht anders zu ergehen.

Als ich und die Wachen die Gefangenen im Umkreis von Lokis Zelle soweit unter Kontrolle gebracht hatten, wandte ich mich ihm nun ganz zu. Noch immer wachsam aber doch galt meine Aufmerksamkeit jetzt Loki.

„Ich habe dich vermisst.", meinte ich wehmütig und konnte in seinen Augen dieselbe Sehnsucht sehen.

„Ich dich ebenfalls, Darling.", meint er verschmitz und hockte sich hin um mir besser in die Augen sehen zu können. „Wie du gerade all diese Gefangenen umgehauen hast war ziemlich scharf.", sagte er und schenkte mir dabei ein sexy lächeln.

„Du stehst also auf starke Frauen?", fragte ich belustigt.

„Ich will keine Frau die sich nur hinter ihrem Mann versteckt und stets darauf wartet gerettet zu werden. Ich brauche keine Jungfrau in Nöten. Das überlasse ich meinem Bruder."

„Hey, Jane kann vielleicht nicht kämpfen, aber schwach ist sie ganz und gar nicht.", verteidigte ich Thors Freundin.

„Du weist wie das gemeint war. Komm schon. Weißt du noch, seine nervige Freundin aus Vanaheim?"

„Erinnere mich bloß nicht an die. Sie hat sich doch ständig absichtlich in Gefahr gebracht nur um von Thor gerettet zu werden. Sie hat Sif und mir gegenüber sogar zugegeben, dass sie so was scharf macht.", sagte ich lachend, als in mir die Erinnerungen hochkamen. Zum Glück ist Jane ganz anders als die Frauen, die Thor vor ihr hatte.

Ich hatte es so schrecklich vermisst mich mit Loki zu unterhalten. Wir hatten denselben Humor. Ich war schon seit Monaten nicht mehr so glücklich wie in diesem Moment. Wenn ich bei ihm war, selbst getrennt durch ein Energiefeld, kam es mir so vor als gäbe es nur noch uns beide. Keine Verließ, keine Väter die uns das Leben schwer machten, keine Feinde die wir zu bekämpfen hatten. Es war beinahe ... friedlich. Um uns herum versuchten noch immer die Krieger Asgards die Gefangenen wieder in ihre Zellen zu bekommen.

Loki setzte gerade an etwas, sicherlich abfälliges über Thors Frauengeschmack, zu sagen, als wir plötzlich von einer lautstarken Explosion unterbrochen wurden. Die Erde bebte und ich konnte mich gerade so aufrecht halten. Schmutz rieselte von der Decke hinab und ich sah wie Thor und Volstagg sich ernst ansahen. Was zu Hölle war das eben? Ich war mir nicht sicher aber so wie es sich anhörte, war die Situation schlagartig um einiges ernster und gefährlicher geworden. Bis gerade eben hatten wir es nur mit einem Gefängnisaufruhr zutun. Wenn ich die Situation richtig deutete, folgte nun ein noch größerer Angriff. Augenblicklich war ich wieder in der Realität angekommen.

Als ich Loki wieder ins Gesicht sah, konnte ich sehen, dass auch sein Blick schlagartig ernst geworden war. Mich überfiel ein kalter Schauer.

Sofort eilten Thor und die tapferen Drei mit einigen Wachen aus den Verließen um nachzusehen, was genau passiert war. Ich blieb mit den restlichen Wachen zurück.

„Wir werden angegriffen. Die Frage ist nur von wem.", teilte Loki mir mit ernster Stimme mit.

Schlagartig fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Die Konvergenz. Jane. Diese rote Druckwelle, die von ihr ausgeht, wann immer ihr jemand zu nah kam. Mein Vater hatte mir vom Krieg mit den Dunkelelfen, unter König Bor erzählt. Es gelang ihm damals den Plan der Dunkelelfen zu durchkreuzen, indem man ihnen den Äther stahl und ihn in eine Steinsäule einschloss. Malekith opferte die meisten Mitglieder seines Volkes, um seine Flucht zu sichern, und zog sich mit seinem Raumschiff in die Weiten des Weltalls zurück, um auf die Befreiung des Äthers zu warten. Nun war es soweit. Es war schon ewig her, dass mein Vater mir diese Geschichte erzählt hatte. Ich war noch ein Kind gewesen.

„Die Dunkelelfen! Sie wollen den Äther. Er ist hier, in Asgard. In Jane!"

„Wieso bei Odin ist der Äther in Thors sterblicher Freundin?", fragte Loki stirnrunzelnd. Auch er kannte die alten Geschichten. Auch er war mit ihnen aufgewachsen.

„So genau weiß ich das auch nicht. Heimdall meinte er könne sie nicht sehen, deshalb sind Thor und ich nach Midgard gereist, um nachzusehen was mit ihr passiert ist. Ich vermute, sie hat ein Portal entdeckt, welches sich während der Konvergenz geöffnet hat. Das musste ich mir allerdings alles selbst zusammenreimen. Man erzählt mir nicht mehr viel seit, ... na ja... du weißt schon."

„Sie muss irgendwie Zugang zum Versteck des Äthers gefunden haben. Wenn er wirklich in ihr ist, wird sie daran sterben. Kein Sterblicher ist stark genug diese Macht zu kontrollieren. Sie wird daran zugrunde gehen.", meinte Loki ernst, während er in seinem Kopf alle Informationen zusammen trug, die er bezüglich der Dunkelelfen und des Äthers in all den Jahren seiner Studien gesammelt hatte.

„Ich muss zu ihnen.", sagte ich wehleidig und legte dabei meine Hand gegen das Energiefeld.

„Ich weiß. Und nun geh."

„Ich liebe dich.", sagte ich mit einem wehmütigen Lächeln.

„Und ich liebe dich.", gab Loki eben so sanft zurück und richtete sich auf.

Während ich zum Ausgang der Verließe schritt, sah ich noch einmal über meine Schulte und konnte sehen, dass Loki mir nachsah. Er sah nervös aus. Er wusste, dass Asgard wirklich in Gefahr war. Die Dunkelelfen waren seit jeher unsere Feinde. Der Krieg mit ihnen hatten schon unzählige Opfer gefordert. Hoffentlich passierte unseren Liebsten nichts. Ich sah wieder nach vorn und atmete einmal tief ein und aus. Danach beschleunigte ich meine Schritte und rannte in den Teil des Palastes, in denen Friggas Gemächer lagen. Sie würde Jane sicher dorthin gebracht haben und ich wollte nach ihnen sehen. Thor wird anderweitig beschäftigt sein und ich wollte an seiner statt auf seine Mutter und seine Geliebte aufpassen.

Doch als ich in Friggas Gemächern ankam sah ich, was Schreckliches passiert war. Meine Schritte stockten abprubt, als ich Frigga schlaff in den Armen ihres Mannes liegen sah. Mein Herz setzte einen Schlag aus. Sie hatte ihr Leben gegeben, um uns alle zu beschützten.
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