Er kann nicht lieben

von Black Owl
GeschichteDrama, Romanze / P18
Astoria Greengrass Draco Malfoy
08.10.2016
04.06.2017
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Warum war er nochmal hier? Ach ja, wegen seinem besten Freund Blaise, der ihn dazu nötigte. Eigentlich nutzte er solche Gelegenheiten gerne, um sich neue Eroberungen zu verschaffen und vor allem, um auf seine Kosten zu kommen. Er mochte diese Party eigentlich sehr. Man war unter sich, die junge High Society der englischen magischen Gesellschaft. Die Créme de la Créme, der Reichen und Schönen. Dies diente natürlich nur einem Zweck. Man sollte unter sich bleiben und vielleicht auch nützliche Kontakte dabei knüpfen. Draco lachte bei dem Gedanken innerlich auf. Vor allem ging es doch darum, dass die zukünftigen Erben aus angesehen Familien unter sich blieben, während sie feierten und sich austobten. Und es diente nur der Absicht, das Gerede und die Presse im Schach zu halten. Den niemand von den Beteiligten war so dumm, darüber zu reden was auf diesen Partys alles passierte. Das könnte für den einen oder anderen sonst recht rufschädigend sein.

Er musste bei dem Gedanken grinsen, während er an seinem Drink nippte und seinen Blick über die Menge schweifen ließ. Nun zumindest für alle anderen, außer ihm. Sein Ruf war nicht mehr zu retten und er würde vermutlich damit seine Eltern eines Tages ins Grab damit bringen. Es lag nicht an den Partys. Es lag eher an seine Ausschweifungen, die in die Öffentlichkeit getragen wurden. Eigentlich war seine Mutter daran schuld. Sie verlange immer wieder, dass Draco jemanden als Begleitung bei öffentlichen Auftritten mitnahm und das tat er dann auch. Allerdings hatte er nicht lange eine Partnerin, sonders wechselte diese ständig aus. Er war verrufen als Casanova, Macho und eiskalter Herzensbrecher. Schreckte das die Frauen ab? Kein bisschen. Denn jede von ihnen erhoffte sich, ihn ändern zu können. Die eine zu sein die er suchte, um ein gesittetes Leben zu beginnen. Er war nur nicht auf der Suche. Das verstand nur keiner. Selbst seine Eltern nicht.

Sicher, irgendwann würde er heiraten. Heiraten müssen, traf es eher. Irgendwann würde er einen Erben zeugen, um seinen Namen weiterzugeben. Aber warum sollte er damit jetzt anfangen? Sein Leben mit so etwas praktisch beenden. Warum so etwas Großartiges zerstören? Seinen Ruf als gutaussehender, wohlhabender Single. Das war oft die erste Eintrittskarte, die er besaß. Sie öffnete ihm die meisten Türen bei Frauen. Den Rest erledigte sein Charme und seine Fertigkeiten im Bett. Er hatte noch nie jemanden bei sich gehabt, der in diesem Bereich unbefriedigt von ihm zurückgelassen wurde. Er wusste was er tun musste, um sich selbst Befriedigung zu beschaffen und seine Partnerin dabei nicht zu kurz zu kommen lassen. Er war gut in diesen Dingen. Er hatte viele versteckte Talente. Er blickte sich um und fand nichts, was ihn interessieren würde. Die Frauen die heute hier waren, kannte er entweder schon oder sie waren zu aufdringlich. Er hatte heute nicht einmal Lust gehabt hierher zu kommen, aber Blaise hatte ihn mitgeschleift. Er hatte gemeint, dass es interessant werden würde. Er hatte sich geirrt.

Wo war der Kerl eigentlich? Dracos Augen suchten Blaise und er fand ihn. Er stand in der Nähe einer Bar und sah ihn mit zwei Frauen unterhalten. Er kannte keine der Beiden. Er schlenderte gelassen zu ihm rüber und lehnte sich leicht gegen die Bar neben Blaise. Blaise bemerkte ihn und schlug ihm auf die Schulter. „Das ist mein Kumpel, Draco.“ sagte Blaise gutgelaunt und die Blondine mit der Blaise offenbar flirtete lächelte. „Draco, dass ist Kate und…“ Er hielt inne. „Ich hab gar nicht nach deinen Namen gefragt.“ Die Brünette winkte mit der Hand ab. „Das ist nicht wichtig. Ich bin so gut wie weg.“ Blaise grinste dämlich zurück. „Also eine Freundin von Kate, die so gut wie weg ist.“ Draco unterdrückte es mit den Augen zu rollen, während seine Augen wieder zu der Brünetten wanderten, die offenbar den Barkeeper bezahlte. Sie trug High Heels zu dem kurzen schwarzen Kleid, das nicht besonders auffällig war, aber eng an ihrem Körper lag. Als würde sie spüren, dass er sie abcheckte, wandte sie sich kurz zu ihm und erkannte, neben den ansehnlichen Körper und dem hübschen Gesicht, die strahlenden blauen Augen.

Er blieb gelassen, wie jedes Mal. Schöne Frauen gab es wie Sand am Meer. Er hatte schon dutzende von ihnen in seinem Bett gehabt. Oder an anderen verwegenen Orten. Aber vielleicht wurde es heute doch noch interessant. „Warum schon weggehen? Die Nacht hat doch noch gar nicht angefangen.“ Sie lächelte herablassend. „Das kann schon sein. Aber diese Partys hier sind stinklangweilig und steif.“ Die Blondine zischte ihren Namen und wandte sich dann wieder Blaise zu. „Wir sind eingeladen, auf einer… privaten Party.“
„Du willst schon weg?“ fragte Blaise und die Blondine schien unentschlossen zu sein. „Du kannst auch hierbleiben. Wirklich.“ versicherte die Dunkelhaarige. „Aber dann ist doch Scott bestimmt unheimlich beleidigt.“ Draco stellte sein Glas ab.
„Wie wäre es, wenn wir euch begleiten?“ Die Dunkelhaarige lachte und schüttelte den Kopf.
„Ich glaube nicht, dass das was für euch ist.“
„Solltest du uns das nicht überlassen?“ Sie zuckte die Schultern und wandte sich um, um zu gehen. Zicke. „Wollen wir mit?“ fragte Blaise Draco und er zuckte mit den Schultern.
„Hier ist ohnehin nichts los.“ Es konnte nur besser werden.

Sie gingen zu den Kaminen und sie nannten eine Adresse, die Draco nicht bekannt vorkam. Als er aus einem alten Kamin stieg, sah er sich unsicher um. „Eine Lagerhalle?“ fragte er, während die Brünette entschlossen weiterging und sich dabei kurz zu ihm wandte. „Ich hab ja gleich gesagt, dass das nichts für euch ist, oder?“ Er schnaubte und folgte ihr, während Blaise mit seiner Blondine aus dem Kamin stolperte. Sie blieben vor einer Absperrung stehen und ein Mann mit einer seltsamen hohen Frisur grinste breit. „Hi Tori.“
„Hi Brian. Wer legt heute auf?“
„Überraschung. Wird dir gefallen“, meinte der Mann und seine Augen wanderten zu den anderen. „Das sind Bekannte von Kate. Ich denke nicht, dass sie lange bleiben werden“, warf Astoria ein und gab dem Mann eine Galleone, der sie nickend weiterwank. „Alles klar. Eine Galleone bitte“, meinte er gelassen zu Draco und rollte mit den Augen, als er dem Kerl tatsächlich für den Mist eine Galleone in die Hand drückte. Sie liefen einen Gang entlang, der durch Folien gebildet worden waren. Es war totenstill bis auf ihre Schritte. An einer rostigen Tür, hielten sie an und Tori, wie sie offenbar hieß, drückte die Tür auf und laute Musik drang an Dracos Ohren.

„Guter Dämmungszauber.“ grinste Blaise und sie folgten Astoria. Es war eine riesige Fläche die in blaues und weißes Licht getaucht war, während offenbar Lampen mit Schwarzlicht durch den Raum schwebten. Die Tanzfläche war überfüllt. Der ganze Raum schien aus den Nähten zu platzen. Kate stürzte nach vorne, als sich ihre Freundin auf die Tanzfläche stürzen wollte. „Du nimmst mich mit heim, ja?“
„Ja. Amüsiere dich. Ich geh nicht ohne dich. Versprochen“, grinste Astoria und hob die Hände, während sie sich in die Menge quetschte und verschwand. Sie war eindeutig nicht ganz klar bei Verstand und Draco wurde angerempelt, als jemand sich an ihm vorbeistürzte und heftig die Blondine umarmte, die nach Luft schnappte. Er erkannte schwarze Locken und Kate tätschelte der Frau den Rücken. „Hi Farah.“ Farah, wie die Neue in dem weißen Kleid hieß, strahlte sie an und sah sich dann um. „Wo ist Astoria?“ Kate deutete stumm auf die Tanzfläche und Farah rollte ihre dunklen Augen. „War ja so klar.“ Sie schien erst jetzt Blaise und Draco wahrzunehmen. „Wer ist das?“

Kate stammelte. „Ähm… Bekannte. Aus dem Club.“ Farah verzog das Gesicht, als würde ihr etwas Unangenehmes in die Nase steigen. „Vom Club? Ernsthaft? Wie kam es dazu?“
„Hat sich so ergeben“, mischte sich Draco in und Farah musterte ihn kurz, bevor sie die Schultern zuckte. „Na schön. Wir haben oben Plätze.“ Sie nahm Kate bei der Hand und zog sie mit. Draco sah Blaise fragend an, der lapidar mit den Schultern zuckte und den beiden folgte. Er folgte ihnen langsam, während er sich umsah. Er schien keines der Gesichter zu kennen. Zum Teufel wieso wusste er von solchen Feiern nicht? Niemand schien vom Club da zu sein, nun, außer ihnen. Und offenbar kamen Kate und ihre Freundin auch von dort. Diese Farah schien auch darüber Bescheid zu wissen und es für eine Krankheit zu halten. Er machte sich nicht die Mühe die Namen der Leute zu merken, die Farah ihnen vorstellte. Wozu auch? Er hatte sein eigentliches Ziel schon gefunden.

Seine Augen suchten die Tanzfläche ab und er fand die Brünette wieder. Sie schien völlig in der Musik aufzugehen. Es war nicht nur irgendein dummes Gehüpfe, wie es viele taten. Sie wiegte ihren Körper zum Takt der Musik. Als das Licht um die Tanzfläche fast erlosch und die Lampen mit Schwarzlicht sich auf die Fläche konzentrierten, trat Farah an die Brüstung ran. „Wie immer ist sie bei der Sache die erste.“ Kate begann zu lachen, während sie mit Blaise ebenfalls näherkam. „Du kennst sie doch. Wenn sie mal wiedergeboren wird, dann bestimmt als Vogel.“
„Warum als Vogel?“ fragte Blaise verwirrt, doch die Frage erledigte sich von selbst, als alle Personen auf der Tanzfläche zu schweben anfingen. Johlten, lachten und dabei applaudierten. „Was zum…“ fing Blaise an und Kate grinste. „Deshalb sind diese Partys einfach besser. Bessere Musik, bessere Lokation…“
„Und bessere Drinks“, meinte Farah. Sie sahen dabei zu, wie Astoria langsam einen Looping drehte und Draco fragte sich, ob sie nicht ohne Grund so ein enges Kleid gewählt hatte, das nicht verrutschte.

„Sie steht wohl auf Schweben?“, warf Draco neutral ein. „Sie steht auf fliegen. Sie wäre wohl besser Quidditchspielerin geworden“, erwiderte Farah und griff nach einem Gals mit einer neonpinken Flüssigkeit. Er sah zögernd auf ein Tablett, das bei ihm anhielt und er griff nach einer Flüssigkeit die gefährlich gelb aufleuchtete. „Es ist nicht vergiftet“, versprach Farah und stieß mit ihrem Glas an. Er leerte das kleine Glas in einem Zug. Es schmeckte kaum nach Alkohol, aber er schmeckte Limone, Mango und zum Schluss nach Kiwi, als das Zeug mit einem angenehmen Prickeln auf der Zunge seinen Hals hinab lief. Er hatte noch nie so etwas gekostet. Es war unglaublich gut und… aufputschend. Er fühlte sich sofort entspannt und gutgelaunt. Er besah das Glas und Farah lachte. „Doch nicht schlecht, oder?“ Er sagte nichts. „Glaub mir, der Eintritt lohnt sich.“ Er griff nach einem neuen Glas und lehnte sich etwas über die Brüstung um die Brünette im Auge zu behalten. Sie machte diesen Abend erst richtig spannend.





Es war herrlich. Sie fühlte sich aufgepumpt. Sie liebte das Tanzen. Sie liebt die Musik. Sie entschuldigte sich lachend, als sie fast in jemanden reinrannte, als sie die Treppe nach oben ging, um zu ihren Freunden zu kommen. Sie brauchte eine kleine Pause. Etwas Erholung und definitiv etwas zum Trinken. Sie summte die momentan laufende Musik mit uns hielt verwirrt inne, als bei ihren Freunden unteranderem Kates neuer Freund saß und Draco Malfoy. Er war tatsächlich noch da. „Astoria“, rief Farah laut und sie näherte sich. Ihre Laune sank, ein wenig. Sie hatte nicht geglaubt, dass dieser Schnösel noch da sein würde. Sie griff nach einem Glas mit einer hellblauen Flüssigkeit. Sie schmeckte Vanille, Blaubeeren und Holunderblüten. Es erinnerte sie an den Sommer. Sie liebte es. Sie setzte sich leicht gegenüber Draco und Farah plapperte munter los. „Hattest du viel Spaß?“
„Oh ich bin noch nicht fertig. Ich brauch nur eine kleine Pause. Das ist alles.“ Sie hob die Hand, als ein Tablett vorbeischwebte. „Ich krieg noch zwei von den blauen.“ Das Tablett sauste davon und Astoria fuhr sich durch ihre offenen Haare.

Sie rückte zur Seite und somit näher an den Blonden, als Farah freudestrahlend aufsprang und einem Astoria unbekannten Mann um den Hals fiel. Sie schmunzelte und rollte mit den Augen, als sie sah, dass Kate bereits mit ihrem neuen Freund rumknutschte. Astoria bezweifelte, dass sie Kate Nachhause begleiten würde. Wenn sie es täte, würde es vermutlich peinlich werden. Peinlich für Astoria und sie mochte diese Peinlichkeiten nicht. Sie griff nach den zwei Gläsern und stellte eines ab, während sie das andere wieder leerte. „Du stehst auf die Blauen“, stellte Malfoy fest und sie wandte sich ihm zu. „Und du bist noch hier. Ich dachte du wärst schon längst geflohen.“ Er lächelte charmant, was Astoria kalt ließ. „Es ist eigentlich nicht schlecht.“ Er griff nach einem der leeren Gläser „Und dieser Dinger sind echt… fabelhaft. Ich hab so was noch nie getrunken.“
„Du solltest aufpassen, die haben ziemlich viel Alkohol, auch wenn man es nicht schmeckt.“

Er streckte ihr seine Hand hin. „Draco Malfoy.“ Sie sah auf seine Hand und blickte dann ihn wieder an. „Du glaubst, ich weiß nicht wer du bist?“ Er senkte die Hand und runzelte die Stirn. „Ich kann mich nicht daran erinnern, dich schon mal gesehen zu haben.“ Sie lachte amüsiert. „Dafür sieht man dich recht häufig in den Klatschmagazinen dieses Landes.“ Ihn und seine Verflossenen. Er setzte eine Unschuldsmiene auf. „Schlechte Karten?“ „Meine Schwester hat mir drei Ratschläge in meinen Leben mitgegeben“, warf sie ein und er lachte leise. „Der erste Ratschlag war, glaube nie einem Fremden. Der zweite Rat war, lass dich niemals bei etwas von Vater oder Mutter erwischen.“ Er rollte gespielt mit den Augen. „Tatsächlich?“ Sie ignorierte es.
„Und der dritte Ratschlag war, lass dich niemals, auf gar keinen Fall, auf Draco Malfoy ein.“

„Und wer ist deine Schwester?“, fragte er interessiert und völlig ruhig nach. „Du musst gestehen, du bist im Vorteil mich zu kennen, während ich dich nicht jemanden zuordnen kann.“ „Daphne Greengrass oder besser gesagt, ehemalige Greengrass“, antwortete sie und in seinen Augen regte sich etwas. „Daphne war mit mir in Hogwarts. Im gleichen Jahrgang.“ „Und schon da waren deine Weibergeschichten legendär“, warf sie ein und reichte ihm die Hand. Er nahm sie zögernd. Sie war seltsam warm. „Astoria Greengrass.“ „Deshalb Tori“, meinte er und sie ließ seine Hand wieder los um nach ihrem zweiten Glas zu greifen. Sie nickte, nachdem sie an ihrem Getränk genippt hatte. „Sie hat dich gewarnt?“ „Oh ja. Sie und ein dutzend ihrer Freunde.“ Er schüttelte den Kopf und fuhr sich durch seine Haare. „Sei nicht böse“, meinte sie lapidar und schlug auf seine Schulter. „Du kannst dich mit mir unterhalten. Ja sogar flirten. Aber ich höre auf meine Schwester. Ihre Weisheiten haben mir schon viel zu oft Ärger erspart.“ Er lehnte sich ausamtend auf der weißen Couch zurück „Ich dachte nicht, dass Daphne mir einmal eine Tour vermasselt.“ Astoria lachte wieder leise und er stand auf. „Willst du Tanzen?“ Sie sah belustigt zu ihm hoch. „Wenn es nur beim Tanzen bleibt?“ Er hielt ihr auffordernd die Hand entgegen.
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