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Not a Sad Song

von Yin
GeschichteLiebesgeschichte / P16 / Gen
Asuna Kirito
07.10.2016
07.10.2018
25
38.170
2
Alle Kapitel
29 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
14.10.2016 2.235
 
Hallo ^.^

Wie versprochen kommt heute auch schon das nächste Kapitel. Diesmal zwar etwas länger, aber das wechselt so ziemlich zwischen den Kapiteln, also kommt es vielleicht häufiger oder seltener vor, spielt eigentlich aber auch keine Rolle :D

Naja jetzt wünsche ich auf jeden Fall viel Spaß beim Lesen und würde mich über eine kleine Rückmeldung freuen :)

Alles Liebe


↤↦



If there are Storms there are Stars too


Ich erinnere mich noch genau an den Tag, an dem wir uns das erste Mal getroffen haben. Es war im Bus auf unserer Abschlussfahrt.

Alle Sitze waren besetzt, nur der neben ihm war frei. Wie schon gesagt, er hatte zwar nie Feinde, jedoch auch nicht besonders viele Freunde. Er war unsichtbar, wie ich.

Ich setzte mich neben ihn, fragte nicht. "Hallo.", sagte ich freundlich und versuchte eine Konversation zu starten. "Hallo.", grüßte er mich freundlich zurück, er lächelte. Ich hatte ihn noch nie zuvor gesehen, war mein erster Gedanke. Vielleicht waren wir uns mal in den Fluren begegnet und hatten keine Notiz voneinander genommen. Ich konnte mir gut vorstellen, dass er genau wie ich immer stumm im Klassenraum saß und gewartet hatte, bis der Unterricht los ging.
"Ich bin Asuna Yuuki.", stellte ich mich vor. Seine schwarzen Augen fixieren die meinen, doch seine Züge bleiben weich. "Ich bin Kazuto Kirigaya.", stellte er sich vor. Ich musste leicht lachen. "Warum lachst du?", fragte er. "Ich hab im Internet mal etwas über einen Kirito gelesen und dein Name erinnert mich etwas daran.", antwortete ich. Er runzelte seine Stirn und betrachtete mich kurzzeitig. "Was macht denn dieser Kirito?", fragte er.

Ich lehnte mich etwas zurück in den Sitz, er roch fremd, nach anderen Menschen. "Kirito ist einer der berühmtesten Spieletester die es gibt.", berichtete ich. "Du meinst von Computerspielen?", fragte er. Ich zuckte kurz mit den Schultern. "Ich weiß nicht so genau. Manchmal testet er Computerspiele und manchmal VRMMORPG's.", sage ich schließlich. "Hast du schon einmal eines gespielt?", fragte er neugierig.
Er lehnte sich leicht nach vorne um sich besser mit mir unterhalten zu können, dass tat er immer, wenn er etwas interessant fand. Ganz am Anfang hat er es total häufig getan, doch mit den Jahren hat er es immer weniger gemacht.

"Ja schon einmal. Und du?", fragte ich. "Ja.", darauf folgte eine lange Pause.
Wir fuhren übrigens nach Shizuoka. Stundenlang im Bus eingepfercht und wenn man keine Freunde hatte oder einen Sitznachbarn mit dem einen nach 5 Minuten der Gesprächsstoff ausging, war das ziemlich langweilig. Normalerweise wäre ich ja schlafen gegangen, aber das erwies sich als schwierig, wenn jemand den Schlafplatz für sich beansprucht hatte und damit bleibt einem nichts anderes übrig, als nur aus dem Fenster zu schauen und die Landschaft an sich vorbei ziehen zu sehen.
Irgendwann drehte sich Kirito zu mir wieder um und fragte mich, warum ich eigentlich neben ihm saß. "Weil kein anderer Platz mehr frei ist.", antwortete ich. Doch er schüttelte nur den Kopf, als sei die Antwort nicht befriedigend oder ausreichend. "Nein, warum?", fragte er. Ich hatte das Gefühl, als würde es ihm etwas bedeuten.
"Es gibt keinen besonderen Grund.", antwortete ich. Und er glaubte mir. Ich bin mir nicht mehr sicher, ob er damals nicht doch etwas anderes dachte, immerhin konnte das Gedächtnis einem ja auch einen Streich spielen, aber so war es. "Warum sitzt du denn hier?", fragte ich dann. Er holte tief Luft und sah kurz den Sitz vor sich an, als würde ihm das folgende schwer fallen. "Siehst du jemanden, der sich hier mit mir unterhält oder jemanden der sich auch nur einmal umgedreht hat?", fragte er. Ich schüttelte den Kopf. Er zuckte kurz mit seinen Schultern und sah mich wieder an. "Das ist das traurige daran wenn man unsichtbar ist."
Ich schaute kurz aus dem Fenster, mein Blick schweifte um das, was um uns herum ist. Ein paar waren eingeschlafen, doch die wach waren, beschäftigten sich mit anderen Sachen. "Ich weiß was du meinst.", sagte ich. Mein Mund war trocken. "Du hast dich auch nicht auf diese Reise gefreut oder?" Er schüttelt den Kopf. "Es gab keinen Grund.", sagte er. "Hast du denn keinen Freund hier?", hakte ich nochmal nach. "Ich hatte mal einen besten Freund. Sein Name war Klein. Jedenfalls war das sein Spitzname. Auch er spielte VRMMORPG's. Rote wuschelige Haare hast du bestimmt schon mal gesehen. Er ist nicht unsichtbar gewesen nie, doch eines Tages zog er in eine andere  Stadt. Jetzt du.", verlangte er.  
Ich weiß nicht was ich sagen soll. "Hast du denn noch Kontakt zu ihm?", fragte ich, ich wollte nicht über meine Freunde reden. Denn meine alte beste Freundin saß derzeit hier im Bus. Ich bin zwar auch unsichtbar, doch es gab noch eine Zeit vor dem Nichts und da war sie meine beste Freundin.

"Nein. Mit der Zeit hatten wir noch welchen und haben uns im Spiel getroffen wenn wir es nicht in der Realität konnten, doch der Kontakt brach ab. Aber jetzt du.", sagte er wieder. Ich schluckte und drehte mich kurz um. Ganz hinten saß sie und lachte mit ihren Freundinnen. Sie hatte braune kurze Haare und genauso braune Augen. Früher hatten wir viel zusammen gemacht und dann hatten wir uns gestritten und nicht mehr miteinander geredet. Kirito dreht sich ebenfalls und schaut in die Richtung, in jene in die ich sah. "Wer ist da?", rasch drehte ich mich wieder um. "Nur ein paar Klassenkameraden.", auch er drehte sich wieder um. "Also, wer ist deine beste Freundin gewesen, es ist unmöglich das du keine hattest.", sagte er. "Naja...", ich legte meinen Kopf schief, er ist so ehrlich gewesen. "Sie hat braune Haare und ihr Name ist Rika Shinozaki. Als Kinder waren wir gut befreundet, aber dann..", ich zögerte. "sie hatte einen Autounfall. Ein Auto fuhr sie an und noch im Krankenhaus verstarb sie.", sagte ich rasch. Es musste glaubwürdig klingen, um jeden Preis. "Hmm.", er wendet sich zu dem Fenster. "Das tut mir leid für dich.", es klang unehrlich, irgendwie kalt. So, als wüsste er genau, dass ich gelogen hatte, doch er sagte nichts dazu.
Die restliche Fahrt schwieg er, irgendwie kam er mir verletzt vor und selbst als wir in die Jugendherberge gingen und uns abends an einen Essenstisch setzten war er still.

"Es tut mir leid.", sagte ich. Er schaute auf. "Du musst dich nicht entschuldigen. Wir kennen uns doch gar nicht.", meinte er. "Es war falsch, du warst offen zu mir und ich war nicht ehrlich.", antwortete ich. Er schwieg. "Meine beste Freundin heißt zwar wirklich Rika Shinozaki, doch sie ist niemals gestorben. Sie geht in meine Klasse und vor ein paar Jahren hatten wir einen riesigen Streit, seit dem beachtet sie mich nicht mehr und ich versuche ihr ebenfalls aus dem Weg zu gehen.", sagte ich. Er nickte. "Also gab es doch einen Grund warum du dich neben mich gesetzt hast.", sagte ich. Ich schüttelte den Kopf. "Nein, da war wirklich kein Platz mehr frei.", antwortete ich.
"Hey wenn wir fertig mit Essen sind, sollen wir noch wohin gehen? Ich hab vorhin einen kleinen Weg gesehen und ich will wissen wo er hin führt.", sagte er jetzt lächelnd. Meine Augen wurden zu Schlitzen. Ich beobachtete ihn kurz. "Und du bist auch ganz sicher, kein Serienkiller oder etwas dergleichen?", fragte ich. Er lachte und schüttelte den Kopf. "Nein und jetzt komm.", er stand auf und streckte mir seine Hand hin. "Sagtest du nicht nach dem Essen?", fragte ich vorsichtig. "Ja, aber nach dem Essen könnten auch noch andere den Weg entdecken und dann wäre es nicht mehr neu.", ich sah ihn kurz irritiert an und nahm dann seine Hand.
"Wohin wollt ihr gehen?", fragte einer der Lehrer uns. "Wir sind schon fertig.", sagte Kirito rasch, bevor ich etwas sagen konnte. Kritisch musterte der Lehrer uns. "Na gut ihr könnt gehen.", Kirito zögerte nicht einen Moment und zog mich hinter sich her nach draußen.
Die Luft war eisig und ich hatte Angst, dass sie mich schneiden oder irgendwie verletzten konnte. Doch als ich nach oben sah, konnte ich den klaren Sternenhimmel sehen. Auch er schaute kurz nach oben, ehe er mich weiter zu einem kleinem Pfad führte. Ringsherum standen Bäume und mir fiel wieder das mit dem Serienkiller ein, denn es war schon ein kleines bisschen gruselig. "Keine Angst.", er drückte meine Hand etwas fester und führte mich wieder tiefer in den Wald. "Hab ich nicht.", behauptete ich. Abrupt ließ er meine Hand los und unsicher folgte ich ihm. Ich verfluchte mich für meine Worte. Seine Hand hatte mir etwas Sicherheit gegeben und eine Quelle der Wärme. "Mir ist nur kalt.", behauptete ich dann. Ich brauchte einen Grund wieder eine warme Hand in meiner zu halten doch er reagierte nicht. Die Bäume wurden immer dichter und man konnte kaum noch die Hand vor Augen sehen. Ich hörte Schritte, immer wieder traten sie auf Äste und ich zuckte fast jedes Mal zusammen. "BUUUHH!", schrie jemand von rechts und ich flog auf die Nase. Das zog mir endgültig den Stecker. Die ganze Zeit schon hatte ich Angst vor Serienmördern oder vor Leuten mit Kettensägen erinnert und es kam mir auch schon wie ein Horrorfilm vor. Nachts alleine im Wald und dann das.

Ich kauerte mich auf dem Boden und schloss meine Augen. Etwas leuchtete mich an. Vorsichtig öffnete ich meine Augen. Sie waren etwas nass geworden, ich hasste es wenn das passierte. Ich blinzelte ein paar Mal. Kirito hatte sich vor mich hingehockt und mir in die Augen gesehen. "Asuna alles in Ordnung?", fragte er. "Idiot.", murmelte ich beinahe lautlos vor mich. Ich wischte mir die Tränen weg und stand, ohne weiter auf ihn zu achten, auf. "Ich war es nicht der gesagt hat er hätte keine Angst.", warf er mir vor. "Hab ich auch nicht.", behauptete ich. Er grinste. "Ich beobachtete dich.", ein kalter Schauer lief mir über den Rücken und ich zuckte zusammen. Er lachte und stellte sich neben mich. Dann hielt er mir wieder seine Hand hin. Vorsichtig nahm ich sie. "Nur noch ein Stück.", versprach er. Ich nickte und er lief weiter. Diesmal ließ er nicht los, die Kälte war zwar noch da, aber die Angst verschwand jetzt etwas.
Wir liefen auf einen kleinen Hügel mit der Sicht auf ein kleines Tal. "Herrlich.", sagte er und streckte sich. Ich zog meine Hand zurück und verschränkte meine Arme. "Eher kalt.", bemerkte ich. Wieder grinste er. "Schau doch mal nach oben.", sagte er. Ich sah nach oben. "Und jetzt?", fragte ich. "Siehst du sie denn nicht auch. Die Sterne. Eine ganze Zeit lang waren sie lediglich Punkt am Nachthimmel, doch sie drücken etwas wundervolles aus. Sie sind der Beweis dafür das wir alles schaffen was wir wollen und nur weil der Himmel mal verdunkelt ist, heißt das nicht das man sie nie wieder sehen wird. Es heißt nur, dass eine schwere Zeit begonnen hat. Aber sie wird auch wieder gehen und dann musst du alles genießen, was du nur genießen kannst. Denn es sind die kleinen Momente, die uns Hoffnung spenden und uns davon abhalten zu zerbrechen."
Ich wandte meinen Kopf zu ihm. Auch er schaute mich wieder an. "Danke, dass ich dich heute kennen lernen durfte.", er lächelte und ich hätte am liebsten in diesem Moment eine Kamera gehabt um diesen Augenblick einzufangen. Denn ich freute mich wahnsinnig und es machte mir nichts aus, dass ich begann zu weinen, denn ich war glücklich. "Tut mir leid, dass ich dich angelogen habe. Aber vertrauen fällt schwer und du bist quasi der erste Mensch, bei dem ich seit langer Zeit das Gefühl habe, dass ich es nicht bereuen werde. Ich hatte Angst und meine beste Freundin ist jetzt wirklich nur noch ein Mädchen, dass vorgibt mich nicht zu kennen und das Gefühl ist die Hölle und ich bin froh jemanden getroffen zu haben.", sagte ich. Er lächelte. "Noch kalt?", fragte er. Ich wischte mir ein paar Tränen weg und schüttelte den Kopf. "Nein, mir ist sogar warm.", gab ich zu."Das ist Magie."
Ich lachte etwas.

"Okay, lass uns eine Vereinbarung treffen. Egal was passiert auch wenn wir uns zerstreiten, wir treffen uns alle 4 Jahre wieder hier an diesem Ort und versprechen uns es von vorne. Und auch wenn wir schon alt und grau sind und du mit deinem Mann herkommst und ich meine Frau. Einverstanden?"
"Aber ich kenne dich doch kaum.", warf ich ein.
"Es ist mir egal, was in deiner Vergangenheit war, warum ihr euch zerstritten habt, aber ich bin froh das ich jetzt hier stehe und mit dir reden kann."



Fußnote: If there are Storms there are Stars too - One Piece OST
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