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Not a Sad Song

von Yin
GeschichteLiebesgeschichte / P16 / Gen
Asuna Kirito
07.10.2016
07.10.2018
25
38.170
2
Alle Kapitel
29 Reviews
Dieses Kapitel
6 Reviews
 
 
07.10.2016 962
 
Hallöchen und Wilkommen zu einer neuen kleinen FF von mir :)

Also ähm freut mich das du dich hierher verirrt hast :D

Zu dem Titel des Kapitels, es ist so, dass alle neuen Kapitel den Titel eines Liedes haben. Weshalb es immer unten eine Fußnote geben wird in der nochmal der Name und der Sänger oder die Sängerin des Liedes steht ^.^

Ich glaube, dass wars eigentlich auch schon was ich großen ganzen. Jetzt wünsche ich viel Spaß mit dem Kapitel und würde mich sehr über eine Rückmeldung freuen :)

Alles liebe Franzi


@



Passing afternoon


"Warum bist du noch hier?", fragte der schwarzhaarige junge Mann. Seine schwarzen Augen fixierten mich, doch seine Züge blieben weich. "Warum steigst du nicht aus?", fragte er. Ich betrachtete ihn eine ganze Weile, bevor ich etwas sagte.
Die Umgebung um uns herum war weiß, das Auto in dem wir saßen war weiß, nichts erinnerte an das Auto, in dem wir vorhin noch gesessen hatten. Der Mann auf dem Beifahrersitz und ich selber auf dem Fahrersitz. "Wenn ich aussteige, dann.. dann tut es weh.", sagte ich vorsichtig.

Meine Stimme klang brüchig, so als wäre etwas schlimmes passiert und das war es ja auch. Ich wollte nicht daran denken, denn wenn ich daran dachte, würde es zu viele Faktoren geben, die mich wahnsinnig machen würden. Auch wenn es mir nicht weh tun konnte.
"Du hast Angst.", bemerkte er. Ich sah ihn nicht an, starr war mein Blick auf das vor uns gerichtet, doch da war nichts. Ich hätte auf das Pedal treten können, um loszufahren, doch ich wusste, dass ich nirgendwo ankommen würde und deshalb tat ich es nicht. "Warum steigst du nicht aus? Es ist ganz einfach, du musst nur die Türklinke nach unten drücken.", sagte er wieder. Mein Blick wanderte wieder zu dem jungen Mann. Sein Name war Kazuto Kirigaya, aber ich nannte ihn lediglich Kirito.

Ich kannte ihn jetzt etwa seit 4 Jahren und seit 3 Jahren waren wir in etwa nun schon zusammen. Es war eine schwierige Zeit gewesen. Wir hatten uns häufig gestritten, meistens darüber, dass er alles für sich behielt und nie etwas zu mir davon sagte. Aber wir hatten uns nie gefragt, ob wir überhaupt zusammen sein sollten, wir waren es einfach und das machte eine Beziehung im Großen und Ganzen ja aus.
Auch vorhin hatten wir noch gestritten... bevor wir in die weiße Welt tauchten. Ich wusste genau was passiert war und wenn wir jetzt in der echten Welt wären, hätte ich mit Sicherheit einen dicken Kloß im Hals gehabt. Vielleicht hätte ich ihn mit Wasser runter gespült um nicht zu weinen. Doch wir waren nicht in der echten Welt. Viel mehr ich war nicht in der echten Welt. Ich redete mit meinem Unterbewusstsein, dass zufälliger Weise die Form meines Freundes angenommen hatte. Und offenbar wollte es das ich ausstieg. Doch ich nicht, hier spürte ich nicht den Schmerz, den ich draußen spüren würde, hier konnte ich einen klaren Gedanken fassen. Man nannte es auch rationales Denken. Obwohl es schon irgendwie rational wäre jetzt auszusteigen, denn was sollte ich hier, was brachte es mir? Ich konnte nachdenken über das was geschehen war und das brauchte ich jetzt.

"Was spricht dagegen auszusteigen?", fragte er wieder. "Das du dann Schmerzen spürst und vielleicht Schuld empfindest?", ich sagte nichts. Mein Unterbewusstsein kannte mich zu gut. Ich könnte anfangen mit ihm zu streiten, nur das würde viel Energie kosten, die ich nicht hatte. Außerdem war es zum Teil sogar wirklich mein Freund. Die Worte waren etwas direkter und gemeiner, aber auch er hätte es mir irgendwie vorsichtig versucht bei zu bringen. Wenn es mir schlecht ging, wusste er es sofort und genauso wenn es mir gut ging. Wenn ihn etwas störte zeigte er es mir eher passiv und versuchte es mir vorsichtig bei zu bringen. Er achtete immer auf die Gefühle des anderen und im Gegensatz zu mir hatte er kaum bis zu gar keine Feinde. Er liebte die Schönheit der Natur und wenn er nur konnte brachte er sie mir etwas näher und sog mich in seine Welt. Wenn es mir schlecht ging war er da und ich ebenso für ihn. Eigentlich war es immer perfekt gewesen und da waren ein paar Streitereien vollkommen okay.

Ich legte meinen Kopf auf das Lenkrad, was brachte es jetzt noch darüber nach zu denken, denn es war vorbei. Über Sachen nachzudenken würde nur noch mehr Schmerzen hervorrufen, sie würden sich anstauen, sammeln und dann wie ein Vulkan ausbrechen. Ungewiss, zerstörerisch, mit dem einzigen Unterschied das es niemanden außer mir zerstören würde. Man könnte es auf gewisse Weise vorbildlich nennen, ich riss nur mich und meine Schmerzen mit in den Tod.
Obwohl, das Wort Tod war relativ, immerhin war es nur eine Metapher und nicht mehr und nicht weniger.

Seufzend schloss ich meine Augen, am besten einfach nur liegen bleiben und nichts mehr sagen. "Du hast Angst.", wiederholte er. Ich hatte ihn beinahe vergessen.
"Warum?", fragte er. Er war ein Geschöpf meiner Fantasie und existierte als mein Unterbewusstsein und er wusste die Antwort, warum wollte dieses Ding sie denn unbedingt von mir hören? Ich richtete mich auf und lehnte mich ganz langsam zurück in den Sitz, ehe ich meinem Kopf zu ihm wandte. "Ich will dich nicht verlieren.", sagte ich. Er schwieg. Das tat er immer wenn irgendetwas süßes oder kitschiges meine oder seine Lippen verließ. Das sprachlos sein von ihm oder von meinem Unterbewusstsein gab mir etwas Zeit meine Gedanken schweifen zu lassen. Denn zum Glück verfügte ich auch über diese Eigenschaft.

Wieder legte ich meinen Kopf auf das Lenkrad und schloss meine Augen, diesmal driftete ich in die Dunkelheit ab.


Fußnote: Passing afternoon - Iron & Wine
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