喜びと痛み

GeschichteRomanze, Freundschaft / P16
Hinata Shouyou Kageyama Tobio OC (Own Character)
01.10.2016
25.08.2019
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„Achtung Klasse!“, rief der Klassenlehrer des ersten Jahrgangs der ersten Klasse. „Das ist eure neue Mitschülerin. Sie ist gerade aus Irland nach Japan gezogen und ist noch nicht so vertraut mit unserer Kultur und Sprache. Seid nett zu ihr!“

Mit einer Geste deutete auf das schüchtern wirkende Mädchen neben sich, welche mit verlegenem Blick und roten Wangen der Klasse entgegen guckte. Nervös spielte sie mit einer ihren wirren Haarsträhnen und nestelte am Rock ihrer Schuluniform rum.

„Na los“, forderte der Lehrer sie auf. „Stell dich vor“

„H-hallo“, brachte die Neue mühsam hervor und man hörte sofort, dass sie die japanische Sprache nicht sehr gut beherrschte. „My name Ehm, mein Name ist S… Laine Sarah. I-ich hoffe auf gute Zusammenarbeit“

Sie machte Anstalten sich leicht zu verneigen, wie es in Japan üblich war, doch tat sie dies zögerlich und sehr unsicher.

„Du kannst dich hinsetzten“, meinte der Lehrer und deutete der neuen Schülerin ihren Platz an, welchen sie hastig einnahm. Kurz spürte sie noch die neugierigen Blicke ihrer Mitschüler auf sich, doch als der Lehrer mit dem Schulstoff begann, war alle Aufmerksamkeit nach vorne gerichtet.

Sarah Laine, 15 Jahre alt, gerade aus Irland nach Japan gezogen und beherrscht die Sprache mal gerade so eben. Für Irländer sehr klischeehaft, besitzt Sarah die typisch blasse Haut mit den Sommersprossen, dazu emeraldgrüne Augen und weinrotes, schulterlanges, wirres Haar. Sie war von der Größe her etwas unter dem Durchschnitt, dafür aber breitschultrig und vollbusig und trug eine Nerdbrille.

Die Klasse hatte gerade Mathematik, ein Fach, wo man zum Glück keine Sprache benötigte und so konnte die Neue ohne Probleme folgen. Schwieriger wurde es jedoch in der dritten Stunde, als japanische Geschichte folgte. Hier war sie auf verlorenem Posten, was einigen Schüler nicht unbemerkt blieb, da sie immer wieder die Hand ausstreckte und nachfragte, was der Lehrer gerade erklärt hatte. So ging das Getuschel los.

„Hinata-kun!“, donnerte plötzlich die Stimme des Lehrers durch das Klassenzimmer und eben erwähnter Junge mit der Steckdosenfrisur schreckte hoch, da er seinen Banknachbar eigentlich nur nach einem Radiergummi gefragt hatte. „Wie ich sehe ist Geschichte plötzlich ganz interessant für dich geworden oder worüber hast du gerade mit deinem Nachbar gesprochen?“

„Ich, ehm…“, stotterte der Junge verlegen.

„Na wenn du so gut in Geschichte bist, dann kannst du Laine-san doch sicher später Nachhilfe geben, oder?“, fuhr der Lehrer fort. „Und da sie scheinbar noch einige Integrationsprobleme hat, wie wäre es wenn du ihr Tutor wirst? Nur solange bis sie sich eingelebt hat natürlich“

„Eh“, verwirrt guckte Hinata zu der Neuen, die sich sehr verwirrt in der Klasse umguckte.

„Dann fahren wir jetzt weiter und zwar…“

Die Stunde zog sie noch etwas in die Länge bevor es endlich zur Mittagspause klingelte. Hungrig zogen die Schülerinnen und Schüler ihre Bentos hervor, setzten sich zu ihren Freunden oder gingen raus, um zu essen. Unschlüssig blieb Sarah an ihrem Platz sitzen und guckte den anderen Schüler zu. Sie würde sich gerne zu ihnen setzten und mit ihnen sprechen, lachen und tratschen, doch sie traute sich nicht. Auch kam sie ihnen wegen der sprachlichen Barriere nicht sehr gut hinterher und so saß sie da, bis ihr „Tutor“ vor ihrem Tisch auftauchte.

„Hallo“, grinste er sie an. „Ich bin Hinata Shōyō!“

„H-hallo, Hinata…-kun“, hastig hängte die Rothaarige die Silbe dran. Die Japaner waren was Höflichkeit betraf sehr streng, dass wusste sie. Auch wusste sie bereits, dass man sich nie mit Vornamen ansprach, außer der gegenüber erlaubte es einem. Daran musste sie sich erst einmal gewöhnen, andere mit dem Familienname an zu sprechen und selber mit „Laine-San“ angesprochen zu werden.

„Du kannst einfach Hinata sagen“, sagte der Junge.

Sarah nickte.

„Der Lehrer hat gesagt, ich soll dir helfen, dich zurecht zu finden“, erklärte Hinata.

Wieder nickte Sarah nur.

„Verstehst du mich?“

„W-wenn du langsam sprichst“, nuschelte das Mädchen.

„Okay!“, lachte der Oranghaarige. „Ich werde mir Mühe geben!“

„I-ich auch“

„Willst du dich jetzt zu uns setzten?“, bot Hinata der Neuen an und deutete auf seinen Platz, wo bereits drei andere Jungen saßen und zu ihnen guckten. „Dann bist du nicht so alleine“

Ein Lächeln tauchte auf dem Gesicht der Brillenträgerin auf und sie nickte, nahm ihr Bento und folgte Hinata zu seinem Platz, wo sie alle zusammen aßen. Die anderen drei Jungs stellten sich ebenfalls vor und es wurde eifrig über ihre Hobbys diskutiert. Sarah hörte konzentriert zu und auch wenn sie nicht alles verstand, so wurde es aber mit der Zeit einfacher ihnen zu folgen.

„Und Laine-san?“, wandte sich einer der Jungs an Sarah. „Wie kommt es dass du jetzt hier in Japan lebst? Sind deine Eltern geschäftlich hier?“

„Ehm“, kurz überlegte Sarah wie sie dies erklären konnte und suchte nach den richtigen Wörtern. „Meine Eltern verreisen oft wegen ihrer Arbeit und so und ich sehe sie kaum, deswegen habe ich bei meinen Großeltern in Irland gewohnt, aber nachdem mein Großvater einen Schlaganfall hatte und meine Großmutter gestorben ist musste ich zu meiner anderen Großmutter hier in Japan ziehen.“

„Deine Großmutter wohnt hier in Japan? Ist sie Japanerin?“, entfuhr es Hinata.

Sarah nickte und erklärte: „Mein Vater ist Halbjapaner, mein Großvater, denn ich aber nie kennengelernt habe kam ursprünglich aus Irland. Er ist oft hin und her gereist, als er gestorben ist, hat mein Vater seine Arbeit übernommen und in Irland hat er dann meine Mutter kennengelernt“

„Dann hast du japanische Wurzeln“, schlussfolgerte einer der Jungs.

Zögernd nickte Sarah.

„Und deine Großmutter wohn ganz alleine?“

„Ja, sie ist noch sehr fit für ihr Alter. Sie führt eine Pension“

„Wuah!“, staunten die Jungs.

Das Klingeln der Schulglocke verkündete, dass die Pause vorbei war und alle Schüler setzten sich wieder an ihren Platz. So wurde der Unterricht weitergeführt.

Innerlich fühlte Sarah sich erleichtert, sie hatte sich ihren ersten Tag viel schlimmer vorgestellt. Sehr viel schlimmer. Umso glücklicher machte es sie, zu wissen, dass sie anfing Kontakte zu knüpfen und trotz der sprachlichen Probleme ihr Japanisch sich verbesserte, da die Jungs sie auf ihre Fehler hinwiesen.

Als ein weiteres Klingeln das Ende der Schule einläutete ging das muntere Treiben aus der Mittagspause weiter. Sarah blickte zu Hinatas Platz, doch der Oranghaarige war bereits zur Tür rausgesprintet, dabei schien er sein Notizheft liegen gelassen zu haben.

„Typisch Hinata“, lachte einer der Jungs, mit denen sie vorhin gegessen hatten. „Und wieder einmal vergisst er alles, nur um Volleyball spielen zu können“

„Volleyball?“, fragte Sarah und hob das Notizbuch hoch.

„Ja“, erklärte ihr ein anderer Junge. „Hinata spielt im Jungen-Team unserer Schule. Für gewöhnlich spielt er auch in der Mittagspause, aber ich glaube sein Partner hatte heute keine Zeit, weil die einen Test geschrieben haben oder so“

Sarah guckte auf das Notizbuch mit der Aufschrift „Hinata Shōyō, 1 Jahrgang, 1 Klasse“, bevor sie meinte: „Ich bringe es ihm“

„Du triffst ihn bei der Sporthalle hinter der Schule“, erklärte ihr einer der Jungs, bevor Sarah ihre Schultasche schulterte und die Klasse verließ.

„Sporthalle, Sporthalle, Sporthalle“, murmelte sie immer wieder und versuchte die Beschriftungen zu lesen, welche eine Hilfe sein sollten, sich zu Recht zu finden. Doch nach einer Weile glaubte sie, sie wäre nur im Kreis gelaufen, denn die meisten Schüler hatten bereits das Schulgebäude selbst verlassen und waren zuhause oder in ihren Clubaktivitäten. „Sporthalle, Sporthalle, Sport-!“

Sie hielt inne, als sie plötzlich nach draußen kam und einige große Gebäude vor sich sah, mit den Aufschriften „Sporthalle“.

Neugierig guckte Sarah in jede halle hinein, in der Hoffnung Hinata zu finden. Dabei stellte sie fest, dass die Schule zwei Tennis-Clubs hatte, eins für Jungs und eins für Mädchen. Ein Jungen-Basketballteam, ein Jungen-Baseballteam und ein Jungen-Fußballteam.

„Noch einmal!“, hörte sie plötzlich die bekannte laute Stimme vom dem Jungen mit der Steckdosenfrisur aus der letzten Halle. Hastig ging sie darauf zu und warf auch hier unauffällig einen Blick hinein und zählte 16 Personen. Zwei davon waren weiblich. Die Ältere von ihnen schrieb auf ein Notizblock, während die Jüngere gespannt dem treiben zusah. Daneben stand ein junger Mann, vermutlich ein Lehrer, dem Aussehen nach zu beurteilen. Ein weiterer Mann guckte den Spielern mit Adleraugen zu, sicherlich der Trainer. Die 12 übrigen, unter ihnen Hinata, waren in zwei Teams aufgeteilt von jeweils sechs Leuten und ein Volleyball-Netz trennte sie.

„Guter Aufschlag, Tanaka!“, riefen einige.

Sarahs Blick wanderte zu dem Jungen mit Glatze, welcher gerade den Ball hochwarf und mit einer ungeheuren Kraft den Ball übers Netz beförderte. Jedoch landete er nicht auf dem Boden, sondern wurde von einem Jungen mit emporstehenden Haaren und einer blonden Strähne wieder in die Luft geworfen.

„Nice, Noya!“, riefen seine Teamkameraden.

„Suga!“, rief plötzlich ein großer Kerl mit langen Haaren und ein Junge mit grauen Haaren warf ihm einen Blick zu, bevor er den Ball, welcher auf ihn zusteuerte in die Luft toste, dem Kerl mit langem Haaren zu. Dieser sprang hoch und mit einer noch größeren Kraft, als dieser Tanaka schlug er den Ball übers Netz und auf den Boden der gegnerischen Mannschaft.

„Das ist unser Ass, Asahi!“, jubelten seine Kameraden.

„W-wow“, entfuhr es Sarah und sie schien vergessen zu haben wofür sie überhaupt gekommen war.

„Yamaguchi! Guter Aufschlag!“, rief das Team, welches gerade einen Punkt gemacht hatte. Sarahs Augen wanderten zu dem Jungen mit den länglichen braun-grünen Haaren, welcher etwas nervös wirkte, als er zum Aufschlag ausholte. Er traf den Ball, jedoch falsche und er flog in die entgegen gewünschte Richtung.

„Kya!“, kreischte Sarah auf, als der Ball sie fast getroffen hätte, hätte sie sich nicht geduckt. Trotz des Netzes vor der Tür, war der Ball durch den Spalt hinaus geflogen und hüpfte jetzt die wenigen Stufen runter.

Überrascht sahen sich die Spieler an. Hatten sie gerade jemand schreien gehört?

Ihre Blicke wanderten zur offenen Tür auf dessen Stufen jetzt ein Mädchen stand, in den Händen ein Notizblock und ihren Ball.

„H-h-hallo“, brachte sie zustande und ihre Knie schlotterten leicht, als sie all die hochgewachsenen Spieler vor sich sah.

„Huh? Laine-san?“, stellte Hinata verwundert fest.

„Du kennst sie?“, kam es von seinen Teamkameraden, von einigen in einem normalen Tonfall, von anderen in einem entsetzten Tonfall.

„Hoi! Sie geht in meine Klasse. Sie ist neu“, nickte Hinata und drehte sich zu Sarah. „Brauchst du etwas?“

Y-you… ich wollte dir dein Notizheft bringen, das hast du vergessen“, brachte Sarah zu Stande und versuchte nicht, sich von den Blicken auffressen zu lassen.

„Huuuuuh?!“, entfuhr es Hinata entsetzt.

„Typisch Hinata“, lachten einige Jungs. „Wen der Kopf nicht angewachsen wäre, hätte er ihn auch schon längst vergessen! Nichts als Volleyball im Hirn!“

„Oh!“, Hinata lief auf Sarah zu. „Hab vielen Dank!“

Sarah überreichte ihm sein Heft und den Ball, bevor sie einen Blick hinter ihn warf und meinte: „Das ist also deine Volleyballmannschaft“

„Ja!“, strahle der Oranghaarige. „Hast du vielleicht Lust zu zusehen?“

„D-darf ich denn?“

Hinata nickte und zog bereits am Handgelenk der Rothaarigen. Hastig zog sie ihre Schuhe aus und ließ diese vor der Tür bevor sie Hinata folgte, der sie zu den beiden jungen Frauen brachte und sie vorstellte: „Laine-san? Das sind Shimizu Kiyoko und Yachi Hitoka, unsere Managerinnen“

„H-hallo. Laine Sarah“, stellte sich Sarah hastig den beiden vor.

„Und das ist unser Coach Ukai!“, Hinata deutete auf den blonden Mann.

„Und das…“

„Hoi! Hinata! Ich dachte du willst spielen?“, ertönte plötzlich eine gereizte Stimme.

„Stimmt!“, entfuhr es Hinata, legte sein Notizbuch neben die Wasserflaschen, ließ Sarah stehen und lief wieder auf seinen Platz. „Entschuldige Kageyama!“

„Na schön Jungs!“, rief der Coach. „Wir haben jetzt einen Zuschauer, also gebt euer Bestes!“

„JAAA!“, brüllten die Jungs, als das Spiel erneut anfing.

„Du bist bei Hinata in der Klasse?“, fragte die ältere Managerin.

Schüchtern nickte Sarah.

„Magst du Volleyball?“

„Ich habe es nie gespielt, aber das hier sieht beeindruckend aus“

„Es ist sehr beeindruckend und sie werden immer besser“, gab die Jüngere zu verstehen. „Ich habe davor auch gar nichts von Volleyball gekannt!“

„Bist du schon einem Verein beigetreten?“, fragte Shimizu.

„Einem Verein beigetreten?“, wiederholte Sarah verwirrt und ihr Blick schwief nur schwer von dem Spiel ab.

„Ja, nach der Schule kann man Clubaktivitäten beiwohnen. Das hier ist eine davon. Bist du schon einem Club beigetreten?“

Sarah schüttelte den Kopf und sah, wie der schwarzhaarige Junge den Ball in die Luft stieß, Hinata über das halbe Feld rannte, so hoch sprang, dass er über das Netz sehen konnte und den Ball übers Netz fegte. Sein Team hatte einen Punkt gemacht.

„Wow!“

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Alloa ihr Lieben ^-^
Ich habe erst vor kurzem angefangen Haikyuu!! zu gucken und war bereits nach der ersten Folge hin und weg. Hoffe natürlich ihr mögt meine Story hier, die Idee dazu kam mir so spontan!

LG
~Snow~