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Perfect Illusion

von Bonfire
GeschichtePoesie, Fantasy / P16 / Gen
Dimitri Belikov OC (Own Character) Rosemarie "Rose" Hathaway
01.10.2016
01.10.2016
1
1.591
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01.10.2016 1.591
 
Zwar hatte es etwas Besonderes eine Wächterausbildung zu haben, doch später hatte ich einen anderen Weg eingeschlagen. Ich ging nach Russland um Strigoi zu bekämpfen. Dies tat ich nicht wegen den Molinas die mir somit zustanden, sondern einzig alleine aus Rache. Viele meiner Freunde waren bei einen Angriff ums Leben gekommen, also setzte ich mir das Ziel, so viele wie möglich von ihnen zu bekämpfen.
Das Gute daran, niemand wusste wer ich war, auch wenn schon sehr viele Suchanzeigen auf mich angesetzt wurden. Alleine der Königshof hatte schon einige Gruppen an Wächter auf mich angesetzt, doch bis jetzt verlief jede Suche hoffnungslos. Gut so. Es war ja auch in meinem Interesse unentdeckt zu bleiben, ansonsten würde mir wahrscheinlich noch die Todesstrafe drohen, sollte ich noch mehr Fehltritte begehen in ihren Augen.

„Vergiss das nicht.“, sagte Claire leise, als ich meinen Rucksack schnappte und mich eigentlich auf den Weg machen wollte, ich aber beinahe einen Teil meiner Ausrüstung vergessen hatte. Claire war die einzige die wusste wer ich war, da sie mich irgendwann auf der Straße aufgegabelt hatte, als mich einer der Strigois etwas zu hart erwischt hatte. Anfänglich war natürlich auch sie geschockt, doch schon bald erkannte sie den Sinn dahinter und versprach mir niemanden gegenüber ein Wort darüber zu verlieren.
Sofort machte ich kehrt und nahm ihr das Tuch aus der Hand. „Danke dir. Manchmal wüsste ich wirklich nicht was ich ohne dich machen würde.“, sagte ich erleichtert und steckte es in die Tasche meiner Lederjacke.

Ich benötigte nicht viel um meine Streifzüge zu erledigen. Mit dem Wagen würde ich mich zu einem meiner Zielorte begeben und mich fertig machen. Schwarze Kleidung um im Dunkeln unerkannt zu bleiben, einen Pflock und ein Tuch, welches halb mein Gesicht bedeckte, welches ich unter einer Kapuze versteckte. Nicht sehr originell, ich weiß, aber es erfüllte seinen Sinn und Zweck und bis jetzt hatte mich auch noch niemand ausfindig deswegen machen können.
Was ebenso seinen Reiz hatte, war die Tatsache, dass Claire Medizin hier studierte, denn sollte ich irgendwelche Verletzungen davontragen, so hatte sie ein Versuchskaninchen – in diesem Falle mich – um ihr theoretisches Wissen in die Praxis umzusetzen. Eine Hand wäscht die andere, oder wie auch immer dieses Sprichwort lautete.

Die Sachen in den Wagen gepackt, machte ich mich auf dem schnellsten Wege in Richtung der St. Basils Akademie. Es war ein Hot-Spot was Strigois anging und das wussten mittlerweile auch schon einige der Wächter, welche dort angestellt waren. Es war ja ganz schön Unterstützung zu haben, aber meist verstanden sie erst gegen Ende wer hier war und wollten mich identifizieren, doch diese Chance gab ich ihnen natürlich nicht. So beschränkt war ich nun wirklich nicht, auch wenn man es von mir erwarten konnte.
Der Weg bis zur St. Basils war nicht mehr wirklich weit und mittlerweile hatte ich mir die Strecke schon so gut eingeprägt, sodass ich sagen konnte, ich würde Auswege finden, sollte mich jemand verfolgen oder irgendwo eine Sperre errichtet worden sein.

Angekommen parkte ich das Auto irgendwo zwischen den Bäumen, abseits vom Schulgelände, ehe ich mich auf die Suche nach einem Versteck machte, wo ich unentdeckt bleiben konnte, bis sich die Strigoi nähern würden, da sich – soweit ich das noch im Kopf hatte – heute hier ein paar neue Schüler einnisten würden und das war gefundenes Fressen für Strigoi.
Schlussendlich fand ich einen passenden Platz und kletterte einen Baum hinauf. Einer der stabileren Äste ragte weiter weg, sodass ich mich darauf kauern konnte und dabei alles im Blick haben konnte, weswegen ich mich manchmal wunderte, warum sich Wächter teilweise so ungeschickt anstellten, wobei es doch so einfach sein konnte.

Wie lange ich genau hier saß wusste ich nicht, aber als einige Zeit vergangen war, konnte man Scheinwerfer von der Ferne erkennen, was die Ankunft ankündigte und ich mich in Alarmbereitschaft versetzte. Schon viel zu oft hatte ich solche Szenarien miterlebt und nun wusste ich, wie man passend handeln konnte. Vielleicht sollte ich ja ein Buch veröffentlichen für die Wächterwelt, aber das würde auch weniger gut ankommen bei ihnen.

Vor dem Tor hielten sie an und warteten auf das OK dass sie passieren konnten, aber das Tor bewegte sich nicht und im Augenwinkel konnte ich eine Bewegung zu meiner Linken erkennen. Ich kniff die Augen zusammen und versuchte zu erkennen um wie viele es sich heute handeln würde.
Im Großen und Ganzen konnte ich fünf Strigoi zählen, was bedeutete, dass dies heute noch eine Menge Spaß bedeuten würde. Gut für mich, schlecht für die Wächter dort unten und ebenso für die Strigois, da sie heute ihr Leben lassen mussten.
Langsam machte ich mich absprungbereit, wobei ich sehen konnte, wie sich die Wächter aus den zwei SUVs bewegten und die Umgebung abscannten mit ihren Blicken. Und jetzt: Showdown.

Die Strigoi witterten ihre Chancen und gingen sofort zum Angriff über, während sich die Wächter zu ihrem Nachteil noch orientieren mussten. Es waren sechs Wächter und fünf Strigoi. Fast müsste man meinen dass eine reelle Chance für sie bestehen würde, doch Strigoi waren stärker, sodass man niemals nie sagen konnte.
Ich sprang ab und landete geschickt auf dem Dach von einem der SUVs. Man konnte Schreie im Inneren vernehmen und verdrehte darüber nur die Augen, da sie sich ja noch in Sicherheit wiegen konnten, aber vielleicht früher oder später laufen sollten, sollte diese Situation hier eskalieren, was ich jetzt mal nicht hoffte.
Die anwesenden Wächter ließen sich nicht ablenken von mir und schon machte ich mich an die Arbeit, um ihnen zu helfen damit sie nicht elendig verrecken würden hier mit diesen Bastarden.

Einer der Wächter wurde an die umgebende Mauer gedrängt und drohte der Tod, doch gerade noch rechtzeitig erreichte ich den Strigoi und stieß ihm von hinten meinen Pfahl ins Herz. „Süße Träume noch…“, flüsterte ich ihm zu, ehe ich meinen Pflock aus ihm herauszog und er vor mir auf den Boden sank. Der Wächter vor mir sah mich mit düsterem Blick an, nickte mir dann aber als Zeichen der Dankbarkeit zu und machte sich an die Arbeit, seinen Kollegen zu helfen.
Innerlich verdrehte ich die Augen, doch mehr konnte ich nicht mehr tun, da ein Strigoi mich am Kragen packte und mehrere Meter durch die Luft schleuderte. Ich sah schon den Baum kommen der mich wieder für einige Zeit ausknocken würde, doch ein Wächter mit einer Größe von mindestens zwei Metern stellte sich in den Weg und versuchte meinen Flug so gut es ging zu dämpfen. Der Aufprall war nicht so schmerzhaft wie ich erwartet hatte, dennoch hatte ich den Staubmantel-Typen ebenso zu Boden gerissen, was mir jetzt schon ein wenig Leid tat, da er nur helfen wollte.
Für einen Moment lag ich mehr oder weniger benommen irgendwo auf dem Boden, während sich mein sogenannter Retter schon wieder auf den Beinen befand und einem Strigoi den Gar ausmachte. Er konnte kämpfen, das musste man ihm lassen und zu verstehen schien er auch was er zu tun hatte. Nicht schlecht würde ich sagen.

Auch die anderen Wächter schlugen sich nicht schlecht, als einer der Wächter neben mir in die Enge getrieben wurde. So schnell ich konnte handelte ich, doch am Ende war nur das ekelerregende Knacken zu hören, welches zu bedeuten hatte, dass einem das Genick gebrochen wurde. Unzählige Male hatte ich diesen Laut schon gehört, aber jedes Mal lief mir eine Gänsehaut über den Rücken. Es gab so wenige Wächter auf dieser Welt. Nicht genug um alle Moroi auf dieser Welt zu beschützen und dann mussten sie auf diese Art und Weise sterben. Es war grausam, doch man musste sagen, sie starben im Kampf um ihre Berufung.
Mit einem lauten Kampfschrei verpasste ich dem Strigoi das Ticket in die Hölle und pfählte ihn mit einer einzigen fließenden Bewegung. Als ich meinen Pflock wieder herauszog und in meiner Tasche verschwinden ließ, merkte ich erst jetzt, dass es leise geworden war. Alles was ich hörte war mein Herzschlag und mein Atem. Nicht zu vergessen die paar Wächter welche noch irgendwo hier stehen mussten, doch die Strigoi waren erledigt und würden keine weiteren Probleme bereiteten.

Den Strigoi ließ ich links liegen, doch der Wächter der seinen Tod in diesem Kampf gefunden hatte, ließ mich einfach nicht wegschauen. Langsam hockte ich mich hin und schloss vorsichtig seine Augen, damit es nicht weiter danach aussah, als würde er Qualen erlitten haben.
„Danke.“, ertönte eine Stimme hinter mir und etwas überrascht richtete ich mich auf, da ich noch nie in meiner ganzen Tätigkeit als sogenannte Rächerin, ein Dankeschön erhalten hatte. Wow. Es schien doch noch erste Male in meinem Leben zu geben. Gut zu wissen, vielleicht würde sich ja so etwas in Zukunft öfter ergeben, aber das bezweifelte ich im Moment eher stark.
Ich öffnete den Mund schon um etwas zu sagen, doch dann riss ich mich zusammen und nickte einfach nur, ehe ich mich abwandte und meinen Weg zurück suchte, wo der Wagen stand, der mich nach Hause in mein Bett bringen würde.
„Warte. Wie können wir uns erkenntlich zeigen für deine Hilfe?“ Es war die selbe Stimme wie zuvor schon, welche dem Wächter gehörte, der meinen Flug gedämpft hatte mit seinem Körper und ich das Gefühl hatte, dass das schon genug Dank war welchen ich benötigte.
Ich hob einfach eine Hand, drehte mich aber nicht weiter um, da ich verhindern wollte, dass ich irgendeinen Fehler beging, was mir schon oft genug passiert war. Vielleicht sollte ich mir einen Stimmverzerrer zulegen, doch das wäre dann doch etwas zu übertrieben, da ich eine normale Wächterin wäre, wäre ich einem Moroi zugeteilt worden, aber dem war nicht so, also würde dies für weiteres meine Bestimmung bleiben…
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