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Hazels Geburtstag

KurzgeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P6
Augustus Waters Hazel Grace Lancester Isaac Lidewij Vliegenthart
25.09.2016
25.09.2016
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HAZEL´S GEBURTSTAG


Twoshot

Augustus PoV:

»Tschüss!«, rief Hazel noch und schloss die Tür.
Noch zwei Tage dann hatte sie Geburtstag. Noch zwei Tage Vorbereitungszeit.
Aber wie kriegte ich das gebacken, im Rollstuhl? Ich brauchte Hilfe!
Aber wer? Isaac! Ja! Das war gut!
Meine Eltern vielleicht… naja, vielleicht auch nicht!
Einweihen musste ich sowieso alle. Ja, außer Hazel eben.
Doch was für eine Feier sollte das werden? Hazel war nicht wie andere Mädchen.
Sie war besonders. Und für ein besonderes Mädchen, brauchte ich einen besonderen Geburtstag!
Doch wie sollte ich das hinbekommen?
Da kam mir eine Idee.
Okay, Hazel Grace, dachte ich, jetzt geht´s los!

Hazel PoV:

ein Tag später

Meine Mutter nervte mich ständig mit Fragen wie: »Was willst du essen?« und »Wo willst du hin?« und »Was wünscht du dir zum Geburtstag?«
Einmal war ich so genervt gewesen, dass ich sie angeschrien hatte, ich wolle einfach nicht so früh sterben.
Danach hatte sie nichts mehr gesagt. So zwei Stunden. Ich hatte mich natürlich sofort schuldig gefühlt. Ich konnte meiner Mum das nicht antun. Das war unfair.
Was mich wunderte war, dass sie noch nicht gefragt hatte, was ich genau machen wollte.
Mir kam das ganz Recht, doch irgendwie fand ich es komisch, da Mum das sonst immer bis ins kleinste Detail wissen wollte, was ich nun tun wollte.
Ich setzte mich an den Computer, fuhr ihn hoch und hätte ihn am liebsten mit der Faust eingeschlagen, denn das E-Mail-Fenster mit Van Houtens Einladung öffnete sich automatisch.
Ich schloss es und schaltete den Computer wieder aus.
»Hazel, Selbsthilfegruppe fängt bald an, gehst du nicht hin?«, rief Mum aus der Küche.
»Nein, Augustus geht nicht und dann hab ich auch keine Lust!«, rief ich als Antwort. Gus hatte heute einen Arzttermin und konnte nicht hin.
»Ach komm, Hazel, ein bisschen Ablenkung und Abwechslung kann nicht schaden!«, rief sie zurück.
Ich verdrehte die Augen. »Mum…«, ich seufzte, »okay, okay, ich geh ja schon!«
»Steig schon mal ins Auto, wir sind schon spät dran!«, befahl meine Mutter.
Als ich im Auto saß, bemerkte ich, dass die Definition meiner Mutter von »spät dran«, zwanzig Minuten zu früh bedeutete.
Mum stieg auch ein und fuhr los.
»Mum, ist irgendwas?«, fragte ich nach einer Weile.
»Nein, wieso?«, sagte sie ein bisschen zu schnell, doch ich beließ es dabei. Wenn meine Mutter es für richtig hielt, mir Dinge zu verheimlichen, dann musste ich das wohl so hinnehmen.
In der Selbsthilfegruppe starb ich fast vor Langeweile, da Isaac nicht da war, wegen dem Geburtstag seiner Oma, wie sich herausstellte.
Na toll, Isaacs Oma hatte einen Tag vor mir Geburtstag.
Vielleicht kam es mir auch nur so vor, aber ich hatte irgendwie das Gefühl, dass Patrick die längsten Gebete heraussuchte und sie extra langsam und zäh vorlas.
Nachdem ich nach gefühlten Jahren endlich entlassen wurde, hielt Patrick mich auf und fragte: »Hazel? Alles in Ordnung bei dir? Du warst heute so still und teilnahmslos!«
»Ja. Ja klar.«, antwortete ich knapp. Das letzte was ich wollte war ein Diskussion mit Patrick.
»Wenn irgendetwas nicht stimmt, sag es mir ruhig! Ich bin immer an deiner Seite! Und Jesus auch!«, antwortete er mir und ich musste mir ein Augenverdrehen verkneifen.
Plötzlich klingelte sein Mobiltelefon und er blickte auf das Display, auf dem mir eine seltsam bekannte Nummer stand.
»Sorry Hazel, da muss ich ran, wenn du keine Fragen mehr hast, kannst du jetzt gehen!«, sagte er und nahm ab.
Okay, das war ja mal sehr komisch. Aber ich ging zurück zum Parkplatz, wo Mum schon wartete.
»Hey! Wie war´s?«, fragte sie.
»Grauenvoll!«, erwiderte ich.
»Ach komm, so schlimm kann es nicht gewesen sein. Was willst du essen?«, plapperte Mum los.
»Ähm, mir egal!«, sagte ich und Mum fuhr los.
»Was hältst du on Chinesisch oder einfach nur Spaghetti? Wir könnten auch mal was ganz neues ausprobieren wie Sushi oder so!«, sprudelte Mum weiter.
»Nein, danke, alles aber kein Sushi!«, sagte ich und widmete mich meinen Gedanken.
Warum war das Leben so unfair? Warum?
Ich erinnerte mich an Amsterdam, als Gus mich gefragt hatte, was ich vom Nachleben, Engeln und dem Himmel hielt.
Ich wusste es nicht. Denn, dass da etwas wäre, wäre sehr abwegig. Doch, dass da nichts wäre, konnte ich mir auch nicht vorstellen.
»Hörst du mir zu, Hazel?«, fragte Mum.
»Oh, ´tschuldigung, was?«, fragte ich.
»Was willst du denn nun morgen essen? Wenn du es heute nicht weißt, musst du es doch wenigstens für morgen wissen!«, sagte Mum.
Oh Gott, mein Geburtstag! Denn hätte ich ja fast vergessen!
Och Mensch!
»Ach Mum, können wir meinen Geburtstag nicht einfach vergessen? Wir waren doch in Amsterdam, das war ein schönes Geschenk! Das reicht!«, sagte ich.
Wir hielten vor dem Haus.
»Hazel, bitte! Es ist dein Geburtstag!«, sagte Mum.
»MUM! MEIN GEBURTSTAG IST MIR SOWAS VON EGAL! ICH… «, ich stieg aus dem Auto und rannte in mein Zimmer.
Ich wusste nicht, was in mich gefahren war. Ich war so wütend.
Ich würde gleich runtergehen und mich entschuldigen. Aber erst musste ich runterkommen. Dieses Thema war einfach nicht leicht für mich. Warum sollte ich feiern, dass mein Leben noch ein Jahr künstlich erweitert worden war?
Ich saß eine Weile einfach nur da.
Da klingelte mein Handy. Es war Gus.
»Hey, was gibt´s?«, fragte ich.
»Begrüßt man sich so in einer Beziehung? Mit „Hey, was gibt´s“?«
»Ich liebe dich - so besser?«
»Aber du musst es schon so meinen, wenn du es sagst… egal, du hast es sowieso schon vergeigt!«
»Danke«, sagte ich sarkastisch.
»Ich wollte nur mal sagen, dass ich noch lebe und dich fragen was du so tust!«
»Ich sitze auf meinem Bett und lasse meinen Gedanken freien Lauf!«
»Ich mache etwas viel besseres, ich liege auf meinem Bett und spiele ein Videospiel!«
Wir sagten eine Weile lang gar nichts, was nicht schlimm war.
»Okay«, sagte er auf einmal.
»Okay«, erwiderte ich.
Das ging so hin und her, bis meine Mutter mich zum Essen rief.

Augustus PoV:

Bis jetzt lief alles nach Plan.
Sie ahnte nichts. Und es war nur eine Sache schief gegangen.
»Isaac, was meinst du? Wird das cool?«, fragte ich.
»Oh Mann, ja, das wird es!«, gab er etwas genervt zurück.
»Kann man als Blinder eigentlich seine Augen verdrehen?«, fragte ich. »Also so ein genervtes Rollen?«
»Dankeschön, muss ich jetzt auch noch als Versuchskaninchen, für deine persönliche Unterhaltung herhalten?« fragte Isaac. Er fand es immer noch nicht so lustig, wenn ich Witze über Behinderungen machte. Vor allem über seine.
»Das war eine ernst gemeinte Frage, die mich brennend interessiert, weil theoretisch müsste es doch gehen!«
»Ich werde es jetzt gerade extra NICHT machen!«, sagte Isaac und ich musste schmunzeln.
»Wie war es überhaupt bei deiner Oma?«, fragte ich.
»Bei meiner Oma? Hä? Achso, ja cool!«, sagte er. Er war natürlich nicht bei einem Senioren-Geburtstag gewesen, sondern hatte mir geholfen.
»Na das müssen wir aber nochmal üben, nicht dass Hazel dich noch fragt und du bringst das hier so unauthentisch rüber.«, sagte ich.
»Aber morgen werden wir es doch sowieso auflösen, oder sie kommt von selbst drauf…«
»Na und, vielleicht ruft sie dich heute nochmal an, wir müssen für alle Fälle gerüstet sein«
»Du übertreibst, du übertreibst zwar immer, aber mit dieser Geburtstagsparty… da hast du dich ein bisschen übernommen, wenn du mich fragst!«
»Ach was«, sagte ich, »wir haben doch noch…«, ich sah auf die Uhr, »dreizehn Stunden - wenn wir nicht schlafen…«

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Kapitel 2 kommt am Nachmittag bis Abend :)
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