"Schon wieder so ein Ding!" - "Dann schieß' es ab!"

KurzgeschichteAllgemein / P12
18.09.2016
18.09.2016
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Moin!
Hier mein Beitrag zum  Projekt Vorzeichenwechsel von Nye-Lung.
Die kursiven Zitate sind aus der deutschen Version von Episode IV ich kann noch immer nicht glauben, dass ich mir das tatsächlich angetan habe.

Aber ich will euch gar nicht mit meinen Anmerkungen nerven, und wünsche daher viel Spaß beim Lesen!




Das schwere, gleichmäßige Atemgeräusch Darth Vaders erfüllte einen Raum eines Sternenzerstörers, der lautlos durch die Dunkelheit des Weltraums über einem Wüstenplaneten glitt. Der Sith gab die letzten Befehle an die Besatzung der Brücke, ruhig, aber keinen Widerspruch duldend.

“Und vergesst nicht – nichts und niemand verlässt dieses Schiff. Rettungskapseln werden abgeschossen und vollständig zerstört, sie dürfen den Planeten nicht erreichen!”, beendete er seine Ausührungen.

“Verstanden, Lord Vader!”, sagte der Captain hastig, und die Besatzung nickte zustimmend und wartete ab, bis der Sith mit wehendem Umhang durch die Tür gegangen war, bevor sie sich an ihre Arbeitsplätze zurückbegab.

Niemand von ihnen würde es riskieren, Darth Vaders Zorn auf sich zu ziehen.



Die Blasterschüsse der Sturmtruppen dröhnten durch das Schiff, während die Besatzungsmitglieder, die sich ihnen in den Weg stellten, ein schnelles Ende fanden.
Flucht war zwecklos – wer würde es schon schaffen, sich in einer Rettungskapsel schnell genug weit genug vom Schiff zu entfernen, um der schweren Bewaffnung des Sternenzerstörers zu entgehen? Die Chancen waren minimal, und dennoch -

“Hey, da darfst du nicht rein! Zutritt untersagt! Du wirst noch deaktiviert werden!”, redete ein goldener Droide auf einen kleineren, blau-weißen, ein.

Der kleine Droide hingegen piepste nur eine Antwort und setzte unbeeindruckt seinen Weg fort.

“Sag nicht immer “wirrköpfiger Philosoph” zu mir! Komm nun, bevor dich jemand sieht!”

Auch hiervon zeigte sich der kleine Droide unbeeindruckt, und bewegte sich piepsend vorwärts, in die sich nun öffnende Tür.

“Geheimauftrag? Was für Pläne? Wovon redest du? Da geh ich nicht rein!”, protestierte der goldene Droide wieder, doch eine Explosion an Bord des Schiffes und das eindringliche Piepsen seines Freundes ließen ihn seinen Standpunkt noch einmal überdenken. “Das wird mir noch Leid tun!”, jammerte er, und kletterte ebenfalls in die Rettungskapsel.



“Schon wieder so ein Ding!”, stellte der Pilot fest, als auf dem Monitor eine weitere Rettungskapsel auftauchte, die das Schiff verließ.

“Dann schieß' es ab!”, forderte der Captain. “Da ist zwar kein Lebewesen an Bord und es könnte sich um nen Kurzschluss handeln, aber ich würde es nicht riskieren!”

Der Pilot nickte, und schoss die Kapsel ab, die innerhalb weniger Sekunden explodierte.



“Bericht!”, forderte Vader einige Stunden später, als das Schiff von den zuständigen Experten vollständig auseinander genommen, die Gefangenen in die Zellen gebracht und alle Daten zur Auswertung gegeben worden waren.

Der Captain räusperte sich. “Es gab einige Fluchtversuche durch die Rettungskapseln”, erklärte er. “Sie wurden alle komplett zerstört. Die Reste davon werden wohl innerhalb der nächsten Jahre nach und nach in der Atmosphäre Tatooines verbrennen.
“Eine der Kapseln zeigte keine Lebensformen, daher ist davon auszugehen, dass es sich entweder um einen Kurzschluss oder eine nicht-lebendige Besatzung handelt, vielleicht auch um einen Versuch der Rebellen, die Pläne mittels Droiden auf den Planeten zu bringen.”

Vader nickte. “Gut, Captain. Findet heraus, ob es Hinweise über Aktivitäten der Rebellion auf diesem Planeten gibt, und leitet gegebenenfalls entsprechende Maßnahmen ein.”

“Jawohl, Sir!”



“Wir haben das Alderaan-System erreicht!”, kündigte Admiral Motti an, als Vader und zwei Sturmtruppen die gefangene Prinzessin Leia hereinbrachten.

“Governeur Tarkin”, sprach die Prinzessin auch gleich, ihre Stimme klang aggressiv, und wenig dipomatisch. “Ich hätte darauf kommen müssen, dass Vader nach Eurer Pfeife tanzt! Ich habe euren fauligen Gestank schon erkannt, als ich an Bord gebracht wurde!”

Tarkin lachte trocken. “Charmant bis zuletzt! Wenn sie wüssten, wie ungern ich ihr Todesurteil unterzeichnet habe…“ In seinen Augen spiegelte sich kein ernsthaftes Bedauern, eher leichtes Amüsement.

“Ich bin überrascht, dass Sie den Mut aufgebracht haben, dies selbst zu verantworten”, giftete Leia zurück.

“Prinzessin Leia, vor ihrer Exekution sollen sie als mein Gast einer Zeremonie beiwohnen, mit der diese Kampfstation ihre Arbeit aufnehmen wird. Kein Sternsystem wird es mehr wagen, dem Kaiser Widerstand zu leisten!”

“Je brutaler euer Zugriff wird, Tarkin, umso mehr Sternensysteme schlüpfen Euch durch die Finger!”, behauptete Leia.

Eins musste Tarkin ihr lassen – sie war verdammt mutig, so vor Vader zu stehen, und eine derartig große Klappe zu riskieren. Andere, selbst hochrangige Imperiale, wären allein beim Anblick einer der Personen in diesem Raum schon vor Ehrfurcht oder Angst erstarrt. “Aber Prinzessin, wo eure Rebellion doch so kurz davor steht, in Trümmer gelegt zu werden, und der Todesstern bereit ist, seine Arbeit aufzunehmen? Ich denke nicht.”

Leias Augen funkelten nur so vor Zorn und Überheblichkeit, aber sie blieb still.

“Glaubt ihr ernsthaft, wir wären so dumm, eine Rettungskapsel mit zwei Droiden entkommen zu lassen?”, stichelte Tarkin weiter. “Sonderlich intelligent scheint mir die Rebellion wahrlich nicht zu sein, ein Wunder, dass ihr so lange überlebt habt!”

Nun riss Leia die Augen auf, geschockt über diese Enthüllung “Nein,”, flüsterte sie, aber Tarkin war unbeeindruckt, und wandte seinen Blick aus dem großen Fenster, vor dem in einiger Entfernung der Planet Alderaan zu sehen ist.

“Feuern Sie, wenn alles bereit ist!”, erhob er seine Stimme erneut, und bevor Leia vollkommen realisierte, was passieren würde, schoss ein grüner Lichtstrahl auf den Planeten Alderaan zu.

Sie versuchte, sich loszureißen, aber konnte Vaders Griff nicht entgehen, sie wollte schreien, erstarrte aber in der Bewegung.

Tarkins Blick schwenkte zwischen der Explosion des Planeten und dem Gesicht der Prinzessin hin und her, er konnte sich scheinbar gar nicht entscheiden, welcher Anblick ihm besser gefiel, und wenn dieses Gesicht zu einem freudigen Ausdruck fähig war, so lag nun ein beinahe freudiges Lächeln auf den Lippen des Großmoffs.
“Bringt die Prinzessin zurück in die Zelle, und sorgen Sie dafür, dass die Exekution bald von statten geht. Nehmt Kurs auf das Yavin-System, und ladet die Waffe wieder auf”, befahl Tarkin, und schaffte es, dabei nur ein wenig selbstzufrieden zu wirken.

“Yavin, Governour Tarkin?”, fragte Admiral Motti, leicht verwirrt.

“Yavin. Wir haben soeben die Auswertung der Daten und des Bordcomputers sowie die Zurückverfolgung sämtlicher Gesprächsaufzeichnungen der Tantive IV, abgeschlossen, und es ist sehr wahrscheinlich, dass sich dort der Rebellenstützpunkt befindet.” Natürlich war es ihm nicht entgangen, wie die Prinzessin zusammengezuckt war, als der Name Yavin gefallen war, auch wenn sie versuchte, es zu überspielen.

In Wahrheit hatte es mehrere mögliche Kandidaten gegeben, aber nur Yavin war unbewohnt und Abgelegen genug, um dort ohne Aufmerksamkeit zu erregen einen ganzen Rebellenstützpunkt aufzubauen. Also war es nun wirklich die Prinzessin gewesen, die ihnen den entscheidenden Hinweis gab.

Und während Vader sie wieder zu ihrer Zelle führte, lehnte sich Tarkin zurück und war froh, einmal im Leben mit kompetenten Menschen zusammenzuarbeiten.


Irgendwo in der Wüste von Tatooine saß ein Mann in braunen, abgetragenen Roben, und starrte in den Himmel. Sein Gesicht war dunkel, gebräunt von der Einstrahlung der beiden Sonnen, und sowohl Haare als auch Bart hatten mit seinem fortschreitenden Alter die Farbe verloren. Seine Haltung zeugte von Schwäche, die ihn überfallen hatte.

Er spürte den Tod von Milliarden in der Ferne, und wusste, dass irgend etwas schief gelaufen war. Aber was sollte er tun? Er konnte ihnen nicht helfen. Er wusste nicht einmal, wo sie waren, oder wo er suchen musste.

Wieder nahm er den Holotransmitter in die Hand – ein älteres Modell, dass schon viele Jahre gesehen hatte, und doch nur selten benutzt worden war. Wieder wählte er die bekannte Frequenz, wieder war das einzige Geräusch, was ertönte, ein Rauschen.
Er lehnte sich zurück, sodass die blendende Sonnen ihm ins Gesicht brannten, so hell, dass selbst unter seinen geschlossenen Augen die Farben tanzten.

Und er hörte in sich hinein, darauf wartend, dass ihm ein Zeichen gegeben wurde, eine Anweisung, irgendetwas zu tun, aber die Macht war still.

Langsam stand der alte Ben Kenobi auf, darauf achtend, keine hastigen Bewegungen zu machen, und sammelte seine wichtigsten Besitztümer zusammen – den Rest ließ er unbeachtet in seiner Hütte zurück.
Dann setzte er sich in seinen Speeder. Er konnte nicht länger dabei zusehen, wie das Imperium immer mehr an Macht gewann, er hätte schon viel früher eingreifen müssen. Aber zuerst …
Sich selbst versichernd griff er nach dem zweiten Lichtschwert in seinem Besitz, welches einst einem guten Freund gehört hatte. Zuerst würde er dem Jungen einen Besuch abstatten.
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