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Angel Flower

von Kinira
GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Kratos Aurion OC (Own Character) Yuan
18.09.2016
25.11.2016
18
45.626
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20.09.2016 1.901
 
Chapter: 3 - Asgards Zerstörung / Die Eclado Geschwister

Mitten in der sylverantischen Steppe marschierten zwei Menschen auf den Weg nach Asgard. Der eine Mensch, ein Mann, ging vorneweg und kümmerte sich reichlich wenig um seine jammernde Begleiterin. Reichlich wenig war vielleicht das falsche Wort. Ignorierend würde es eher treffen. Er ignorierte sie einfach und marschierte in die nächstgelegene Stadt namens Asgard.
„Mensch, Engel. Könntest du langsamer laufen?! Ich habe schon mindestens aber Milliarden Blasen an den Füßen. Die Schuhe sind mir zwei Größen zu groß und etwas sagen könntest du schon, anstelle mich zu ignorieren!“
„…“
„Hallo. Jemand zu Hause?“, fragte die Frau genervt.
„Erst willst du nichts mit mir zu tun haben und dann redest du wie ein Wasserfall.“
„So bin ich halt“, dabei streckte sie die Zunge raus, „Ich kann nicht still sein. Wie heißt du?“
„…“
„Ich bin Anna Irving.“, stellte sie sich lächelnd vor.
„Kratos.“
„Ich weiß. Kvar hat es einmal erwähnt.“
„Warum fragst du dann nach?“
„Noch nie was von Unterhaltung gehört?“
„…“
„Hallo. Ignorierst du mich schon wieder? Etwas mehr sagen könntest du schon.“
„Dort vorne ist Asgard.“
„Fein, dann ignorier mich.“
---

Mit diesen Worten ging die junge Frau voraus und war voller Vorfreude auf Asgard, die Stadt der Ruine. Viel gab es dort eigentlich nicht zu sehen. Ein paar alte Ruinen, die schon über 4000 Jahre alt sind und ein paar Häuser, die gefühlte 100 Jahre alt sind. Doch als sie die Stadttore erreichte stockte ihr der Atem. Asgard war fast völlig zerstört worden, keine Menschenseele war zu sehen und es brannte immer noch etwas Feuer. Anna wurde sofort klar wer für das Massaker verantwortlich war. Desians. Die Braunhaarige sank auf die Knie und starrte die Überreste an. Dann begann sie zu weinen. Kratos, der erst jetzt zur Stadtpforte kam, sah ebenfalls geschockt aus.
„Warum? Warum tuen das die Desians? Warum brennen sie die Städte nieder?“, schluchzte die junge Frau.
Kratos schwieg. Wie er es oft tat. Er war nicht der Gesprächigste und war auch nie ein Mann mit großen Worten gewesen. Kratos schien sich aber auch Gedanken zu machen. Was genau er jetzt dachte, war unbekannt.
Ein Gewitter braute sich am Himmel zusammen. Man konnte zwar erst nur graue Wolken erkennen, doch der Donner war schon zu hören. Kratos schaute zum Himmel hinauf, woraufhin ihm gleich ein Wassertropfen ins Gesicht fiel, der erst von der Stirn und dann die Wange hinunterfloss.
„Wir sollten uns einen Unterschlupf suchen.“, meinte der Engel.
„…“, Anna wischte sich die Tränen weg  und folgte ihrem Retter stillschweigend.
Die beiden wanderten durch die Stadt. Die Frau immer noch etwas wimmernd, der Mann ausschauhaltend nach einem nicht ganz so zerstörten Haus. Denn obwohl es Ruinen gab vom einstigen Balacruf-Königreich, war es lediglich ein paar Höhlen, wo auch ein Teil nicht mehr betretbar war. Schließlich fand der Engel ein Haus, das nicht ruiniert oder einsturzgefährdet war. Als sie das Gebäude betraten setzte sich Anna auf einer der zwei Betten und starrte vor sich hin. Kratos hingegen suchte in einem anderen Raum nach Lebensmittel und Kleidung für seine Begleiterin. Schnell fand er etwas Dörrfleisch und ein Stück Brot in einem Schrank. Der Schrank, nicht größer als er selber, war aus Massiveiche, die Schranktüren allerdings aus Buche. Auch schien der Schrank schon mehrere Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, alt zu sein, da es beim Öffnen der Türen ein lautes Geräusch von sich gab. Auch fand Kratos ein kleines Messer, mit dem er das Gebäck halbieren konnte. Schließlich verließ er den Raum und ging zum Bett nur um festzustellen, dass die Gerettete eingeschlafen war. Der Marsch hatte die junge Frau ziemlich erschöpft und so ist sie binnen weniger Minuten eingeschlafen. Kratos seufzte, setzte sich auf einen Stuhl und murmelte:
„Was ist nur aus der Welt geworden? Ist es das was wir wirklich bezwecken wollten?“ //So oder so, ich darf und werde es nicht länger ignorieren.//
Der Engel schaute zu seiner Begleiterin und musterte sie.
//Sie wird wahrscheinlich nach dem Aufwachen Hunger haben, außerdem sollte ich ihr etwas Schwertkampf beibringen, da ich sie nicht immer vor Monster beschützen kann.//

---

Zur selben Zeit in Welgaia ging Yuan in seinem Zimmer auf und ab. Eigentlich hätte er ja vor Yggdrasills Augen treten sollen, doch etwas beschäftigte ihn. Er hatte gehört, dass sein Freund eine Gefangene aus der Asgard-Farm befreit hatte. Normalerweise hätte er sich nicht aufgeregt, doch diese Person gehörte zu einem der wichtigsten Projekte, dem Angelus-Projekt, an.
//Wie war die Identifikationsnummer noch gleich? Ah, A012. Menschlicher Name war Anna Irving. Vielleicht sollte ich…//, überlegte er fieberhaft.
„Sag mal, bist du taub, Yuan?!“, rief eine ärgerliche Stimme.
Yuan schaute direkt zur Tür, wo Yggdrasill stand und ziemlich wütend war. „Was ist jetzt Yuan. Ich warte immer noch auf deinen Bericht über die Mana-Signatur der jetzigen Auserwählten von Sylvarant.“, fragte Yggdrasill ungeduldig.
„Verzeiht. Die Mana-Signatur-Kompatibilität beträgt 68,41 Prozent. Obwohl es natürlich nicht meine Aufgabe, sondern Kra…“
„Persönliche Meinung? Wie auch immer, ich werde den Großfürsten Bescheid geben, dass sie die Auserwählte in Ruhe lassen sollen.“, mit diesen Satz lief es Yuan eiskalt den Rücken hinunter. Er kannte Yggdrasill, besser gesagt Mithos, schon lange, doch sein jetziger Zustand gefiel ihn immer weniger.
//Was ist aus den einst großmäuligen und frechen Jungen geworden?//, dachte sich der Halbelf.
Während sich Yuan noch Gedanken machte, hatte sein Vorgesetzter schon längst das Zimmer wieder verlassen. Er machte sich Gedanken, ob er nicht nach Sylvarant reisen sollte, um Kratos zur Rede zu stellen. Egal was dort unten auf jeden Fall war, es war sicherlich nicht sehr erfreulich den Zustand von Sylvarant zu sehen. Mit einem Seufzer ging er ebenfalls aus dem Raum, entfaltete seine Flügel und flog zur dritten Etage, wo der Teleporter nach Sylvarant stand. Unten angekommen ließ er seine Flügel wieder verschwinden und ging zum Teleporter. Es selber war in der Mitte hin lila und zeigte das Wappen von Cruxis in einem etwas dunkleren lila. Am äußeren Rand war Aionis, ein Erz, was in Derris-Kharlan abgebaut wurde und Menschen es erlaubte, wenn sie es injiziert bekommen, Magie zu einem gewissen Grad anwenden zu können. Früher war das Erz dazu gedacht, die Magie der Elfen zu verstärken. Sie trugen es meist als Ohrringe oder als Hand- oder Fuß-Reif. Seltener als Kette mit einem Edel- oder Halbedelstein, wie zum Beispiel ein Kunzit oder ein Jade.
„Wo wollen Sie hin, Lord Yuan?“, fragte der Wächter monoton.
„Nach Sylvarant.“
„Ich bedauere zutiefst, dass Sie momentan keine Befugnis verfügen nach Sylvarant reisen zu dürfen.“
„Das ist wohl ein schlechter Scherz!“
„Mit Verlaub, was ist ein Scherz?“
„Ein Witz…“
Langsam ging Yuans Geduld zu Ende. Er war eigentlich nie sehr geduldig, handelte schnell und meist auch ohne zu denken, was selbst für einen Halbelfen, eher gesagt einen Engel, ungewöhnlich war.
„Dann eben nach Tethe‘alla.“
„Ich bedauere zutiefst, dass Sie momentan keine Befugnis verfügen nach Tethe‘alla reisen zu dürfen.“
Ohne weiter nachzudenken zog Yuan seine Schwertaxt und schlug damit den Engel bewusstlos. Seine unbedachte Handlung führt dazu, dass ein paar Wachen auf ihn stürzten. Yuan betrat den Teleporter und stellte irgendeine Koordinate ein. Während der Teleportation zerschlug ein Engel die Apparatur und sorgte dafür, dass der Geflohene unsanft im Nirgendwo landete.
„Verdammte Engel… die haben doch tatsächlich den Teleporter beschädigt.“, maulte er.
Der Halbelf hatte keine Ahnung wo er war.
//Wenigstens nicht mitten in einer Stadt. Und ich bin laut dem Mana-Level in Tethe’alla gelandet.//          
Also entschied er sich zur nächstbesten Stadt zu gehen. Was alles andere als einfach war, da er ohne einen Kompass oder einer Karte losgegangen war. Stunden später irrte er immer noch herum, ohne jemanden zu sehen. Yuan blieb keine andere Wahl als endlich zu fliegen, damit er seinen genauen Standort herausfinden konnte. Als er in der Luft war, erkannte er fünf Personen. Drei von ihnen waren bewaffnet und schienen die anderen zwei zu bedrohen.
„Wir sollten ihnen für ihren ungehorsam die Kehle von diesen verdammten Halbelfen durchschneiden.“, hörte Yuan einen reden.
//Ich sollte mich nicht darum kümmern.//, dachte er, //Allerdings…//
Der Engel beobachtete die Szene weiter. Hinter dem ungewöhnlich stämmigen Halbelfen mit braunen Haaren und grauen Augen, klammerte sich eine kleinere Halbelfe mit silbergrauen Haaren und grünen Augen. Die Menschen sind stark bewaffnet und allen Anschein nach Ritter. Mit einem Seufzer entschied sich Yuan einzugreifen. Er landete wieder auf den Boden, zog seine Flügel wieder ein, zückte seine Waffe und rannte zu den Fremden.
„Was sollen wir mit denen machen, außer der Tatsache, dass sie sich dem Kasten-System gebeugt haben? Nach dem Gesetz müssen wir sie töten, oder Lek?“, meinte einer der Ritter.
„Seit wann so ein Gentleman, Keln?“, neckte er seinen Kameraden, „Wir könnten doch etwas Spaß mit der Halbelfe haben.“
Die Halbelfe zuckte bei diesen Worten zusammen und klammerte sich fester hinter dem anderen.
„Wenn ihr meiner Schwester auch nur ein Haar krümmt, werde ich euch allesamt in Einzelteile zerlegen.“, zischte der Stämmige.
„Versuch es doch. Unsere Rüstungen bestehen aus Poly-… äh… -irgendwas.“
„Polykarbonat.“, murmelte die Kleine.
„Los auf ihn!“, brüllte der dritte Ritter.
Mit einem Schrei fuhr dieser zusammen und kippte um.
//Jemand musste ihn getötet haben, aber wer?//, fuhr es der Kleinen durch den Kopf.
„Wer wagt es?! Du, du bist auch ein Halbelf, nicht wahr?!“, zischte Keln und blickte wütend Yuan an.
„Ihr greift sie an, warum?“
„Was geht dich das an!“, schnauzte Lek ihn an.
Er rannte mit gespitzter Lanze auf den Halbelfen zu. Dieser sprang zu Leks Überraschung in die Luft und landete hinter ihm. Gleichzeitig verpasste er ihn einen Hieb ins Rückenmark, woraufhin Lek zusammenbrach. Nun blickte Keln abwechselnd zu den Neuankömmling und den Halbelfengeschwistern. Schließlich lief er mit dem Schwert zu den Geschwistern und drohte damit den Stämmigen niederzukriegen. Die kleinere Halbelfe trat vor ihren Bruder, entwaffnete den Angreifer und rammte ihm das Schwert in die Brust. Dieser sah sie geschockt an, während Blut aus seinen Mund rann. Keln brach ebenfalls zusammen und starb.
„Vielen Dank, Fremder. Ihr habt uns das Leben gerettet.“, bedankte sich der stämmige Halbelf.
Seine Schwester hatte die Waffe abgelegt und trat wieder hinter ihrem Bruder.
„Warum wurdet ihr verfolgt?“, fragte der Engel.
„Ich habe, weil meine Schwester Hunger hatte, ein paar Äpfel gestohlen. Normalerweise wäre es niemanden aufgefallen, da die Frau, die das Obst verkauft, immer wegschaut. Doch heute war ihr Mann da und der hat sogleich die drei Ritter uns auf den Hals gehetzt. Wir sind aus Meltokio geflohen und rannten über die halbe Steppe, bis sie uns eingeholt und uns beinahe getötet hätten, wärt Ihr nicht gekommen.“, antwortete der ältere der beiden Geschwister.
„Und warum habt ihr gestohlen?“, erkundigte sich Yuan weiter.
„Als Bediensteter kriegt man nicht sehr viel zu Essen.“, redete die Halbelfe.
„Verstehe… also existiert das Kastensystem noch.“
„Was soll das heißen? Sie reden ja so, als wären Sie über 1,000 Jahre alt.“, stellte der Stämmige fest.
„Wie heißt ihr zwei eigentlich?“, wechselte der Engel das Thema.
„Botta Eclado und das hier ist meine jüngere Schwester Kinira.“, antwortete der Halbelf.
Kinira sah ihren Bruder ängstlich an. Sie hatte bis auf ihn noch nie andere Halbelfen gesehen.
„Kennt ihr beide Sylvarant?“
„Das Land des Untergangs? Ja. Das kennen wir, allerdings nur aus Büchern in Engelssprache. Allerdings soll dieses Land von den Desians verwüstet werden.“, antwortete die jüngere.
„Das stimmt auch. Wollt ihr nicht mir helfen, die Desians zu bekämpfen?“
Das war eine Spontanentscheidung von Yuan. Einfach so mal die Desians zu bekämpfen. Botta wechselte einen Blick zu seiner Schwester und nickte.
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