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Angel Flower

von Kinira
GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Kratos Aurion OC (Own Character) Yuan
18.09.2016
25.11.2016
18
45.626
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18.09.2016 2.910
 
Chapter: 1 - Anna

Ein Windhauch blies Anna ins Gesicht und wehte ihr kurzes Haar aus ihrem Gesicht. Sie träumte vor sich hin, lauschte den Wind, hörte das Lied. Der Wind, er sang ein schönes Lied. Es beruhigte sie und sie schloss die Augen. Sie vergaß alles um sich herum. Immer wenn sie das tat, stellte sie sich vor, sie sei der Wind. Fliege unbeschwert und frei über die Felder und Berge. Über Seen und Wälder und über das Meer. Sah alles und jeden. Sah Tiere und Menschen. Friedlich sollte die Welt sein. Friedlich und wunderschön.

Anna wurde mit einem heftigen Schlag auf den Rücken in die Realität zurückgeholt. Ein Schlag? Nein… Es war vielmehr ein Peitschenhieb. Sie verzerrte das Gesicht. Der Schmerz breitete sich von ihrem ganzen Rücken über den Körper aus und schließlich ließ sie ein kleines Wimmern von sich.
„He, du jämmerliche Kreatur!“, rief eine Stimme.
„Arbeite gefälligst weiter, ansonsten gibt es für dich kein Fressen!“
Sie behandelten die Menschen wie Tiere und die hatten ja auch was Besseres verdient. Die Frau schaute zu den Rufenden auf, dies gefiel ihm allerdings nicht und er schlug ihr augenblicklich mit der flachen Hand ins Gesicht.
„Arbeite!“, hörte sie ihn zornig und schlug bedrohlich mit der Peitsche auf den Boden.
Warum taten sie das? Warum demütigten sie die Menschen so sehr, die Halbelfen? Was haben die Menschen ihnen angetan, dass sie sie so verabscheuten? Lag es daran, dass sie früher stark schikaniert wurden? Sie taten jetzt dasselbe mit ihnen. Schlugen sie, peitschten sie aus, überfielen die fast wehrlosen Dörfer. Es brachte nichts, sich darüber Gedanken zu machen. Fast alle hassten Halbelfen. Elfen mit Menschenblut. Menschen mit Elfenblut. Beide, Menschen und Elfen, fürchteten sie, weil sie genauso alt werden wie Elfen und dennoch Menschenblut in sich trugen und weil sie Magie oder besser gesagt Mana benutzen konnten und so den Elfen gleich kamen. Die Elfen hassten ihre Halbblütigen, weil sie sich trotz des fast gleichen Aussehens, wie Menschen verhielten. Nicht erhaben und stolz, sondern auch mal kleinlich und schwach. Manche Elfen sagten sogar, dass Halbelfen wie Menschen mit Magie sind. Anna selber hatte keine Probleme mit Halbelfen, zu mindestens nicht in dieser Hinsicht. Probleme hatte sie mit ihnen, weil sie sie hier schon seit gut drei Jahren einsperrten und sie wie ein Schwerverbrecher behandelten. Die Frau schuftete Tag ein und Tag aus, leistete alles was sie konnte, verlor aber nicht ihren Willen. Ihr Wille, so schwor sie, als sie in diese Menschenfarm kam, durfte niemals zerbrechen. Wieder erklang eine Peitsche. Ein kleines Kind mit blonden Haaren und kastanienbraunen Augen, konnte nicht mehr weiter arbeiten. Es weinte und als gerade der Aufseher auf den Hilflosen einschlagen wollte, stellte sich Anna zwischen ihnen und kassierte den Hieb. Der Kleine, der sie ansah, zitterte noch vor Angst. Die Frau wollte ihn trösten, als der Aufseher ihr einen weiteren Schlag verpasste:
„Du jämmerliche Kreatur! Sorge dich nicht um das Leben deiner Artgenossen, sondern sorge dich um deines!“
Gerade als er ein Schwert aus der Scheide holen wollte um sie zu töten, erklang eine kalte Stimme. Jene Stimme, die das Blut in den Adern gefrieren ließ. Jene Stimme, die so kalt und grausam war, dass man dachte, er sei kein lebendiges Wesen mehr.
„Töte sie nicht.“, sprach die Stimme ruhig und doch mit einer Kaltherzigkeit,  die alles Erdenkliche hinter sich ließ.
„Sie ist vom Angelus-Projekt. Wenn du sie tötest, wirst du den nächsten Atemzug nicht mehr erleben und dein Kopf aufgespießt am Pfahl hängen sehen und zwar im Jenseits.“, das sagte er mit Nachdruck.
Der Desian wurde kreidebleich und wahrscheinlich waren auch seine Augen weit geöffnet, aber das konnte man nicht durch den Helm sehen.
„Ver… zeiht, meine Dummheit, Lord Kvar.“, entschuldigte er sich und wendete sich an einen etwas älteren Mann zu, der gerade aufgehört hatte seinen schweren Block zu schieben.
Der Halbelf schlug ihn zusammen und prügelte ihn so lange bis er tot war. Anna war diesen Anblick gewöhnt und doch gefror ihr immer noch das Blut in den Adern.
„Wenn das nicht mein Lieblingsexperiment ist. A012.“, erklang spöttisch seine Stimme.
Sie nannten sie immer bei dieser blöden Nummer. Kvar betrachtete eindringlich ihre Brust, viel eher gesagt den merkwürdigen Stein, den sie dort trug.
„Und, steht da etwas Neues geschrieben?“, fragte Anna keck.
Naja, sie konnte sich solche Bemerkungen einfach nicht verkneifen. Kvar schlug ihr augenblicklich mit seiner Faust ins Gesicht, woraufhin sie zu Boden fiel und setzte ruhig und gefasst fort:
„Na, na. Immer noch so frech und ungehalten wie am Anfang, A012? Dabei bist du schon über drei Jahre hier. Ich muss dir allen Ernstes immer noch Gehorsam und Respekt beibringen? Wie viele Male muss ich es mit dir noch machen?“, dabei seufzte er leicht.
Wenig später setzte er ein kühles Lächeln auf und rief drei Untergebene herbei.
„Bringt sie in meinen Raum.“, befahl er.
Einer von ihnen ging etwas näher an ihn heran und sagte:
„Wir haben jemanden gefangen genommen, Lord Kvar.“
„Wer ist es denn diesmal?“, seufzte er sichtlich genervt.
„Es ist jemand namens Kratos Aurion, Lord Kvar.“
Dieses    Lord Kvar    hasste die Frau. Fast bei jedem Satz, den seine Untergebenen zu ihm sprachen, endete mit Lord Kvar. Wenn sie unter sich waren und ihn erwähnten, sagten sie es auch immer. Sicherlich hatte Anna schon diesen Namen zig Mal gehört und langsam ging er ihr auf die Nerven.
„Lord Kratos also?“, entgegnete Kvar.
Dabei schaute er kaltblütig zu A012.
„Endlich haben wir ihn. Er hielt sich ja auch schon ziemlich lange in Sylvarant auf.“, rief er von sich.
„Wie auch immer, führt sie und Lord Kratos in meinen Raum. Ach ja. Stellt zusätzliche Wachen auf. Lord Kratos hat schon viele von uns getötet. Außerdem bringt ihr ihm einen Stimulator an, damit er seine Engelskräfte nicht einsetzt.“
„Sehr wohl, Lord Kvar.“, antwortete er.
Er hetzte fort.
Die drei Desians brachten die Frau zu dem besagten Raum. Allerdings wehrte sie sich dabei so gut es ging. Trat, schlug und biss auch mal gelegentlich. Doch vergebens. Sie waren zu dritt und sie wurde bei jedem Versuch sich zu wehren getreten.
Schließlich erreichten wir nach mehreren Wehren ihrerseits Kvars Raum, wo dort ein Fremder mit weiteren Desians stand. Er sah eigentlich ganz gut aus, aber auch recht ungewöhnlich. Seine Harre hatten einen Rot-Ton und standen recht wild von seinem Kopf ab, wobei einige Haarsträhnen auch sein linkes Auge teilweise verdeckten. Seine Kleidung sah sehr edel aus, fast schon die eines Adeligen. Der Fremde trug einige Gurte und hatte ein schwarzes Hemd an, darüber vier braune Gurte, seine Ärmel waren lang und hatten die Farben Weiß und Lila. Genauso war auch seine Hose. Anna fühlte Bewunderung. Aber dann erkannte sie seine hellblauen Flügel auf den Rücken und sie hatte nur noch Verachtung für ihn. Der Fremde war also ein Engel, ein Diener der Göttin Martel.
//Gutmütig? Wohl eher nicht. Als würden Engel die Menschen retten.//, dachte sie.
Die Tür ging auf und Kvar trat herein. Er sah kurz zu dem Engel und dann zu seinem Experiment.
„Du weißt, was jetzt mit dir passiert, A012.“, raunte er.
Anna funkelte ihn verachtend an. Er hingegen schien darüber ganz amüsiert zu sein. Ehe sie sich versah, hatte man sie an einem Pfosten gebunden. Der Großfürst ging zu seinen Schreibtisch, um einen Metallstab herauszuholen und ihn mit Mana aufzuladen. Die Frau hörte wie er auf sie zuging. Ihr Atem versuchte sie langsamer zu regulieren und sie bereitete sich mental auf den Schlag vor. Dann hörte sie es zurren und die Eisenstange peitschte ihren Rücken. Sie kniff die Augen zu und biss sich auf die Lippen vor Schmerz. Anna wollte keinen Schrei loslassen. Gerade als sie aufatmete, rammte der Fürst die Stange wieder rein. Immer wieder bis sie nur noch Schmerzen spürte und alles um sich herum vergaß. Der Schmerz wurde immer heftiger und ihr wurde schwarz vor Augen. Kvar war ein Sadist, ergötzte sich an ihren Bild und konnte erst aufhören bis sie bewusstlos war.

Als Anna aufwachte befand sie sich in ihrer Zelle. Sie konnte ihren Körper nicht bewegen. Schlimmer war es aber, dass sie nur Schmerzen spürte. Ihr ganzer Leib tat ihr unheimlich weh. Plötzlich hörte sie, wie jemand die Tür aufmachte.
//Jetzt schon? Ich kann mich noch nicht bewegen.//
Doch zu ihrer Verwunderung kam  nur  der Engel herein und sah sie ruhig an.
„Was willst du, du Alles-andere-als-gutmütiger-Engel?!“, zischte die Frau.
Er seufzte leicht und fragte in einem ruhigen Ton:
„Willst du hier raus?“
Anna schaute ihn verwundert an und nickte.
//Klar will ich raus.//
„Gut.“, setzte der Fremde fort. „Aber du musst dich an meine Pläne halten.“
„Welche Pläne? Und warum hilfst du mir, verdammter Engel? Und wie bist du eigentlich davon gekommen?“
Er verdrehte die Augen und setzte fort: „Ich darf mich in der Farm frei bewegen. Ich werde dich Tag für Tag besuchen und dich etwas heilen. Allerdings darfst du keine weiteren Wunden erleiden. Ich kann dir allerdings meine Beweggründe nicht verraten.“
„Und das heißt?“
„Du musst dich den Desians beugen. Keine Auseinandersetzungen und keine Hilf-Aktionen. Befolge einfach den Befehlen.“
„Und was träumst du nachts?!“
Der Fremde sah sie schief an.  Hatte er allen Ernstes erwartet, dass sie sich den Desians beugte? Desians, die bloße Verkörperung des Bösen.
„Willst du nun hier raus?“, fragte er leicht genervt. Oder war er doch etwas angespannt?  Kannte der Typ sowas wie Gefühle? Allerdings ließen die Desians ihn frei herumlaufen.
„Okay.“
Er legte seine linke Hand über ihren Rücken und murmelte etwas. Plötzlich spürte sie wie eine Energie in ihr hineinfloss, allerdings begannen auch leicht die Wunden zu brennen. Wenig später setzte sie sich auf und sah den Heiler direkt in die Augen. Er hatte ruhige, aber auch stolze Augen.
„Wie heißt du?“, fragte der Fremde.
„Was geht dich das an.“, antwortete Anna mit Mühe. Nach wie vor schmerzte ihr Körper, doch es war nicht mehr als zu schlimm.
„Wie bist du hier gelandet? Hast du Diebstahl begangen?“
„Nein. Wie kommst du darauf? Eines Tages schleppten mich die blöden Desians hierher. Es war gerade Abend und ich wollte zurück nach Hause. Warum erzähle ich es dir eigentlich, du verdammter Engel?!“
„Und was ist mit deiner Familie?“
„Ich erzähle dir doch nicht allen Ernstes über meine Familie etwas.“
„Verstehe… Wenn du dich genug kuriert hast, werde ich mit dir fliehen. Aber versuche keine weiteren Verletzungen zu erleiden.“, wiederholte er sich.
Die Frau nickte.
//Was für ein komischer Typ.//

Am nächsten Morgen holten die Desians A012 wie immer aus der Zelle. Auf den Flur erkannte die Frau einer ihrer Freundinnen aus der Kindheit. Sie war kurz nachdem sie hier verschleppt wurde auch in die Farm gebracht worden. Sie hatte einen schmerzerfüllten Blick. Anna wollte gerade etwas sagen, da schlug der Halbelf hinter mit der Peitsche zu.
//Toll, soviel zum Plan.//
„Bleib nicht stehen, du jämmerliche Kreatur!“
Die Zwei gingen an Annas Freundin vorbei und sie wurde in den Hof gebracht. Dort brachte man sie zu den Blöcken. Die Frau begann sofort damit den Block vor sich herzuschieben. Am Anfang rührte er sich keinen Millimeter, doch dann spürte sie wie Kraft in ihr hineinfloss und sie konnte den riesigen Stein bewegen. Jedes Mal wenn Anna eine viel zu starke körperliche Anstrengung machte, begann der merkwürdige Stein zu leuchten und ihr wurde ganz kalt. Nach der  Arbeit  schleppten sie sie wieder zurück in die Zelle und man gab ihr etwas zum Essen. Naja, wenn man das Essen nennen konnte. Feuchtes Brot und, wenn man Glück hatte, auch mal ein bisschen zähes Fleisch. Plötzlich bemerkte die Frau einen Schatten. Es war Kvar. Er sah sie an und lächelte kalt.
„Meine Untergebenen haben mir erzählt, dass du endlich gefügig bist, A012. Anscheinend hatte Lord Kratos ganze Arbeit geleistet.“
Der Engel hieß also Kratos… Als würde sie was kümmern. Er hatte allen Anschein nach dem Großfürsten etwas anderes erzählt als er getan hatte. Die Frau sah zu Boden. Ob Kvar gelächelt hat oder nicht konnte sie nicht sagen. Aber sie ging davon aus, dass er es tat. Er verließ A012 wieder, wenig später kam allerdings Kratos und heilte sie.
„Ich habe dir doch gesagt, dass du keine neuen Wunden erhalten darfst.“, seufzte er.
„Pff… Als hätte ich die Wunde freiwillig erhalten.“
„Ich kann und werde dich nicht auf der Stelle komplett heilen.“
„Warum?“
„Ganz einfach. Zum ersten, da es dann viel zu auffällig wäre und zum zweiten reichen meine heilende Artes nicht aus, um deine Verletzungen komplett zu behandeln. Außerdem kann ich dir hier keinen Verband anlegen.“
„Ziemlich dumm, was?“, zischte die Frau. Sie wollte eigentlich nicht, dass der dreckige Engel sie hier rausholte.
„Willst du hier raus?“, fragte er ruhig. Seufzend nickte sie.
//Wohl oder Übel bin ich auf ihn angewiesen.//
Plötzlich hörte man ein Brüllen. Von wo kam das Brüllen? Wer brüllte da? Der Engel stand auf und sah in den Gang hinein. Ein Halbelf humpelte schwer verletzt zur Zelle.
„Was ist passiert?“, fragte Kratos ein Desian, der kurz vom Tod stand.
„A014… ist außer… Kontrolle… geraten…“ Die Wunde war tief. Der Desian tat Anna etwas leid. Aber auch nur etwas.
//Warte! Sagte er gerade A014!?//
Die Frau wurde kreidebleich im Gesicht. Ihre Freundin war A014.
„Ist irgendetwas mit meiner Freundin?“, drängte sie.
„Ihr sollte heute… der Exsphere… entfernt werden…“, presste der Halbtote hervor. Konnte er die Frau nicht mehr sehen? Sah er verschwommen? Und was war ein Exsphere? Ehe A012 weiter fragen konnte, hustete der Halbelf einmal, sodass er Blut spucken musste, und starb. Anna wurde angst und bange um ihre Freundin. Der Engel zog sein Schwert aus der Scheide und machte sich kampfbereit. Er warf ihr einen scharfen und strengen Blick zu.
„Du bleibst hier. Egal was passiert, verlass nicht… verlass nicht die Zelle!“ Das mit der   Zelle   sagte er mit Nachdruck. Nickend ging die Frau zurück zu der besagten Ortschaft und schon tauchte das Ungetüm auf. Das Monster schrie. Litt es? Es griff den Engel frontal mit seiner Klaue an, dieser wich geschickt zur linken Seite aus. Nahezu zeitgleich verpasste er einen Hieb in die rechte Seite. Das Monster schrie wieder auf, machte aber keinerlei Anstalten zu fliehen. Es griff erneut an. Nicht Kratos sondern… Anna! Sie zitterte. Es attackierte sie! Ihr Atem wurde immer schneller und sie sah nur noch verschwommen. Ihre Augen waren geschlossen, als das Monster sie angreifen wollte. Sie hörte einen weiteren Schrei und als sie ihre Augen wieder öffnete, sah sie das Monster aufgespießt durch ein Schwert. Kratos hatte es getötet.
„Schnell!“, befahl der Engel.
„Warum?“
„So eine Gelegenheit kommt wahrscheinlich nicht mehr.“
„Hä?“, Anna sah ihn verwirrt an.
„Ganz einfach, die Desians sind jetzt zu beschäftigt, wegen des Monsters. Es ist also ideal, wenn wir fliehen.“
Nickend stand die Frau auf und beide hetzten durch den Flur.
Es war kein einziger Desian zu sehen. Plötzlich hielt ihr Begleiter an.
„Was ist los?“, fragte sie nach. Ohne weiter auf sie einzugehen, packte er sie am Arm, zerrte sie hinter eine Ecke und hielt ihr den Mund zu.
„Psst… Dort vorne ist jemand, sei leise.“, forderte er Anna auf.
Ein Desian kam aus der anderen Ecke gehetzt und rannte einfach weiter, ohne die zwei zu bemerken.
„Er hatte uns gar nicht bemerkt.“, stellte die Frau fest.
„Komm weiter.“, drängte Kratos.

Schließlich erreichten sie den Hof. Die lang ersehnte Freiheit lag so nah. Die Frau konnte sie schon fühlen. Unweigerlich huschte ein Lächeln über ihr Gesicht. //Freiheit, Freiheit!// Diese Worte pochten in ihr wie eine nicht löschbare Flamme. Plötzlich vernahm sie eine tiefe Stimme. Nein, keine tiefe, eine kalte Stimme. Ihre Augen weiteten sich. Kvar!
„Kaum ist mal eine Exphere-Entfernung misslungen, schon nutzt Lord Kratos die Möglichkeit zur Flucht mit dem Wirtskörper A012.“, sprach er kühl.
„Exsphere-Entfernung? Was ist das?“, fragte Anna nach.
„Der Exsphere wird vom Körper getrennt. Dadurch gerät das körperliche Mana außer Kontrolle und man verwandelt sich in ein Monster.“, erklärte der Engel.   //Warte, sagte der Desian nicht irgendetwas mit der Exphere-Entfernung an meiner Freundin? Dass es misslungen war? Das Monster war meine Freundin!// Bebend vor Wut konnte sie sich nicht zurückhalten und stürzte sich auf den Großfürsten. Dieser schlug sie mit dem Knauf seines Stabes zurück, so dass sie zu Boden fiel.
„Eine Flucht ist aussichtslos, A012.“, raunte der Halbelf.
„Verdammt!“, zischte Anna. Langsam sank wieder der Hoffnungsschimmer auf Freiheit. Der Großfürst lächelte gehässig. //Na toll! Ich werde gleich wieder die Eisenstange zu spüren bekommen…// Die Frau sah zu Boden. Die Hoffnung hatte sie nun komplett verloren. //Wie sollte ich an Kvar vorbei?// Auf einmal hob sie der Engel hoch. Sein Körper fühlte sich dabei komisch an. Sie konnte es auch nicht beschreiben. Er hob vom Boden ab. Sie flogen.
„Hey! Warte… Ich habe… Höhenangst!!“ Er ignorierte die Frau und sie flogen davon.
Krampfhaft hielt sie sich an seinen Schultern fest. Die Augen kniff die Frau zusammen. Wenig später landeten sie am Umacy-See. Der Engel setzte Anna ab und sank keuchend auf seine Knie.
„Hey! Ich habe dir doch gesagt, dass ich Höhenangst habe!“, maulte die Frau. Kratos sah sie nur an und sprach schließlich nach einer kleine Pause:
„Besser Höhenangst, als in der Farm gefoltert zu werden.“
„Pff…“
Wie auch immer. Sie war frei. Die langersehnte Freiheit. Sie fing an zu lachen und tanzte rum.
„Freiheit… Freiheit! Ich bin endlich frei nach drei Jahren!“, jubelte sie.
Schließlich ließ sie sich auf die leichtfeuchte Wiese fallen. Das Lachen, das Anna so vermisst hatte, umhüllte die gesamte Gegend.    

Anmerkung:
Urpsrünglich sollte dieser Chapter und der darauffolgende in der Ich-From geschrieben sein, doch nach reiflichem Überlegen habe ich es doch nicht gemacht.
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