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Zwei unverwechselbare Freunde

Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft / P12 / Gen
OC (Own Character) Wolf
16.09.2016
05.10.2016
8
8.051
 
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16.09.2016 1.633
 
Ein Wolf lebte in einer Höhle in einem kleinen Birkenwäldchen. Der Wolf hieß Ringdoll.
Sein Sohn Bingo war in der Höhle mit seiner Mutter Fant. Bald würde der kleine die Umgebung rund um die Höhle erkunden, aber im Moment lag er noch zusammengerollt zu einem kleinen schutzlosen Fellbündel in seinem Nest.
Ringdoll lief los, die Sonne war zwar gerade erst aufgegangen, aber es brauchte einige Zeit etwas Essbares aufzustöbern und es zu fangen.
Der Wolf witterte. Er roch ein Huhn, nicht allzu weit weg. Die Nase dicht am Boden machte er sich auf die Suche.
Hinter einem Abhang erspähte er schließlich das Federvieh. Vorsichtig setzte er eine Pfote vor die andere und schlich sich an das Huhn heran. Das dumm gackernde Tierchen kratzte mit den Klauen im Gras und suchte nach Körner. Es bemerkte Ringoll nicht.
Er schleckte sich übers Maul. Leichte Beute! Er kauerte hinter einem Busch und wartete auf dem richtigen Moment. Das Huhn konzentrierte sich komplett auf seine Körnersuche.
Ringdoll sprang aus voller Kraft, um soweit wie möglich zu kommen.
Das Huhn konnte kaum registrieren, dass es gleich sein Leben aushauchen würde, da baumelte es auch schon schlaff in Ringdolls Maul.
"Guter Fang." Ein anderer Wolf kam aus dem Unterholz gekrabbelt.
Ringdolls kannte den Wolf und freute sich, ihn zu sehen. "Danke, Ballion. Wie geht's den Kindern?"
Ballion nickte. "Ja es geht ihnen sehr gut. Sie wachsen schnell. Vor allem Batch."
"Schön. Und wie geht's Mina?", fragte Ringdoll seinen Bruder.
Ballion strahlte nun noch mehr. "Sie ist die beste Tochter, die ich mir vorstellen kann. Aber zu dir: Ist alles in Ordnung mit Bingo?"
"Oh ja, es geht im bestens. Ich bin grad' auf der Jagd, damit er und Fant was zu essen haben."
"Das trifft sich gut." Ballion wedelte mit dem Schweif. "Ich jage für Hall. Wollen wir gemeinsam weiter machen?"
"Gute Idee. Wie wärs denn, wenn wir das dicke Schaf, da unten am Fluss nehmen?" Ringdoll nickte Richtung Fluss.

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Am Ende des Tages lagen 2Hühner, 1Schaf und 1Hase vor den Füßen der Wölfe.
"Das war eine gute Jagd.", stellte Ballion erfreut fest. "Wie wollen wir teilen?"
"Am besten, jeder nimmt erstmal ein Huhn. Dann teilen wir das Schaf und du nimmst zusätzlich den Hasen mit, weil du 3Mäuler zu stopfen hast.", schlug Ringdoll vor.
Ballion war einverstanden. Sie teilten das Futter und verabschiedeten sich dann. Zum Abschluss sagte Ringdoll: "Hey, wie wär es denn, wenn du uns im übernächsten Eckmond besuchen kommst?"
Ballion dachte einen Moment nach. Dann stimmte er zu: "In Ordnung. Dann sind Mina und Batch sicher schon groß genug, um nach draußen zu gehen."
"Klasse!", freute sich Ringdoll. "Dann können die Kinder zusammen spielen!"
Ballion meinte: "Schön, dann bis zum übernächstem Eckmond." Er schlüpfte durch die Farne davon, sodass es raschelte.
Ringdoll schaute ihm fröhlich hinterher. Dann sah er zum Himmel auf. Er verfärbte sich bereits tief rot. Er wollte zuhause sein, bevor der Mond seine höchste Stellung erreicht hatte. Der Wolf nahm das Futter und machte sich auf dem Weg.
Auf halbem Weg kam Ringdoll auf einmal ein stöhnender Zombie entgegen. Die grüne Kreatur wankte an ihm vorbei, tiefer in den Wald hinein.
Der Wolf schüttelte nur irritiert den Kopf. Was war so lockend daran, in der Nacht unschuldige Menschen anzufallen? Sollten die Zombies doch lieber in ihren Bauen bleiben, dann würden sie am Tag auch nicht verbrennen!
Zwischen den den Bäumen erschienen die 2Hügel und die Erdbrücke. Ringdoll seufzte erleichtert. Es war ein anstrengender Tag gewesen!
Ringdoll schlüpfte durch den Eingang der Wolfshöhle.

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"Darf ich endlich mal mit raus?", jammerte Bingo beleidigt. "Ich will auch mal ein Schaf jagen!"
"Soll ich ihn mitnehmen?", fragte Ringdoll Fant.
Die Wölfin seufzte: "Na gut, nimm ihn mit. Aber seid vorsichtig!"
"Juhu!", heulte Bingo aufgeregt. "Ich werde ganz viel Futter mitbringen!" Fröhlich hüpfte er aus der Höhle.
Ringdoll folgte ihm. Seit der letzten Jagd mit Ballion hatte der Mond zu- und wieder abgenommen. Bald war wieder Eckmond.
Ringdoll betrachtete seinen Sohn. Er war beachtlich gewachsen, nichts erinnerte mehr an das schutzlose kleine Wolfsjunge, das kläglich wimmerte, wenn es Hunger hatte.
Bingo setzte eine Pfote auf das Gras. "Huch! Das ist ja weich!", staunte er. "Nicht so hart wie der Stein in der Höhle!"
Ringdoll wedelte mit dem Schweif. "Komm, ich zeige dir mal die Blumenwiese." Er ging hinüber zu dem von Blumen geprägten Hügel.
Bingo lief an seiner Seite. "Das ist so spannend!"
"Schau her, das sind Gänseblümchen, das Löwenzahn und hier siehst du Rosen und Tulpen in allen Farben.", erklärte Ringdoll.
Bingo steckte seine Schnauze in eine Rosenblüte. Es kitzelte ihm in der Nase, sodass er niesen musste und erstaunt seine Schnauze zurückzog. "Das kitzelt!"
"Ja, die Erfahrung habe ich auch schon gemacht", sagte Ringdoll. "Soll ich dir den Rest vom Wald zeigen?"
Bingo nickte begeistert und lief aufgeregt im Kreis. "Los, los, los!"
Ringdoll versuchte seinen Sohn unter Kontrolle zu halten, während die beiden Wölfe den Birkenwald erkundeten. Aber der junge Wolf war so aufgedreht, dass er einfach nicht zu bändigen war. Es sollte also ein langer Tag werden!
Als die Sonne tief am Himmel stand, konnte Bingo schon Bäume hochklettern, sich an Beute anschleichen und schwimmen. Viel für einen Tag!
"Nochmal!", rief der kleine Wolfsjunge, als er zum wiederholten Mal von einem Ast aus ins Wasser sprang und sich zurück aus Ufer schleppte.
"Nein, für heute ist es genug", wies Ringdoll an und schupste ihn in Richtung Höhle. "Morgen wieder."

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"Das sind Mina und Batch.", sagte Ballion freundlich.
Bingo schielte vorsichtig an Fant vorbei. Der fremde Wolf, der vor ihnen stand, war also Ballion, der Bruder von Ringdoll? Neben ihm stand eine Wölfin, das war wohl Hall. Hinter ihr versteckten sich zwei junge Wölfe. Das waren dann anscheinend Mina und Batch.
"Na komm, Bingo. Sei nicht so schüchtern!", ermutigte Ringdoll seinen Sohn und stupste ihn mit der Nase an.
Mutig machte Bingo einen Schritt nach vorne, wenn auch zögerlich. Sein Fell stand - obwohl Fant es ihm gerade erst glatt gelstrichen hatte - in alle Richtungen ab.
"Ähm... hallo...", sagte Batch und ging auch ein paar Schritte nach vorne, an Hall vorbei.
"Hallo...", murmelte Bingo schüchtern.
"Ich denke wir lassen euch mal allein.", meinte Ringdoll und Ballion und Hall folgten ihm in die Höhle, so auch Fant.
Batch sah den großen Wölfen nach, bis sie in der dunklen Höhle verschwunden waren. Dann wandte er sich an Bingo: "Du bist Bingo, richtig?"
"Ja. Und du bist Batch, oder?", antwortete Bingo, dankbar dafür, dass Batch so freundlich zu ihm war. Er wedelte freudig mit dem Schweif.
"Korrekt", sagte Batch. "Komm, Mina, Bingo ist nett."
Die kleine Wölfin, die bisher auf Abstand gestanden hatte, kam einige Schritte näher. Schüchtern wedelte sie mit dem Schweif.
"Keine Angst, ich beiße nicht", sagte Bingo. "Jedenfalls keine Wölfe."
Mina lächelte ein wenig. Sie schien sich nicht allzu viel zuzutrauen, obwohl sie sehr hübsch war. Ihr Fell glänzte in der Sonne und ihr Schweif war schön buschig.
"Was machst du denn normalerweise so?", fragte Batch neugierig nach.
Bingo erzählte: "Also eigentlich unternehme ich viel mit meinem Vater. Wir gehen meistens jagen. Oder ich gehe zum Fluss und übe schwimmen. Das ist lustig. Soll ich euch einen guten Platz zum Schwimmen zeigen?"
"Au ja! Was hältst du davon, Mina?" Batch schien begeistert von der Idee.
"Geht klar.", stimmte Mina zu. Ihre Stimme war hell vergleichbar mit einem hohen Glockenspiel.
"Hier geht's lang!" Bingo lief voraus, um Mina und Batch den Weg zum Fluss zu zeigen. Die Birkenblätter raschelten im Wind, der durch das Blätterdach wehte.
Batch reihte sich neben Bingo ein. "Mein Vater hat noch kaum etwas mit mir unternommen. Er wollte immer, dass Mina auch dabei ist, aber sie traut sich normalerweise nicht so nach draußen. Sie war erst dreimal im Wald.", raunte er Bingo zu, damit seine Schwester es nicht mitbekam.
"Oh, das ist ja schade.", bemerkte Bingo. Er konnte sich nicht vorstellen die ganze Zeit in der Höhle zu bleiben. Hier draußen war es doch so viel spannender! Warum Mina sich wohl nicht so oft raus traute?
"Da, der Fluss!", rief Mina in die Stille von Bingos Gedanken hinein. Sie klang schon überhaupt nicht mehr schüchtern.
Der Fluss gab sich zwischen einigen Bäumen vor den Jungwölfen zu erkennen. Das Wasser spiegelte den Himmel in seinem strahlenden Blau.
"Wisst ihr, wie man schwimmt?", fragte Bingo.
"Na klar!", riefen Batch und Mina gleichzeitig und sahen sich grinsend an. "Das hat Ballion uns beigebracht!"
"Na dann, los!", rief Bingo freudig und sprang in das kühle Wasser, das an den kleinen Sandstrand grenzte.
Der Sand knirschte, als Batch und Mina ihm folgten.
Bingo spritzte mit einer Pfote Wasser auf Batch, der sich darauf vor Bingo ins Wasser warf und ihn so von oben bis unten voll spritze.
Mina tauchte in einer etwas tieferen Stelle unter, ohne die Jungs zu beachten. Im Fluss wimmelte es nur so von Fischen, die an der jungen Wölfin vorbei schwammen. Mina holte mit der Pfote aus und schlug nach einer Forelle. Der Fisch sank getroffen Richtung Flussgrund, doch Mina nahm in ins Maul und schwamm zurück an die Oberfläche. "Schaut mal was ich gefangen habe!"
 
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