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Advents-Spuk auf Norderney

GeschichteMystery / P16 / Gen
Catherine Corrigan Derek Rayne Nick Boyle OC (Own Character) Philip Callahan Rachel Corrigan
16.09.2016
16.09.2016
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Gegen Abend, gerade als Hagiel den Tisch deckte und seine Frau das Essen auf den Tisch stellte, erschien Samyaza. "Hallo Samyaza, möchtest du mitessen?" fragte Mathilde. Dieser lächelte. "Ja gerne, Tilly." antwortete er und setzte sich neben seinen Chef und Freund, der den Kopf gesenkt hatte und sich mit den Händen die Schläfen massierte. "Alles in Ordnung Lucifer? Du wirkst irgendwie... angeschlagen." fragte der gefallenen Engel besorgt. "Onkel Lucian wird Vater und auch Hagiel!" rief Christian sofort, da er sich so sehr darüber freute. Samyaza sah seinen Chef mit großen Augen an. "Was wirst du? Schon wieder? Sorry Lucifer, aber ist das nicht ein bisschen schnell?" Der Höllenfürst funkelte ihn wütend an. "Pass auf was du sagst, Samyaza. Ich bin gerade alles andere als gut gelaunt. Und Vater hatte mal wieder seine Finger im Spiel wie immer." Samyaza wandte sich an Mathilde und Hagiel. "Meinen Glückwunsch euch beiden was wird es bei euch?" fragte er freundlich. "Drei Mädchen." antwortete Hagiel lachend. "Oh! Drei gleich?" Man merkte, dass der gefallene Engel sehr überrascht war. Seinen Chef wagte er im Moment nicht zu fragen, da er sehr schnell gemerkt hatte wie gereizt dieser schon wieder war.
Nach dem Essen legte Samyaza den Pakt auf den Tisch. "Ich habe ihn wie befohlen nochmal durchgelesen und bin auf ein paar Dinge gestoßen die zwischen den Zeilen stehen. Eigentlich drei, sie betreffen Tilly und dich Lucifer. Ihr beide müsst etwas tun um den Pakt lösen zu können. Um es weniger geschwollen auszudrücken als  unsere himmlischen Brüderchen muss Tilly ihre Selbstzweifel loswerden und du musst..." Er wurde von Belial unterbrochen als dieser kurz aufstöhnte. "Wieder mal stressbedingete Kopfschmerzen?" fragte Metatron. Sein höllischer Bruder nickte. "Was Tilly angeht das dürfte hoffentlich ein für alle Mal geklärt sein. Den Teil habe ich verstanden." Er kniff kurz die Augen zusammen. "Rede weiter was muss ich machen?" Du musst leugnen, dass Tilly jemals in deinem Dienst war um Hansen und Rass irgendwie dazu zu bringen den Pakt aufzugeben, auf die Kinder zu verzichten. Aus diesem Satz werde ich allerdings nicht ganz schlau. Er betrifft dich, denke ich nur - weiß ich nicht was du tun musst." Belial seufzte. "Danke Samyaza. Ich behalte den Pakt um ihn mir nochmal in Ruhe durchzulesen. Metatron, Hagiel ich ziehe mich in mein Arbeitszimmer im Boulevard zurück um ihn Ruhe nachdenken zu können." Die Erzengel nickten. "Hagiel, Tilly, ihr entschuldigt mich auch, ich werde mich ebenfalls mal zurückziehen um etwas Zeit mit meiner Frau zu verbringen, denn auch ich vermisse sie so langsam schon sehr. Ich bin morgen zum Frühstück wieder hier." sagte Metatron grinsend nachdem Lucifer verschwunden war, und verschwand dann ebenfalls.
Belial saß an seinem Schreibtisch im Boulevard und versuchte den Satz zu verstehen, konnte sich aber vor Kopfschmerzen nicht konzentrieren. "Sandalephon!" rief er laut. Der Erzengel erschien sofort. "Guten Tag Lucifer. Was gibt es denn, hast du Sehnsucht nach mir?" Belial hustete. "Hör auf mit deinen blöden Scherzen. Und jetzt erklär mir diesen Satz mit normalen Worten und keinem so geschwollenen Gerede!" befahl er barsch. Sandalephon lächelte. "Bist du in der Position mir Befehle zu erteilen, Lucifer? Ich denke nicht. Allerdings kenne ich dich nicht anders. Ich könnte es versuchen, aber... musst du mir so aggressiv begegnen?" Er stöhnte. "Du nervst mich grad einfach mit deiner Freundlichkeit, dieser beschissene Pakt nervt mich und dieses widerliche Miststück, das diesen ganzen Mist hier wieder verzapft hat!" Es klopfte an der Tür. "Wer kommt denn jetzt? Herein! Und ich dachte ich wäre dieses Biest endlich los, nachdem Vater sie in einen  Baum verwandelt hat." fluchte er weiter und fegte wütend und gereizt ein paar Bücher vom Tisch. Catherine die gerade eingetreten war zuckte zusammen. "Keine Sorge, er führt sich nur so auf weil er Kopfschmerzen hat und dadurch seine Wut nicht unter Kontrolle halten kann." erklärte Sandalephon ruhig. "Vielleicht will ich das ja auch gar nicht!" fauchte er. "Ich habe hier die... Tabletten, um die du Sariel gebeten hast. Er ist in einer Operation und bat mich sie dir zu bringen."
Er nahm sie ihr immer noch etwas aggressiv aus der Hand und nahm zwei davon, den Rest steckte er in die Tasche seiner schwarzen elegant wirkenden Jeanshose. "Zwei auf einmal sind ein wenig viel, oder?" fragte sie. "Geht dich das was an?" fragte er ruhig. "Ich dachte ja nur , weil sie sehr starke Nebenwirkungen haben können und..." "Ich bin ein Seraph und werde es überleben. Danke fürs Bringen und richte Sariel meinen Dank aus. Und ich lasse mich mal wieder in Rom sehen, wenn dieser Fall auf Norderney erledigt ist." unterbrach er sie. Catherine nickte und verließ das Arbeitszimmer. "Der Satz ist in einfachen Worten, ganz leicht zu verstehen Lucifer. Gestehe dir Fehler ein. Gib zu dass auch du Fehler machst und nicht unfehlbar bist. Du siehst praktisch immer bei anderen die Schuld, nie bei dir selbst. Und du bist dir immer so sicher Lucifer, dass du bei deinen Pakten stets auch das Kleingedruckte buchstabengetreu einhältst... Das ist die Lösung, nur so kannst du den Pakt brechen. Denk mal darüber nach. Einen schönen Abend noch, Lucifer!" sagte er und verschwand.
Mit einer unwirschen Handbewegung ließ Belial den Pakt auf seinem Schreibtisch erscheinen, entwirrte die magischen Stränge darüber und nahm Schritt für Schritt auseinander wo auch noch in der Schrift selbst irgendwelche Fallstricke versteckt waren. Und dann entdeckte er es: Verborgen in der Schrift selbst stand klar und deutlich, dass der Vertrag nur wirksam und bindend für die Hölle wurde, wenn Mathilde ihm irgendwie zu Diensten gewesen war. Das war zwar die Bedingung, aber der Pakt konnte so lange laufen wie niemand nachprüfte ob das energische kleine Mädchen der Hölle anheim gefallen war oder nicht. Ihm, dem Höllenfürsten, war natürlich das Haus überschrieben worden – ohne wenn und aber – doch das hätte natürlich nicht für die Schließung eines Paktes gereicht. Die Hölle brauchte Seelen... an materiellen Dingen hatte nie Mangel bestanden. Die ursprünglichen Hansen-Kinder aus der damaligen Zeit waren – dafür hatte Belial gesorgt – in alle Winde zerstreut. Eigentlich war Mathilde somit die Erbin – für den Fall, dass er behaupten würde, er hätte sogar das abgelehnt... Ob Hagiel mitspielte? Wenn der Engel nun behaupten würde er habe Mathilde schon vor gut 300 Jahren kennen gelernt und zur Frau genommen, könnte das erklären, wieso die herzliche Hexe noch am Leben war...
Dazu müsste er allerdings auch im Himmel anfragen... Verärgert ballte er eine Faust. Ob man da oben mitspielte stand auf einem ganz anderen Blatt... und Sandalephon hatte recht gehabt: Normalerweise hielt er sich buchstabengetreu an einen Pakt – jeden Pakt! Man konnte der Hölle viel nachsagen, doch sicher nicht, dass sie nicht einhielt was mit Blut gesiegelt war. Natürlich waren in so gut wie jedem Pakt Fallstricke verborgen, die der Hölle in die Hände spielten, die Karten waren zugunsten der Hölle immer gezinkt, aber nicht in diesem Fall.
Er konzentrierte sich: „Vater...?“ „Ja, Lucifer, ich erwarte dich. Ich habe mir außerdem erlaubt, Kerubiel zu schicken und da du in Dereks... Abwesenheit... sozusagen... Leiter des Legates bist, hätte ich gern die Erlaubnis auch Camael zu schicken.“ Belial schnaubte und erschien im Himmel. „Das ist nicht nötig, ich habe Gadreel und Satanael abgeordnet um nach dem rechten zu sehen!“ sagte er sofort. Ein leises Lachen war die Antwort. Es kam von Camael. „Lucifer, bitte, ich weiß, dass du den beiden an sich vertraust, aber ich bin ein guter Freund von Hagiel und somit auch von Mathilde und ich würde gern helfen – euch allen. Nimm doch bitte einmal Hilfe an.“ sagte der Fürst der Exusiai freundlich. „Hagiel ist ein Dynameis – wie auch Juliel, nur als Beispiel... und die zwei würden dir mit dem ihrem Chor zugeordnete Leitspruch, ja ich denke, Leitspruch trifft es, ins Gewissen reden: „Befreie dich von Ängstlichkeit und Misstrauen. Habe den Mut, dein wahres Wesen zu erkennen und vertraue der göttlichen Führung.“ Und darum bitte ich dich: Habe keine Angst um deine Familien, vertraue mir, dass ich sie mit meinem Leben schütze und erkenne, dass du nicht unfehlbar bist! Und vertraue auf die Hilfe von Vater und auch auf die Hilfe deiner Brüder und Schwestern!“ Belial schnaubte. „Aha... und wirst du mir mit dem Leitspruch der Exusiai - „Schütze dich vor dämonischen Einflüssen. Bewahre deine innere Freiheit und richte deinen Blick zum Licht.“ – kommen? Überraschung, Camael: Ich bin der dämonische Einfluss, ich habe meine Freiheit und einen freien Willen und zu viel Licht ist nicht gut für meinen Teint!“
Der HERR schmunzelte. „Lucifer, ich möchte dein Vertrauen, denn ich will Camael senden um deinen Gefolgsleuten zu helfen auf die unseren zu achten! Und nun erklär mir bitte,  wie ich dir – und meiner lieben Schwiegertochter Mathilde – helfen kann.“
Belial seufzte. „Ich kann ihm den Zugang zum Legat nicht gewähren, ich...“ Im nächsten Moment lag ein Blatt in seiner Hand. Es war in Dereks Handschrift verfasst und von Gabriel und Raphael als Zeugen gegengezeichnet. Verblüfft las er: Hiermit gebe ich, Derek Rayne, Praeceptor und Leiter des Legates von San Francisco, auch bekannt als „Luna Foundation“, meinem Freund Lucifer, dem Fürsten der Hölle, mit menschlichem Namen Lucian Belial Rayne, dem Paten meiner drei Kinder, die ausdrückliche Erlaubnis Zutritt zum Legat zu gewähren oder zu verweigern, sei es für immer oder nur temporär. Dies gilt ohne Einschränkung...“
„Doch, du kannst. Und ich bitte darum!“ Belial sah hoch, blickte dann Camael an und sagte: „Ich gewähre dir Zutritt zum Legat, für die nächsten 24 Stunden. Nach diesen ist dieser Zutritt wieder erloschen!“ sagte er wiederwillig. "Lucifer?" fragte der himmlische Vater, der bemerkte, dass seinen Ältesten noch etwas bedrückte. Belial atmete tief ein, die Tabletten die er vorher genommen hatte, begannen zu wirken, er merkte jedoch, dass zwei eine zu viel gewesen waren. Er fühlte sich nun müde und etwas benommen, was auch sein Vater zu bemerken schien.
"Ich... habe mir den Pakt nochmal durchgelesen und... " Er brach ab, ging auf den himmlischen Vater zu und reichte ihm den Pakt. Belial wies auf die Zeile, "Lies selbst." sagte er und ließ sich neben ihm auf den Boden sinken. "Alles in Ordnung, mein Sohn?" fragte dieser besorgt. "Ich werde es überleben." Der himmlische Vater schaute seinen höllischen Sohn fragend an. "Du weißt ganz genau was du eben gelesen hast und wie es zu verstehen ist?" Gott nickte. "Tilly müsste also ein Engel werden um glaubhaft zu verleugnen, dass sie jemals in meinem Dienst  stand und um zu erklären, wieso sie noch lebt und mit Hagiel glücklich auf Norderney leben kann, wann immer die beiden das wollen...." Der himmlische Vater nickte nachdenklich. "Willst du das denn? Und will Mathilde es?" Belial lachte bitter. "Ich? Natürlich nicht! Ich möchte Tilly bestimmt nicht an dich verlieren! Dazu mag ich sie viel zu sehr." Er blickte , immer noch neben dem himmlischen Thron am Boden sitzend, bittend zu seinem Vater auf. "Müsste Tilly dann für immer ein Engel bleiben oder... könnte sie nachdem dieser Pakt gelöst ist wieder zurück in meinen Dienst?" fragte er traurig. Der himmlische Vater bemerkte wie sehr seinen Ältesten das Ganze traf. "Es ist mir möglich Mathilde zum Engel zu machen, auch nur kurzfristig, falls sie wieder zurück in deinen Dienst möchte. Auch das kann ich zulassen. Aber sie müsste bereuen. Ich werde von ihr verlangen zweimal den Rosenkranz zu beten und anschließend die Beichte abzulegen. Rede mit ihr und entscheidet gemeinsam mein Sohn. Ich werde ihr für die Beichte Ragiel schicken. Wichtig ist nur, dass es euer beider, freier Wille ist." Belial zuckte zusammen als er die Hand Gottes und die positive Energie spürte, die von ihm ausging, als sein Vater ihm mit der Hand über den Kopf strich und einen Segen murmelte. "Nun geh wieder nach Norderney und rede mit Mathilde."
Belial tauchte im Türrahmen zur Küche wieder auf, in der Tilly gerade dabei war das Abendessen zu zubereiten. Er lehnte sich an den Türrahmen und schloss die Augen. "Ist alles in Ordnung Lucifer? Du siehst irgendwie... geschwächt aus." stellte Hagiel besorgt fest. Belial schluckte. "Ich muss mit euch reden." Mathilde sah von ihrem Kochtopf auf. Sie kannte diesen Ton, den er immer hatte wenn es um etwas sehr ernstes ging. Außer Tilly und Hagiel war gerade niemand anwesend. "Ist Metatron noch bei Cassie?" Hagiel nickte. "Und Astaroth und Christian?" wollte er wissen. "Astarte ist mit ihrem Sohn aufs Festland übergesetzt." antwortete diesmal Mathilde. "Danke Tilly!" flüsterte Belial. "Setzt euch doch bitte mal ich muss wirklich über etwas sehr Ernstes mit euch reden." sagte er sehr ernst.
Hagiel und Mathilde setzten sich ihm gegenüber. Er trank einen  großen Schluck Kaffee und schob den beiden den Pakt hin. "Ich habe vorhin in meinem Arbeitszimmer nochmal mit Sandalephon geredet, woraufhin ich mir den Pakt erneut genau durchgelesen habe und auch die Magiestränge, die darüber und darin verwoben sind, gelöst habe... Lest diesen Satz bitte ganz genau, auch zwischen den Zeilen." Er wies auf die Stelle die er kurz zuvor schon seinem Vater gezeigt hatte. Hagiel, der sofort verstanden hatte, starrte seinen höllischen Bruder nur an. "Was bedeutet das Lucifer?" fragte Mathilde etwas ängstlich. Belial räusperte sich und setzte sich neben seine Freundin.
Er umarmte sie kurz freundschaftlich und schluckte bevor er zu erklären begann. "Tilly, um den Pakt zu lösen... ist es erforderlich, dass ich... die... Dienste die du für mich geleistet hast verleugne, dich verleugne, das heißt... ich müsste leugnen, dass du jemals in meinem Dienst warst. dazu müsstest du aber ein... Engel werden und Hagiel müsste behaupten dass er dich schon viel, viel länger kennt und so weiter, das würde dann erklären warum du noch immer lebst. Sieh mich nicht so entsetzt an Tilly, mir passt das genauso wenig wie dir. Es gibt aber die Option, dass du wieder zu mir in  meinen Dienst zurückkehren kannst, wenn du nicht im Himmel bleiben möchtest. Und ich gebe dich nur sehr ungern her. Es ist die einzige Möglichkeit, aber es muss aus freiem Willen geschehen. Wenn du dich entschieden hast - und einverstanden bist, dann kann ich den Pakt mit deinem Vater und Rass beenden, da die Bedingungen - angeblich - nicht erfüllt waren..." beendete er seine Erklärung und trank seinen Kaffee. "Haben wir denn eine andere Wahl?" fragte Hagiel. Belial schüttelte den Kopf.
"Wenn dein Vater mich wieder gehen lässt sobald der Pakt abgeschlossen ist, dann bin ich bereit dazu. Denn auch wenn ich noch immer gläubig bin und euren Vater sehr schätze und  ihm auch dankbar für alles bin, dass ich mit Hagiel zusammen sein und Kinder bekommen kann... aber du, Lucifer. bist mittlerweile mein Freund, genauso wie Selvaggia und die Raynes Freunde geworden sind und ich möchte mein Leben nicht ändern." Belial nickte dankbar. Er war glücklich über die Treue der Hexe. "Vater hat es mir zugesichert, er hat auch bemerkt, dass es mich sehr belastet dich hergeben zu müssen, sei es auch nur für kurze Zeit. Nachteil ist nur, dass du auch für ein paar Tage den Rosenkranz beten und die Beichte ablegen musst." sagte der Höllenfürst ruhig. "Das werde ich wohl überleben. Und auch das Engel sein, wird schon gehen. Wann kann ich dann wieder zurück und wieder... na ja... eine Hexe sein?" fragte sie aber sofort. "Sobald ich mit deinem Vater und Rass geredet habe und diese dann sehen, dass der Pakt - angeblich - nicht erfüllt wurde. Dann kann ich den Pakt als nichtig erklären und du kannst wieder in meinen Dienst zurück. Du müsstest aber sofort mit beten anfangen, wir haben nur noch eine Woche. Bis zum ersten Advent, bis dahin muss die Sache geregelt sein, damit kein Kind mehr in Gefahr gerät." Mathilde blickte etwas unsicher zu Hagiel. Dieser nickte. "Lucifer hat recht mein süßer Zuckerkringel. Geh beten und dann zum Beichten." sagte er zärtlich zu seiner Frau.
"Aber das Abendessen? Und der Haushalt... und Christian ist ein Mensch er muss essen, wer...?" Belial legte ihr den Zeigefinger auf den Mund. "Mach dir doch bitte darüber keine Gedanken, ich habe selbst Kinder und kann mich um sie kümmern, selbst ohne Zauberei, also wird auch Christian nicht verhungern. Und er ist offiziell mit seiner Mutter hier, also geh unbesorgt." Er zog sie an sich und drückte sie freundschaftlich. Anschließend umarmte und küsste sie Hagiel leidenschaftlich. "Ich werde dich vermissen!" Hagiel lächelte sie liebevoll an. "Ich bin ein Engel, mein Liebling, wieso solltest du mich also wohl vermissen müssen? Und wir sind verheiratet - und ich kann dich vor fast vierhundert Jahren auch im Noviziat kennen und lieben gelernt haben, mein üppiges Zimtsternchen. Ich werde dich vermissen während du betest und wir enthaltsam sein sollten, aber die Woche überstehen wir und dann läuft alles weiter wie gewohnt."
Ragiel erschien. "Seid gegrüßt Hagiel, Lucifer und auch du Mathilde." Der Engel nickte freundlich. Hagiel und Lucifer taten es ihm gleich, sagten jedoch nichts. "Komm mit Mathilde, ich werde dich begleiten, du kannst in Ruhe den Rosenkranz beten und anschließen werde ich dir die Beichte abnehmen. Und dann bringe ich dich  zu unserem himmlischen Vater." Hagiel starrte traurig auf die Stelle, wo Ragiel mit seiner Frau verschwunden war. Belial trat vor ihn und legte ihm eine Hand auf die Schulter. "Komm schon, Brüderchen, das schafft ihr. Die Woche vergeht schneller als du denkst. Wir machen uns jetzt erst mal einen Kaffee und essen Kekse. Astarte und Christian müssten auch bald wieder zurückkommen." Hagiel lächelte seinen ältesten Bruder dankbar an. "Du hast selbst viele Dinge die dich noch immer belasten, wie das mit Lilith und so weiter, auch dass ihr jetzt ein viertes Kind erwartet musst du erst mal verarbeiten, hast aber gar keine Zeit dazu das Ganze erst mal ihn Ruhe auf die Reihe zu kriegen und versuchst aber mich jetzt aufzumuntern. Wer hilft dir Lucifer?" Belial lächelte. "Selvi und die Kinder. Derek mit Familie, und wir freuen uns ja eigentlich, es ist nur... zu früh. Ich werde wohl nochmal mit Vater reden, wenn wieder Ruhe eingekehrt ist, dass er es danach jetzt mal für ein paar Jahre gut sein lässt." lachte er. "Und .. ich werde mit Kat reden, wenn ich wieder in Paris bin. Einen schönen nächtlichen Ausflug machen und einfach mal wieder die Zeit genießen, danach geht es mir meistens besser. Ich merke selbst wie gut Kat mir tut, sie ist zwar erst Siebzehn, aber unwahrscheinlich erwachsen und einfach... " Er lächelte. "... ach du weißt selbst wieviel sie mir bedeutet." Hagiel nickte und umarmte ihn kurz. "Danke, dass du mich jetzt nicht alleine hier sitzen lässt." sagte er dankbar. "Dazu sind Brüder doch da - und jetzt brauch ich einen starken Kaffee."
"Sag mal warum bist du denn nicht nur bei Astarte geblieben, was den Spaß, beziehungsweise die Lust angeht?" fragte Hagiel mutig, als sie beide am Küchentisch saßen. Belial lachte aber. "Ja das habe ich mich selbst schon gefragt. Astarte ist wenigstes noch nett, auch wenn sie gern flirtet und sie war um Längen besser, als dieses Miststück welches jetzt als Baum im Garten Eden steht. Wobei mich da echt mal interessieren würde wie dieser Ex-Priester damit umgeht." Hagiel grinste. "Kannst es ja ausprobieren, eine Einladung von Christian hast du ja, der ist ja total von dir angetan." meinte Hagiel. "Werde ich auch machen. Nachdem Christian mich schon so nett gebeten hat." grinste er diabolisch. "An was denkst du? Du wirkst plötzlich so nachdenklich?" stellte Hagiel fest. Belial atmete heftig aus. "Ich weiß nicht genau Hagiel, ich habe das Gefühl es gibt da noch einen Haken, beim Lösen des Paktes, den ich übersehen habe." antwortete er und schnippte mit den Fingern. Auf dem Tisch erschien der Pakt. "Sandalephon meinte ich soll das Kleingedruckte lesen... ich habe etwas übersehen, überlesen oder nicht richtig gedeutet, was auch immer." murmelte er. "Da steht nichts!" rief Belial wütend und schlug mit der Hand auf den Tisch. Hagiel nahm den Pakt, legte ihn vor sich und hielt die Hand darüber. "Was unsichtbar verfasst und nur sichtbar zu machen durch einen der nicht gefallen... erscheine nun für Lucifer und mich lesbar" murmelte er.
Sie lasen und sahen sich entsetzt an. "Oh nein! Ich kann den Pakt nur direkt bei dem Biikebrennen lösen!" seufzte der Höllenfürst. "Es tut mir leid Hagiel, entweder wir rufen Tilly zurück und geben auf oder wir... beziehungsweise ich offenbare meine wirkliche Identität und im schlimmsten Falle werdet ihr in Zukunft gemieden." Hagiel räusperte sich. "Musst du dazu deine teuflische Gestalt oder die Seraphengestalt annehmen? fragte der stellvertretende Botschafter. Belial schüttelte den Kopf. "Ich muss nur den Bannspruch gegen Hansen und Rass aufsagen sobald sie erscheinen um ein Kind einzufordern. Und das Feuer muss entzündet werden." Hagiel nickte nachdenklich. "Mach es! Das Risiko gehe ich ein. Die Leben der Kinder sind wichtiger!" sagte der Erzengel fest entschlossen. Belial nickte. "Tilly möchte hier zwar keine Zauberei, genau wie deine Selvi, aber unsere Frauen sind ja nicht hier." Hagiel machte eine Handbewegung  und vor ihnen stand eine Flasche Winter Ostfreeske Brannwien. "Auf den Schreck." sagte Hagiel. Sein höllischer Bruder las das Etikett. "Ohhh, etwas ganz Heftiges! Mmmh, wie wäre es denn... wenn wir uns mal richtig betrinken?" fragte dieser teuflisch. "Erträgst du Folgen am nächsten Tag? Oder zauberst du?" Belial lachte. "Warum sollte ich? Ich hätte immer noch die Option die Tabletten von Sariel zu nehmen." grinste er griff nach der Flasche, öffnete sie - im gleichen  Moment standen Schnapsgläser auf dem Tisch in die Belial gut einschenkte und dann auf Ex einen guten Schluck trank.
Er atmete heftig aus. "Da muss ich mich erst wieder dran gewöhnen, ist schon länger her seit ich Rum getrunken habe. Und mal sehen was er bei mir so bewirkt." Hagiel starrte ihn einen kurzen Moment an. "Hast du jetzt echt gezaubert, dass die Wirkung dich ganz trifft, als wärst du ein Mensch?" Belial nickte grinsend und nahm gleich noch einen Schluck und reichte Hagiel die Flasche. Belial merkte, dass Hagiel noch überlegte es zuzulassen. "Hast du keine Angst dass du zu betrunken wirst? Ich meine das Zeug hat 30% und..." Belial grinste. "Geständnis? Ich mach das öfter... habt ihr jemals etwas bemerkt?" Hagiel schüttelte betreten den Kopf. "Siehst du! Ich habe mich früher vor circa fünfhundert Jahren sehr oft betrunken, wenn die Sehnsucht nach Selvi zu stark wurde... und dann wieder als ich sie in den Boulevard holte und sie eigentlich ständig in meiner Nähe war. Und ansonsten - ich lasse es eigentlich fast immer zu, bis zu einem gewissen Grad, wenn wir Wein trinken. Was also glaubst du, wie viel ich vertrage?" Hagiel sah ihn an und nickte leicht. "Einiges, denke ich." Belial nickte grinsend. "Na komm Brüderchen, trau dich! Ich sorge dafür, dass du in Maßen betrunken wirst. Versprochen! Und Tilly musst du es ja nicht sagen. Selvi weiß auch nicht alles. Du musst es nur selbst tun, freier Wille." flüsterte Belial verlockend.
Die zwei Engel tranken und genossen das Gefühl des Rausches. Belial achtete stets darauf, dass sein kleiner Bruder der ja nicht so viel vertrug, nicht zu betrunken wurde.
Sie unterhielten sich und hatten ihren Spaß. "Okay, ich muss zugeben... das Zeug hat es ... aber echt in sich." gestand der Höllenfürst nach einer Weile.
Astarte und Christian betraten das Haus, verblüfft sahen sie sich an als sie lautes Lachen aus der Küche hörten. Astarte starrte die beiden entsetzt an. "Lucifer!" rief sie. "Ohhhh, tadelst du mich?" fragte er gefährlich leise. Er erhob sich zu langsam, viel langsamer als es für ihn üblich war. Er hielt sich kurz am Tisch fest und schloss die Augen. Hagiel und Astarte bemerkten, dass er sich konzentrierte. Er zauberte sich aber nur für den Moment ein kleines bisschen nüchterner, so dass er sich etwas besser unter Kontrolle hatte. Er umarmte die schöne Göttin freundschaftlich. "Sei nicht böse meine Schöne! Ich gönne mir auch nur mal etwas... Ausgelassenheit." Christian starrte ihn etwas irritiert an. "Seit ich hier bin habe ich dich nicht so fröhlich gesehen, Onkel Lucian. Und Papa Philip würde glaube ich platzen vor Wut, wenn er sehen würde wie du Mama umarmst." Belial lachte herzhaft. Er wandte sich dem Jungen zu und zog ihn ebenfalls in seine Arme. "Erstens ist Philip nicht hier, zweitens ist Astarte... so eine Art... enge Freundin von mir. Wir kennen uns schon ewig und sind uns miteinander... vertraut geworden. Freundschaftlich umarmen, ein Küsschen auf die Wange oder auch mal ein... klitzekleiner Flirt... das erlaubt mittlerweile sogar Selvi. Und drittens muss auch dein Papa Philip damit klar kommen, dass ich Astarte sehr mag. Aber es gibt einen Unterschied zwischen sehr gern zu mögen oder... so zu lieben wie deine Eltern oder ich und Selvi einander mögen." erklärte er so nüchtern wie möglich. Christian, der ja mittlerweile sehr schlau geworden war, verstand was sein neuer Lieblingsonkel ihm sagen wollte und nickte. "Ich finde es übrigens schön, dass du mal lachst, Onkel Lucian. Hast du morgen Vormittag Zeit auf der Wiese hinter dem Haus meinen neuen Drachen steigen zu lassen?" fragte er fröhlich. "Sicher gerne!" antwortete er und drückte den Jungen fest an sich. "Christian, geh doch mal hoch und packe deine Sachen aus die du bekommen hast."
Sie stemmte sich etwas von Lucifer ab, so dass sie ihm in die Augen schauen konnte. "Da hast du dich ja gerade beim Aufstehen noch ganz schnell in den Griff bekommen." sagte sie streng. "Ach komm schon meine Schöne, gönne mir auch mal ein wenig Spaß!" sagte er gespielt entrüstet. "Gut, aber verschiebt das in Zukunft auf den Abend, wenn Christian im Bett ist!" Belial grinste. "Jawohl Madame!" sagte er lachend.
Als Astaroth am nächsten Morgen mit seinem Sohn die Küche betrat, wo Hagiel und Lucifer etwas fertig aussehend vor ihrem Kaffee saßen, sagte er in ihren Gedanken. "Hoffentlich leidet ihr recht! Ach ihr könnt ja zaubern. Schade!" Belial funkelte ihn an. "Pass auf was du sagst, Kleiner!" waren seine Worte. "Und zu deiner Beruhigung, ja mir platzt gerade fast der Schädel, ich hab zwar drauf geachtet mich im Griff zu halten aber der Kater ist trotzdem übel... und ich habe bisher noch nicht gezaubert oder eine Tablette genommen. Es ist gerade noch so erträglich."  Die zwei Botschafter zuckten zusammen, als Christian, der  für die beiden verkaterten Engel sehr laut sprach: "Onkel Lucian, gehen wir nach dem Frühstück meinen Drachen steigen lassen? Du hast es mir versprochen!" erinnerte der Junge daran, um nicht zu riskieren, dass sein neu gewonnener Lieblingsonkel das vergaß. Hagiel grinste. Belial seufzte. "Ach ja, das hatte ich." antwortete er leise, aber freundlich lächelnd. Der Junge nickte zustimmend. "Okay, gönne mir noch meinen zweiten Kaffee dann gehen wir." versprach er während er sich die Stirn und die Schläfen massierte.
Belial zog sich seinen Mantel an und wickelte den weichen schwarz/dunkelblauen Schal den Selvaggia ihm mal gestrickt hatte locker um den Hals. Er reichte Christian seine Mütze. "Muss ich die anziehen?" Belial nickte streng. "Deine Mama oder Papa beide würden mit mir schimpfen, würde ich dich ohne rausgehen lassen. Die sind eh schon sauer auf mich!" sagte er. "Weil du gestern ein bisschen zu viel getrunken hast? Ich fand es übrigens schön, dass du mal gute Laune hattest und so gelacht hast."  Er lächelte. "Ein bisschen ist gut." murmelte er leise. "Steht dir übrigens gut, das bisschen blau am Schal." Belial lächelte. "Danke, aber bei dem bisschen blau wie du es nennst wird es auch bleiben, andere Farben und mehr als das bisschen sind tabu!" antwortete er grinsend. Sie verließen das Haus. Der Wind tat seinem Kopf nicht gerade gut, stellte Belial nach einer guten halben Stunde fest. Jasper Rass tauchte auch mit seinem Drachen auf, er freute sich Christian zu treffen. "Moin, moin." grüßte er höflich. "Dr. Rayne, helfen Sie mir bitte auch meinen Drachen in die Luft zu bringen? Da tue ich mir noch ein wenig schwer, wenn er erst oben ist geht es." Belial schloss kurz die Augen vor Schmerz. "Sicher Jasper!" antwortete er etwas gequält und trat neben den Jungen. "Geht es Ihnen nicht gut, Dr. Rayne?" fragte er. "Nicht wirklich!" antwortete dieser wahrheitsgetreu. Nachdem er Jasper den fliegenden Drachen übergeben hatte, ließ er sich auf den Boden sinken, griff in seine Manteltasche und holte die Tabletten hervor um eine davon zu nehmen, da der Schmerz in seinem Kopf durch den starken Wind an der Küste fast minütlich verstärkt wurde und langsam ins Unerträgliche überging.
Die beiden Jungs hatten viel Spaß. Nach etwa einer weiteren Stunde fragte Jasper ob sie noch mit an den Strand, beziehungsweise ins Watt mitkamen, er müsse noch Muscheln für die Schule sammeln, da sie gerade ein Projekt laufen hätten. "Klar, ich helfe dir! Du kommst doch mit Onkel Lucian? Bitte, bitte! Mama würde mich bestimmt nicht alleine ins Watt lassen." rief Christian begeistert. Er freute sich sichtlich endlich mal mit einem Jungen seines geistigen Alters zusammen zu sein - innerlich seufzte Belial, denn Sandalephon und die anderen Engel hatten mit ihrem Nachhilfeunterricht maßlos übertrieben. "Das stimmt, sie wäre ziemlich sauer, wenn ich dich allein gehen lassen würde. Zumal sie ohnehin schon..." Er atmete einmal tief die frische Meerluft ein, um sich wieder etwas zu fangen, da ihm gerade schwarz vor Augen wurde. "Sie sehen heute echt nicht gut aus Dr. Rayne, wenn ich das mal sagen darf." stellte Jasper erneut fest. "Aber vielleicht tut ihnen die frische Luft ja gut. Meine Mama sagt immer, ich solle an die frische Luft gehen, wenn es mir nicht gut geht. Die würde helfen." Belial nickte. "Schlaue Frau, deine Mutter. "Jaaa, das ist sie." Sie fanden viele verschiedene Muscheln, Christian wollte seinem Papa Philip ein paar mitbringen und auch ein paar für sich sammeln als Andenken. "Christian! Sei vorsichtig!" warnte Jasper der sich im Watt auskannte und sah, dass dieser auf eine sehr tiefes und gefährliches Priel zu lief.
Nachdem Jasper sich verabschiedet hatte bleiben Belial und Christian noch eine Weile im Watt, bevor sie das Hansen Haus betraten. Kaum dass sie die Tür schlossen, wurde Belial von Derek angegriffen. Dieser stieß ihn heftig an die geschlossene Haustür. Belial stöhnte kurz auf vor Schmerz, als er mit dem Rücken an den Türgriff stieß. Er konnte sich im ersten Moment nicht rühren, oder sich selbst heilen, als ihm die Luft wegblieb. Er wehrte sich jedoch nicht gegen seinen brüderlichen Freund. Er wollte ihn nicht nonverbal angreifen. "Was hast du getan? Was soll das mit der Frucht des Lebens? Ich habe es von  Kat erfahren!" ging er ihn wütend an und stieß ihn erneut Richtung Tür. "Derek!" rief die schöne Göttin und hielt ihn fest, damit er den Höllenfürsten, der gegen ihn wohl nie die Hand erheben würde, nicht schlug oder sogar verletzte. Christian stand still da und beobachte den Streit zwischen seinem Onkel und Derek und verstand gar nicht wirklich worum es gerade ging.
"Wer hat gesagt, dass wir das wollen? Warum hast du..." "Ich habe gar nichts... getan!" keuchte Belial, immer noch nach Luft schnappend, es wurde wurde langsam ohne Selbstheilung besser. "Das war Sandalephon, er hat sie euch aufgeschwatzt, wobei... er sofort Magie anwandte, ihr hattet gar keine Wahl." Derek schnaubte. "Und warum hast du nichts..." Belial unterbrach ihn. "Das weißt du ganz genau! Und jetzt mach mir bloß keine Vorwürfe für etwas was Sandalephon gemacht hat. Ich hätte euch die Wahl gelassen! Entweder du akzeptierst das so, oder bist mir weiterhin böse, aber dann kannst du gleich wieder nach Angel Island verschwinden! Ich habe gerade echt genug mit mir selbst zu tun und... möchte mich nicht mit dir streiten." fauchte er, zog seinen Mantel und den Schal aus und warf beides in eine Ecke der Garderobe. Er lief in die Küche um sich einen Kaffee zu machen. Derek ging nicht. "Es tut mir leid, Belial. Ich hätte erst fragen sollen, aber ich war einfach so wütend, dass das sozusagen ohne mein Einverständnis... Tat es sehr weh, ich habe gesehen, wie du keine Luft mehr bekamst." Belial lächelte ihn freundschaftlich an. "Ja, es tat sehr weh, aber lass es gut sein Derek. Wie gesagt, ich möchte mich nicht mit DIR streiten! Komm mit ich werde dir per Gedankenübertragung vermitteln was der Fall ergeben hat während du... geschlafen hast. Beziehungsweise du wirst meine Gedanken lesen, du besitzt die Fähigkeit, wenn ich es zulasse."
Derek sah ihn entsetzt an als er fertig war und seufzte kurz. "Das war echt übel, irgendwie... ich konnte... auch deine Sorgen spüren, deinen Schmerz, du hast Kopfschmerzen, es belastet dich den Fall so lösen zu müssen und... ist Selvi...? Du konntest noch nicht mal in Ruhe darüber nachdenken. Ich konnte diesen Gedanken weit hinten sehen, ohne dass ich es wollte." sagte er. "Ja Derek, ist sie. Und ja ich hatte wirklich noch keine Zeit mich damit zu befassen. Ich musste erst noch hinter die Lösung des Falles kommen." Derek lächelte. "Und da du dies jetzt gelöst hast und bis Sonntag noch ein paar Tage sind, kannst du dich ja zurückziehen um Nachzudenken." schlug Derek vor.
Belial verschwand für ein paar Tage. Am Sonntagmorgen des 1. Advents tauchte er in der Küche des Hansen-Hauses auf Norderney wieder auf. Er lächelte, als er Mathilde erblickte. Er trat neben sie und umarmte sie. "Schön, dass du wieder da bist, Tilly." sagte er erfreut. Er nahm dankend den Kaffee entgegen und setzte sich. "Wie geht es dir?" wollte Metatron wissen, der mittlerweile auch wieder anwesend war. Er blickte kurz von seiner Kaffeetasse auf und sah den himmlischen Botschafter direkt an. "Willst du das wirklich wissen?" fragte er. "Sonst würde ich nicht fragen Lucifer, und ja es gibt tatsächlich einige von uns denen du nicht egal bist... die dich sogar richtig gerne mögen und sich auch um dich sorgen." antwortete der Erzengel. Belial sagte nichts dazu und starrte wieder auf seine Kaffeetasse. "Also eine Antwort auf meine Frage "Wie geht es dir?" hätte ich jetzt doch gerne gehabt." murmelte er, jedoch für alle hörbar. Der Höllenfürst sah ihn kurz an und seufzte.
"Du willst wirklich wissen wie es mir geht? Gut - beschissen! Ich habe Tilly an Vater verloren! Derek ist mir böse, für etwas was Sandalephon gemacht hat - auf Vaters Anordnung, bevor ich alles klären konnte mit Derek und Rachel... Und ich muss - um den Pakt zu lösen - den Menschen auf Norderney offenbaren, wer ich wirklich bin und mache Tilly und Hagiel alles kaputt, was die Leute hier auf Norderney angeht. Ach ja und mein Kopf dröhnt seit ein paar Tagen. Wie also soll es mir schon gehen?" antwortete er gereizt. "Ich bin dir nicht mehr wirklich böse Belial - ich war nur sauer dass das Ganze ohne meine Zustimmung gemacht wurde. Und es tut mir auch ehrlich leid, dass ich dich angegriffen habe. Ich habe eher das Gefühl, dass du mir böse bist." erklärte Derek. Belial sah ihn erstaunt an. "Warum sollte ich?"  "Na ja - ich habe dich sozusagen zu unrecht beschuldigt und das..." Der Fürst der Hölle unterbrach ihn. "Das macht nichts Derek, ich bin es gewohnt, dass man mich verdächtigt - ich bin der Teufel - bin böse, hinterlistig, gemein und möchte die Menschheit vernichten! Das denken doch alle Menschen; dass der Teufel auch Gefühle haben kann und ... klar ich bin der Teufel, in mir steckt auch die teuflische Seite in gewissen Dingen, aber eben nicht nur. " sagte er ironisch und traurig.
Christian, der Belial zu seinem Lieblingsonkel auserkoren hatte, sah ihn etwas traurig an. "Das stimmt doch nicht Onkel Lucian! Ich mag dich! Du bist nett, mit dir hat man Spaß, du weißt wie man mit Kindern umgeht. Ich bin froh dich zu haben Onkel Lucian!" sagte er aufmunternd. Der Junge konnte ihm sogar ein Lächeln abringen. "Danke Christian." sagte er leise und wandte sich an Hagiel. "Hast du Tilly eingeweiht, wegen des Falles?" Statt Hagiel antwortete Mathilde. "Ja, hat er Lucifer! Und ich bin auch dafür, dass du es machst! Die Sicherheit der Kinder ist wichtiger als Freunde auf der Insel. Wenn es so sein soll, dass sie uns nicht mögen, weil wir mit dem Teufel befreundet sind, dann ist es eben so, denn auch ich werde dich nicht... verleugnen und immer deine Freundin sein." Er hatte ihr die ganze Zeit schweigend zugehört und schloss nun die Augen. Er war sehr erleichtert über die Worte der Kräuterhexe, die nun kurzfristig ein Engel war.  Der Tag zog sich ewig hin, für die Bewohner des Hansen-Hauses. Nachmittags gegen 14 Uhr traf sich schon die halbe Stadt am Strand für die Vorbereitungen zum Biikebrennen. Mathilde bot ihnen am Nachmittag Kaffee und Plätzchen an. Belial verzog sich diesmal in sein Schlafzimmer, das er während seines Besuches bewohnte.
Gegen 16 Uhr klopfte es an der Tür. "Herein!" rief er schlecht gelaunt. Christian betrat mit einem Tablett den Raum. "Ich bringe dir im Auftrag von Mathilde Kaffee mit einem Schuss Rum - sie hat dazu Pharisäer gesagt, ist auch Sahne drauf... und Plätzchen. Sie dachte du freust dich wenn ich sie dir bringe."
Belial der immer noch auf dem Bett lag, nickte. "Du siehst irgendwie... blass aus Onkel Lucian, hast du immer noch Kopfschmerzen?" fragte er ehrlich besorgt. Dieser nickte, erhob sich langsam und bat den Jungen sich neben ihn zu setzen. "Der menschliche Körper in dem ich, mich aufhalte - eigentlich fast immer, selbst im Himmel oder in der Hölle.. Ich verwende sehr selten die Serahengestalt oder die Teufelsgestalt. Der Körper ist angreifbar wie der der Menschen, das heißt, er reagiert auf Stress, Sorgen und so weiter... verstehst du das?" Christian nickte. "Ich könnte die Kopfschmerzen auch durch Selbstheilung wegzaubern, aber dadurch, dass sie stressbedingt sind... ist das nicht möglich." Er trank einen Schluck seines Kaffees. "Aber ihr freut euch schon über meine kleine Cousine, die ihr bekommt oder? Und seid ganz, ganz lieb zu ihr? Weil ihr wolltet ja noch kein weiteres Kind und meine richtigen Eltern wollten mich ja auch nicht und haben... " Belial erstarrte. Er nahm ihn tröstend in den Arm. "Natürlich! Wir lieben unsere Kleine doch jetzt schon. Das Problem ist nur... vier so kleine Kinder auf einmal das wird noch sehr stressig werden und... weder Selvi noch ich fühlen uns momentan wirklich bereit dazu. Aber... sie wird geliebt genauso wie ihre Geschwister. Mach dir bitte keine Gedanken darüber was war, Astarte ist dir eine sehr gute Mutter oder Astaroth ein sehr liebevoller Vater, ich kenne sie - oder ihn - schon... ewig und ich mag sie sehr und  Astaroth ist mir treu ergeben, ich schätze ihn sehr! Philip... ist eine andere Sache, dir ist vielleicht bekannt, dass wir einander nicht gerade mögen."
Christian nickte. "Aber Papa Philip kann echt nett sein." Belial sagte nichts darauf. Anschließend unterhielten sie sich noch eine Weile und Christian schmiedete schon Pläne was er in Irland alles mit seinem Lieblingsonkel machen könnte, sollte der ihn dort mal - hoffentlich in nicht allzu ferner Zukunft - bei seinen Adoptiveltern besuchen. Gegen Abend kurz vor Beginn des Biikebrennen traf so nach und nach die ganze Inselbevölkerung am Strand ein.
Das Feuer sollte  entzündet werden, sobald Nebel über dem Meer aufzog und ein altes, geisterhaftes Schiff aus dem Nichts auftauchte und auf den Strand zu fuhr. Doch Belial hinderte Pastor Bente am Entzünden. "Nein, das wird heute ein Ende haben. Sie kennen mich nicht, Pastor, aber Hagiel und Mathilde. Den beiden vertrauen Sie - vertrauen Sie nur heute einmal mir! Halten Sie die Fackel bereit, aber entzünden Sie die Biike nicht!"  Der Geistliche musterte ihn kurz, sah dann zu Henrik Rass, der ihm zunickte, den Blick fest auf Belial gerichtet. "Gut... wenn... Sie meinen..." "Halten Sie sich bereit zum Entzünden. Ich gebe Ihnen ein Zeichen!" Der Pastor nickte. Das Geisterschiff legte an. Man konnte mehrere schemenhafte Gestalten erkennen. Zwei geisterhafte Gestalten sprangen von dem Schiff.
Einige der Frauen kreischten erschrocken auf. "Wir fordern diesmal fünf Kinder! Gebt sie mir und ich lasse euch erneut für eine Weile in Ruhe!" verlangte Hansen. Mathilde die in Hagiels Armen lag, liefen Tränen die Wange hinunter, es schmerzte sie ihren Vater so zu sehen. Belial atmete einmal tief ein und trat vor die beiden Geister. "Du verlangst gar nichts Hansen!" wandte er sich eiskalt an den Geist. "Fürst Lucifer!" schrie dieser verwundert. Die Insulaner erstarrten. "Der Teufel? Dieser nette Mann der im Gottesdienst war, Kostüme für das Krippenspiel sponserte und Bücher für die Bibliothek?" dachten die meisten. Sie waren etwas geschockt. "Wieso sollte ich auf dich hören? Ich hole mir seit Jahrhunderten Kinder und die schöne Dämonin hat mir dafür ewiges Leben versprochen." Der Höllenfürst lachte laut. "Die schöne Dämonin ist ein Biest! Sie hat euch reingelegt... was ist das für ein Leben für immer und ewig dazu verdammt als Geist auf dem Meer zu leben und außerdem ist Lilith nun ein Baum im Garten Eden. Und außerdem ist der Pakt ungültig! Deine Tochter Mathilde..." , er bat sie und Hagiel zu sich. Mit Hilfe ihres Mannes verwandelte sie sich in einen Engel - und ließ auf ihrem Rücken Flügel erscheinen. "Ist irgendwie noch am Leben ja, aber sie war niemals in meinem Dienst. Sie ist mit einem meiner himmlischen Brüder verheiratet und das seit...  ach was schert mich das? Jedenfalls stand sie nie in meinem Dienst und somit ist der Pakt ungültig. Ich habe einen Fehler gemacht! ich hätte diesen verdammten Pakt niemals genehmigen dürfen! Er hätte nicht einmal in Kraft treten dürfen, denn der Unterhändler hat mich betrogen, Hansen! Kein Pakt darf ewig bestehen! Eurer Platz in der Hölle wartet schon. Und ich mache euch ein faires Angebot: Statt eure Seelen den schlimmsten Qualen auszusetzen werde ich Gnade walten lassen, wenn ihr vom Pakt zurücktretet, freiwillig!"
Die Geister, Hansen und Rass wurden sehr wütend. Sie griffen den Höllenfürsten mit magischen Fähigkeiten an. Er wäre sofort zu Boden gegangen, da er nicht mit dem Angriff gerechnet hatte, hätten Hagiel und Metatron ihn nicht ihrerseits mit Magie geschützt. Schnell erholte Belial sich jedoch von dem Angriff und setzte - gestärkt durch seine Brüder - zum Gegenschlag an. Plötzlich verdunkelte sich der Himmel, der Mond verschwand ganz unter den Wolken und ein heftiger Sturm setzte ein. Orkanböen fegten über den Strand. Der Holzstoß drohte auseinander geweht zu werden. Hansen und Rass versuchten Lucifer zu verfluchen, um den Pakt aufrecht zu erhalten. Da sie aber die Macht des Höllenfürsten gewaltig unterschätzen waren sie es, die am Ende von ihm verflucht wurden. Lucifer ballte die Hände zu Fäusten und sprach einen Bannspruch in einer Sprache, die selbst keiner der Engel verstehen konnte. Im selben Moment erschien Kat mit ihrer Legion. Als er diesen beendet hatte, stießen Hansen und Rass einen Wutschrei aus und lösten sich vor den Augen, aller Insulaner samt Schiff in Luft auf während man noch kurz Kampfgeräusche hörte. Ein weiterer Zauberspruch des Höllenfürsten bewirkte, dass der Sturm zu einem sanften Wind wurde und der Himmel sich wieder aufhellte und  Mond und Sterne wieder sichtbar wurden.
Er drehte sich zu den Insulanern um, die teils starr vor Schreck und Angst, teils auch ungläubig zu Hagiel, Mathilde, Metatron, Astarte und auch auf ihn, Belial sahen. "Ja, ich bin der Fürst der Hölle, Lucifer persönlich. Aber ich bitte euch... selbst wenn ich..." er nahm Tillys freie Hand in seine und drückte sie kurz freundschaftlich. "mit Tilly und Hagiel eng befreundet bin, so bitte ich euch es nicht auf die beiden zu beziehen. Ich hatte ihnen versprochen, die Zweifel, die man ihnen gegenüber auf der Insel - wegen der Vergangenheit des Hansen-Hauses, das mir lange Zeit gehörte - zu beheben. Um den Bann zu brechen und eure Kinder zu retten, Euch... Sie alle von dem Fluch zu befreien, musste ich... euch... Ihnen allen gestehen, wer ich wirklich bin. Ich... werde die Insel sofort verlassen und... ihr werdet nie wieder von mir hören, wenn ihr - Sie  nur Tilly und Hagiel als das seht... oder sehen können was sie wirklich sind: Ein Engel, einer der Fürsten der Archai und Dynameis und seine geliebte Frau, die vom Himmel geschätzt wird und geschützt - und Ihnen ein Chance gebt!"
Er zog Tilly sanft an sich umarmte sie und küsste sie freundschaftlich. Hagiel umarmte er kurz und lief ohne ein weiteres Wort auf das Haus zu. Auf halbem Wege rief der Bürgermeister der Insel, den Lucifer nur flüchtig kennengelernt hatte. "Warten Sie! Ähm... Dr. Rayne? Oder wie soll ich Sie in Zukunft nennen?" Belial blieb sofort stehen. Er wandte sich dem Mann zu und räusperte sich. "Dr. Rayne ist schon richtig. Auf der Erde bin ich Dr. Lucian Belial Rayne." Der Bürgermeister trat zu ihm. "Danke, Dr. Rayne! Sie haben die Insel von dem Fluch befreit! Wenn unsere Kinder ab heute wieder sicher sind, dann sind wir ihnen zu Dank verpflichtet. Ich denke ich spreche im Namen aller: Bleiben Sie und feiern Sie heute Abend/Nacht mit uns. Wir werden heute zum letzten Mal unser vorgezogenes Biikebrennen abhalten - nur diesmal als Freudenfeuer und nicht als Schutzmaßnahme. Und Sie sind uns immer auf der Insel willkommen. Sie und ihre nette Familie! Ich denke Norderney hat den Teufel in den letzten Wochen beherbergt und ihn von einer ganz anderen Seite kennen gelernt, einer Seite, die uns allen sehr sympathisch war!"
Belial starrte ihn an. Damit hätte er jetzt nicht gerechnet. Henrik Rass trat zu ihnen und reichte ihm ebenfalls die Hand. "Danke, Dr. Rayne. Sie haben Ihr Versprechen gehalten. Willkommen auf der Insel!" sagte auch er. Die Brüder Rass - und vor allem der Tierarzt - hatten auch sehr viel Ansehen auf der Insel, von daher traten noch einige Leute zu Belial und taten es ihm und dem Bürgermeister gleich. Belial begann gerade sich etwas unwohl zu fühlen. Die vielen Menschen, von denen er ja bisher nur eine Handvoll kennengelernt hatte und alle kamen nun plötzlich um ihm zu danken und willkommen zu heißen, als wäre er ein Norderneyer. "Ich würde Ihnen gern morgen die Ehrenbürgerschaft..." begann der Bürgermeister, doch er brach ab, als er das entsetzte Gesicht von Belial sah. Er grinste. "Ich glaube, das heben wir uns für nächstes Jahr auf, Dr. Rayne." meinte er dann. Vereinzelt hörte man leises Kichern, als die Insulaner merkten, dass der Teufel ein wenig menschenscheu und eigentlich fast schon bescheiden war.
"Helft mir, bitte! Das ist ja ganz nett und schön für euch aber... das ist mir zuviel!" rief er in den Gedanken von Hagiel und dessen Frau. Kurze Zeit später trat der neben seinen höllischen Bruder und reichte ihm etwas zu Trinken. "Wir sollten uns jetzt den Feierlichkeiten widmen, das ist ein wenig viel auf einmal, ihr könnt... Lucian ein andermal noch kennen lernen und ihm danken, er wird wohl in Zukunft öfter unser Gast sein!" rief Hagiel. Derek trat vor. "Und ich kann euch bestätigen, dass Lucifer ein ganz großartiger Freund ist, wenn man ihn erst mal kennt." bestätigte der Praeceptor.
Pastor Bente trat zu Astarte. "Verraten Sie mir endlich mal Ihren Vornamen, Madame Roth?" Die hübsche Göttin lachte leise. "Offiziell lautet der - laut meinem irdischen Pass "Asta"... Wobei das dann insgesamt der Name meiner männlichen Erscheinungsform ist. An sich lautet er so gesehen jedoch Astarte..." Der Pastor wurde merklich blass. "A... Astaroth? D...der...?" Astarte grinste. "Genau der... oder die, je nachdem - Sekretär/In vom himmlischen Botschafter Metatron oder mit menschlichem Namen Merlin Tyrone SaintCyr." Sie zwinkerte dem Pastor zu, hob dann Christian auf den Arm, der sichtlich müde war und machte sich auf den Weg zum Hansen-Haus um ihren Sohn zu Bett zu bringen. Verwirrt sah der Inselgeistliche ihr nach.
Es wurde noch eine ausgelassene Feier und Mathilde trat in der darauf folgenden Woche wieder den Dienst bei Lucifer an - ein wenig zum Bedauern des Himmels, doch mit Zustimmung ihres Schwiegervaters und so leitete sie wieder als waschechte - geläuterte zwar, aber doch - Hexe am Heiligabend das Krippenspiel. In der ersten Bank saßen die Raynes und SaintCyrs mit Hagiel und Astarte mit Philip und Christian um sich die Darbietung anzusehen. Selvaggia umarmte ihre Freundin nach dem Gottesdienst kurz, bevor sie ihren Mann - bereit zur Christmette im Petersdom - aufforderte sie beide mit Magie dort hin zu bringen. Belial seufzte, doch er hatte es versprochen. Zu aller Überraschung brachte er den Patenonkel Luca´s - Papst Franziskus II. - auch anschließend mit zum Weihnachtsessen nach Norderney, samt dessen Sekretär Mario. Mit leiser Belustigung sah Belial zu, wie sein jüngster Sohn mit dem goldenen Kreuz spielte, das an der Kette seines Paten hing und wie liebevoll das Kirchenoberhaupt mit seinem Patenkind umging. "Übrigens, Rodrigo... würdest du im August, denke ich mal, unsere zweite Tochter taufen? Und Mario - wie wäre es, ich hätte dich gerne als menschlichen Paten für Selvis und meinen kleinen Engel..." Der Sekretär des Papstes sah den Höllenfürsten sprachlos an und konnte nur nicken, während der Papst lächelte. "Sehr gern, Lucian, ich freue mich schon darauf. Dürfte ich als einen Taufnamen "Maria" vorschlagen? In Anlehnung an Mario?" Belial zuckte zusammen, doch seine Frau lächelte. "Eine sehr hübsche Idee." Der Höllenfürst grinste. "Astaroth - du wolltest doch immer einer Patentochter den Namen Magdalena geben, oder?" fragte er den zweiten höllischen Seraphen am Tisch. Der schmunzelte. "Kann sein..." Der Papst lachte leise.
Es war ein netter Heiligabend geworden - trotz der Anwesenheit von Philip Callaghan, wie Belial sich überrascht eingestehen musste. Der ehemalig konservative Geistliche schien unter Astartes... Einfluss sichtlich aufzutauen... und anschließend brachte Metatron die beiden römischen Geistlichen zurück in den Vatikan.
Schneller als gedacht war Silvester angebrochen und die Insulaner lernten neben den Botschaftern zu ihrer Verwirrung nun auch die "Familie" kennen und konnten beobachten, wie ungezwungen große Engel wie Michael und Gabriel mit den Kindern umgingen und auch Kerubiel und ein sympathischer, sehr attraktiver Arzt aus Rom, der Selvaggia Raynes Bruder war, war mit einer charmanten französischen Begleiterin und seinem fröhlichen Sohn anwesend. Es war kurz vor Mitternacht. Derek, Belial, Metatron, Hagiel und Sariel standen mit Michael und Kerubiel ein wenig abseits und betrachteten die Insulaner und ihre Frauen und Kinder die sich am Strand versammelt hatten. Die Dynameis bereiteten gerade ein Feuerwerk vor - ein kleines Geschenk an einen der Ihren, den die Insulaner so freundlich aufgenommen hatten.
"Das war ja offensichtlich ein ungewöhnlicher Fall - vor allem der Ausgang ist interessant... ich habe von Tilly gehört, die hätten dich hier fast zum Norderneyer ehrenhalber ernannt?" fragte Sariel belustigt. Belial seufzte. "Ja - und ein ereignisreiches Jahr - du wirst übrigens im Juli Patenonkel! Ich brauche jemanden, der mit Astaroth Sandalephon davon abhält "Magdalena Arielle Maria-..." schon mit zwei Wochen lesen und schreiben beibringen zu wollen." Sariel lachte leise. "Jederzeit, Bruder." antwortete er mit echter Zuneigung.
In diesem Moment begann die Kirchturmuhr das neue Jahr einzuläuten. "Ein frohes neues Jahr, meine Brüder..." sagte Michael als Kat und Julien mit einem Tablett mit Sektgläsern zu ihnen traten. Jeder nahm sich eins, dann gingen sie zu den Menschen, stießen mit ihnen an. Belial trat zu Freya und Hendrik Rass. "Wie war das... wolltet ihr keine Kinder? Oder liegt das wirklich nur an einem... kleinen Defekt bei dir, Viehdoktor?" fragte er belustigt. Der Tierarzt sah ihn an, lächelte und antwortete: "Wir hätten schon gerne welche, aber wir sind dankbar für die Kinder von Rasmus und Rike und..." Metatron legte Belial eine Hand auf die Schulter und unterbrach den Menschen: "Bittet und es wird euch gegeben... wobei in diesem Fall Lucifer gebeten hat. Und man lässt euch die Gnade zuteil werden, dass ihr beide - ebenso wie Selvaggia und Mathilde - wählen dürft und das zwei Mal. Sandalephon hat entsprechende... Anweisungen erhalten." Freya und Hendrik Rass wurden blass. "Wirklich? Ich... wir...?" Stotterte sie, während er Belials Hand ergriff und sie schweigend, aber mit einer Träne im Augenwinkel schüttelte.
"Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. Ihr habt meine erstgeborenen Söhne und ihre Familien - Seraphim und Cherubim, Ophanim, Dynameis und Archai und auch ihre Freunde mit offenen Armen willkommen geheißen, meine Kinder und meine Hand ruht schützend über euch." erklang es plötzlich. Und in diesem Moment startet das größte, imposanteste und spektakulärste Feuerwerk, das die Insel je gesehen hatte; die Magie der Dynameis zauberte die sieben antiken Weltwunder aus Licht an den Himmel, ließ Märchen und Sagen aus allen Teilen der Welt lebendig werden und schlug alle in seinen Bann.
 
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