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GeschichteAllgemein / P18
Harry Potter Severus Snape
15.09.2016
20.01.2020
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„Also dann, ich werde einen Hauselfen beauftragen Ihnen etwas Flohpulver zu bringen.“, er fühlte sich, als habe er verloren und wenn man es genau bedachte, bekam sein Schüler genau was er zuvor erbeten hatte.

Don wollte sich der Situation entziehen, denn diese magische Ausstrahlung und seine damit hochkommende Vergangenheit machte ihn unruhig. Ihm war in diesem Moment nicht einmal annähernd klar weshalb sein Schüler so reagierte und er nahm nicht wahr, dass der Sechstklässler ein ganz bestimmtes Wort, welches er selbst verwendet hatte, wiederholte.

Wären seine Gedanken nicht eines Sturmes gleich, wäre ihm die Ursache für diese Reaktion aufgefallen und er hätt spekulieren können, weshalb ein einzelnes Wort eine solche Wirkung bei Mr. Evas hervorrief.

Severus hingegen verlangte es alles ab, nicht nur keine Miene zu verziehen, sondern auch gleichmäßig zu atmen. Mittlerweile hatte er seine Arme fest vor der Brust verschränkt, um mehr Kontrolle über seine Arme zu erhalten. Da niemand ihn sonderlich gut kannte, fiel seine zum zerreißen angespannte Haltung auch keinem auf. Wenn es nicht bald nachließ, würde er wohl nie wieder seinen Arm verwenden können oder sein Herz würde einfach stehen bleiben, die Qualen nicht länger aushalten könnend.

„Vielen Dank, Professor.“, lächelte Harry höflich, während seine Ausstrahlung verblasste und der Ton seiner Augen wieder das übliches Grün annahm.

Der Schmerz in Severus Arm verblasste, das höllische pulsieren hörte auf und doch verschwand das Gefühl der Pein nicht vollkommen. Vermutlich, weil er dem einfach zu lange ausgesetzt gewesen war und seine Muskeln wie Nerven sich nun erst einmal beruhigen mussten. Kurzum war jede Faser gereizt und empfindlich, obwohl das Mal nicht länger wie Feuer brannte.

Walsh ging, blickte kein einziges Mal zurück und stoppte erst, als er seine privaten Räume erreichte. Harry und Severus indessen standen noch genau dort, wo der Professor für Arithmantik sie zurückgelassen hatte.

Langsam und in tödliche Gelassenheit gehüllt, wandte der Sechstklässler sich zu dem Mann welchen er zu fürchten und hassen gelernt hatte.

Der Tränkemeister ahnte Ungutes, als Potter ihn so betrachtete. Was der Junge wohl nun schon wieder ausheckte? Doch bevor ein Wort über seine Lippen kam, verließ eine Gruppe von Erstklässlern die Bibliothek und verhinderte, was auch immer Potter in den Sinn gekommen war.

„Hab dich nicht so.“, sprach der Größte unter ihnen, „Wenn du ihn schlägst, wird er dich endlich in Ruhe lassen. Du musst dich nur wehren man, zeigen wer der Boss ist.“

„Das ist nicht hilfreich!“, erklang eine weibliche und verärgerte Stimme.

„Wir Jungs regeln so was aber so.“, erwiderte derselbe Junge ein wenig genervt, „Und es ist ja nicht verboten, jeder kann daran teilnehmen. Früher haben sich Zauberer oft duelliert, sogar die Muggel haben das gemacht. Und dieser Slytherin hat es auch schon getan, mitten in der Großen Halle. Er weiß, wie es geht.“

„Das ist etwas anderes gewesen, du Idiot! Hör nicht auf ihn, Nick.“

Ihre Unterhaltung nahm ein jähes Ende, als sie Harry und Severus bemerkten.

Nick…Nick Collins. So hieß der Hufflepuff also.

Kurz blieben sie einfach alle unsicher stehen, bis zwei von ihnen schließlich höflich den Kopf zu einem Nicken bewegten, unbeholfen lächelten und weitergingen, allerdings nicht an ihnen beiden vorbei sondern in die entgegensetzte Richtung.

Keine drei Meter redeten sie angeregt weiter und Severus fand alles nur äußerst nervig. Es fehlte nur noch, dass er mit den Augen rollte, angesichts dieses, seiner Meinung nach, lächerlichen Verhaltens.

Nervige kleine Bälger.

„Lust auf einen Ausflug, Professor?“, holten die Worte von Potter ihn zurück.

Seine Augenbraue zuckte nach oben während er auf den Gryffindor hinab blickte.

„Sie bekommen auch ein Eis.“, grinste der Junge und Severus meinte, sich verhört zu haben.

„Mr. Evans.“, schnarrte er ätzend, wie eh und je.

„Sie haben Walsh gehört, Sir. Alleine geht es nicht.“

„Dann suchen Sie sich-“

„Ich habe Sie gefragt.“, seine Stimme veränderte sich, nur eine Nuance und doch nahm der Tränkemeister es augenblicklich wahr.

„Ich bin schwer beschäftigt, Mr. Evans und habe keine Zeit sie mit Ihnen zu verschwenden. Noch verspüre ich das Bedürfnis, Sie auf irgendeiner Art und Weise, bei Ihren trivialen Angelegenheiten, zu begleiten.“, das Letzte, was er wollte, war Potter oder irgendjemand anderen um sich herum.

„Ein Haus kann ich also aussuchen, aber mein eigene Kleidung nicht?“, amüsierte sich Harry und trat näher, flüsterte, „Ich weiß es.“, und sein einzelner Finger tippte auf die Mitte des linken Unterarmes des Professors.

Noch immer waren seine Arme verschränkt, sodass Potter nicht die Innenseite berührte sondern die Außenseite und obwohl sich auch noch Stoff zwischen seiner Haut und dem Finger des Jungen befand, empfand Severus es anders. Ihm war vielmehr so, als hätte Potter direkt auf das Dunkle Mal gedrückt und zwar mit solcher Intensität, dass ein blauer Fleck zurückgeblieben wäre.

„Lass es mich sehen.“, erklang der fast schon sanfte und doch bestimmende Befehl.

Alles in Severus sträubte sich: „Herr…“

„Zeig es mir!“, wurde die Stimme fordernder und der Ältere hatte keine Wahl.

Mit ausdruckslosem Gesicht zog er steif mit der rechten Hand den linken Ärmel seiner Kleidung hoch, offenbarte Stück um Stück bloße und helle Haut, bis schließlich das Zeichen des Dunklen Lords zu sehen war.

Tiefschwarz stach es hervor, auf diesem blassen Unterarm.

Beinahe war es, als würde es pulsieren; eines Herzschlages gleich, so als wäre es lebendig.

Harry hatte es zuvor schon gesehen, diesen Totenkopf aus dessen Mund sich eine Schlange wand. Bei Snape und auch bei anderen, sogar am Himmel hatte er es bereits unheilvoll schweben sehen.

Für nur einen Bruchteil eines Moments, durchzuckte ein eisiger Schmerz seinen Kopf. Aber er währte nicht lange genug, um ihn tatsächlich wahrnehmen zu können und im nächsten Augenblick, wurde Harry auch schon abgelenkt.

Das Glas seiner rechten Brille sprang plötzlich, feine filigrane Risse erschwerten ihm die Sicht. Wie bei einer Eisplatte, auf die jemand mit einem Hammer eingeschlagen hätte. Er zuckte nicht einmal zusammen, noch verletzte er sich oder konnte erklären, weshalb das Glas seiner Brille gerissen war.

Severus hingegen konnte sich das gesprungene Glas nur auf eine Weise erklären und zwar aufgrund eines Impulses unkontrollierter Magie. Ein Ausbruch, wie Kinder ihn oft hatten und auch unter jungen Menschen zu finden war.

Da niemand sonst in ihrer Nähe war, konnte es nur von Potter gekommen sein. Irgendetwas stimmte allerdings mit dieser Begebenheit nicht, wenngleich Severus auch nicht sagen konnte was genau.

Langsam nahm Potter sein Brille ab und sah dann auf, direkt und ohne Umschweife in seine dunklen Augen.

Ohne Brille mit diesem Grün konfrontiert zu werden, war kein Vergleich zu dem Schmerz des brennenden Dunklen Mals.

Das Geräusch von Schritten unterbrach ihre Zweisamkeit und die merkwürdige Stimmung, welche sie befallen hatte. Den Professor in erdrückender Pein und Harry in nachdenklicher Verwirrung.

Ihr Innerstes änderte sich eines Fingerschnipsens gleich, genauso wie der Ärmel fließend wieder die Haut bedeckte und es fast so schien, als hätte er niemals seinen Platz verlassen.

„Ich treffe Sie in einer Stunde.“, sprach Severus kühl und drehte sich herum, ließ den Potter einfach zurück und da er nicht aufgehalten wurde, weder verbal noch nonverbal, beschleunigte er seine weit ausholenden Schritt noch weiter; ohne dabei aber gehetzt zu erscheinen.

Harry wollte die Fledermaus aufhalten, die sich aus dem Staub machte und doch tat er es letztendlich nicht. Ließ den Mann gehen, um sich sammeln zu können. Es war gelogen, als er gesagt hatte er wüsste es. Eigentlich wusste er nämlich nur, dass sich etwas an Snape geregt hatte und dieses etwas von Voldemorts Markierung ausgegangen war.

Obwohl der Sklavenbund sie verband und Harry jederzeit vollkommene Kontrolle über den Professor haben könnte, ja sogar ohne Schwierigkeiten an den Okklumentik Schilden vorbei kam, sie unwirksam für ihn machte, hatte der Bund ihm nichts verraten.

Demnach wusste Harry also nicht, dass sein Professor unter Schmerzen gestanden hatte. Nichts war an dem Mal zu erkennen gewesen.

Plötzlich stockte Harry und seine Augen weiteten sich in fassungsloser Erkenntnis.

Das Dunkle Mal! Er hatte es gesehen! Seit ihrer Ankunft hier war es nicht sichtbar gewesen und erstmalig hatte er es derart betrachten können!

Seine Hand schnellte hoch zu seiner Stirn, während ihm ein weiterer Gedanke kam. Wenn das Mal sichtbar war, dann vielleicht auch seine Narbe! Schnell setzte er seine Brille auf und lief los, zur nächsten Toilette.

Dabei vergaß er, nicht nur einen Zauber auf sich zu sprechen damit ihm niemand Beachtung schenkte und ebenso, dass er auch einfach in einem der Fenster seine Spiegelung hätte betrachten können oder gar einfach einen Spiegel zu beschwören oder etwas in einen Spiegel zu verwandeln.

Nichts bekam er mit, dachte nur noch daran nachzusehen ob sie sichtbar geworden war und hörte nicht die Ausrufe seiner Mitschüler, die er beinahe über den Haufen rannte.

Er stieß die Türe zur Toilette der Jungen mit solcher Wucht auf, sodass sie lautstark gegen die Wand prallte und ihm wieder entgegen kam. Doch da war er bereits auf dem Weg zum nächsten Spiegel und schob die schwarzen Haare seitlich nach oben, sah sein Spiegelbild an.

Auflachend senkte sich seine Hand wieder, kopfschüttelnd sah er sich an.

Seine Brust hob und senkte sich deutlich, was von seinem Sprint herrührte und auch erst jetzt nahm er das zersprungene Glas seiner Brille wieder wahr.

Langsam zog er seinen Zauberstab, nahm die Brille von der Nase und tippte das runde Glas an. Mittlerweile kannte er den Zauber, mit dem Mr. Weasley in seinem zweiten Jahr seine Brille repariert hatte. Zumindest nahm er es an, gehört hatte er den Zauberspruch damals schließlich nicht.

Die feinen Risse verschwanden, zogen sich zur ausgehenden Bruchstelle zurück als würde die Zeit Rückwärts verlaufen und mit einem leisen Geräusch war seine Brille wie neu. Sein Zauberstab fand danach den Weg wieder in seinen Umhang, während ihn Erleichterung überkam.

Nichts war zu sehen gewesen, seine Stirn war makellos. Keine Fluchnarbe, kein Blitz.
Ob das Mal von Snape wohl auch wieder unsichtbar war? Wenn nicht, müssten sie sich etwas einfallen lassen und ebenso, wenn es ein wiederkehrendes Ereignis war.

Was wäre, wenn es nun jederzeit einfach wiedergeschehen konnte?

Erst einmal beobachten, befand Harry und auch Severus hatte einen ähnlichen Gedankengang, denn auch ihm war nicht entgangen, dass sein Dunkles Mal wieder sichtbar gewesen war.

Oder war es womöglich nur sichtbar geworden, weil Potter verlangt hatte es zu sehen? Dieser Gedanke hingegen kam Harry nicht in den Sinn.

Während Severus sich in seinen Räumen sammelte und nachdachte, entschied Harry sich zum Ravenclaw Turm zu gehen. Immerhin gab es da noch zwei Dummköpfe, die eine Lektion verdienten.

Diesmal jedoch sprach er einen Zauber über sich, damit niemand ihn näher beachtete. Es wäre auch reichlich dämlich, wenn er wegen einer solchen Unbedachtheit nicht nur verdächtigt sondern auch noch erwischt wurde. Sein Vorhaben stand nämlich nicht gerade im Einklang mit der Schulordnung, auch wenn er sich sicher wahr, dass nirgendwo stand man dürfte nicht einfach den Schutz eines Gemeinschaftsraumes vor Poltergeister aufheben.

Der Eingang zum Ravenclaw Gemeinschaftsraum war überraschenderweise einfach eine schlichte Türe mit einem Türklopfer in Form eines Adlers. Es gab keine Klinke, keinen Knauf oder irgendeinen Griff, nur diesen Türklopfer und Harry hatte den Eindruck, als würde der Adler ihn ansehen.

Wachte er etwas über den Eingang? Wahrscheinlich war es, denn es gab kein Porträt wie in Gryffindor und auch keine kahle Wand, unter der eine steinerne Schlange schlummerte.

Kurz überlegte er, wie er am besten vorgehen sollte. Das Passwort kannte er schließlich nicht und Parsel würde ihn hier wohl kaum weiter helfen. Also legte er seine Hand einfach auf die Türe ohne Klinke, konzentrierte seine Magie und befahl: „Öffne dich mir.“, doch nichts geschah.

Stattdessen erklang eine Stimme: „Mit Magie kommst du weit, doch nicht hier rein. Ein eindringen ist schändlich und ruft den Vorsteher herbei.“

„Wie komme ich rein?“, fragte Harry, nachdem er sich von dem Schock erholt hatte.

„Nur wer Köpfen zeigt und Antwort find’, dem öffnet sich der Eingang geschwind.“

Das Passwort war also vermutlich ein Frage, ein Rätsel und wenn er so darüber nachdachte, passte es perfekt zum Hause Ravenclaw. Gegen ein einfaches Passwort, war das nichts und damit hatte Rowena Ravenclaw sich auf jeden Fall etwas äußerst kreatives einfallen lassen.

„Es scheint und funkelt, ist die Sonne der Nacht. Ohne Wärme in der Ferne.“

Leise seufzte er. Warum musste es ein Rätsel sein, darin war er nicht gut. In seinem ersten Jahr schon wäre er an Snape’s Rätsel gescheitert, wenn Hermine nicht bei ihm gewesen wäre und Voldemort hätte dann sicher herausgefunden, wie er an den Stein der Weisen gekommen wäre.

Auch das Rätsel in seinem Vierten Jahr, hätte er ohne Hilfe nicht gelöst. Ja, ihm war nicht einmal der Gedanke gekommen, bevor das eigentliche Rätsel überhaupt zur Sprache kam, das erste Rätsel mit dem Ei zu lösen, es nämlich unter Wasser zu tauchen.

Und das Rätsel der Sphinx in der dritten Aufgabe dann, war auch gar nicht so einfach gewesen. Zum Glück hatte er damals richtig geraten.

Zumindest stand er jetzt nicht unter dem Druck, bei einer falschen Antwort getötet zu werden oder Quirrell bzw. Voldemort Zeit zu schenken.

„Scheint und funkelt…Nacht..Sterne vielleicht?“, murmelte er leise und stützte seinen rechtem Arm auf seinen verschlungen linken Arm ab, tippte sich mit dem rechten Zeigefinger gegen die Wange, „Sonne…das passt nicht. Ohne Wärme…in der Nacht. Scheint…wie die Sonne…rund. Rund! Mond. Der Mond! Die Antwort ist Mond, er ist die Sonne der Nacht.“

Die Tür öffnete sich und Harry grinste leicht. Vielleicht wurde er mit Rätseln ja langsam besser.

Behutsam trat er ein, denn den Schutz konnte man nur von Innen aufheben bzw. war es weniger ein aufheben, sonder eher ein kurzzeitiges Einlass gewähren. Man erlaubte im Grunde lediglich den Eintritt in den Gemeinschaftsraum und die dazugehörigen Schlafsäle für einen bestimmten Zeitraum.

Er verstand es zwar auch nicht so ganz, doch er wusste es würde funktionieren und nur das zählte. Magie eben, faszinierend und manchmal unerklärlich.

„Erscheine, Poltergeist von Hogwarts.“, rief er leise die größte Nervensäge des Schlosses.

Und Peeves erschien, schwebte aus den Boden heraus vor Harry.

„Du hast eine halbe Stunde Zeit, sobald du den Ravenclaw Bereich betrittst. der Zauber ist bis Mitternacht aktiv, es ist deine Entscheidung wann du startest.“

„Ohh Peeves kann es nicht erwarten.“, kicherte der Geist und vollführte einen Salto in der Luft, direkt vor der Türe.

Harry selbst stand nur mit der Spitze seines Schuhs im Gemeinschaftsraum, hatte die Türe nur soweit geöffnet wie nötig. Natürlich, denn andernfalls würde es zu ihr auffallen. Besonders wenn auf einmal ein Slytherin im Turm von Ravenclaw stand und am selben Tag Peeves Chaos dort stiften würde.

„Warte am besten, wenn sie alle schlafen oder beim Essen sind. Dann hast du mehr Zeit, bevor man dich entdeckt.“

Peeves verzog schmollend sein Gesicht, er wollte sofort für Unruhe sorgen.

„Du hast höchstens fünf Minuten, wenn du jetzt die Schwelle übertrittst.“, erinnerte der junge Mann den Poltergeist, welcher daraufhin theatralisch seufzte: „Peeves hat es sooo schwer.“

„Nimm meine Hand.“

„Will Lordschaft etwa Händchen halten? Fühlt er sich so einsam oder hat er Angst?“, grinste Peeves breit und nervte Harry damit unglaublich.

„Sofort, Peeves!“, verlangte er und hielt dem Geist die Hand hin.

Immer noch breit grinsend legte Peeves seine Hand auf oder vielmehr in Harrys Hand und dieser zog seinen Zauberstab.

Stille Worte folgten, die er nicht aussprach damit der Poltergeist sie nicht mitbekam. Sein Stab vibrierte, während sein Wunsch oder vielmehr seine fordernde Bitte von Hogwarts wahrgenommen und schließlich akzeptiert wurde.

Darauf folgte ein zurückzucken seitens Peeves, ähnlich als habe er einen Stromschlag verpasst bekommen und Harrys Stab hörte auf zu vibrieren.

Leise zog er die Tür wieder zu und entfernte sich von dem Eingang zum Ravenclaw Turm.

„Halte dich an unsere Abmachung.“, sprach er noch zu Peeves mit warnendem Unterton und machte sich den Weg zurück nach unten.

Ein wenig Zeit bis er Snape treffen würde hatte er noch, also schlenderte er ganz entspannt den Weg zum Kerker hinab.

„Öffne dich.“, zischte er auf Parsel vor der kahlen Wand und sie gab den Eingang zum Slytherin Gemeinschaftsraum preis.

Kaum war er eingetreten, standen zwei Slytherin von der Sofagruppe auf und kamen zu ihm. Die Aufmerksamkeit ihrer Freunde und auch der restlichen Schüler wandte sich ihnen zu. Alle beobachteten wachsam und gespannt das Geschehen.

„Stimmt es?“, fragte sein Mitschüler ihn, von dem Harry nur den Nachnamen kannte.

„Stimmt was?“, entgegnete der Grünäugige ruhig und wusste wirklich nicht, worum es ging.

„Was du getan hast.“, sprach nun die junge Dame an der Seite des Jungen.

„Ja, ich befürchte da müsst ihr noch etwas konkreter werden.“

„Lestrange. Er hat dich zum Duell gefordert und ist bei Walsh gelandet. Hast du ihn verraten?“

Es überraschte Harry, nicht nur diese idiotische Frage sondern auch mit welcher schier tödlichen Ruhe sie gestellt worden war.

Seine Mundwinkel zuckten leicht und dunkel antwortete er, „Denkst du, so etwas habe ich nötig?“, er sah einmal durch den Raum, „Denkt ihr wirklich, ich bräuchte ausgerechnet Walsh um mit Lestrange fertig zu werden?“, er richtete sich auf, „Lächerlich.“

„Du warst es also nicht?“, fragte Baddock ihn, weiter misstrauen in seinen Augen.

„Zweifelst du an mir?“, etwas lauerndes mischte sich in seinen Ton.

„Wir haben keinen Grund dir zu glauben, Evans.“, sprach Bletchley, von der Harry auch nur den Nachnamen kannte.

Schon merkwürdig, wo die beiden doch in seinem Jahrgang waren.

„Ach, ist dem so?“, sprach er süffisant und die ersten merkten wie dumm es wäre, nun weiter zu machen.

„Ein Slytherin ist gerissen und keiner hier kennt dich wirklich. Wir wissen nicht wem deine Loyalität gehört, weil du erst seit ein paar Monaten in Hogwarts bist. Aber nach dem was bisher passiert ist, könnte man meinen du seist kein Slytherin. “, meinte Baddock ruhig und doch mit unterschwelliger Feindseligkeit, „Vielleicht liegt es aber auch nur daran, weil du noch nicht lange bei uns bist. Rebellen werden hier nicht geduldet und in den ersten Monaten lernt jeder Slytherin die Regeln. Du aber hast dich geweigert.“

„Und niemand hat je von deiner Familie gehört, Evans. Dein Name klingt wie der eines Muggel. Du redest dann noch mit Schlammblüter und erlaubst deinem Sklaven sogar Professor zu sein! Was für ein Reinblut, würde sowas erlauben?“

Die beiden waren nie mit ihm als Kopf des Hauses einverstanden gewesen, sie standen zu Pierce und hatten wohl auf einen geeigneten Moment gewartet, um Unruhe stiften zu können.

„Ihr wollt wissen, wer ich bin?“, ein Lächeln legte sich auf seine Lippen, „Ein Rebell? Ja vielleicht bin ich in deinen jämmerlichen Augen einer Baddock. Ein böser Rebell, der mit der Tradition des Hauses bricht.“, oh, er hatte unglaublichen Spaß, „Dabei vergisst du aber eine wohl entscheidende Tatsache, bei all deinen fesselnden Worten. In Slytherin herrscht der, wer Macht und Charme besitzt. Der Kopf wird nicht gewählt, nichts ausgelost oder bestimmt. Er sticht hervor, Baddock.“, er war nicht wütend oder hitzig, sprach samten und gelassen, „Wenn man ihn sieht, weiß man es.“, und in seinen nächsten Worten fand sich ein Hauch von gespieltem Erstaunen, „So läuft es hier und das sage ich, der kaum ein paar Monate hier ist.“

Jeder hörte ihm aufmerksam zu, es war als wäre er ein Darsteller auf einer Bühne.

„Bletchley,…“, wandte Harry sich dann fließend der Sechstklässlerin zu, „…ist mein Sklave nicht um längen besser als Sanders? Versteht er nicht makellos das Gebiet der Zaubertrankbrauerei?“, er trat einen Schritt auf die beiden zu, seine Haltung veränderte sich „Ich zeige euch, wer ich bin.“, hauchte er dunkel und machte einen weiteren Schritt auf sie zu, sodass sie wiederum gezwungen waren einen Schritt zurückzuweichen.

Seine Augen verdunkelten sich minimal, während seine Magie mit einem Schlag aufglomm und verheißungsvoll um ihn herum pulsierte; seine beiden Mitschüler in den Bann zog.

„Ihr zweifelt an mir, weil ihr meinen Namen nicht kennt. Dabei kennt ihr mich doch bereits, habt erlebt wer ich bin und dennoch…“, er lächelte kühl auf, „…und dennoch zweifelt ihr, wollt nicht wahrhaben, wer ich bin.“, seine Hand bewegte sich und sein Finger deutete vielsagend auf den Boden, „Kniet nieder.“, befahl er fast schon sanftmütig.

Seine Magie half ihm, doch er musste sie nicht einmal dazu zwingen. Fügsam knieten sie beide sich hin, wobei Bletchley etwas mehr darauf achtete wie sie sich hinkniete, denn immerhin trug sie statt ihrer Schuluniform einen modernen Rock.

„Der Blutstatus ist mir vollkommen egal und ich rede, mit wem auch immer ich reden will. Meinen Sklaven behandle ich so, wie auch immer ich es will. Vergleicht mich nicht mit dem was ihr kennt und glaubt ja nicht mich in eine Schublade stecken zu können, in die ich eurer Meinung nach gehöre und mich dann belehren zu können oder mir vorwurfsvoll entgegen zu treten. Zwängt ihr mir eure Ansichten und Meinungen auf…“, er lächelte wieder, sein vergnügt finsteres Lächeln der Verdammnis, „…werde ich euch ein einziges Mal aufklären und dann, beim zweiten Mal, für eure Ignoranz und Dummheit bestrafen. Also behaltet meine Worte gut im Gedächtnis.“, seine Augen sahen von den zwei Slytherin vor ihm auf und wanderten langsam durch den Raum, „Und als Kopf des Hauses, ist es sogar meine Aufgabe zu tadeln. Gebt es weiter und denkt gut darüber nach, was ihr tun wollt.“, seine Hände legten sich jeweils an eine Wange der beiden Sechstklässler vor ihm, bis schließlich auch seine Aufmerksamkeit wieder bei ihnen war.

„Sind eure Fragen damit beantwortet?“

Beide nickten, nicht in der Lage auch nur einen Ton über die Lippen zu bekommen.

„Wunderbar.“, er tätschelte sanft ihre Haut, „Und hat sich euer Zweifel zerstreuen können?“

Harry war unheimlich ruhig und die meisten fanden gerade diese schiere Ruhe an ihm furchteinflößend. Er strahlte zwar Bedrohlichkeit aus, doch sie war nicht in Verärgerung getränkt. Kein Vergleich zu Lestrange und auch nicht zu Pierce, welcher das Haus über di Jahre mit ähnlicher Ruhe geführt hatte.

Sie hatten es zwar schon gewusst und auch gesehen, sogar gefühlt, trotzdem war es immer wieder auf ein Neues etwas anderes. Man konnte es nicht beschreiben, denn keine Worte der Welt fingen ein was sie erlebten.

Die Magie des jungen Lords konnte alles sein und immerzu entwickelte sie sich weiter. Jedenfalls erweckte es bei den Älteren Slytherin diesen Anschein, womit sie recht behielten. Doch eine Komponente änderte sich niemals, sie war immer ehrfurchtsvoll.
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