Time of our lives 1

GeschichteHumor, Freundschaft / P6
14.09.2016
16.06.2018
27
76062
16
Alle
74 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
Als Melanies Wecker klingelte, schlug sie erstmal daneben. Der Weckton ihres iPhones, der sie mit sanftem Vogelgezwitscher sachte aus dem Schlaf holte, tat es nicht mehr, also musste so ein altmodisches Teil mit Glocken und ohrenbetäubender Lautstärke her. Das hatte auch den Vorteil, dass Melanie beim Erwachen nicht mehr irritiert überlegte, wie zur Hölle sie bitte in den Regenwald gekommen sei, denn ihre rudimentären ornithologischen Fähigkeiten interpretierten die Vogelgeräusche eindeutig als die tropischer Arten.

Beim Aufstehen trat Melanie erstmal fast auf ihr Plakat für Politik, dass die Positionen der SPD für die Bundestagswahl beinhaltete. Sie hatte ewig daran gesessen, genau genommen bis 1:45 Uhr heute früh. Ihr Schädel brummte, würde sie Alkohol trinken, würde sie vom Kater ihres Lebens sprechen, aber so handelte es sich nur um ihre omnipräsente Müdigkeit. Was freute sie sich auf die Sommerferien... Natürlich hatte sie große Pläne dafür gehabt. Dinge die sie machen, Orte an die sie fahren und Freunde mit denen sie sich treffen wollte. Wollte. Inzwischen sehnte sie sich nur noch danach, mal länger als 5 Stunden schlafen zu können. Diese scheiß Aufführung raubte ihr noch den letzten Nerv. Und dann noch der Druck ihrer Eltern, gute Noten zu schreiben. Ähm, hallo? Es war doch nur die NEUNTE Klasse. Es ging um nichts. Außer der Versetzung und die würde sie auch noch kriegen, wenn sie absolut nichts für die Schule tun würde. Sie war ja nicht auf den Kopf gefallen. Gut. Sie machte sich den Stress auch selber. Sie wollte schließlich gut sein. Nicht nur, weil alle das von ihr erwarteten. Und manchmal, da musste man halt Opfer bringen.

Seufzend rollte sie das Plakat auf und legte es auf ihre Schultasche, bevor sie ein paar frische Socken und ein Levi’s - Shirt aus dem Schrank nahm und sich auf den Weg ins Bad machte. Dabei fiel ihr Blick auf ihre Laufschuhe. Seit Monaten schon verzichtete sie auf ihre morgendliche Joggingrunde, um wenigstens die Zeit noch im Bett liegen zu können, so schwer es ihr auch fiel. Aber fünf Stunden Schlaf waren besser als vier. Durch ihre Minimaldiät momentan ging sie ja auch nicht gleich auf wie ein Hefeteig, wenn sie mal nicht joggte. Manchmal ging sie ja auch noch abends laufen, während sie sich über Kopfhörer die Vokabeln reinzog, die sie lernen musste. Und Sportunterricht gab es ja schließlich auch noch.

Sportunterricht war auch das einzige an Bewegung, das Mattes noch zustande brachte, vom Gassi gehen mit Murphy mal abgesehen. Seine Mutter hatte vor einigen Wochen einen Sprachassistenten in Form von Alexa gekauft und benutzte das Ding seit jeher, um ihren Sohn zum Lernen zu zwingen. Gestern Nachmittag zum Beispiel hatte sie das Teil volles Rohr Beethovens Neunte in Endlosschleife spielen lassen und es auch noch auf Spanisch gestellt, bevor sie zum Einkaufen gefahren war. Mattes musste also erstmal rausfinden, wie man das Ding auf Spanisch zum leise sein brachte. ¡Cállate! - der Ausruf seines Spanischlehrers hatte zunächst wenig geholfen. Und wie man die Sprache änderte, Herrgott, wie sollte er das denn bitte auf Spanisch wissen?? Außerdem - was war denn das Problem seiner Mutter? Er hatte doch auch ohne lernen durchaus vorzeigbare Noten. Und was Menschen interessierte, war doch das Ziel, nicht der Weg. Und, mal ehrlich, was klang denn besser: „Mein Kind hatte nen Zeugnisschnitt von 1,2, weil ich ihm sämtliche Lebensfreude gestohlen, es in 5 Nachmittagsangebote geschickt und jede freie Sekunde zum lernen gezwungen habe“ oder „Mein Kind hat einen Schnitt von 1,5 aber Freizeit und möchte sich nicht an jeder Türklinke erhängen“? Eben. Wobei... bei ersterem Kind wären die Noten ja schon wieder Verdienst der Eltern und nicht des Kindes selbst, vielleicht ging es auch darum? Mattes hatte eh das Gefühl, dass viele Eltern sich in einem Wettbewerb mit dem Titel: „Mein Kind hat einen IQ unter Kühlschranktemperatur, aber es soll trotzdem aufs Gymnasium und ich werde neben meiner 40 Stunden Woche auch noch mein Kind unterrichten“ lieferten. Aber er war nicht so ein Kind. Warum wollte seine Mutter da denn jetzt mitmachen?? Er fand das alles komisch. Und scheiße. Seine Mutter hatte doch schon einen Schulabschluss, warum wollte sie den durch ihn jetzt nochmal machen?? „Womit habe ich das nur verdient?“ grummelte er, als er aufstand, sich den selben grauen Hoodie überzog, den er seit Wochen trug, und sich auf den Weg zur Schule machte. Er hasste die frühen Morgen, langweiligen (und in seinen Augen sinnlosen) Unterrichtsstunden und generell die Tatsache, dass ihm im Moment so viel vorgeschrieben wurde. Es mochte ja Leute geben, die mit Freizeit nichts anzufangen wussten, aber er gehörte da garantiert nicht zu. Und diese ständigen Proben, bei denen er gefühlt 80% der Zeit nur rumsaß und wartete. Er würde in der Zeit ja gerne seine Hausaufgaben machen, aber Frau Amsinga verbat, dass die Aufmerksamkeit von irgendjemandem auch nur für den Bruchteil einer Sekunde vom Stück abweichte. Es sollte perfekt werden und wer nicht bereit war, für die Kunst zu leiden, für den befände sich die Tür dort vorne.

Nein, Mattes war nicht bereit, für die Kunst zu leiden. Aber noch weniger war er für die Demütigungen und weiteres bereit, die ihm drohen würden, käme er mit einer 6 nach Hause. Einer Sechs in „Theater“ wohlgemerkt. Dem „einfachsten Fach“, seiner Mutter zufolge. Wenn die nur wüsste...

Melanie warf sich noch schnell ihren morgendlichen Tablettenmix - 6x 50mg Koffein, 1x Multivitamin und heute auch noch eine 600er Ibuprofen ein, bevor sie sich hastig einen Müsliriegel zwischen die Zähne schob, das Haus verließ, zu ihrem Fahrrad ging und losradelte. Sie musste ein paar mal blinzeln... schneite es? Im Mai? Oder bildete sie sich das nur ein? Sehstörungen, wie grandios. Wie Pixelfehler tanzen kleine graue Punkte durch ihr Sichtfeld. Sie drehte langsam durch... blöd nur, dass sie für ihr Stück lernen musste, wie man sich aus einer Zwangsjacke befreite. Wenn sie also ganz die Besinnung verlor, konnte man sie nicht mehr irgendwo festzurren... Beruhigend? Nicht so. Am Anfang hatte Mattes noch gewitzelt, dass die Zwangsjacke sicher aus Frau Amsingas Kleiderschrank käme, aber inzwischen konnte Melanie sich das wirklich vorstellen... Theater machte einen ja wirklich WAHNSINNIG!

An der Ampel traf sie, wie jeden Morgen, Mattes. Er sah nur wenig besser aus als sie. Er hatte zwar eine Mondlandschaft als Pickeln im Gesicht, gegen die Teebaumöl kaum noch helfen konnte, aber er sah immerhin etwas wacher aus als sie. „Hat das vorhin geschneit?“ fragte Melanie benommen. Normalerweise war es immer Mattes, der mit irgendeiner Aussage die Tür eintrat, aber heute war sie schneller. Mattes schüttelte den Kopf und sah sie nachdenklich an. „Dein Kreislauf verdient mal ne Pause... bei dem ganzen Koffein, das du dir im Laufe des Tages einwirfst, ist ja klar, dass morgens nichts mehr von alleine läuft. Schalt mal nen Gang runter,“ bat er sie. „Das lass ich mir nicht von jemandem sagen, der jeden Tag mindestens 5 Energys trinkt,“ sagte sie. Mattes grinste. „Ein Energydrink hat 32mg Koffein pro 100ml. Eine Dose hat 500ml. Das macht 160mg pro Dose. Mal 5 Dosen sind 800mg pro Tag. Du wirfst dir jeden Tag etwa 20 Koffeintabletten ein. Das sind 50mg pro Tablette... das ist ein Gramm Koffein,“ rechnete er ihr vor. „Siehst du? 1 ist weniger als 800,“ sagte Melanie. Mattes schüttelte langsam den Kopf. „Du brauchst echt mal nen Entzug. Von allem. Schule, Koffein, Theater, ...“ befand er. „In sieben Wochen sind Sommerferien,“ seufzte Melanie und klang selten sehnsüchtig. „Die wird die Amsinga auch noch voll kriegen,“ antwortete ihr bester Freund. „Shh...  keine Negativität hier,“ sagte Melanie und wollte ihm den Finger auf die Lippen legen, traf aber nur seine Wange. Mattes musste Lächeln. Dann wechselte er das Thema: „Hast du schon gehört? Henning meint, er sei jetzt in der Massephase.“ Melanie kicherte. „So nennt der das also, okay...“ „Massephase,“ war Hennings Begründung für seine Diät, die in erster Linie aus Tiefkühlpizza, Döner und McDonalds bestand. Masse? Sicher. Phase? Nicht wirklich.

In Physik schaltete Melanie komplett ab. Mattes, der immerhin noch ein wenig wacher war, da er immerhin auf 6 1/2 Stunden Schlaf kam, schrieb netterweise für sie mit. Als Melanies Kopf gegen seinen Arm sank, musste er lächeln. Sie war wirklich müde, sonst würde sie jetzt sehr intensiv darüber nachdenken, wie Nils das finden könnte. Der solle ja bloß nicht auf die Idee kommen, dass sie vergeben oder auf dem Weg dahin sei. Nein, sie würde geduldig dasitzen und warten, bis Nils sich ihrer erbarmte. Auch wenn Mattes sich sicher war, dass Anna es gar nicht so weit kommen lassen würde.

Wenn er ehrlich sein sollte, verstand Mattes Anna ja auch total. Immerhin wollte ihr ja jemand den Freund ausspannen. Da war es verständlich, dass sie etwas ungehalten wurde. Ebenso, dass sie, was Nils anging, ihr Revier verteidigen wollte. Nur leider ließ das es so wirken, als sei sie eifersüchtig, besitzergreifend und bevormundend. Wäre Mattes an Annas Stelle, wäre er sicher nicht anders. Aber leider ließ Nils sich ja auch ausspannen. Wenn das nicht so wäre, würde Anna ja auch nicht so drauf sein. Das traurige war ja nur, dass sie ihn wahrscheinlich verlieren würde, früher oder später. Aber warum musste Nils sich verhalten wie dieser Typ in diesem scheiß bekannten Meme, und konnte nicht einfach Schluss machen? Klar, Anna wäre dann auch angepisst (verständlicherweise), ABER das wäre ehrlicher, als dieses fuckboyesque Verhalten von ihm gerade. Früher oder später würde Melanie dann da enden, wo Anna jetzt fast war und vermutlich bald ganz sein würde: abserviert und ausgewechselt. Wie Autoreifen, das nicht mehr neuste iPhone oder Trumps Frauen. (Melania wäre spätestens (!!!!) 2020 auch fällig, da war sich Mattes sicher) Und wer durfte sie dann trösten? Richtig. Er. Mattes. Wobei - Moment. War das nicht Franzis Job? Die musste doch auch noch für was gut sein. Als ob die ganze Nils-Sache die beiden jetzt so gespalten hatte... Nun, Mattes genoss es durchaus, nicht auch noch von Franzis Seite mit Philipp vollgeheult zu werden, aber irgendwie kam ihm das Vierergespann in letzter Zeit wie eine falsch herum zerbrochene Tafel Rittersport vor. Aus ihm und Henning und Melanie und Franzi wurde erst eins, jetzt er und Melanie und Henning und Franzi?? Nein. Warum? Wobei Franzi und Henning sich schon irgendwie zu verstehen schienen. In letzter Zeit machte er Hausaufgaben (sehr zur Verwunderung von den Lehrern, allem voran Frau Bräutigam), fehlte nie und meldete sich sogar manchmal. Inwiefern das Franzis Verdienst war, wusste er nicht, aber Fakt war, dass die beiden das Plakat für Politik zusammen gemacht hatten. Fakt war auch, dass Henning die letzten Wochen bei Franzi gepennt hatte. Seine Mutter war bei ihren Eltern, angeblich sei ihr Vater gestürzt, doch die wohnten in Lehrte, und aus (für Mattes) unerklärlichen Gründen wollte Henning den Unterricht nicht verpassen. Deswegen jobbte auch er jetzt nebenbei, um Franzis Familie zu unterstützen. Dafür durfte er dort auf dem Sofa pennen. So wurde zumindest Mattes die Geschichte erzählt. Wahrscheinlich war Hennings Vater mal wieder ausgerastet (Mattes hatte da seine Theorien) und Hennings Mutter hatte es (endlich) nicht mehr ausgehalten und war mit ihrem Sohn abgehauen. Und Franzis Mutter freute sich bestimmt über jede Unterstützung im Haushalt, auch wenn das einen „Ziehsohn“ bedeutete. Anders als ihr Mann ließ der sich wenigstens blicken. Wie recht Mattes mit diesen Annahmen doch haben sollte...

In der Pause jedoch fand die zerbrochene Rittersporttafel (ein zugegebenermaßen selten dämlicher Name für eine Freundesgruppe - oder wie die Teenager heutzutage sagten - Squad) sich wieder zusammen auf dem Pausenhof und redete über die alltäglichen Belanglosigkeiten, frei von allem Drama. Franzi erwähnte einen Typen, der jeden Mittwoch in die Eisdiele kam, sich 13 Kugeln Mangoeis bestellte, dafür 15€ gab, die 13 Kugeln aß und wieder ging. Mattes erzählte von Murphy, dem er gerade versuchte, das Apportieren beizubringen, Henning vom Boxtraining und was er Franzis kleiner Schwester beibrachte und Melanie vom Chor und Frau Amsingas Programm für das Sommerkonzert: Multikulti, aka jedes Lied war aus einem anderen Land und in einer anderen Sprache. Die Sonne schien und alles wirkte so friedlich, wie es nur sein konnte. Das waren vier stinknormale Teenager. Nicht: einer hat einen gewalttätigen Vater, die nächste hat kaum noch einen Vater, einer wird von der Mutter tyrannisiert und die vierte ist seit Monaten an der Belastungsgrenze.

Das Klingeln zerstörte die Idylle wieder und die vier machten sich, zusammen mit dem Rest der Schüler, auf den Weg ins Schulgebäude. Es war erst um 10, noch hatten sie Englisch, Französisch/Spanisch und Physik vor sich. Und dann noch... Proben. Erst nächste Woche durften sie selbstständig Proben. Das hieß: Melanie würde endlich mal wieder etwas schlafen können. Wie herrlich!

Auch Englisch ließ sie mehr oder weniger über sich hinwegrauschen, es ging wohl irgendwie um... Pfirsiche?! Naja egal, Mattes würde ihr das schon erklären können. Der machte in letzter Zeit sowieso ihre Englischhausaufgaben. Sie machte ihm dafür Deutsch. Irgendwie ein guter Tausch, fand Melanie. Und jetzt? Wollte sie einfach nur weiterschlafen.

Mattes hingegen diskutierte mit Frau Quark heftigst über die Möglichkeit eines Impeachments des US Präsidenten. (So viel zu Pfirsichen, Melanie...) Gut, wenn man es denn diskutieren nennen wollte. Frau Quark schlug mit ihrem elektronischen Wörterbuch ständig Dinge nach, die Mattes sagte, und der Rest der Klasse hatte mehr oder weniger abgeschaltet. Nicht so extrem wie Melanie, aber einige waren verdammt nah dran. Boje aß gerade sein viertes Käsebrot diesen Block, Hans spielte gegen sich selbst Schach, Tarik zockte irgendetwas auf seinem Handy, Jasmin machte Hausaufgaben und der Rest sah zumindest nicht ansprechbar aus.

Irgendwann brach Frau Quark ab und gab der Klasse Aufgaben zu den If-Clauses. Einstimmiges Gestöhne. „Man, du kannst das doch,“ sagten mehrere Leute gleichzeitig zu Mattes. „Nee. Eben nicht. Ich kann die zwar bilden, aber weiß ich wie? Oder was welcher Typ ist? Ich mach’s halt, wie es sich richtig anhört,“ entgegnete er und wendete sich dann seinem Blatt zu. Was er eben gesagt hatte, klang wie eine billige Ausrede, entsprach aber der Wahrheit. Zwischendrin unterbrach er kurz, um zu verhindern, dass Melanie aus der Bank fiel. Frau Quark sollte nicht unbedingt bemerken, dass das Mädchen nicht ansprechbar war. Mattes sah, wie Nils Melanie einen kurzen Blick zuwarf. Er sah dann auch, wie Anna ihm kurz darauf den Ellenbogen in die Rippen rammte, und, als sie Mattes Blick bemerkte, ihn giftig anstarrte. Als könnte er was dafür. Sicher, mit einer Platzwunde auf der Stirn wäre Melanie nicht mehr so attraktiv gewesen, aber allein durch den Knall wäre sie Nils noch viel mehr aufgefallen. Als Mattes mit seinen Aufgaben fertig war und feststellte, dass Frau Quark, motiviert wie eh und je, am Handy hockte und ihre Klasse nicht bemerken würde, solange diese leise wäre, legte er seinen Kopf auf Melanies Rücken und beschloss, ebenfalls ein wenig die Augen zu schließen. Ihm konnte Nils ja auch völlig egal sein. Melanie lag sich bequemer, als er erwartet hatte.

Den Rest des Tages sah es leider schlecht aus mit Schlafen. Mattes musste sich zunächst mit Spanisch herumschlagen - einer Sprache, die, obwohl sie keine Fälle hatte, Akkusativ und Dativpronomen besaß und Melanie hatte Französisch. Bei einer Lehrerin, die schlafenden Schülern gerne ihren Kaktus auf den Tisch stellte und ihnen obendrein noch eine 6 in Mitarbeit gab. Melanie musste also wach bleiben. Der Preis: viel zu viele Koffeintabletten. Die Dinger waren aber auch schwach wie sonstwas...

Im letzten Block hatten sie dann endlich Politik und Melanie musste ihr Plakat vorstellen. Leider unabsehbar mittendrin. Zum Glück brachte sie das ganze einigermaßen sinnvoll über die Bühne. Franzi und Henning stellten zusammen die FDP und wie viel des Programms aus Christian Lindner bestand vor, Tarik schaffte es, Herrn Tellmann tatsächlich davon zu überzeugen, dass der AfD-Politiker Bernd Höcke hieße und Mattes hielt einen etwas längeren Vortrag darüber, wie die Agenda 2010 bis heute das Image der SPD schädigte. An sich wäre das alles sehr interessant und förderlich gewesen, wären die Jugendlichen denn interessiert gewesen. Aber da sie eh nicht wahlberechtigt waren, fragten sie sich doch so ziemlich, was sie aus der Stunde jetzt mitnehmen sollten. Nicht alle, aber die meisten.

15:20 Uhr entließ das Klingeln die meistern Schüler der 9B in die Freiheit, die anderen begaben sich zu Ihrer persönlichen Folterstelle. Noch zwei Stunden, dann wäre es geschafft, ermunterte Melanie sich, wie jeden Nachmittag, während sie - ebenfalls wie jeden Nachmittag - drei trockene Milchbrötchen aß. Die Probe verlief überraschend gut, mehr wusste Melanie schon nicht mehr.

Nun wäre es aber allgemein kein erwähnenswerter Tag gewesen, hätte Melanie nicht am Ende der Stunde zwei Bücher von Nils in die Hand gedrückt bekommen. Das erste: Amok. Das gab er ihr wieder. Dazu hatte er noch „in einer kleinen Stadt“ gepackt. Auch das wäre an sich nicht so besonders gewesen, hätte Melanie nicht mal wieder einen kleinen Zettel gefunden. Auf dem stand: „Talismans 20:58“. Daneben ein Bild eines Skorpions. Was hatte das zu bedeuten?

Als Mattes den Zettel sah, schien er allerdings eine Idee zu haben. Er versprach Melanie, ihr etwas zu schicken, und das tat er dann auch:


An diese Stelle wollte ich wirklich gerne den Link zur 10. Folge der 1.Staffel Scorpion packen, wer Netflix hat, kann das bequem gucken. Wer nicht, dem bleibt nur Dailymotion mit 1,5x facher Geschwindigkeit (da stimmt die Zeit dann nicht mehr) oder das hier:
Toby: Let me take a look, I’m a doctor.
Happy: You’re a psychiatrist.
Toby: I went to medical school.
Happy: Fine. Just make it quick.
Happy: You have a foot fetish or something? Hurry it up.
Toby: You got a sprain and I’m worried about that cut. Since I don’t have any ointment I’ll do my best to stabilise it.
Happy: Why aren’t you a real doctor?
Toby: I am a real doctor.
Happy: You know what I mean. Why a shrink?
Toby: If you must know, my mom was nuts. She was clinically bipolar and I watched my dad struggle to manage her illness so I became a shrink to try and help them both. That didn’t work. Geez Happy, you know that there are whole sections of the Internet that would pay top dollar for a peek at these toes?
Happy: Why do you do that? As soon as you become human, you switch to wise-ass.
Toby: Textbook defense mechanism to hide how I feel. Especially around you. You’re so smart, capable and fun and that personality happens to be wrapped in a nice little package. So I say stupid things to hide my feelings that you already know that I have.

Über die Belanglosigkeiten war Melanie fast eingeschlafen, aber die letzten Zeilen weckten sie wieder auf. Und verwirrten sie. Wollte Nils wirklich was von ihr??








Soooo Leute. Das wars erstmal wieder. Ich muss auch wieder reinkommen in die Story...
In eigener Sache:
Die Rittersport Zitronenwaffel ist mega geil.
Mein Schulleiter ist auch DS Lehrer. Hat das erste mal seit 2000 Jahren gerade wieder nen DS Kurs. 11. Klasse. (DS = Darstellendes Spiel = Theater) Die machen... nen Musical. Als Abschlussaufführung in der 12. hatten dafür ne Woche unterrichtsfrei und Training mit einem Choreografen und bla. Alles so richtig groß etc.  Letztens mussten die in den Pausen Maskenspiele machen. Im Schulgebäude auf dem Flur. Und die durften da sogar sprayen (alles hat mach Lösungsmittel gestunken auf der Etage). Er ist halt Schulleiter. Und jetzt frage ich euch: ist Frau Amsinga doch real? xD
So ganz am Rande hab ich seit heute nen Führerschein, aber psssss :p
Review schreiben
'