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Aurora - wie wir uns kennenlernten

von floh90
GeschichteSci-Fi, Liebesgeschichte / P18
Alby Brenda Gally Minho Newt Thomas
13.09.2016
23.03.2019
25
92.768
14
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Dieses Kapitel
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13.09.2016 2.719
 
Hallo ihr Lieben,
ich habe bisher die Filme gesehen und die drei Bücher gelesen und war wirklich gefesselt von der Geschichte. Und wie es nun mal so ist, entsprang mir eine Idee für eine Fanfiction. Ich hoffe, dass sie euch gefallen wird. Verbesserungsvorschläge, Anmerkungen oder wenn ihr euch einfach über die Charaktere auslassen wollt, darüber würde ich mich freuen.
Wie kam es zu meiner Idee? Ich habe beim Lesen ein Lied gehört, zu dem ich die Fanfiction aufgebaut habe. Wenn hier jemand reinschaut, der bereits andere Geschichten von mir kennt, dann bitte keinen Herzinfarkt bekommen. Das Lied ist sehr dramatisch, doch trotzdem finde ich es schön. (Ja, ich weiß, normalerweise betreibe ich Romantik mit der Brechstange xD)
Hier möchte ich mich auch herzlich bei meiner Betaleserin Romy95 bedanken und meiner Freundin Cia. Vielen Dank euch beiden, dass ihr euch meine Ideen anhört, Kritik übt und mir bei meinen Kapiteln helft. Tausend Dank :*
Hier der Link: https://www.youtube.com/watch?v=-bcnjhqsCfY
Nun wünsche ich euch viel Spaß beim Lesen ;-)
Eure Floh

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Ich drückte einem kleinen Mann mein Gepäck in die Hand und warf einen letzten Blick über den gigantischen Flughafen von Denver. Nur wenige Flugzeuge standen hier herum, da nur wenige Menschen die Städte überhaupt verließen. Wenn überhaupt landeten hier Frachtmaschinen, die neue Güter lieferten.
Doch anstatt diesen dösigen Flughafen zu sehen, würde ich lieber einen letzten Blick auf die schöne Stadt werfen in der ich aufgewachsen war, leider war mir dies nicht vergönnt, denn ein riesiges Metalltor und eine zig meterhohe Mauer schützten meine Heimat vor der Außenwelt. Fast jede große Stadt besaß so eine riesige Mauer mit einem unüberwindbaren Eingangstor. Sie sollte nach der Sonneneruption die Städter von den draußen tobenden Umwelteinflüssen schützen. Spezielle Kühlungsanlagen sorgten dafür, dass die Temperaturen nur auf maximale fünfunddreißig Grad hochgingen. Gleichzeitig sollte sich vieles in der Natur verändert haben. Nicht nur Flora und Fauna, sondern auch die Tiere. Es war erstaunlich, wie schnell sich die Natur doch wieder angepasst hatte. In diesem Punkt, war Mutter Natur uns meilenweit voraus, sie fand sich mit den neuen Gegebenheiten ab und passte ihre neuen Schöpfungen einfach an. Der Mensch wiederum, bemühte sich nach Leibeskräften die Umgebung ihm anzupassen, bisher schien es zu funktionieren, doch auch bald würden die Menschen an ihre Grenzen kommen.
Ein kräftiger warmer Windstoß erfasste mich, sodass ich kurzweilig die Augen schließen musste.
Meine Gedanken wanderten zurück an die vergangene Nacht, in der entschieden wurde, dass ich meine Familien verlassen musste. Tränen sammelten sich in meinen Augen und mein Magen zog sich zusammen. Ich wollte weder meine Familie noch meine Freunde zurücklassen. Leider, war meine Meinung scheißegal.
Warum ich fortgehen musste? Gute Frage, so genau hatte ich es auch noch nicht verstanden.
In meiner Schullaufbahn schien ich bestimmte Kriterien zu erfüllen, sodass ich nach meinem Schulabschluss in ein spezielles Förderungsprogramm von W.C.K.D kam, um mich herum sah ich noch gut ein Dutzend weitere Personen wie mich.
W.C.K.D hatte solange auf meine eingeredet, dass sie mich mitnehmen durften. Im ersten Moment weigerten sich meine Eltern, denn sie wollten mich selbstverständlich nicht hergeben, doch als sie dann mit ihnen alleine in der Küche gesprochen hatten, schienen sie ihre Meinung geändert zu haben.
Ich legte den Kopf in den Nacken und sah zu dem wolkenleeren Himmel hoch. Er leuchtete strahlend blau, als würde ich nicht auf einem Flugzeugplatz stehen, sondern am Strand eines Meeres.
Wenn ich wieder zurück an gestern denke, dann glaube ich, dass ich noch nie so laut in meinem Leben geschrien habe. Meine Eltern habe ich angeschrien und die komischen Leute, dass sie ihre Finger von mir lassen sollten.
Anfangs wollte ich nicht mit diesen Männern in schwarzen Anzügen mitgehen und habe mich mit Händen und Füßen gewehrt. Ich wollte einfach nicht, doch eine Wahl wurde mir schlichtweg nicht gelassen. Mein Widerstand brachte mir zumindest noch einen Abend mit meiner Familie ein. Sie lenkten bei meinem starken Widerstand ein und sagten, dass es morgen noch einen Flug gäbe, allerdings würde ich diesen nehmen müssen. Selbst mit einer Betäubung hatten sie mir gedroht. Es wunderte mich, dass meine Eltern an dem Punkt nicht eingeschritten waren, doch sie meinten immer verbittert, dass es zu meinem Besten wäre…
Es war die schlimmste Nacht meines Lebens gewesen…
Keiner von meiner Familie hatte ein Auge zugetan. Nachdem ich mich beruhigt hatte, erklärten meine Eltern mir in aller Ruhe, warum sie diesem Sklavenhandel zugestimmt hatten. Mir sollte angeblich eine bessere Zukunft winken. Nach der Aussage von W.C.K.D verfielen immer weitere Teile der Welt an den Nachfolgen der Sonneneruption. Hungersnöte, Wassermangel und und und.
In meiner Wut und Traurigkeit, habe ich meine Eltern auch nicht richtig zugehört. Ich wollte keine dieser bescheuerten Gründe hören, warum man mich an diese tolle Organisation verkaufte. Ich fühlte mich von den Menschen, die mir am meisten am Herzen lagen, alleine und im Stich gelassen. Es leuchtete mir zwar ein, dass Eltern nur das Beste für ihre Kinder wollten, allerdings ging es mir doch gegen den Strich, dass diese tolle Organisation glaube, dass sie mich einfach so mitnehmen konnten.  
Mein Gemüt beruhigte sich etwas, als ich meine Mutter weinen sah und auch das mein Vater den Tränen nahe stand. Sie glaubten wirklich, dass sie bestens für mich entschieden hatten und ich würde es wohl erkennen, wenn ich älter wäre, dann würde ich es verstehen. Selbst den dämlichen Spruch, dass man solche Entscheidungen erst dann nachvollziehen könnte, wenn man selbst Kinder hätte, brachten sie. Schlussendlich schluckte ich meinen Groll runter und ging versöhnlich mit ihnen auseinander. Ich war immer noch stocksauer und fühlte mich hundselend, dennoch wollte ich einen schönen Abschied. Die Umarmung meiner Eltern genießen und den letzten Kuss von meinem Vater auf die Stirn bekommen. Innerlich wollte ich nicht die Hoffnung aufgeben, dass ich sie wiedersehen würde.
Abermals füllten sich meine Augen mit Tränen und diesmal konnte ich sie nicht wegblinzeln. Langsam liefen sie mir über die Wangen.
≫Du siehst genauso beschissen aus, wie ich mich fühle≪, vernahm ich eine weibliche Stimme neben mir und gleich darauf legte sich eine Hand auf meine Schulter.
Irritiert drehte ich mich zu der Person um. Ich hätte nicht gedacht, dass mich irgendjemand anspricht, da alle jungen Leute mit einer Grabesmiene zu dem Flugzeug gingen. Ein Mädchen, mit braunen langen Haaren stand neben mir. Sie hatte ein hübsches Gesicht. Das rote T-Shirt passte zu ihrer khakifarbenen Hose. In ihren dunklen Augen spiegelte sich die gleiche Trauer wieder, die ich selbst empfand.
Hastig wischte ich mir die Tränen auf meinen Wangen weg, ehe ich tief durchatmete. ≫Dann scheint es dir ja ausgezeichnet zu gehen.≪
Ein Lächeln umspielte ihre gleichmäßigen Lippen. ≫Ich heiße Brenda und du?≪
≫Aurora≪
≫Anscheinend haben wir das gleiche Reiseziel≪ Ich erkannte sofort, dass sie versuchte, eine Unterhaltung mit mir zu beginnen und unter anderen Umständen wäre ich auch auf die Idee gekommen, doch der Kloß in meinem Hals kündigte an, dass ich bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit in Tränen ausbrechen würde, ≫Coole Haarfarbe übrigens.≪
Nickend bemühte ich mich um ein Lächeln, zumindest versuchte ich es annährend überzeugend rüber zu bringen. Mit meinen Fingern fuhr ich durch mein schulterlanges Haar.
≫Passt zu deinem Namen≪, schwatzte Brenda weiter, während sie sich bei mir einhakte und mich mit in Richtung Flugzeug zog. ≫Aurora…, das heißt doch Morgenröte, oder?≪
≫Ja, genau.≪ eigentlich sollte die Antwort lockerer klingen, allerdings verriet mein Unterton, dass ich alles andere als locker war. ≫Ich habe sie vor gut zwei Wochen so gefärbt.≪
Ohne mich vorher um Erlaubnis zu fragen, strich Brenda durch meine Haare, bis sie eine rote und eine blonde Strähne zwischen zwei Fingern hielt.
Mein Deckhaar war nach wie vor hellblond, so wie meine natürliche Haarfarbe. Das untere Haar hatte ich beim Frisör leuchtend rot gefärbt. Mir gefiel es, allerdings hatte ich nicht den Übergang zu meiner Namensbedeutung bemerkt.
Froh über die Ablenkung betrachtete ich selbst meine Haare. ≫Mit viel Fantasie hast du recht.≪
≫Na komm, wir müssen ins Flugzeug≪ Mit diesen Worten zog Brenda mich über den Flugplatz.
Sehnsüchtig warf ich einen letzten Blick zurück auf das kleiner werden Tor, welches mich von meiner Heimat und Familie trennte. ≫Ja, wir wollen die Sklavenhändler doch nicht warten lassen, wäre doch glatt unhöflich.≪ Meine Stimme triefte nur so vor Sarkasmus.
Brenda kicherte. ≫Ich glaube wir beide werden uns gut verstehen. Ich kann die Leute auch nicht leiden.≪
Noch einmal betrachtete ich das größere Mädchen, bevor ich zu ihr aufschloss, damit sie mich nicht weiter wie ein Kleinkind hinter sich herziehen musste. Ihr Auftreten empfand ich als sympathisch und wer wusste schon, was mich erwartete, da war es vielleicht nicht schlecht eine Freundin zu haben.  
Ohne noch einen Blick zurückzuwerfen, stieg ich die Leiter hoch und betrat das Flugzeug, das mich fortbringen sollte.
Am Eingang hielt mich ein Mann am Arm fest. ≫Hey, was soll das?! Lassen sie mich…≪
Ich unterbrach mich selbst, als ein zweiter Mann meine Haare beiseite strich und mir ein piependes Gerät an den Hals hielt. Es gab einen kurzen Stich, gefolgt von einem Schmerz, der mich zusammenzucken ließ.
Was war das?
≫Spinnen sie? Was haben sie gemacht?! Ich will sofort eine Antwort haben!≪, fauchte ich aufgebracht. Mit meiner rechten Hand drückte ich auf die Einstichstelle.  
Der uniformierte Mann ignorierte mich einfach und unterzog Brenda derselben Prozedur. Natürlich hatte sie mitangesehen, was mit mir passierte, weshalb sie versuchte sich noch aus dem Griff des Mannes zu winden, aber auch ihr wurde das Gerät auf den Hals gedrückt. Wüste Beschimpfungen verließen ihren Mund.
Sie wurde ebenfalls ignorierend und sie gegen mich geschubst. ≫Weitergehen! Los wir haben nicht den ganzen Tag Zeit.≪
Zähneknirschend richtete ich mich wieder auf. ≫Sie haben mir gar nichts zu sagen…≪
Gerade als ich eine Chance sah meine angestaute Wut, Frustration und Trauer Luft zu machen, wurde ich unterbrochen. Brenda hatte sich erholt und packte mich am Arm.
≫Das Flugzeug hebt gleich ab. Ich würde den Kerlen auch gerne eine reinhauen, aber wir müssen auf unsere Plätze sonst kullern wird durch das gesamte Flugzeug.≪
≫Na und? Ist mir doch egal≪, sagte ich, ging aber wutschnaubend mit. Der Tag war ohnehin beschissen, da war die Tatsache, dass ich auf meinem Hintern durch ein Flugzeug schlitterte mein geringstes Problem.
Nach einer Suche, die eine gefühlte Ewigkeit dauerte, entdeckten wir zwei freie Plätze auf die wir uns fallen ließen. Kaum saß ich auf dem weichen gepolsterten Sitz, umfing mich meine Müdigkeit. Bis gerade eben verspürte ich nicht den Drang zu schlafen, doch jetzt schien es, als ob alle Anspannung aus meinem Körper entwich.
Erschöpft lehnte ich meinen Kopf an die Glasscheibe des Flugzeuges. Draußen lief hektisch das Flugpersonal umher und bereitete alles für den baldigen Start vor. Neben mir streckte sich Brenda und gähnte leise. Vermutlich war sie genauso erledigt wie ich, ein Seitenblick in ihre müden Augen verriet mir, dass ich recht hatte.
Um uns herum herrschte noch reges Treiben. Einige weinten, andere machten ihren Unmut lautstark kund und wieder andere unterhielten sich leise. Die Atmosphäre war erfüllt von einer Vielzahl an Stimmen, die nur summend in meine Ohren drang. Mit geschlossenen Augen versuchte ich den zunehmenden Lärmpegel zu ignorieren. Inzwischen bahnten sich höllische Kopfschmerzen an und mein Körper verlangte immer weiter nach Schlaf.
Plötzlich hörte ich einen dumpfen Schlag, gefolgt von einer kräftigen dominanten Stimme, die augenblicklich das Stimmengewirr verstummen ließ. ≫Ich habe sowieso schon schlechte Laune! Ich will sofort wissen, was ihr mir da in meinen Hals gespritzt habt!≪
Genau wie manch andere kletterte ich auf meinen Sitz hoch. Ich wollte unbedingt sehen, wer so einen Aufstand verursachte. Meine Finger krallten sich in das Polster der Rückenlehne, damit ich mich weiter hochziehen konnte.
Brenda tat es mir gleich. Nun knieten wir auf unseren Sitzen und versuchten durch das Meer an Köpfen den Aufwiegler zu erkennen.
Es waren mehrere dumpfe Aufschläge zu hören, durch die ich annahm, dass mehrere Leute gegen die Wand flogen oder zu Boden gegangen waren. Erkennen konnte ich nichts, dafür war ich schlichtweg zu klein und der Junge vor mir musste so um die 1,90 groß sein. Dessen Riesenbirne versperrte mir die ganze Sicht.
≫Nehmt eure Drecksgriffel weg!≪
≫Bindet ihn auf den hinteren Sitz fest, bevor der Bursche noch mehr Ärger macht!≪
Anscheinend war der Aufwiegler aus dem Schichtfeld der anderen verschwunden, denn es drehten sich bereits einige andere wieder herum und begannen aufgeregt miteinander zu flüstern.
Endlich verzog sich auf der Riesenkerl und ich hatte endlich freies Sichtfeld, doch die Show war wirklich schon vorbei. Ich sah nur noch wie zwei Männer und die Beine des Jungens in den hinteren Bereich des Flugzeuges verschwanden. Das Letzte, was von ihm zu hören war, waren mehrere Wutschreie und die eine oder andere Morddrohung, einer von den uniformierten Männern half einem anderen wieder auf die Beine, der sich mit der Hand über die blutende Nase strich.
Hierzu hatte ich verschiedene Gedanken. Einer davon war Idiot, der andere war coole Aktion, da es mir selbst in den Finger juckte einen von diesen Dreckskerlen eine Ohrfeige zu geben. Leider war ich nicht kräftig, sondern besaß die stolze Muskelkraft eines Kätzchens, weswegen meine Ohrfeige wahrscheinlich diesen Kanten nicht einmal wehtun würde. Besser fühlen würde ich mich trotzdem. Ein ganz anderer Gedanke war, wohin sie ihn wohl gebracht hatten? Und das er wohl als Einziger den Mut hatte das zu machen, wonach wir uns alle hier im Flugzeug sehnten.
≫Bitte schnallen sie sich an, wir werden in Kürze abheben.≪
Kaum hatte die Ansage geendet, folgten auch die meisten der Anweisung und setzten sich ordentlich auf ihren Sitzen hin, ehe sie den Sicherheitsgurt anlegten.
Brenda hatte genauso schnell Folge geleistet, nur ich kniete nach wie vor auf meinem Sitz. Immer noch gefesselt von dem Szenario, was ich nicht sehen konnte. Innerlich hoffte ich einen Blick auf den Typen zu erhaschen, dass er jeden Moment hinter dem roten Vorhang wiedererscheinen würde. Aber so wie es aussah, würde ich ihn den ganzen Flug nicht mehr zu Gesichte bekommen. Er wurde irgendwo auf einem Sitz festgebunden – armer Kerl.
≫Aurora, willst du dich nicht auch anschnallen?≪ Brenda zog an meiner blauen Sweatshirtjacke. ≫Sonst bist du die Nächste, die auf ihren Sitz angebunden wird. Ich glaube, die sind nach der Aktion echt angepisst.≪
Widerwillig rutschte ich zurück auf meinen Platz und legte auch den Sicherheitsgurt an.
≫Kaum zu glauben, dass wir für so einen Burschen Geld gezahlt haben.≪, hörte ich einen der Männer sagen.
≫Ich kann es nicht glauben, dass alle Eltern hier eine riesen Summe für die ganzen Rotzlöffel bekommen haben.≪, antworte ein anderer.
Mein Herz setzte aus.
Sollte dies der Wahrheit entsprechen?
Haben meine Eltern Geld für mich bekommen haben?
Meine sarkastische Bemerkung von eben fiel mir wieder ein, dass ich diese Leute als Sklavenhändler bezeichnet hatte. Nein, das konnte nicht sein. Meine Eltern liebten mich. Sie würden mich niemals verkaufen… niemals. Nein, ich würde mir das schöne, liebevolle Bild meiner Familie nicht zerstören lassen. Ich liebte meine Eltern und sie mich, da war ich mir tausendprozentig sicher. Sie würde mich nicht verlaufen. Nein!
Nur wenige Minuten später begann das Flugzeug zu rollen und hob schlussendlich ab. Von meinem Fensterplatz aus, konnte ich sehen, wie der Flughafen immer kleiner wurde, genauso wie mein geliebtes zu Hause, meine Eltern, meine Freunde… alles verschwand aus meiner Sicht. Zum dritten Mal an diesen Morgen füllten sich meine Augen mit Tränen.  Irgendwann war der Pegel in meinen Augen so hoch, dass mein Sichtfeld verklärte, bevor sie mir erneut über die Wangen liefen. Viele andere weinten ebenfalls, doch ich sagte kein Wort. Ich wollte den Leuten nicht noch die Genugtuung geben, dass sie mir gerade mein ganzes Leben genommen hatten. Wahrscheinlich hätten diese Kerle noch Spaß daran, einen Haufen heulender Teenager zu sehen. Langsam drehte ich mich in meinen Sitz und lehnte den Kopf an die Kopfstütze, meine Haare schob ich mir vors Gesicht, damit niemand sah, dass ich wie viele andere weinte. Die Tränen flossen unaufhörlich über meinen Wangen und das Gefühl von Einsamkeit kehrte zurück. Der Gedanke, dass ich meine Familie nicht mehr wiedersehen würde, fraß sich in mein Herz und drückte es zusammen.
Neben mir hörte ich wie Brenda schluckte, doch genau wie ich sprach sie kein Wort.  Ich hatte keine Ahnung wie lange wir schon in der Luft waren, doch irgendwann überrollte mich meine Müdigkeit und ich schlief ein.
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