Die rote Gefahr

OneshotHumor, Parodie / P12
Black Widow / Natasha Romanoff Captain America / Steven "Steve" Grant Rogers Falcon / Samuel "Sam" Wilson Hawkeye / Clint Barton Iron Man / Anthony Edward "Tony" Stark Winter Soldier / James Buchanan "Bucky" Barnes
13.09.2016
13.09.2016
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Die rote Gefahr


„Mein Sohn ist kein Kommunist. Er ist vielleicht ein Lügner, ein Schwein, ein Idiot und ein Kommunist, aber er ist kein Porno-Star!“
- Kim Jong-Il (1941 – 2011)

Tony zuckte zusammen und ließ einen unschönen Fluch hören.
So ein verdammter Haufen Scheiße aus der Hölle!“ schrie der Milliardär ungehalten und versuchte seinen Iron Man-Anzug irgendwie zu weiten oder zu öffnen, doch ließ sich die rot-goldene Konstruktion nicht mehr beherrschen.
Seit zehn Minuten stieß er die absurdesten Beleidigungen für seinen Anzug und auch für Friday aus und ließ sich in keinster Weise helfen. Weder Rhodey noch Sam durften ihm zu Nahe kommen und wurden immer wieder von ihm mit lautem Gebrüll weggeschickt.
Steve verdrehte die Augen. Er hatte nicht einmal mehr die Muße zu jedem der grotesken Beleidigungen und Schimpfwörter seine Bitte um eine weniger schmutzige Sprache verlauten zu lassen, sondern akzeptierte still und leidend, dass Tony heute nicht mehr zur Ruhe kommen würde. Er würde damit leben müssen.
Wehmütig sehnte er sich nach den Zeiten zurück, in denen es hier im Avengers-Hauptquartier viel ruhiger gewesen war und nicht ständig irgendwer irgendetwas zu meckern hatte. Er vermutete stark, dass es mit Buckys Anwesenheit zusammenhing.
Auch wenn es ziemlich unvorsichtig und eigentlich auch total unrealistisch war, dass der ehemalige Winter Soldier hier bei ihnen verweilte, so hatte er sich damit angefreundet, denn Bucky war wirklich unwiderstehlich. Seine Hundeaugen verliehen ihm einen so putzigen Eindruck, dass Steve im Leben nicht Nein hätte sagen können.
Steve pfiff auf OoC, denn er hatte etwas anderes mit seinem Freund vor, selbst wenn sich Tony dagegen sträubte und seine Aufmerksamkeit für sich einforderte. Er war auf Iron Man allerdings nicht mehr so gut zu sprechen, seit der sich diesen 'kleinen Fauxpas' in Sibirien erlaubt hatte.
Aber es war alles halb so wild, schließlich hatte Tony sich bei Bucky für den Tritt ins Gesicht entschuldigt. Dafür war zumindest in Steves Augen alles wieder in Ordnung und ihrer gemeinsamen WG-Zeit hier im Hauptquartier konnte nichts mehr im Wege stehen!
Gedankenverloren trat er auf Bucky zu, der alleine auf einem Sessel saß und auf russisch vor sich hin plapperte. Er sprach zwar mit einem starken Akzent und eigentlich klang es auch vielmehr danach, als würde Bucky sich alle Wörter nur ausdenken, solange das R übertrieben gerollt wurde und alles nach CH klang, aber Steve sagte nichts, denn er sprach ja gar kein Russisch.
Wanda machte sich deshalb ständig über Bucky lustig, doch ignorierte der das wohl immer gekonnt. Auch wenn Steve sich wunderte, warum überall in diesem Haus nun ständig Reißzwecken auf den Stühlen lagen oder rote Laser-Strahlen auf jemandes Stirn zielten.
„Was machst du da?“ fragte Steve seinen BFF 4 EVA and ever von der Erde zum Mond und zurück #luvUbiatch und setzte sich vor den Sessel auf den Boden.
Bei Buckys Anblick musste er jedoch etwas seufzen, denn seit sie hier angekommen waren, trug er eine Fellmütze, auf der ein Hammer und eine Sichel abgebildet waren.
„Ich versuche meine hyperkrassen Heldenkräfte durch die Programmierung heraufzubeschwören, doch klappt es nicht. Ich kann mich nicht selbst programmieren, das nervt total. Ich würde so gerne noch einmal der Winter Soldier sein... Mann, waren das tolle Zeiten. Ich liebe Sibirien!“ sagte Bucky pathetisch und sah sehnsüchtig in die imaginierte Ferne.
Steve zog die Augenbrauen nach oben, doch kommentierte er nicht diese seltsame Aussage Buckys. Stattdessen schluckte er und dachte für einen Moment nach.
„Hör mal, Bucky... Diese Fellmütze, die... Die trägst du jetzt schon seit drei Wochen. Wäre es nicht Zeit, sie mal abzulegen? Es ist doch viel zu warm dafür“, setzte er an, doch wurde er von Bucky unterbrochen, indem der ihm einen Finger seiner Metallhand auf die Lippen legte.
„Du hast einfach keine Ahnung, wie es ist hier im feindlichen Westen zu sein. Ich muss alles versuchen, um meinen Wurzeln Ehre zu erweisen.“
„Du stammst aus Brooklyn“, widersprach Steve nuschelnd, weil der Finger noch auf seinen Lippen lag. Bucky nahm daraufhin die Hand von seinem Gesicht weg und legte sich selbst den Finger auf die Lippen, wobei er „Scchhhhhh“ machte.
Dann ließ er sich auf dem Sessel nach vorne gleiten und bewegte sich raupenartig an Steve vorbei. Dabei warf Bucky ständig gehässige Blicke auf Tony, der in seinem Anzug durch den Wohnbereich des Hauptquartiers flog und ein Möbelstück nach dem anderen umwarf.
Steve rieb sich über das Gesicht und erhob sich wieder, um zu Natasha zu gehen, die mit mieser Laune an der Küchenzeile stand und Tonys Abflug mit verschränkten Armen begutachtete. Sie dachte wohl auch nicht im Traum daran, ihm zu helfen.
„Hey, wie geht es dir?“ fragte Steve dann und lehnte sich ebenfalls gegen die Theke.
„Super.“
„Gut. Das ist toll.“
Sie drehte den Kopf bedrohlich langsam zu ihm und sah ihn aus funkelnden Augen an.
„Was ist das für eine bescheuerte Frage, Steve? Wie soll's mir schon gehen? Ich werde mit einem Mann verkuppelt, zu dem ich vorher nie irgendwelche tensions gespürt habe. Ich weiß nichts über Bruce und eigentlich hat es mich auch nie sonderlich interessiert.“
Neben ihr kramte Clint in seiner Hosentasche und holte sein Portemonnaie heraus, in dem er immer ein paar Bilder seiner Familie mit sich führte, von der niemand so genau wusste, wann er sie gegründet haben soll.
„Hier, da sind wir beim Wasser-Ski“, erklärte er und hielt Steve ungefragt eines der Bilder vor die Nase.
„Ja, superschön“, sagte Steve gezwungen lächelnd und wandte sich Natasha wieder zu.
Sie verdrehte die Augen und fuhr fort: „Ich weiß nicht, Steve... Seit es die Avengers gibt, habe ich das Gefühl, ich bin eine Marionette, die von Wurstfingern gespielt wird. Außerdem folgt mir so ein seltsamer Freak namens Joss Whedon und zwingt mich Dinge zu tun, die nicht in meinen Charakter passen, verstehst du?“
„Und hier spielen wir Mini-Golf“, erzählte Clint stolz und zeigte Steve ein weiteres Foto.
„Na, das ist ja... super interessant“, presste Steve hervor. „Natasha, ich weiß genau, was du meinst. Seit der Sache mit Tony habe ich auch das Gefühl, dass einiges nicht ganz richtig läuft. Bei der Sache mit Zemo, da... Da war Tony plötzlich überall. Ich habe fast angefangen ihn zu hassen, weil er plötzlich an jeder Ecke zu sehen war. Es ist fast wie in einem Horrorfilm“, setzte Steve hinterher und sie ließen Clint einfach stehen, da der dümmlich grinsend seine Fotos anstarrte.
Natasha und er gingen ein paar Schritte durch den Wohnbereich und liefen auf die Fensterfront zu, durch die sie auf die Wiese schauen konnten.
„Die beiden beneide ich. Sie sind so glücklich... Und es ist auch noch in den Comics, toll, nicht wahr?“ sagte Natasha sehnsüchtig und deutete auf Vision und Wanda, die auf der Wiese Tango tanzten.
Steve legte den Kopf schräg und sah genauer hin.
Vision hatte eine Paprika im Mund, statt der klischeehaften Rose und Wanda schien davon ganz angetan. Wirklich schräg, die beiden. Steve wusste nicht seit wann oder warum Vision tanzen konnte, aber mittlerweile fragte er sich das nicht mehr, da seit dem Streit zwischen ihm und Tony sich alle anders benahmen. Vollkommen. Out. Of. Character.
Der Tumult hinter ihnen wuchs aber genau in diesem Moment noch etwas an. Tony flog zwar immer noch unkontrolliert durch den Raum, doch hatten sich neue Stimmen dazugemischt. Verwundert drehte er sich um und sah Sam, wie der gerade Elijah Wood dazu zu überreden versuchte, in Red Wing hinein zu klettern.
„Sam, das passt nicht, das habe ich dir schon eintausend Male gesagt!“ rief Elijah und verschränkte die Arme vor der Brust.
Steve schloss die Augen und seufzte tief. Manchmal fragte er sich, wer die wirkliche Bedrohung für die Welt war. Ihre Gegner oder sie selbst.
„Steve, pass auf!!!“ brüllte Tony gerade, der um Haaresbreite an ihm und Natasha vorbei zischte und dann in einem Schrank landete, der sofort in seine Einzelteile zerbarst. Natasha hob abwehrend die Hände und lief aus dem Raum heraus.
Steve wäre ihr am liebsten gefolgt, doch musste er zuerst nach Tony sehen, der reglos am Boden lag und nur sporadisch zusammenzuckte.
„Hey, alles klar?“ fragte Steve und wollte Tony gerade auf die Füße helfen, da wurde er erneut von einem Zittern gepackt, das keinesfalls einen natürlichen Ursprung haben konnte.
„Stromschläge, Steve“, röchelte Tony kraftlos und blieb am Boden liegen. Steve sah sich augenblicklich im Hauptquartier nach der Quelle des Stroms um und sah gerade Bucky hinter einem Türrahmen verschwinden.
„Nimm das, Eisenmann. Xa, xa, xa“, flüsterte Bucky noch und verschwand dann mit einem lauten Lachen, das wieder stark nach einem Russischen klingen sollte, im Flur. Er drehte sich schnell zu Sam, der immer noch mit Elijah diskutierte und winkte ihm zu.
„Los, Red Wing muss Bucky das Gerät abnehmen, mit dem er Tonys Anzug kontrolliert!“ rief er und Elijah sprang sofort auf Red Wing auf, um seiner Aufgabe nachzugehen.
Nach einigen Sekunden kam er mit dem Sender zurück, doch wurde er dicht von Bucky verfolgt, der irgendwelche höchstwahrscheinlich ausgedachten, russischen Flüche von sich gab.
„Was soll ich damit machen?“ fragte Elijah panisch und flog im Kreis, wobei ihm Bucky immer noch hinterher lief und nicht locker ließ.
Sam zuckte die Achseln. „Keine Ahnung. Wirf es ins Feuer?“
„Wir könnten es in Wakanda verstecken“, warf T'Challa ein, der die ganze Zeit auf der Couch gesessen hatte, um sich in Ruhe die zehn Stunden Version der Njan-Cat auf YouTube reinzuziehen. Steve verdrehte die Augen.
„Nicht schon wieder 'Rettung nach Wakanda ex machina', bitte. Das kannst du nicht jedes Mal bringen, um unser Vertrauen zu gewinnen“, warf er ein und machte auf dem Absatz kehrt. Es wurde ihm einfach zu viel hier.
Vielleicht sollte er Bucky einfach einfangen und seine Energie anders nutzen. Er fing ihn an seinem Metallarm und zog ihn mit sich aus dem Wohnbereich.
„Komm jetzt mit, bester Freund“, zischte er wütend und ließ die anderen hinter sich. Er würde jetzt höchstpersönlich dafür sorgen, dass Bucky endlich diese verfluchte Fellmütze auszog. Sonst begann er womöglich noch einen Bürgerkrieg...

Anmerkung: Da meine letzte Parodie Die rote Mission so positive Rückmeldung und auch Interesse erfahren hat, habe ich mir gedacht, dass ich noch einmal eine Parodie wage, die nach „Civil War“ angesetzt ist.
Die Geschichte ist in Zusammenarbeit mit einem weiteren Winter Soldier-Liebhaber entstanden und ist natürlich auch als Satire zu verstehen! Wer sich fragt, woher Elijah Wood plötzlich kommt: Sebastian Stan hat einmal in einem Interview scherzhaft behauptet, dass er Red Wing spielen würde – die Vorstellung war so witzig, dass ich sie hier einbauen musste.
Eure Meinung wäre mir natürlich auch wieder wichtig, auch wenn es sich hier um absoluten Blödsinn handelt ;D
LG, Erzaehlerstimme
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