The Legend of Lord John Hubbington

GeschichteMystery, Horror / P12
Elizabeth Bennet Jane Bennet
11.09.2016
11.09.2016
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Hallo ihr Lieben,

heute habe ich einen absoluten Leckerbissen für euch!!!

colasun und ich haben irgendwann die Tradition ins Leben gerufen, uns gegenseitig zu besonderen Anlässen OS zu schreiben. Und da nun mein Geburtstag war, dürfte ich mir etwas wünschen. Ich muss zugeben, ich wollte meine geschätzte Kollegin etwas aus ihrer Komfortzone locken und sie dazu bringen, in einem Genre zu schreiben, das sie normalerweise weder liest noch schreibt. Und in diesem Fall ist dieses Genre klassischer Horror - sprich alles was man gern, in eine Decke eingekuschelt, an einem kühlen, stürmischen Herbsttag liest. Und da ich fand, dass gerade das Stolz und Vorurteil Fandom einen Mangel an Horrorgeschichten hat, bat ich sie, ihren OS hier anzusiedeln.

Tja, gesagt getan!!! Sie hat nicht nur meinem Wunsch entsprochen, sondern all meine Erwartungen um Meilen übertroffen. Und deshalb kann ich euch heute "The Legend of Lord John Hubbington" präsentieren. Also sucht euch ein ruhiges Plätzchen und begebt euch mit Jane und Lizzy auf eine Mutprobe, die gefährlicher ist als sie zunächst scheint. Und wenn ihr heile wieder zurück seid, hinterlasst ihr doch ein Review *lol*

Viel Spaß!!

Eure Liv



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„Wir sollten das wirklich nicht tun, Lizzy. Das ist nicht recht!“ Jane war immer so vorsichtig, so bedächtig, nicht so impulsiv in ihren Handlungen und Aussagen. Doch war sie insgeheim genauso neugierig wie Elisabeth. Und wo bliebe da der Spaß, wenn man allzu vernünftig war? Zum Glück wusste ihre Mama nichts von ihrem Ausflug, denn diese wäre damit ganz und gar nicht einverstanden. Ihr Nervenkostüm war ohnehin stets zum zerreißen gespannt, jetzt wo Jane ins heiratsfähige Alter kam. Vielleicht würde sie in zwei Jahren bereits von Zuhause fort gehen, niemand wusste was die Zukunft brachte. Es wurde Lizzy schwerfallen ihre Lieblingsschwester ziehen zu lassen. Deshalb unternahmen sie so viel wie möglich zusammen, statt dass Lizzy ihrer Wege wie so oft allein ging. Ihre verdreckten Rocksäume entlockten ihrer Mutter mittlerweile nur noch den einen oder anderen missbilligenden Blick. Welcher Gentleman würde sich einer jungen Dame mit schmutziger Kleidung annehmen, geschweige denn was die Bekannten und Anverwandten dazu sagten. Aber das interessierte Lizzy eher weniger.

Schon von Longbourn aus sah man aus der Ferne dieses leerstehende kleine Anwesen. Alle Kinder aus der Umgebung interessierten sich natürlich dafür und tauschten jedwede erdenkliche Schauergeschichte über das Anwesen und dessen vorherigen Besitzer aus. Seit Lizzy denken konnte schielte sie immer in die Ferne und fragte sich, was sie hinter all den Feldern und Wäldern erwarten würde. Sie fragte ihre Mama danach, doch diese bedachte sie nur mit einem ungläubigen Blick und der Belehrung, dass sie sich für derlei Dinge nicht zu interessieren hatte. Vielmehr wären ihre Stickkünste noch verbesserungswürdig. Später besuchte sie ihren Vater in seinem Arbeitszimmer, denn sie wusste, dass ihr geliebter Papa ihr nicht würde wiederstehen können. Die Geschichte, die er ihr freimütig und beinahe unbedacht erzählte, ließ Lizzy erschauern.

Nun war es also soweit, sie hatte ihre Schwester, ein wenig auch aus Furcht allein zu gehen, überredet einen Tagesausflug mit ihr zu unternehmen. Jane war sich wohl bewusst, dass ihre kleine Schwester schon aus Trotz auch ohne sie gehen würde und sah sich bemüßigt ihr beizustehen. Das erste Mal in ihrem Leben konnte sie ihrer Mama nicht in die Augen sehen, als diese sie fragte wohin sie gingen. Zum Glück bewahrte der Unfug den ihre kleineren Schwestern machten sie vor einer Antwort, an der ihre Mama scheinbar ohnehin das Interesse verloren hatte. So war der Weg also frei und wie sich schnell herausstellte auch gar nicht so weit wie erwartet.

Alles wirkte ungepflegt und seit Jahren verlassen. Augenscheinlich kümmerte sich niemand um den Rasen, die angelegten Blumenbeete, welche nur noch aus vertrockneten und kaum wiederzuerkennenden Pflanzen und Unkraut bestanden oder um die Scheune, den Stall oder das Haupthaus. Es lag eine Stille über alledem, welche den beiden Schwestern zuerst gar nicht auffiel. Weder Vogelgesang, noch das Zirpen von Grillen, ja nicht einmal Insekten schienen sich an diesem Ort heimisch zu fühlen.

„Los, schauen wir uns um!“ Lizzy zog ihre zögernde Schwester einfach mit. Es gab eine Menge zu entdecken und die sicherlich übertriebene Geschichte ihres Vaters machte die ganze Sache nur noch spannender. Er hatte ein alt aussehendes Buch aus einem seiner mannshohen Wandregale gezogen und ihr ein Bild vom ehemaligen Gutsbesitzer gezeigt. Wer auch immer dies gezeichnet hatte, musste sich in ihrer Vorstellung selbst davor erschrocken haben.  Die Augen des Mannes auf dem Bild waren so intensiv und ausdrucksstark, ja beinahe furchteinflößend. Lord Hubbington wirkte nicht wie ein freundlicher Mann, nicht wie jemand dem man vertrauen oder den man in sein Haus einladen würde. Seine Kleidung stand in keinerlei Vergleich zu dem was die Familien niederen Adels in der Umgebung trugen. Die Details waren atemberaubend. Lizzy konnte ihn sich hervorragend in diesem einst glanzvollen Anwesen vorstellen. Wie er das Personal streng musterte und jede noch so kleine Nachlässigkeit mit unnachgiebiger Härte bestrafte. Ihr Vater beschrieb ihn gelinde gesagt als einen unangenehmen Menschen, obwohl er ihn selbst nicht gekannt hatte. Der Mann sei umgekommen, da sei er selbst noch ein Kind gewesen.

„Ich weiß nicht, Lizzy… wir sollten uns lieber auf den Heimweg machen… Mama wundert sich sicher schon.“ Doch ihr Appell stieß auf taube Ohren, ihre Schwester ließ sich in ihrem Vorhaben nicht beirren. Ein wenig bewunderte sie sie auch für ihren Mut und ihre Abenteuerlust. Nur würde Jane das ungute Gefühl nicht los, dass sie tatsächlich nicht hier sein sollten. Nicht, weil ihre Eltern dies eventuell nicht billigten, sondern weil sie einfach das Gefühl an diesem Ort unwillkommen zu sein nicht abschütteln konnte. Fast glaubte sie der einst hier lebende Lord käme sogleich hinter einer Ecke hervor und würde sie von seinem Besitz verscheuchen. Vielleicht, dachte sich Jane, hing das aber auch nur mit dieser unsäglichen Geschichte zusammen, die Lizzy ihr erzählt hatte. Sie zweifelte keinen Augenblick daran, dass ihr Vater ihr dies Wort für Wort, oder in Angesicht seines Charakters mit eher weniger Wörtern, geschildert hatte. Doch ließ sich der Wahrheitsgehalt dessen wohl nur schwer überprüfen. Das Ganze basierte sicherlich nur auf irgendwelchem Dorfklatsch. Welcher Mensch, ob arm oder reich, ahndete ein versalzenes Essen schon mit dem Anschneiden der Zunge des Koches? Der Gedanke erschien vollkommen abstrus. Nur schien Lizzy derlei Zweifel nicht gekommen zu sein. Doch allein zurückbleiben und auf ihre Schwester warten, wollte Jane ebenfalls nicht. Nach wie vor erschien ihr der Heimweg als die beste Option, aber wie üblich schaffte sie es nicht sich gegen ihre willensstarke Lieblingsschwester durchzusetzen und so ging sie mit ihr in Richtung der Scheune.

Elisabeth war der zweifelnde Ausdruck auf dem Gesicht ihrer älteren Schwester keineswegs entgangen und auch wenn sie das ihr gegenüber niemals zugeben würde, konnte sie dies sehr gut nachempfinden. Aber was wäre das Leben ohne ein bisschen Nervenkitzel, ohne das Eingehen gewisser Risiken? All die Helden und Heldinnen in den vielen Büchern, die sie trotz des Unverständnisses der meisten Bekannten ihrer Familie las, schreckten niemals vor einer neuen Erfahrung zurück. Sie zweifelten niemals an sich oder ihren Vorhaben und am Ende wurde schließlich immer alles gut, nicht wahr?

Die im Schatten eines riesigen Baumes gelegene Scheune wirkte nicht gerade einladend. In ihrem Inneren sah es nicht nur furchtbar aus, es roch auch irgendwie merkwürdig. Es gab keine Fenster, aber durch das undichte Dach fielen vereinzelte Sonnenstrahlen. Der Gesamteindruck vermittelte eine gewisse Hektik, als sei sie in aller Eile ausgeräumt worden. Vielleicht hatten in den letzten Jahren auch Plünderer ihren Weg hierher gefunden, vielleicht sogar etwas Wichtiges gesucht? Verrottendes Stroh lag überall herum, Vögel hatten sich anscheinend in das Innere der Scheune erleichtert. Jetzt fiel den Schwestern auch deren sonderbares Fehlen auf. In Longbourn entbrannte sogar hin und wieder ein Wettbewerb der verschiedenen Arten, während sie in der Balz waren. Doch je näher sie ihrem Ziel gekommen waren, desto stiller wurde es um sie herum. In ihren Ställen liefen Mäuse umher und bedienten sich an dem Wenigen, was die Schweine übrig ließen. Selbst von diesen kleinen Tierchen war hier keine Spur zu entdecken. Beide Mädchen fröstelten unwillkürlich, ohne einen genauen Grund dafür angeben zu können. Es war ein warmer Sommertag, die Luft angenehm, der Herbst noch fern.

„Woher wohl dieser Geruch kommt?“ Jane wunderte sich selbst über die Worte, die ihren Mund soeben verlassen hatten, denn eigentlich wollte sie gar keine nähere Erklärung dafür bekommen. „Noch viel wichtiger … wonach riecht es hier?“, ergänzte Lizzy die Frage ihrer Schwester. Man konnte es nicht als Duft bezeichnen, das hätte ein gewisses Wohlwollen demgegenüber impliziert. Vielmehr schien es mit jeder verstreichenden Minute unangenehmer zu werden. Möglicherweise nur eine tote Ratte oder dergleichen, versuchten sich die Mädchen gegenseitig zu beruhigen.

Elisabeth hatte diesen Ausflug vorgeschlagen, ihre Schwester fast schon angefleht mit ihr zu kommen, da konnte sie nicht bei der kleinsten Merkwürdigkeit die Beine in die Hand nehmen und mit ihr nach Hause laufen. Egal wie stark es sie augenblicklich danach verlangte. Dennoch trauten sie sich nicht weiter in die Scheune hineinzugehen. Wer weiß ob die morschen Dachbalken, deren Ächzen die einzige Geräuschkulisse neben dem Atmen der Schwestern bildete, nicht direkt über ihren Köpfen nachgab. Zudem wurde es immer dunkler in den hinteren Ecken, man konnte die hintere Wand nur schwerlich ausmachen. Jeder Faser in ihren Körpern widerstrebte eine nähere Erkundung.

Ein Geräusch ließ Lizzy und Jane aufschrecken. Es hatte geklungen wie… nein... das war albern… niemand außer ihnen war anwesend… sie mussten sich verhört haben… trotzdem beschlossen sie lieber wieder an die frische Luft zu gehen. Als sie wieder tief durchatmen konnten, kam ihnen ihr Verhalten beinahe albern vor. Zu einem Lachen, oder wenigstens einem Lächeln, konnten sie sich dennoch nicht durchringen. Es hätte in ihrer beider Ohren viel zu hysterisch geklungen. Schwere Schritte, wie von einem Mann in Reiterstiefeln, hatte sie in Angst und Schrecken versetzt. Doch weit und breit war niemand zu sehen. Spielte ihnen ihre Phantasie einen Streich?

Lizzy blickte hoch in den Himmel. Bis sie den Rückweg antreten mussten, um rechtzeitig zum Abendessen und für ihre abendlichen Pflichten auf dem Hof wieder in Longbourne zu sein, verging noch eine gute Stunde. Waren sie zu lange fort, würde ihre Abwesenheit zu viele Fragen nach sich ziehen. Lizzys ausgedehnte Spaziergänge waren zwar kein Geheimnis und auch das Jane mit ihr zusammen war kam nicht selten vor, dennoch respektierten die wenigen Regeln in ihrem Haus.

„Das gefällt mir nicht, Lizzy.“ Jane sah ihr prüfend ins Gesicht, wiederholte diesen Satz immer wieder. Schien über das was sie sah nicht sonderlich erfreut. „Was meinst du?“, fragte Elisabeth peinlich berührt zurück. Es gab schon gute Gründe, weshalb sie sich gerade ihrer einzig älteren Schwester so verbunden fühlte. Die Kleineren liebte sie natürlich auch, sie alle waren nur wenige Jahre auseinander, da ihre Eltern bei jeder Geburt auf einen Sohn hofften. Trotzdessen hatten ihre Eltern ihnen nie das Gefühl gegeben unerwünscht oder überflüssig zu sein.

Doch war es mit Lydia und den Anderen nicht dasselbe wie mit Jane. Sie ergänzten sich mit ihren Stärken und Schwächen und erzählten einander ihre intimsten Gedanken und Träume. Sie urteilten nicht übereinander, egal was sie taten oder sagten. „Du hast wieder diesen Gesichtsausdruck, Lizzy. Den hast du immer wenn du etwas vorhast, was ganz und gar nicht ratsam ist.“

Normalerweise sprach Jane nicht so mit ihr. Es waren weniger ihre Worte, die Lizzy verletzten, als der Ton indem sie ihr ihre Meinung vortrug. Als hätte Lizzy nun endgültig den Verstand verloren. „Du bist schließlich freiwillig mitgekommen, oder?“ Sie hatten noch nie ernsthaft miteinander gestritten, zumindest nicht in einer Art, die über geschwisterliche Kabbeleien hinausging. „Vielleicht sollte ich dich hier einfach alleine lassen und warten bis du wieder zu Vernunft kommst, Lizzy!“ Sofort schlug sich Jane die Hände vor den Mund. Etwas derart gemeines hatte sie noch niemals zu jemandem gesagt. Erstrecht nicht zu Lizzy. Diese wirkte regelrecht den Tränen nah, versuchte sich jedoch nichts anmerken zu lassen. Ohne Jane einer Erwiderung, die ohnehin nicht sehr liebenswürdig ausgefallen wäre, zu würdigen, stapfte die Angesprochene in Richtung des Pferdestalles davon. Sollte Jane doch gehen! Lizzy würde sie gewiss nicht aufhalten.

Selbstverständlich fiel der Älteren im Traum nicht ein ihre Schwester an diesem unheimlichen Ort allein zu lassen. Der Ärger der in ihr aufgewallt war, war ihr selbst völlig fremd. Das Wort Hass kam ihr in den Sinn, doch wen oder was sollte sie hassen? Sie fröstelte immer mehr, es war als würde sich sämtliche Wärme in ihrem Körper nach und nach verflüchtigen. Schnell eilte sie Elisabeth hinterher, die die einen Spalte offenstehende Tür bereits erreicht hatte. Im Gegensatz zur Scheune waren in diesem Gebäude sehr wohl Fenster eingelassen, dessen Glas lag jedoch zersplittert sowohl auf der Innen- als auch auf der Außenseite. Wie ging denn das? Dasselbe Phänomen stellten sie auch bei dem Fenster auf der gegenüberliegenden Wand fest. Trotz des einfallenden Lichts wirkte die Atmosphäre wenn möglich noch drückender als in der Scheune. Es gab kein faulendes Stroh oder dergleichen, eigentlich gab es keine sichtbaren Gründe für die Nervosität der beiden Mädchen. Auch hier knarrten die Dachbalken, protestierten unter der Last der Äste, die der letzte Sturm dort hinaufgeweht haben musste. Damit verbunden hörten sie so etwas wie ein Wispern. Etwas, dass definitiv nicht von ihnen beiden kam. Eine der Toren zu den einzelnen Pferdeboxen begann ganz langsam hin- und herzuschwingen. Zuerst kaum merklich, fast unauffällig, dann immer heftiger. Die Scharniere quietschten ob der lange nicht mehr verrichteten Tätigkeit, womit jeder Zweifel an ihrer Wahrnehmung ausgeräumt war. Das hüfthohe Holztor schwang weiter vor und zurück und Lizzy und Jane konnten nicht anders als daraufzustarren. Die kleine Sommerbrise war keinesfalls stark genug um als Ursache in Betracht zu kommen.  

Mit einem Mal stoppte die Bewegung, hörte vollkommen auf. Die beiden Mädchen wollten schreien oder laufen, doch rührten sich nicht vom Fleck. Was ging hier vor? Sie harten es beide gesehen, beide das Quietschen gehört. Doch dieses Mal kehrte keine vollkommene Stille ein. Vielmehr klang es, als käme etwas näher. Von weit her waren Hufe zu hören. Ein erst trabendes, dann galoppierendes Ross schien sich seines Zieles sehr gewiss. Immer deutlicher ertönte das Hufgetrappel. Die Schwestern sahen einander mit weit aufgerissenen und ungläubigen Augen an, das Blut pochte in ihren Ohren. Auch das Wispern würde lauter, aber es klang wie aus weiter Ferne. „Was wollt ihr hier? VERSCHWINDET!“, donnerte die Stimme. Das Tor beginne wieder leicht zu schwingen, knallte dann jedoch mit einem ohrenbetäubenden Knall gehen die Wand.

Lizzy und Jane machten sofort auf dem Absatz kehrt und liefen so schnell ihre Füße sie trugen. Ein hämisches Lachen verfolge sie. Kurz bevor sie das Grundstück hinter sich lassen konnten, blieben sie noch einmal stehen und blickten mit Herzrasen zurück. In einiger Entfernung stand ein hochgewachsener Mann mit einer Reitgerte in der Hand, der sie mit seinem Blick durchbohrte und bösartig grinste. Das Gesicht verzog sich zu einer beängstigenden Fratze und nur einen Augenaufschlag später war die Gestalt verschwunden. Nur die tiefen Stiefelabdrücke im Gras verrieten seine vorherige Anwesenheit. Ohne noch einmal zurückzublicken rannten sie so schnell wie noch nie zuvor in ihrem Leben. Auf dem Weg nach Hause sprach keine von ihnen ein Wort und sie erwähnten diesen Vorfall nie wieder.

Doch eines interessierte Lizzy noch. Ein paar Tage später kam sie so beiläufig wie möglich auf Lord Hubbington zu sprechen. Wie so oft hatte sie ihren Papa in seinem Arbeitszimmer aufgesucht.
„Warum interessiert dich das so, Lizzy? Ich hätte dir gar nicht davon erzählen dürfen.“ Er sah nicht in ihre Richtung, weigerte sich auch nur ein weiteres Wort über diese Angelegenheit zu verlieren. Ihm war wohl bewusst, dass er einem jungen Mädchen wie seiner Lizzy tatsächlich niemals davon hätte erzählen dürfen. Es war nicht recht ihr einen solchen Schrecken einzujagen. Das Schicksal dieses Mannes würde ihr nur noch mehr zusetzen. Man sagte der Lord sei kein angenehmer Mensch gewesen. Angst und Schrecken habe er unter seinen Angestellten verbreitet, die zu seinen Vergnügen gedemütigt und gequält. Könnte man denken dies wäre schon unmenschlich, so behandelte er sein Vieh noch schlechter. Einst soll ihn sein Pferd bei einem Ausritt abgeworfen haben. Sich vor einer Schlange im Gras erschreckt haben. Zurück auf seinem Gut soll er das Tier persönlich in seinem Stall angebunden und totgeprügelt haben. Wenige Tage später wurde er tot in seinem Bett gefunden.

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Und? Ich hoffe, ihr könnt alle noch atmen *lach* Da haben Lizzy und Jane gerade nochmal Glück gehabt. Sie werden wohl nicht so schnell an diesen Ort zurückkehren. Oder vielleicht doch?  colasun hat mir bereits zugeflüstert, dass Lord Hubbington es keineswegs so leicht verzeihen kann, wenn man unbefugt sein Gut betritt. Und dass auf Lizzy vielleicht noch das ein oder andere Problem zukommt, dem sie nur mit Hilfe eines gewissen Gentleman aus Derbyshire entgehen kann (der für sie, wie wir ja alle wissen, bis ans Ende der Welt gehen würde). Aber reicht das auch im Kampf gegen einen rachsüchtigen Geist?
Wenn ihr also wissen wollt, wie es weiter gehen könnte, könnte sich colasun sicherlich  dazu überreden lassen, einen weiteren OS zu schreiben ;-) Vielleicht zu Halloween.
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