Stuck in a Timewarp [Eminem]

von Erybelle
GeschichteDrama, Romanze / P16 Slash
11.09.2016
11.09.2016
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„Ugh…“, stöhnte ich. Mein Kopf fühlte sich an, als hätte ich gerade einen Köpfer in ein leeres Schwimmbad gemacht. Wo zum Henker war ich gelandet? Ich schaute mich um, um nur Büsche zu erspähen…  Ich saß inmitten von Dreck und die Blätter der Büsche waren durchlöchert von Raupen. Ich musste zugeben, dass ich etwas unruhig wurde bei dem Gedanke was passiert sein könnte…                                            

Ich versuchte aufzustehen um mich erst einmal zu orientieren, doch stellte fest, dass dies schwerer war als ich dachte. Mein gesamter Körper war schwer und alles in mir fühlte sich träge an. Nur mit Mühen konnte ich mich aufsetzen. Ich streckte mich langsam und schaute mich erneut um. Die Luft war stickig, ich war definitiv nicht auf dem Land, definitiv nicht in meinem geliebten Murten. Vielleicht ist das alles nur ein Traum und ich sitze gar nicht inmitten von Büschen, sondern liege bequem in meinem Bett? Naja, ich hatte keine Zeit mir darüber Gedanken zu machen, denn ich bemerkte, das dunkelrotes Blut aus einer langen Wunde in meiner Handfläche lief. Es war nichts Dramatisches, trotzdem tat es etwas weh. Ich musste mich wohl an einem der scharfen Glassplitter, die hier überall verteilt waren geschnitten haben. Ich schaute dem Blut zu, wie es aus der verdreckten Wunde herauslief, so lange bis ich den Entschluss fasste es zu stoppen. Ich riss also ein Blatt von einem der vielen Büsche hier ab und versuchte damit das Blut irgendwie zu stoppen. Um ehrlich zu sein war das vielleicht nicht die klügste Idee, aber in Filmen klappte das ja auch immer. Das Blatt fühlte sich rau in meiner Handfläche an, außerdem tat es nichts zur Blutstoppung, es schmerzte nur noch mehr. Plötzlich schoss mir der Gedanke in den Kopf wie viele Bakterien wohl auf diesem durchlöcherten Blatt lebten und entschied mich, das Blut lieber mit meinem weißen Shirt zu stoppen. Dafür das es ‚nichts Dramatisches‘ war, wurde mir doch etwas mulmig, denn der Schnitt war tiefer als gedacht. Man mochte meinen, die Wunde würde gar nicht mehr aufhören. Nachdenklich schaute ich auf meine verletzte Hand, welche ich in meinem dreckigen Shirt eingegraben hatte. So weiß war es nun nicht mehr, weil es war mit Schmutz und Blutflecken bedeckt war.

Plötzlich wurde ich auf meinen Gedankengängen gerissen von einer tiefen männlichen Stimme.

„Hey, alles okay mit dir? Warum liegst du denn inmitten von Büschen? Nicht gerade ein gewöhnlicher Ort ein Mädchen aufzufinden! Denkst du nicht?“

Der schwarze Junge schmunzelte ein wenig. Er mochte nicht älter gewesen sein als ich; er war wahrscheinlich gleich alt. Noch immer verwirrt stierte ich ihn förmlich an. Zuerst machte er ein genauso verwirrtes Gesicht, doch dann begann er zu lächeln und streckte mir seine Hand aus mit den Worten: „Ich bin DeShaun Dupree, aber nenn mich doch wie alle anderen einfach Proof.“ Ich lächelte dankend zurück und nahm seine Hand, welche ich jedoch nicht lange dort behielt. „Au! Fuck…verdammt.“, jauchzte ich kurz auf, da ich die schmerzende Schnittwunde an meiner Hand vergessen hatte. Proof musste dies ebenfalls bemerkt haben, zumal er fragend seine Hand anschaute in der nun ebenfalls Blut war. Ein wenig peinlich war mir das ganze ja schon, denn ich hatte soeben jemand Fremdes der nur die Absicht hatte mir zu helfen mit meinem Blut eingesaut. „Mist, tut mir echt leid, ich hatte völlig vergessen, dass ich mich verletzt habe…“

Proof nahm es mir wohl nicht übel, er streckte mir sofort erneut seine große Hand zu um mir auf zu helfen. Während ich sie ergriff mit meiner anderen, fragte er mich: „Wer bist du überhaupt? Und wie bist du denn hierher gekommen?“  Zögernd antwortete ich ihm: „Mein Name ist Holly, Holly Hatherstone. Wie ich hergekommen bin? Um ehrlich zu sein weiß ich das selber nicht so genau… Ich erinnere mich nur daran, dass ich gestern noch ein paar Sachen über Eminem gegoogelt habe und-“ Bevor ich meinen Satz beenden konnte, wurde ich von Proof unterbrochen. „Warte, was? `gegoogelt`?“ Er zog das Wort ganz lang und betonte es fragend. „Also ich weiß ja nicht aus welchem Teil der USA du kommst, aber so ein Wort habe ich noch nie gehört…Und wer ist überhaupt ´Eminem´?“

Ich schaute ihn schockiert an. Gleich zwei extrem berühmte Dinge nicht zu kennen war schon eine Kunst an sich, aber was redete er da von wegen USA? Schockiert erwiderte ich: „Unmöglich, du kennst Eminem nicht? Naja, der Rapper Eminem eben! Und googeln…Hmm, das bedeutet so viel wie etwas im Internet suchen. Google ist eine Webseite im Internet mit der man Sachen suchen kann, wir nennen das googeln.“

Ungläubig schaute er mich an. „Du bist mir vielleicht `n Scherzkeks. Im Internet nach Rappern suchen, das wird doch höchstens von Firmen und Unis benutzt um E-Mails zu verschicken... Und wenn dieser ‚Eminem‘ so bekannt wäre, würde ich ihn kennen. Ich kenn mich im Rapbussiness aus, Kleine!“ Nun musste ich aber wirklich ein wenig kichern. Wollten mich meine Freunde irgendwie veräppeln? Nun war ich die, mit dem ungläubigen Blick. „Sag mal, Proof,“ Sagte ich. „In welchem Zeitalter lebst du eigentlich?“  Lachend antwortete er mir: „1980, wann sonst? Du etwa nicht?“ Ich entgegnete ihm mit höhnischer Stimme: „So verhältst du dich auch! Ich schätze, ich lebe in unserem guten, alten, 2016.“ Proofs lächeln verschwand als er bemerkte das ich all das Todernst meinte. Sein Blick strahlte Besorgnis aus, ebenfalls wie seine Stimme. „Woah… Holly. Ich glaube da hat dir jemand was echt Heftiges eingeflößt, du weißt ja nicht mal wie du hierhergekommen bist! Du redest so wirr, da ist was nicht in Ordnung… Wenn ich dich nicht stört, nehme ich dich erst einmal mit zu mir.“ „Was?! Mir geht’s gut, außer das mit meiner Hand!“ Doch plötzlich wurde mir klar, dass ich keine andere Bleibe hatte und somit auch keine andere Wahl. Jedoch, konnte ich einfach so einem Fremden vertrauen? Was wenn er mir irgendwas einflößen wollte! Aber da ich keinen Unterschlupf hatte, blieb mir wohl nichts anderes, als das Angebot annehmen. „Nun gut, ich habe sowieso keine Bleibe, also komme ich mit.“

Mir fiel es schwer zu laufen, aufgrund meiner Kopfschmerzen. Ich taumelte den ganzen Weg zu Proofs verhältnismäßig kleinem Haus, denn alles schien sich zu drehen und mir war irgendwie immer noch nicht ganz wohl. Er musste mich halten, damit ich nicht nach vorne umfiel. Mein Gleichgewichtssinn schien woh auch nicht ganz zu Stimmen… Hatte ich mir eine Gehirnerschütterung gehollt? All diese Gedanken liesen mich erschaudern, außerdem tat meine Hand immer noch weh, aber der Gedanke, dass ich wohl bald gut versorgt werden würde, munterte mich ein wenig auf.

Auf dem Weg zu DeShauns Haus redete ich kein Wort mit ihm, ich machte mir Gedanken über alles. Es musste doch eine Erklärung dafür geben wie ich hier gelandet bin! Dabei weiß ich nicht einmal, wo ich denn überhaupt bin. Nach Proof müsste ich mich irgendwo in den USA befinden, doch das war doch lächerlich. Wie soll ich bitte in die USA gekommen sein? Das letzte, an das ich mich erinnern kann, ist, dass ich gestern Abend nach Kinder- und Jugendbilder von Eminem gesucht hatte; ich war ein großer Fan aber hatte mich nie mit seiner Vergangenheit auseinandergesetzt, mit Ausnahme der Lyrics einiger Lieder wie ‚Cleaning Out my Closet‘ oder ‚Brain Damage‘. Durch die brillanten Songtexte von Eminem erfuhr man etwas über ihn, das war das, was ich an ihm so mochte. Er war kein Heuchler wie die ganzen anderen mittelmäßigen Musiker heut zu Tage. Selbst wenn ich dem Trend 15 Jahre hinterherhing, hörte ich ihn trotzdem noch gerne.

Ich wollte also mehr wissen. Wissbegierig und aufgeregt durchsuchte ich das weite Internet nach Informationen durch, bis ich auf das Bild des 15-Jährigen Marshall traf. Danach wurde mir schwarz vor Augen und ich wachte hier auf zwischen Büschen.

Wieder wurde ich in meinem Gedankenfluss unterbrochen. „Wir sind da.“, merkte Proof mit freundlichem Ton an. „Danke für‘s Unterbringen, es tut mir aus ganzem Herzen leid, dass ich solche Umstände mache.“ „Ach, ist doch keine Ursache, ich kann dich ja nicht da liegen lassen.“ Ich lächelte ihn an, als er seiner Mutter Bescheid gab, dass ich für ein paar Tage unterkommen würde, bis ich mich wieder erinnern konnte. Zu meiner Überraschung war Proofs Mutter eher erfreut als aufgeregt. Sie fing an zu strahlen und wie ein Wasserfall zu reden: „Das freut mich ja zu hören, dass du mal weibliche Begleitung hast! Woher kommt sie denn? Was ist denn passiert? Wie alt ist sie?“ Die Fragen schienen gar nicht mehr zu enden. „Ach übrigens, Marshall hat angerufen! Ich habe ihm gesagt, dass du nicht zu Hause bist, aber er kommt um 4 her.“ Proof schien glücklich darüber zu sein, dies zu hören, da er darauf nickte. Ich lachte ein wenig in mich selbst hinein während ich die Worte „Heh, Marshall Mathers wohl“ in mich rein murmelte. Darauf wurde DeShaun Aufmerksam und schaute mich mit großen Augen an. „Ja… Ja! Genau der! Du kennst ihn?“  

Ich dachte kurz darüber nach, ob wir vom selben Marshall sprachen. Es war wohl nur ein Zufall. Somit antwortete ich ihm: „Ich glaube, wir reden von verschiedenen Marshalls.“