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Homophobie in Russland

GeschichteAngst / P18 / MaleSlash
10.09.2016
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Schon ganz aufgeregt läuft Sergej durch sein Zimmer und blickt immer wieder auf die Uhr über seinem Bett. Genau 22:50 Uhr möchte er loslaufen. Er hat einen genauen Zeitplan sich überlegt, sodass er 23:00 Uhr auch hinter dem Kino ankommen wird.
Heute ist endlich der Tag. Der Tag, an dem er sein erstes Treffen mit einem Jungen hat.
Sergej ist 15 Jahre alt und lebt in Russland. Ein Land, was sozusagen aus Homophobie besteht. Er hasst es hier zu leben und doch muss er es tun. Jedoch hat er sich dazu entschlossen über eine Partnerschaftsseite im Internet sein großes Glück zu finden. Dem war auch so. Er hat angefangen mit einem Jungen Namens Michail zu schreiben. Sie haben sich von Anfang an gut verstanden. Wie Sergej ist Michail 15 Jahre alt und lebt in Russland. Gleich in dem Nachbardorf. Immer wieder konnte Sergej Michail davon überzeugen sich nicht mit ihm zu treffen. Zu groß war die Angst von jemanden gesehen zu werden. Doch schließlich konnte Michail ihn dann doch überzeugen.
Als die Uhr dann endlich 22:50 Uhr schlägt, blickt Sergej dann noch einmal in den Spiegel und öffnet doch noch den obersten Knopf seines schwarzen Hemdes. Er atmet noch einmal tief ein und aus, ehe er sich sein Handy schnappt und auch schon aus dem Haus verschwindet.
Der Weg zu dem vereinbartem Treffpunkt lässt Sergej ein komisches Gefühl in seinen Magen schlagen. Er hat Angst, Angst gesehen zu werden. Angst, dass die Menschen sehen wie er ist. Nein, was er ist. Die Gesellschaft sieht Homosexuelle als Monster. Wie als wären sie im tiefsten Mittelalter und die Menschen würden jagt auf Hexen machen. So lange, bis alle von ihnen Tod sind.
Als Sergej dann endlich hinter dem Kino ankommt, blickt er sich um. Er sucht nach dem hübschen blonden Jungen mit blauen Augen, wie er ihn von dem Profil kennt. Aber keiner kommt. Als er sich ein weiteres Mal umschauen möchte, spürt er einen starken Schlag auf den Hinterkopf, ehe alles schwarz wird.
Langsam öffnet er seine Augen. Er spürt, wie seine Hände hinter seinem Rücken angebunden sind. Er fühlt eine Art Seil, was sich um seine Handgelenke schlingt. Auch seine Beine scheinen gefesselt zu sein. Der Junge sitzt auf einer Art Plastikstuhl.
„Michail?“, ruft er laut. „Soll das eine Art Spiel sein?!“
„Hallo?“, schreit er ein weiteres Mal. Die Panik breitet sich sichtlich in ihm aus, als er merkt, dass das kein Spiel ist.
Plötzlich kommen 3 Männer zum Vorschein.
„Welchen Michail willst du?“, fragt der Mann ganz links. Alle sollten ungefähr Mitte 20 sein.
„Mich?“, fragt nun der Mittlere. „Oder mich?“, lacht der rechte gehässig.
Sergej gibt keinen Ton von sich. Hilflos schaut er sich um. Er ist gefangen.
„Antworte, Schwuchtel!“, schreit der linke Mann, ehe Sergej einen festen Schlag in sein Gesicht spürt.
Mit offenem Mund blickt Sergej fassungslos zu den Männern. „Ich verstehe nicht.“, sagt er leise.
„Wir alle drei waren mal Michail. Mal war er es und mal war ich es.“, antwortet der mittlere Mann und setzt ein fettes grinsen auf, ehe er Sergej noch einen Schlag ins Gesicht setzt.
Der rechte Mann nimmt plötzlich eine Kamera in die Hand und zeigt auf den Jungen. Er filmt das ganze.
„Sag schon. Sag was du bist, du Schwuchtel.“, sagt er gehässig.
„Nein..Ich..Ich bin nicht Schwul.“, sagt Sergej. Schon laufen Tränen seine Wangen herunter.
„Ach ja?“, fragt der linke Mann. „Willst du deiner Mami und deinen Freunden nicht die Wahrheit sagen?“
„Ich bin nicht Schwul!“, schreit Sergej alle drei Männer nun an.
Plötzlich kommt der mittlere Mann zu ihm und reißt Sergej’s Hemd auf. Er zückt ein Messer.
Die Hände des Jungen zittern. Er hat Todesangst. 
„Sag die Wahrheit, Schwuchtel.“, befielt der Mann vor ihm.
„Das ist die Wahrheit.“, weint Sergej.
Schon fährt der Mann mit dem Messer an seinen Bauch und ritzt etwas ein. 
„Aaaaaaaa“, schreit er.
Als der Mann aufhört blickt Sergej mit nassen Augen an sich herunter. Ein G ist eingeritzt.
„Sag die Wahrheit!“, befielt der Mann wieder.
Zuerst weigert sich der Junge. Der Mann kommt schon wieder mit dem Messer an seinen Bauch.
„Ja ok!“, schreit Sergej. „Ich..aaaah“, der Mann ritzt den nächsten Buchstaben. „Ich bin Schwul!!“, schreit er hinaus, in der Hoffnung, dass der Mann aufhört.
Der nächste Buchstabe. Ein A.
„Sag es zu deiner Mutter. Sag es zu allen die dir lieb sind. Sag ihnen, was du bist. Sag ihnen, welche Schande zu bist.“, befielt der Mann mit der Kamera.
„Ich..Es tut mir Leid, Mama. Es tut mir Leid. An alle die mich kennen: Es tut mir verdammt nochmal Leid, dass ich so bin wie ich bin!“, schreit Sergej in die Kamera.
Wieder kommt der Mann mit dem Messer.
„Was?! Ich habe alles gemacht was du wolltest!“, schreit der Junge den Mann an. Das Blut läuft in Strömen über seinen Körper.
„Und trotzdem existierst du.“

Schon ritzt er den nächsten Buchstaben ein. Wieder schreit Sergej voller Schmerz.
Auf seinem Bauch ist nun groß und blutunterlaufen das Wort: „Gay“ eingeritzt.
Die drei Männer gehen und lassen Sergej gefesselt, verblutend und weinend zurück.
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