Nachhilfe (Psycho Pass/Mirai Nikki)

GeschichteHumor, Romanze / P16
Nobuchika Ginoza OC (Own Character)
10.09.2016
10.09.2016
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Aaalso, ganz zu Anfang nochmal; das hier ist eigentlich eine FanFiktion über Psycho Pass UND Mirai Nikki, aber da die Geschichte, abgesehen von einer Hauptfigur, fast nur Charaktere aus Psycho Pass beinhaltet (es aber nicht in der Zeit von Sibyl spielt, wohlgemerkt), habe ich mir gedacht, es wäre im Psycho Pass Fandom besser aufbewahrt. :3
Viel Spaß beim lesen. \(^-^/)
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-Minene-

'Nur noch ein paar Minuten'.. das redete ich mir seit einer guten halben Stunde ein. Inzwischen waren es wirklich nur noch ein paar Minuten, die die letzte Schulstunde andauerte. Matheunterricht. Hassfach. Als ob es nicht schon schlimm genug war, dass ich Mathe nicht auf Anhieb verstand und zu faul war, um zu lernen, wobei ich es vor Anderen immer als "Rechenschwäche" abschob.. nein, wir mussten diesen grässlichen Unterricht bei dem wohl kotzigstem und schlecht gelauntestem Lehrer der ganzen Schule, dem feinen Herrn Ginoza, haben.

Während dieser etwas vor sich hinlaberte, gab ich mir die größte Mühe, nicht doch noch einzuschlafen und wenigstens so zu tun, als ob ich aufpassen würde. Bis auf Ginozas Stimme herrschte vollkommene Stille im Klassenzimmer, denn niemand würde sich bei ihm trauen, ein ungefragtes Wort heraus zu bringen, da der gute Lehrer dann sofort von der Tafel herum fahren würde, um diesen Schüler in Grund und Boden zu schreien.

Ich hörte ihm eigentlich nicht einmal wirklich zu, doch ich hörte an der Tonlage, dass er gerade noch seinen Satz beenden konnte, ehe endlich das erlösende Geräusch der Schulklingel ertönte. Um mich herum sprangen die Schüler auf, während ich mit einer schnellen Bewegung meine Schulsachen vom Tisch zog und, gewohnt unsanft, in meinen Rucksack stopfte. Mit einem leisen Seufzen zog ich den Reißverschluss zu und warf den Rucksack über eine Schulter, bevor ich los schlenderte und auf die Tür zutapste, doch, kurz bevor ich aus dem Klassenraum verschwinden und den quälenden Ort namens Schule verlassen konnte, lies mich die dunkle Stimme meines Lehrers leicht zusammen fahren.

"Minene?" brummte er, während er selbst dabei war, seine Sachen zusammen zu packen. Am Liebsten hätte ich ein provozierendes "Nobuchika?" zurück gegeben, aber hätte ich das getan, wäre es wohl mein endgültiges Ende ohne Gnade gewesen, und ich stand mit ihm eh schon auf Kriegsfuß, also drehte ich mich zu ihm um und sah zu ihm, wobei ich mit dem Blick auf seine, von seiner Brille verschleierten, grün-grauen Augen traf.
"Ja?"
"Ich denke, ich brauche dich nicht an die Note deiner letzten Mathearbeit erinnern."

'Ja danke, 'ne glatte 5, ich weiß auch selber, dass ich scheiße in Mathe bin!' antwortete ich darauf in Gedanken, ging aber gegenüber ihm nicht wirklich weiter auf diese Aussage ein und brummte nur ein recht gleichgültiges "Und?". Er zog die Augenbrauen etwas hoch, ehe er sich aufrichtete, sodass ich zu ihm hoch sehen musste. Er war ein recht großer und schlanker Mann, und für einen Lehrer auch noch sehr jung, 26, wenn ich mich recht erinnere. Wenn er nicht so grimmig schaute und gerade mal nicht jemanden in voller Lautstärke zusammen schrie, konnte man meinen, er wäre sogar ganz nett. War er aber nicht.

"So kann das nicht weiter gehen.." brummte er, während er seinen Rucksack vom Boden auf das Pult hob, mich aber dabei mit diesem, irgendwie immer grimmig wirkendem, Blick ansah. "Wenn deine Leistungen noch weiter sinken.." fuhr er fort, "..wirst du wohl nach diesem Jahr die Schule verlassen müssen." Ich erwiderte darauf nichts als ein leises Schnaufen. Ich musste dieses Jahr schon wiederholen und ich wusste, worauf er hinaus wollte, aber genau so gut wusste er auch, dass meine Eltern sich keine Nachhilfe für mich leisten konnten. Aber jetzt noch die Schule und gerade in der zwölften Klasse, kurz vor'm Abitur abzubrechen? Jedoch war es mir selbst ein Rätsel, wie ich es überhaupt bis hier hin schaffen konnte.

Aber dann sprach er weiter, als hätte er meine Gedanken gelesen: "Ich weiß, dass deine Familie sich keine Nachhilfe leisten kann.. deswegen werde ich das übernehmen." Ich konnte praktisch merken, wie mein Blick mit einem mal verdutzter wurde. "Wie.."
'Er will mir doch jetzt nicht ernsthaft erzählen, dass er die Kosten für eine verdammte Nachhilfe übernehmen will..'
Er nickte nur kurz leicht.
"Ich werde dir ab jetzt Nachhilfe geben."
"Was?!"

Ich glaube, ich hab in meinem ganzen Leben noch nie so geschaut wie in dem Moment, da sich mein Blick vermutlich aus Irritation, Panik und dezenter Aggression zusammen mischte.
"Aber.."
"Ich hab' es bereits mit deinen Eltern abgesprochen." unterbrach er mich, bevor ich irgendwelche Widerworte geben konnte. Ich kam schnell wieder zu meinem üblichen verbitterten Blick zurück. Das konnte doch nicht deren Ernst sein! Bei ihm?!

'Gott, schmeißt mich direkt von der Schule, das wird erträglicher!'

Nach einem kurzen Schweigen, bei dem wir uns einfach nur anstarrten, brachte ich auch endlich mal etwas hervor. "Und wann?" Er sah mich für einen Moment einfach schweigend an, möglicherweise einfach verwirrt über meine Frage, und, dass ich keine weiteren Widerworte gab, ehe er sich seine Tasche auf den Rücken setzte. "Dienstags und donnerstags." brummte er genau so knapp zurück.
'Zwei Mal pro Woche?! Ich könnt' kotzen..'

Er ging an mir vorbei. "Du kannst nach der Schule dann einfach direkt mit mir kommen." murmelte er noch beiläufig, bevor er in den Flur verschwand. Ich blieb noch einen Moment einfach nur angekotzt im Klassenraum stehen, welcher inzwischen, abgesehen von mir, menschenleer war.
Nachhilfe bei Ginoza.. ich werde sterben.

Langsam trottete ich auch aus der Schule, noch immer genau so genervt kam ich auch Zuhause an, wo ich gradewegs in meinem Zimmer verschwand, obwohl meine Mutter, ausnahmsweise mal, schon da war. Hätte ich sie aber angesprochen, wären wir mit Sicherheit auf das Thema mit der Nachhilfe bei Ginoza-San gekommen, wobei die Diskussion wohl damit geendet hätte, dass ich eh nur zu faul bin, und warum ich nicht so sein könne wie mein Bruder. Nein, danke...