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Der Titan in der Alpenfestung

von elderini
KurzgeschichteFantasy, Übernatürlich / P12
Cherit Dante Vale DeFoe Grier Lok Lambert Zhalia Moon
09.09.2016
09.09.2016
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4.253
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09.09.2016 4.253
 
Hallo liebe Leser. Ich hab mir im Urlaub wieder einmal beide Staffeln von Huntik angesehen und musste zugeben, die Serie begeistert mich auch beim zweiten Mal noch. Ich fand aber, dass in diesem europabasierten Abenteuer ein kleines Land gefehlt hat. Und darum kommt hier eine Kurzgeschichte gestaltet als Mini-Episode über die Schweiz. Die Geschichte spielt während der ersten Staffel der Serie. Viel Spass.

PS: Ich hab versucht, wie in der Serie möglichst viele historische Fakten einzubauen, aber ich bin kein Geschichtsprofessor, also tötet mich bitte nicht, falls etwas falsch ist.
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Über 2‘000 Meter ragte der Berg in die Höhe. Das Gotthardmassiv. Im Rest der Welt am ehesten für seinen langen Tunnel bekannt, hütete dieser Berg noch mach anderes Geheimnis. Eines davon war ein Teil der berüchtigten Alpenfestung, erbaut, um Nazi-Deutschland die Stirn zu bieten. Jetzt, über sechzig Jahre später, wanderte ein anderer deutscher mit weitaus friedlicheren Absichten durch die Gänge, die bis tief hinein in den Berg führten. Doktor Sebastian Leverenz, seit zwanzig Jahren Architekt und seit ein paar Jahren in der Schweiz heimisch. Ihm zur Seite standen seine beiden einheimischen Führer, die Zwillinge Luca und Laura Schirmer.
„Typisch, schwiizer Wertarbeit wird vomne Dütsche überprüeft“, sagte Luca. Der Architekt drehte sich zu ihm um. Er konnte es zwar nicht sprechen, aber verstehen konnte er das Schweizerdeutsch umso besser. „Seid versichert, ich tue hier nur meinen Job. Würde ein Schweizer das besser können, wäre ich wohl nicht hier.“
Er ging weiter, sein wachsames Auge stehts die Stabilität der Räume überprüfen. Die Geschwister kamen ihm hinterher. „Blöffer“, murmelte Laura. Der Architekt hörte gar nicht hin. Er sah nur nach vorne. Plötzlich gingen die Lichter aus. Unbehagen breitete sich aus. Hier unten im Berg kam kein Tageslich hin.
„Das sött ned passiere“, sagte Luca und zückte sein Funkgerät, während seine Schwester die Taschenlampe aufleuchten liess.
„Mark? Mark? Mir hocket do im dunkle, isch wieder e Sicherig duregschmoret?“
„Da vorne ist etwas“, sagte der Architekt. Ein weisses Licht erhellte den Raum, die Umrisse einer Frau waren erkennbar, kurz bevor ein Energiestrahl alle drei erfasste und sie durch die Röhre gegen die Türe schleuderte.

Währenddessen taten Lok Lambert und Cherit ein paar hundert Kilometer Luftlinie entfernt das, was sie am besten konnten. Faulenzen. Sophie Casterwill  stadtessen sass am Schreibtisch und las in ihren Büchern, als Dante Vale, der Anführer des Teams, mit einem offenen Holotom den Raum betrat und in seinem typischen Ton sagte:
„Suchende, wir haben ein Mission.“
Sofort war Lok Feuer und Flamme. Sophie sah interessiert von ihren Büchern auf und selbst Zhalia, die sich bis anhin im Hintergrund gehalten hatte, kam heran.
„Wohin geht es dieses Mal?“, fragte Lok aufgeregt. „Spanien? Oder doch lieber Russland, da war ich noch nie.“
„Göschenen“, sagte Dante mit einem Grinsen. Lok verzog das Gesicht. Seine zugegebenermassen nicht gerade überquellenden Geographie-Kenntnisse spulten sich im schnelldurchlauf ab, fanden aber keine Übereinstimmung
„Wo soll das denn sein?“, fragte er schliesslich.
„In der Schweiz, direkt beim Gotthardmassiv. Mach dir keine Sorgen Lok, uns kümmert der Berg und nicht die Umgebung. Genauer gesagt die alpine Festungsanlage, die dort gebaut wurde. Anscheinend macht ein wilder Titan die Gegend unsicher, und es liegt an uns, ihn aufzuspüren.“
Er liess das Holotom sprechen.

Auftrag: Der Titan in der Alpenfestung
Findet den wilden Titan und stellt sicher, dass sein Geheimnis nicht an die Öffentlichkeit gelangt


„In den Gängen unter dem Berg könnte es eng werden. Ich schlage vor, wir verlassen und auf kleine und mittlere Titanen. Aber ich nehme zur Sicherheit auch Metagolem mit, falls uns etwas Schweres in die Quere kommt. Jetzt macht euch bereit, Aufbruch in dreissig Minuten.“

Nur wenige Stunden später, nach einer ereignislosen Flugzeugreise und einer noch ereignisloseren Busfahrt stand das Team kurz vor seinem Zielort. Die restliche Strecke mussten sie zu Fuss gehen. Immerhin war es nicht allzu heiss. Ein bewölkter Himmel hielt die Hitze auf Distanz.
„Nur für den Fall, dass jemand fragt, wir sind einfache Touristen, die hier wandern wollen“, sagte Dante. Lok sah erst sich und dann die anderen an. Wenn sie wie etwas nicht aussahen, waren es wohl Wander. Besonders nicht Sophie mir ihrem kurzen Rock und den Strümpfen. Doch dann machte er sich noch über etwas anderes Gedanken. „Hey Dante, was hat man eigentlich mit den Opfern der Angriffe gemacht? Ich meine, die haben ja den Titanen gesehen.“
„Es gibt Mittel und Wege, solche Angelegenheiten aus der Welt zu schaffen. Man hat ihnen gesagt, ein Gasleck hätte ihnen die Luft abgeschnürt, ohne dass sie es gemerkt hätten.“
„Mach dir lieber Gedanken darüber, dass auch andere dieses falsche Spiel durchschaut haben“, sagte Zhalia von hinten.
„Denkst du wirklich, wir treffen hier auf die Organisation?“, fragte Lok. Dante neben ihm stimmte Zhalia zu. „Sie haben in Prag und ihn Wien einen mächtigen Titanen an uns verloren, das werden sie sich nicht so einfach gefallen lassen.“
Die Gruppe wanderte weiter. Der Eingang der Alpenfestung kam schon in Sichtweite, da meldete sich Sophie: „Wo wir gerade davon sprechen, hat irgendjemand eine Ahnung, was für ein Titan das ist?“
„Nein“, sagte Dante, „Titanaktivitäten sind hier äusserst selten. Darum hat sich die Huntik-Vereinigung bisher kaum um dieses Fleckchen Erde gekümmert. Die letzte Sichtung, die auf einen Titanen schliessen lässt, ist ein sehr unscharfes Bild aus dem Jahr 1944. Und das ist nicht mehr als ein weisser Fleck auf schwarzem Grund. Man ging eigentlich davon aus, es gäbe gar keine Titanen mehr in diesem Land.“
„Dafür gibt’s eine Menge Anzugträger. Ich glaube kaum, dass das auch Wanderer sind.“
Zhalia hielt Dante und Lok zurück, bevor sie in Sichtweite der Wachposten gerieten.
„Vielleicht sind es ja Banker auf Urlaub“, sagte Cherit, als er den Kopf aus Loks Rucksack steckte.
„Es sind nur zwei, die schaffen wir“, sagte Lok selbstsicher, doch Dante hielt ihn zurück. „Nein. Wer weiss, wie viele schon drin sind. Es ist besser, wir kommen ungesehen rein. Zhalia, wie gut beherrscht du Hirngespinst inzwischen?“
Mit einem ihrer seltenen Lächeln hob Zhalia die Hände. „Hirngespinst“, sagte sie und ein paar Kopien von tatsächlich wie arglosen Wanderern aussehende Menschen gingen auf die beiden Anzugträger zu. Während sich diese also mit nichts anderem als Luft nuterhielten, schlich die Gruppe in den Eingang. Es war stockfinster.
„Kugelblitz“, murmelte Dante und das gelb-orangene Licht erhellte den Raum. An der Decke hingen Zersprungene Glühbirnen. „Scheint, als hätte es eine Überspannung gegeben“, sagte Zhalia und beäugte die Decke misstrauisch. „Ein Titan?“, fragte Lok und seine Hand wanderte sofort in seine Tasche und umschloss das Amulett von Florestis. „Oder eine kaputte Sicherung“, sagte Dante mit einem Lächeln zu Lok. Dieser liess das Amulett wieder los. Die Gruppe ging weiter durch die Gänge. Es schien, als würde man durch einen unbefahrenen Tunnel laufen. Eine graue Röhre, etwa drei Meter hoch und breit. Absolut eintönig. Und Langweilig, so dass es fast wie eine Erleichterung wirkte, als sie endlich etwas anderes fanden. Einen grösseren Raum, der sich als Schlafsaal mit dutzenden von Stockbetten entpuppte. „Wo sind denn die ganzen Bewohner?“, fragte Lok und Sophie konnte sich ein Lachen nicht verkneifen. „Lok, hier wohnt seit über sechzig Jahren niemand mehr. Das war ein Weltkriegsbunker, erbaut unter der Leitung des Generals Henri Guisan, um die Schweiz im Falle einer Invasion gegen ihre Feinde zu verteidigen.“
„Gibt es eigentlich irgendetwas, dass du nicht weisst?“, fragte Lok und wieder musste Sophie Lachen. Die Gruppe verliess den Schlafsaal und ging weiter. Nichts kam ihnen entgegen. Nichts, ausser Dunkelheit und leerer Räume. „Mir gefällt das nicht“, sagte Zhalia, „Normalerweise hätte uns längst jemand angegriffen. Wo sind die ganzen Typen von der Organisation.“
„Und wo ist der Titan?“, fragte Sophie, da wurde immerhin schon einmal Zhalias Frage beantwortet.
„Feuerball!“
„Kältestrahl“
„Deckung!“
Sie duckten sich, die Angriffe verfehlten sie. Man konnte nur unschwer erkennen, woher sie kamen, denn vor ihnen lag nur Finsternis.  Da prasselten schon die nächsten Angriffe auf sie nieder. Schnell sah sich Dante um. Der Korridor war eng, vielleicht drei Meter breit, und absolut leer. Sie hatten keine Deckung. „Zurück, alle zurück“, sagte er, doch hinter ihnen traten zwei weitere Anzugträger auf den Gang. Einer davon grinste hämisch: „Wollt ihr etwa schon gehen?“
Er griff in seine Tasche und hob ein Amulett in die Höhe. „Flammenhut!“
Er erschien. Gross wie ein ausgewachsener Mann und hässlich wie die tiefsten Abgründe der Hölle. Brüllend wetzte er seine Langen Krallen. Die Anzugträgerin neben ihm hob ebenfalls ihr Amulett.
„Erscheine, Hypnodon.“
Und das riesenhafte Insekt kam hervor, sein einzelnes Auge leuchtete teuflisch rot.
„Was darf es denn sein, Titanen oder Kräfte?“, fragte Dante in die Runde. Lok ballte entschlossen die Faust. „Wenn der Rückweg versperrt ist, soll man unbeirrt nach vorne gehen.“
„Und was, wenn der Weg nach vorne auch versperrt ist?“, fragte Sophie, doch Dante hatte Gefallen gefunden an Loks Vorschlag. Wenn sie jetzt zurückwichen, hatten sie gar nichts erreicht. „Zhalia, wir brauchen Rückendeckung“, sagte er und die junge Frau verstand sofort, wer gefragt war.
„Kämpf für deine Herrin, Kiltane!“
Der Titan in der schwarzen Rüstung erschien. Er füllte fast den gesamten Gang aus. An ihm würden die beiden anderen Titanen kaum vorbeikommen. Lok hob das Florestis-Amulett hoch, doch Dante hielt ihn zurück. „Spar dir die Kraft, die wirst du noch brauchen.“
Lok zögerte, steckte das Amulett dann aber wieder weg. Florestis war neben Kipperin der Titan, der ihm am besten gehorchte. Ausserdem hielt er es für unklug, in diesen Gängen unter Tonnen von Gestein einen wilden Titanen wie Lindorm oder den grossen Hoplit herbeizurufen. Während Kiltane ihre Verfolger auf Abstand hielt, stürmte die Gruppe nach vorne. Mit zwei gezielten Schockstössen setzten sie die Wachen ausser Gefecht. Sie betraten nun einen weiteren, noch grösseren Raum. „Seit vorsichtig, hier könnten noch weitere Feinde sein“, sagte Zhalia. Dante erleuchtete den Raum. Er war sehr gross, und im Vergleich zum Rest hing die Decke hier sehr hoch, sicherlich fünfzehn, wenn nicht sogar zwanzig Meter.
„Was ist das?“, fragte Lok, als in diesem Moment Cherit seinen Kopf aus Loks Rucksack steckte. Mit einem hämischen Grinsen sah Lok auf den kleinen Titanen herab. „Typisch, sobald der Ärger vorbei ist, zeigst du dich.“
Der kleine Titan konnte nur mit den Schultern zucken.
„Es gab Gerüchte über geheime Flugplätze in den Festungsanlagen, allerdings sehen ich keinen Ausgang, der gross genug für ein Flugzeug wäre“, sagte Sophie.
„Seht euch hier um, aber passt auf, dass euch die Organisation nicht zu nahe kommt“, befahl Dante und die Gruppe teilte sich auf. Lok blieb in der Mitte stehen. Der Raum war riesig, fast schon verschwenderisch gross, wenn man bedachte, dass man das alles aus dem Berg hatte schlagen müssen. Zhalia stand an der Wand und nahm diese näher in Augenschein. „Dante“, flüsterte sie, „sieh dir das mal an.“
Der Teamchef kam zu ihr und sie deutete auf die schwarzen Flecken an der Wand. „Wonach sieht das für dich aus?“
Dante nahm die Spuren in Augenschein. „Die könnten von einem Kugelbitz stammen. Oder einem Feuerball.“
„Dachte ich auch, aber die sind nicht frisch. Die sind schon sehr viel länger hier. Wie lange war die Anlage hier in Betrieb?“
Dante dachte nach. Seine Recherchen waren aus Zeitgründen nicht allzu tiefgründig gewesen. „Offiziell wurde die Anlage mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges aufgegeben, aber bis in die Neunziger wurden die genauen Pläne unter Verschluss gehalten. Man dachte wohl, man würde sie in absehbarer Zeit noch einmal brauchen.“
„Oder man wollte einen von der Öffentlichkeit abgeschotteten Raum haben, um ungestört Suchende zu trainieren“, ergänzte die Schwarzhaarige, da meldete sich Sophie vom anderen Ende des Raumes.
„Leute, seht euch das Mal an.“
Die Gruppe kam heran. Vor Sophie hing ein grosses Bild an der Wand. Es war ein Mann. Er schien bereits etwas älter zu sein. Er hatte einen dicken Schnauzbart und trug eine Militäruniform. „Wer ist das?“, fragte Lok.
„Das ist Henri Guisan, der General der Schweizer Armee. Und das Ding an seiner Brust sieht nicht aus wie ein normales Militärabzeichen.“
Lok nahm es näher in Augenschein. Es war Wappenförmig, hatte einen dunkleren Hintergrund und darauf ein helleres Kreuz. Ausserdem schien es recht klobig zu sein für einen Anstecker.
„Ist das ein Amulett?“, fragte er, und als er seine Hand danach Ausstreckte, erfasste ihn ein Energiestrahl.
„LOK!“, schrie Sophie und kniete sich neben ihm nieder. „Das kommt von da hinten“, rief der fliegende Cherit und Sophie vernahm aus einem der Gänge das gespenstische Leuchten. Und sah den nächsten Energiestrahl kommen. „Ehrengarde!“, schrie sie. Der goldene Schild blockte den nächsten Energiestrahl, noch schon nach wenigen Sekunden bröckelte er und zerbrach. Dante nahm das Leuchten ins Visier. „Feuerball!“, schrie er, doch sein Angriff schien an irgendetwas abzuprallen.
„Zhalia, das Holotom, ich lenke ihn so lange ab.“
Er tat ein paar Schritte zur Seite und schleuderte unnachgiebig Feuerbälle auf die Leuchtgestalt, die nun ihn und nicht mehr die Gruppe ins Visier nahm. Inzwischen war das Holotom bereit und scannte den Titanen. Sein Hologramm erschien. Es war eine leuchtende Frauengestalt mit einem Lorbeerkranz auf dem Kopf, einem Speer in der einen und einem  Schild in der anderen Hand. Sie war von oben bis unten in eine weisse Tunika gekleidet.


Helvetia

Angriff:                              3
Verteidigung:                  5
Typ:                                   Gaia-Titan Krieger
Grösse:                             Mittel
Spezielle Fähigkeiten: Energiestrahl, Absorberschild.


„Dante, lass es, das bringt nichts“, sagte Zhalia. Dante, inzwischen nicht mehr mit Angreifen sondern mehr mit Ausweichen beschäftigt, sah zu ihr. „Ich bin offen für Vorschläge.“
Zhalia sah sich hektisch um. Der Titan kam nicht aus seinem engen Gang. Sie war clever. Sie wusste, s ihr Absorberschild würde sie vor allen Zaubern beschützen, solange man sie nicht von hinten angreifen konnte.
„Kräfte bringen nichts, wir brauchten Titanen“, sagte sie. Dante fasste in seine Tasche. „Liebend gern. Komm raus zum Spielen, Kalaban!“
Der Titankrieger erschien. Und stürmte sofort auf den leuchtenden Titanen zu, wich deren Energiestrahlen aus und schlug zu. Helvetia hob ihren Schild. Mit einem Knall schlug das Schwert des Titanen dagegen, und mit einem flinken Speerstoss durchbohrte sie ihren Wiedersacher, welcher sofort ins Amulett zurückkehrte. Dante sank kurz auf die Knie. Sophie sah fassungslos zu. „Das darf nicht wahr sein, sie hat Kalaban mit einem Schlag besiegt.“
Das durfte und wollte sie nicht auf sich sitzen lassen. „Auf geht’s, Sabriel!“
Die schwertschwingende Kriegerin erschien, doch bevor Sophie sie auf den Titanen hetzen konnte, hielt Zhalia sie zurück. „Das hat keinen Sinn, solange sie sich darin verkriecht, ist sie unangreifbar.“
Dante gesellte sich zu ihnen. „Wir müssen sie da raus kriegen. Irgendwie müssen wir hinter sie kommen.“
Zhalia nickte, hob ein Amulett und rief einen weiteren  Titanen.
„Gareon!“
Die kleine Echse erschien. Dante grinste. „Sophie, bleib bei Lok. Ich lenke den Titanen ab. Sabriel soll sich bereithalten und den Eingang versperren, sobald sie hier drin ist. Und dann habe ich eine Überraschung für sie.“
Es ging los. Erneut lenkte Dante die Energiestrahlen auf sich, während die kleine, unsichtbare Echse unbemerkt an Helvetia vorbeischlich, hinter ihr auftauchte und ihr mit seinem eigenen Energiestrahlen ordentlich Einheizte. Die Titankriegerin wich nach vorne aus, kam aus dem Tunnel und Sabriel versperrte ihr den Weg. Sie sass auf dem Präsentierteller, doch sie war noch nicht geschlagen. Sofort jagte sie Energiestrahlen auf die beiden Titanen, die ihr den Weg versperrten. Jetzt war es an Dante, den Trumpf auszuspielen, den er nur in diesem grossen Raum zu beschwören wagte.
„Tu dein schlimmstes, Metagolem!“
Der steinerne Riese erschien. Helvetia nahm ihn ins Visier, doch Sabriel griff an und die Attacke verfehlte ihr Ziel. Erbarmungslos droschen die Titanen aufeinander ein, bis Helvetia ihre Widersacherin mit ihrem Speer durchbohrte. Doch dann bekam sie ihren Schild nicht mehr rechtzeitig hoch, und der harte Schlag des Metagolems traf sie mit voller Wucht. Ein leuchtender Strahl erhellte den Raum, als dort, wo eben noch der Titan stand, ein Amulett erschien. Dante atmete erleichtert auf. Er hob sein Amulett.  „Gut gemacht, Metagol“
Mitten im Satz blieb Dante die Luft weg, als ihn ein Feuerball im Rücken traf. Er sank zu Boden. „DANTE!“, schrien Sophie und Zhalia gleichzeitig, als Defoe, Grier und sechs Anzugträger den Raum betraten. „Vielen Dank für die Schwerstarbeit. Ich nehme dann den Titanen“, sagte Defoe in seiner widerwärtigen Art. Sein Gesicht war von einem so miesen Grinsen gezeichnet, das man einfach nur all seine Kraft zusammennehmen und ihm eine rein dreschen wollte. Alle acht Organisationsmitglieder hoben ihre Amulette. Der Reihe nach erschienen Kreutalk, der fliegende Mantarochen mit der widerlichen Giftspucke, Grizzley, zwei Hypnodons, drei Flammhüte und sogar eine Knochenpeitsche auf der Bildfläche. Mit einem Grinsen hob Defoe ein zweites Amulett hoch und lies den furchterregenden Gar-Ghoul erscheinen. Zhalia und Sophie traten eng zu einander. Es sah nicht gut aus. Dante und Lok waren ausser Gefecht. Kiltane und Sabriel ebenfalls. Sie hatten noch Metagolem. Aber der allein half auch nichts gegen neun Titanen. Sophie war schon ziemlich angeschlagen. Die Erweckung von Sabriel hatte Kraft gekostet. Mehr als einen weiteren Titanen würde sie nicht mehr rufen können. Und Zhalia selbst. Nun, sie hatte noch einen Trumpf im Ärmel. Doch ihn zu rufen währe riskant. Sie würde danach kaum noch Kräfte haben, um sich zu verteidigen. Doch würde sie es nicht tun, wäre ohnehin alles verloren. Sie ergriff das Amulett und schrie ihre Verzweiflung förmlich hinaus.
„Zeig ihnen wos lang geht, König Basilisk!“
Der Kampf ging los. Die Titanen wehrten tapfer. Sophie schickte Ikarus ins Rennen. Metagolem schlug erst Grizzly, dann die Knochenpeitsche und schliesslich noch einen Flammenhut zurück ins Amulett, bevor er unter den zahlreichen Angriffen der Anzugträger und der restlichen Titanen zusammenbrach. Cherit setzte einen Flammenhut ausser Gefecht, als sich dieser über den nachwievor bewusstlosen Lok hermachen wollte. Der Kräfteraubende Schlag war allerdings zu viel für den kleinen Titanen, welcher daraufhin entkräftet auf Lok niedersank. König Basilisks Steinblick zog währenddessen die beiden Hypnodons, den verbliebenden Flammenhut und zwei Anzugträger aus dem Verkehr. Es schien, als würde die riesige Echse den Kampf zu ihren Gunsten wenden. Nur der giftspucker Kreutalk war noch übrig. Einen Moment glaubte Zhalia an den Sieg. Doch dann viel ihr etwas auf. Einer der Titanen fehlte. Und just bevor sie ihren eigenen warnen konnte, stiess Gar-Ghoul auf den Basilisken nieder, die beiden verhedderten sich und zerbissen sich gegenseitig, während der Giftspucker Kreutalk Ikarus vom Himmel holte. Sie waren nur noch zu zweit. Geschwächt und ohne Titanen gegen Defoe, Grier zwei ihrer Anzugträger und Kreutalk. Es sah nicht gut aus.

Währenddessen schlug Dante wieder die Augen auf. Sein Blick war verschwommen. Sein gesamter Körper brannte wie Feuer. „Mythenkraft“, murmelte er. Der gelbe Zauber bannte das Feuer in seinem Inneren. Mühsam schleppte er sich hoch. Schnell erkannte er die Situation, als er zu seinen Freunden zurückkehrte. Lok und Cherit waren ausser Gefecht. Die Erweckung von König Basilisk hatte an Zhalias Kräften gezerrt, und auch Sophie war bereits sichtlich angeschlagen. Ein Plan musste her. Und zwar schnell. Doch die Optionen waren gering. Seine eigenen Kräfte waren auch nicht mehr grenzenlos. Kalaban war fort, ebenso Metagolem, seine beiden stärksten Titanen. Er sah zu seinem Widersacher, und mit letzter Kraft rief er Solaris herbei. Defoe trat vor. In seinen Händen das rot-weisse Amulett. „Dante Vale und alle seine Spielgefährten auf einen Schlag. Das ist ja fast zu einfach.“
Hinter seiner Sonnenbrille, die er selbst hier in der Dunkelheit trug, blitzte der Hass af, den er nach all den Begegnungen mit Dante auf diesen hatte. Er hatte Metagolem und König Basilisk an sie verloren. Doch jetzt hatte er den Titan. Er hob das Amulett hoch. „Wollen doch mal sehen, was du so kannst. Lebenshauch.“
Der Zauber strich über das Amulett und schenkte dem darin enthaltenen Titanen neue Kraft. „Und jetzt zeig dich, edle Beschützerin, Helvetia!“
Wieder erschien die leuchtende Frauengestalt in der Toga, mit Speer und Schild bewaffnet. Sophie schüttelte panisch Lok. „Lok, Lok wach auf, wir brauchen Lindorm!“
Dante blieb ruhig. Irgendetwas sagte ihm, dass Defoe sich gerade nach allen Regeln der Kunst selbst Schachmatt gesetzt hatte.
„Vernichte sie, ich befehle es dir!“
Die Leuchtgestalt drehte sich zu ihm. Durchbohrte ihn mit ihren Blicken. Und Kreutalk mit ihrem Speer.
„Ugh“, stöhnte DeFoe, als der Titan in sein Amulett zurückkehrte. „Was machst du denn, vernichte sie, nicht den Titanen.“
Er deutete wild auf Dante. Doch der Titan hatte nur Augen für ihn. Wieder stiess der Speer zu und er hätte Defoe wohl aufgespiesst, wenn ihn Grier nicht rechtzeitig ausser Reichweite gezerrt hätte. Mit einem Energiestrahl aus ebendiesem Speer setzte der Titan die beiden Anzugträger ausser Gefecht.
„Nein, nein, ich bin dein Herrscher, gehorche mir, GIFTZAHN!“
Der grüne  Schleim prallte wirkungslos gegen den Schild. Grier zerrte den zeternden Defoe fort, während dieser Flüche und Zauber aussprach, die aber alle wirkungslos blieben.
„W-was macht sie da?“, fragte Zhalia. Dante sah zu ihr. „Das, was sie seit jeher tut. Sie verteidigt ihre Heimat gegen Eindringlinge.“
Sophie sah von Lok hoch. „Äh, Dante, sind wir genau genommen nicht auch Eindringlinge?“
Kaum hatte sie es ausgesprochen, liess Helvetia von dem fliehenden Duo ab und wandte sich wieder gegen sie.
„Dante, was machen wir jetzt?“, fragte Sophie ängstlich. Die kleine Echse Gareon war inzwischen wieder neben Zhalia aufgetaucht und fauchte wütend den Titanen an. Solaris krächzte über ihnen, und stürzte sich dann im Sturzflug auf den Titanen. Da liess ein Schrei ihn innehalten.
„Solaris, zurück!“
„Dante, was soll das denn?“, fragte Zhalia entsetzt, als der blaue Vogel in sein Amulett zurückkehrte. Dante sah sie an. „Vertrau mir“, sagte er ruhig. Einen Moment lang sah die junge Frau zwischen ihm und Helvetia hin und her. Dann hob sie ihr Amulett. „Gareon, zurück.“
Mit dem Rückruf der Titanen hielt auch Helvetia inne. Mitten im Raum blieb sie stehen, auf ihren Speer gestützt. Dante ging an ihr vorbei. Die Augen des Titanen folgten ihm. Er hob das Amulett auf, dass Defoe hatte fallenlassen. Sofort drehte sich der Titan zu ihm.
„Dante, pass auf“, schrien die Frauen im Doppelpack. Ihr Anführer blieb allerdings ganz ruhig. „Macht euch keine Sorgen. Wer ihr nichts Böses will, dem tut sie auch nicht böses.“
Er ging an ihr vorbei auf das grosse Gemälde von General Guisan zu. Er legte das Amulett auf sein Gegenstück auf dem Bild. Sofort verschmolz es damit. Dante drehte sich wieder zum Titanen. Für einen Moment dachte er, sie würde sich kurz vor ihm verbeugen, bevor sie wieder in ihr Amulett verschwand.

„Ich fasse es nicht, dass ich alles verschlafen habe.“
Lo rieb sich den Kopf. Sein ganzer Körper kribbelte noch, und er traute sich nicht, aus seinem Sitz im Huntik-Jet aufzustehen. Cherit setzte sich auf seine Schulter. „Mach dir nichts draus, Lok. Beim nächsten Mal bist du vielleicht der Retter in der Not.“
„Cherit hat recht, Lok. Du wirst noch viele Gelegenheiten haben, von der Organisation eine Tritt in den Allerwertesten zu bekommen.“
Cherit lachte. Lok schmollte, als Sophie ihm tröstend auf die Schulter klopfte. Im Cockpit wandte sich Zhalia an Dante. „Denkst du, es war eine gute Idee, den Titanen dort zu lassen?“
Der Teamleader nickte. „Helvetia ist seit jeher die Beschützerin ihres Landes. Sie würde sich nie mit einem Welteroberer von der Organisation verbinden, genauso wie es bei Rassimov und Kavalier in Paris nicht geklappt hat. Und die Huntikvereinigung hat dafür gesorgt, dass der gesamte Trakt als Einsturzgefährdet deklariert wird. Da wagt sich so schnell niemand mehr hin.“
„Aber was ist mit der Organisation? Wenn sie den Titanen genau untersuchen, finden sie vielleicht einen weg, ihn trotz allem zu kontrollieren.“
„Schon möglich“, sagte Dante, „aber vergiss nicht. DeFoe wusste, dass wir noch da waren. Wenn er erfährt, dass wir überlebt haben, wird er vermuten, wir hätten den Titan mitgenommen, und er wird ihn überall suchen.“
„ausser da, wo er vorher war“, beendete Sophie, welche hinter ihnen aufgetaucht war, den Satz. „Genial wie immer, Dante“, sagte sie. Kurz sah Zhalia mit einem Anflug von Ärger zur ihr auf, wandte sich dann aber wieder den Instrumenten zu. Dante fiel es nicht auf, aber Sophie beäugte sie misstrauisch, während der Anführer wieder das Wort ergriff. „Wenn Guisan wirklich der letzte Suchende von Helvetia war, wird sie seine Angewohnheit, ausschliesslich zu verteidigen, übernommen haben. Ich denke nicht, dass sie uns noch einmal Ärger bereiten wird, solange niemand ihre Ruhe stört.“
„Das wundert mich aber auch. Wie hat der Titan es geschafft, sich selbst zu erwecken?“
Lok hatte sich doch aus seinem Sessel gewagt und war auf wackligen Schritten zu ihnen gekommen. Er stützte sich auf den Pilotensessel. Dante überlegte. „Gute Frage, Lok. Wenn unsere Theorie stimmt, hat sich Helvetia zuletzt mit einem Suchenden verbunden, als unmittelbare Gefahr für das Land bestand. Vielleicht ist sie jetzt wieder auf der Suche nach einem würdigen Träger.“
„Welche Gefahr ist den bitte so gross wie ein Weltkrieg?“, fragte Lok. Dante sah nach vorne in den vorbeiziehenden Abendhimmel.
„Noch eine gute Frage, die wir beantworten sollten.“
„Wisst ihr, was an der ganzen Sache das Beste ist“, fragt e Cherit, der herbeigeflogen kam. „DeFoe hätte uns besiegt und den Titanen mitgenommen, hätte er ihn einfach in seinem Amulett gelassen.“
Der Satz traf Lok wie eine Faust in den Magen. Das nichts ausser der Dummheit des Feindes sein Leben gerettet hatte, traf ihn hart. Dante schien sein Unwohlsein zu bemerken.
„Mach dir keine Gedanken Lok. Wir hätten es auch so geschafft“, sagte er. Doch seine beruhigenden Worte verfehlten ihre Wirkung. Lok zog sich wieder zu seinem Sessel zurück.
„Dieses Mal haben wir‘s geschafft“, sagte er nur noch.


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Hey nochmal.
Das war mein kleiner Beitrag zum kleinen Huntikfandom hier, ich hoffe, er hat euch gefallen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich die Namen aller Titanen richtig geschrieben habe, denn irgendwie scheint sie jeder anders zu schreiben und im Englischen Original heissen sie nochmal anders. Ich weiss übrigens nicht, warum Redcap mit Flammenhut übersetzt wurde, da er ja gar nichts mir Feuer zu tun hat. Aber ich habe es trotzdem übernommen.
Man liest sich,
Eldi
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