Über die Geburt eines neuen Universums…

von - Leela -
GeschichteFreundschaft / P12
Eddie Fuddy Futura Jake Prime Evil Tracy
08.09.2016
08.09.2016
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Dies ist eine Tribute-Geschichte zum 30jährigen Jubiläum von Jake und Eddie jr. und ihrer ganzen Zeichentrick-Welt. Heute vor 30 Jahren, am 8. September 1986, wurde die erste Episode ausgestrahlt! Seid herzlich eingeladen, dieses tolle Ereignis mitzufeiern! ^^

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Über die Geburt eines neuen Universums…

Im Laufe des Tages kamen Jake, Eddy und Tracy von einem Einsatz zurück nach Hause in’s Ghostkommando. Etwas geschafft ging Eddy zu seinem Zimmer. Kaum hatte er die Tür geöffnet, schlug er sie aber auch schon wieder keuchend zu. Mit panischem Blick drehte er sich zu Tracy und Jake um und stemmte sich mit dem Rücken gegen die Tür. „In meinem Zimmer ist Hauntquarters…“
      Jake lachte. „Ich habe dir gesagt, du solltest mal ein bißchen aufräumen!“
      „Nein, es ist wirklich Hauntquarters!“ betonte Eddy vehement.
      Jake und Tracy tauschten ein Grinsen. Der Gorilla gestikulierte, daß er nach unten in seine Werkstatt gehen würde, und verschwand die Treppe herunter.
      „Trink‘ ein Glas Wasser. Dann geht es dir besser, und alles sieht nicht mehr so schlimm aus.“ Jake wandte sich seiner eigenen Zimmertür zu, öffnete sie, stockte im Schritt und schlug sie ebenfalls wieder zu. „In meinem Zimmer ist ein Sumpf!“
      Eddy maß seinen Partner mit einem abschätzenden Blick. „Ich möchte gar nicht spekulieren, was du die letzte Nacht da drinnen getrieben hast!“
      „Nein, wirklich!“ Jake öffnete die Tür und machte eine auffordernde Geste.
      „Ich glaube dir!“ erwiderte der Brünette tiefgründig.
      Als Eddy sich nicht bewegte, um seine Aussage zu verifizieren, atmete der Teamführer durch. „Entschuldige bitte… Es ist nur… so grotesk!“
      Jetzt kam Eddy doch neugierig näher und sah nachdenklich in das Innere von Jakes privatem Reich. „Das ist Swamp Dreary! Dort auf dem Platz haben wir doch Redfox getroffen!“
      „Aber was soll das? Was macht der Sumpf in meinem Zimmer?“ beschwerte sich Jake.
      In die Szene hinein kam Tracy plötzlich aufgeregt nach oben und hopste gestikulierend im Flur auf und ab. „Madame Why, Wohnwagen!“
      „Madame Why ist mit dem Wohnwagen da? Das ist aber ungewöhnlich…“ sinnierte Jake.
      „Wohnwagen in Werkstatt!“ erklärte Tracy aufgeregt genauer.
      „Paßt der da überhaupt rein?“ fragte Eddy skeptisch, in dem Moment schaltete Jake.
      „Du kommst, anstatt in deine Werkstatt, in den Wohnwagen von Madame Why?“
      Der Gorilla nickte.
      „Eddy, das ist das gleiche wie bei uns!“ In seinen Gedanken raste es. „Laßt uns zu Madame gehen! Vielleicht weiß sie, was hier los ist!“
      Eddy und Tracy nickten beklommen. Die beiden Jungs folgten dem Gorilla nach unten. Als er die Tür zu seiner Werkstatt öffnete, sahen sie direkt in den Wohnraum der Wahrsagerin.
      „Können wir denn einfach so da reingehen…?“ fragte Eddy unsicher.
      „Was bleibt uns denn für eine Wahl?“ fragte Jake hilflos. „Oder möchtest du heute Nacht deine Schlafstatt mit Prime Evil teilen?“
      Eddy schluckte beklommen. „Gehen wir…“
      Wie auf Eiern traten sie über die Schwelle in den Wohnraum des Wagens hinein. Kaum waren sie dort angekommen und drehten sich um, war der Zugang zum Ghostkommando verschwunden. Dafür hörten sie ein Summen aus dem Nebenraum.
      Madame Why schien nicht überrascht, als sie zu dem Team in den Wohnbereich kam. „Oh, da seid ihr ja, meine Freunde. Ich habe euch schon erwartet!“
      „Madame, was geht hier vor?“ begann Jake, die Gedanken aller aussprechend. „Wir kommen nicht mehr in unsere Zimmer! Hierher sind wir durch die Tür zu Tracys Werkstatt gelangt!“
      „Nun, das ist einfach erklärt!“ Sie bot den drei Jungs mit einer Geste Platz an und schenkte Tee aus. Daß die Wahrsagerin dabei so ruhig blieb, beruhigte ihre Besucher ebenfalls ein wenig. Schließlich setzte sie sich dazu und erläuterte: „Unser Universum ist gerade in einem Ausnahmezustand!“
      „Ausnahmezustand? Was soll das heißen?“ entfuhr es Jake aufgewühlt.
      „Heute ist ein ganz besonderer Tag!“ Erklärte die Frau mit dem fuchsroten Haar geduldig. „Der 8. September 2016. Unser ganzes Universum wird heute 30 Jahre alt!“
      Die Blicke der drei Besucher sprachen Bände. „Madame, wollen Sie uns verschaukeln?“ rutschte es Jake heraus.
      „Gewiß nicht! Heute vor 30 Jahren wurde alles erschaffen und zum ersten Mal in Szene gesetzt: Das Ghostkommando, Hauntquarters, Futuras Zukunft, die Menschen, die Orte, die Geschichten – alles!“
      Tracy hatte nachdenklich zugehört. „Könnte sein. Abstrakter Geburtszeitpunkt.“
      „Das ist korrekt!“ bestätigte Madame Why. „Alles, was sich entwickelte, geschah ab diesem Zeitpunkt, dem 8. September 1986, sowohl nach vorne, als auch nach hinten: Eure Abenteuer, euer Leben, Fanfiktion, FanArt, eure Zukunft, eure Vergangenheit…“
      Eddys Blick sagte, daß sie ihn auf halber Strecke bereits verloren hatte.
      Jake jedoch schien langsam zu verstehen. „Du meinst, unser Erschaffer hat alles vor 30 Jahren in’s Leben gerufen, also auch ein mehrere Millionen Jahre altes Universum?“
      „Ganz genau! Wir alle sind das Werk von einem großartigen Mann namens Lou Scheimer und seiner Produktionsfirma Filmation, der in einer anderen Realität die unsere erdacht hat, damit sich die Menschen dort daran erfreuen können.“
      „Dann ist er so etwas wie Gott?“ entfuhr es Eddy ehrfürchtig.
      Madame Why lachte. „So in etwa, ja. Zumindest für uns.“
      „Gut, aber was hat das mit den verschobenen Räumen zu tun? Das begreife ich noch immer nicht!“ erwiderte Jake hilflos.
      „Ganz einfach: Unsere Welt ist in Vorbereitung auf die große Jubiläumsfeier. Und da rückt alles näher zusammen!“
      „Und deswegen ist Hauntquarters jetzt in meinem Zimmer?“ fragte Eddy entsetzt.
      „Zum Beispiel!“ Die Wahrsagerin nahm in aller Ruhe einen Schluck Tee. „Jeder Charakter und jeder Ort ist an dem Jubiläum beteiligt.“
      „Ähm, du sprachst von einer großen Feier…“ begann Jake verhalten.
      „Ja, sie findet heute Abend statt.“
      „Soll das bedeuten… Prime Evil ist dann auch eingeladen…?“ erkundigte sich der Teamführer der Ghostbuster beklommen.
      „Jake!“ Madames Stimme hatte etwas tadelndes. „Natürlich ist er auch eingeladen! Er gehört genauso dazu wie du!“
      Der blonde Mann biß die Zähne aufeinander. „Das bedeutet, wir werden bewaffnet zu der Party müssen.“
      „Jake…!“ Madame Why schüttelte mißbilligend den Kopf. „Jetzt werd‘ nicht albern. Kannst du nicht für einen Abend Frieden schließen?“
      „Die Frage stellt sich eher, ob Prime Evil das kann!“ korrigierte er.
      „Jake, hast du mir zugehört?“ Madame machte eine ausschweifende Geste. „Heute ist Ausnahmezustand! Alle freuen sich auf die Party! Entspann‘ dich. Heute gibt es keine Rivalität, nur ein großes Miteinander!“
      Weder Jake, noch seine zwei Kameraden sahen sehr überzeugt aus.
      Madame seufzte leicht. „Dafür wird Leela schon sorgen! Sie schreibt doch eure Geschichten weiter und hält unser Fandom in Ehren! Sie wird nicht zulassen, daß heute etwas schlimmes passiert.“
      „Auch Leela kann nicht alles beeinflussen…“ bemerkte Jake leise und räusperte sich. „Und wo soll die große Party stattfinden?“
      „Das findet ihr schon raus!“ erklärte Madame zuversichtlich.
      Eddy stöhnte auf und ließ sich in seinem Sitz zurückfallen. „Ich kann mich nicht einmal umziehen, weil mein Kleiderschrank nicht mehr existiert.“
      „Wozu habt ihr eure Umkleidestrecke? Probiert es mal aus!“ Madame zwinkerte ihm zu. „So, jetzt muß ich mich aber auch noch ein wenig vorbereiten. Wir sehen uns dann heute Abend auf der Feier.“
      Die drei Ghostbuster standen auf. „Na, großartig, und wir haben GB nicht dabei.“ bemerkte Jake mißmutig. „Das bedeutet, wir müssen die ganze Strecke zurück laufen.“
      Madame Why öffnete die Wohnwagentür und ließ ihre Gäste hinaus. Anstatt des Steges am See fanden die drei jedoch den Platz auf dem Turm von Camelot vor, in dem Merlin seine Räumlichkeiten hatte. Die drei stockten trotz ihrer bisherigen Erfahrungen sichtlich, wagten aber auch nicht zu widersprechen und traten hinaus auf den Zinnenplatz. Wie sie es befürchtet hatten, verschwand der Wohnwagen in dem Moment, als sie sich umdrehten.
      Jake machte eine resignierte Geste. „Phantastisch! Und was machen wir jetzt?“
      Eddy zeigte zaghaft in eine Richtung. „Noch eine Tür probieren…?“
      „Wir können doch nicht ständig irgendwelche Türen probieren, bis wir wieder im Ghostkommando sind!“ rief Jake verzweifelt.
      Tracy entdeckte indes Fuddy, der überrascht freudig auf sie zugelaufen kam. „Jake, Eddy, Tracy, was für eine schöne Überraschung! Was macht ihr denn hier?“
      „Wenn wir das wüßten, Fuddy!“ gab Jake zurück.
      „Hast du schon von der großen Jubiläumsparty gehört?“ fragte Eddy.
      „Natürlich! Ich ging davon aus, wir treffen uns da!“ erklärte der kleine, weißbärtige Zauberer.
      „Warum weiß eigentlich jeder davon, außer wir?“ beschwerte sich Jake.
      „Wir wissen es jetzt doch auch! Die Frage ist nur, wie kommen wir wieder zurück?“ kürzte Eddy die Sache ab.
      „Da kann Merlin vielleicht helfen!“ schaltete Fuddy sich ein. „Kommt mit!“
      Die drei beäugten kritisch die angelehnte Turmtür.
      Fuddy nahm den Stuhl, der dazwischengeklemmt war, beiseite und ließ die drei Besucher durch. „Wir müssen das so machen, sonst führen die Türen woanders hin.“ erklärte der kleine Zauberer, während er die Sperre an ihren Platz zurückstellte. Er führte seine Freunde in den großen Arbeitsraum von Merlin, wo der hochgewachsene imposante Zauberer an einer Mixtur arbeitete.
      Auch er begrüßte die Ghostbuster freudig.
      „Merlin, die drei müssen zurück in ihre Zeit, zum Ghostkommando!“ erklärte Fuddy.
      „Hm… Schwierig in diesen Zeiten.“ überlegte der Magier. „Aber nicht zwingend unmöglich.“ Er wandte sich von seinem aktuellen Projekt ab und hob die Hände in einer magischen Geste. Ein Glitzern entstand um seine Finger herum, welches er in einem Wirbel die runden Turmwände entlangschickte. In regelmäßigen Abständen entstanden Türen. „Schauen wir mal, ob eine paßt!“ Er öffnete die nächstgelegene, hinter der sich der Geisterpark befand. „Nein, diese ist es wohl nicht.“
      Die anderen gingen ihm schnell zur Hand. Eddy fand hinter seiner das Innere der Freiheitsstatue, Tracy konnte das Waxmuseum von Madame Toutout sehen, und Jake den Gorillakäfig vom Pariser Zoo. Fuddy schaute hinter seiner Tür gerade in den Wohnwagen von Madame Why.
      „Da waren wir schon!“ erklärte Jake, wandte sich der nächsten Tür zu und sah in ein Wohnzimmer. „Oh, entschuldige, Dad…“ Mit einem verschämten Lächeln sah er den Mann an, der gerade in Hemd und Unterhose dastand und sich die Krawatte richtete. Mit glühenden Wangen schloß er die Tür wieder. „Meine Güte, das muß ein wirklich großes Ereignis sein, wenn Dad auf sein Nummernshirt verzichtet…“
      „Ich glaube, ich hab’s!“ rief Eddy plötzlich. Er hielt eine Tür auf, und dorthinter lag tatsächlich das Büro vom Ghostkommando.
      Jake strahlte erleichtert. „Großartig!“ Schnell beeilten sich der schlanke Sportliche und Tracy zu der richtigen Tür. „Dann bis später, und vielen Dank!“
      Fuddy und Merlin winkten ihnen nach.
      Kaum hatten die Ghostbuster das Portal passiert und die Tür sich geschlossen, verschwanden die Türen.
      Merlin und Fuddy wechselten einen Blick. Dann ging der berühmte Hofzauberer von König Artus wieder an seine Arbeit.

Eddy, Jake und Tracy kamen atemlos wieder im Ghostkommando an.
      „War das alles nur ein Traum?“ entfuhr es dem großen Blonden.
      „Das können wir leicht testen…“ meinte sein bester Freund unsicher.
      Jake ging zu seinem Zimmer und öffnete vorsichtig die Tür. Noch immer brodelte dorthinter der Sumpf. „Können wir es überhaupt wagen, den Skelevator zu benutzen…?“ warf der Teamführer ein.
      „Vertraue auf Madame Why!“ sagte Tracy.
      Jake überlegte kurz. „Okay, versuchen wir es.“ Er atmete tief durch und sah in die furchterfüllten braunen Augen seines Partners. „Was kann schon schlimmeres passieren, als daß wir nicht da ankommen, wo wir hinmöchten?“
      Alle drei schienen nicht ganz überzeugt von der Sache zu sein, entschlossen sich aber, auf die Aussage von Madame Why zu vertrauen. Gemeinsam gingen sie zur Skelevatorkabine.
      „Tracy, kommt du etwa mit?“ fragte Jake verwundert.
      „Oki Doki!“ Der Gorilla zeigte ein Grinsen.
      Als die Skelevatorkabine sich öffnete, waren alle drei froh, den vertrauten kleinen Raum dahinter vor sich zu sehen. Auf der Fahrt nach oben sprach keiner ein Wort, doch man konnte förmlich drei Herzen schlagen hören. Als sich die Türen wieder öffneten, atmete selbst Eddy auf, als er die bekannte Umkleideebene erkannte.
      Zuerst war Jake dran. Er wurde von der Skelett-Teleskophand in das Energienetz geworfen, in dem seine Uniform bis auf die Boxershorts wegmaterialisiert wurde, dann erhielt er in erster Instanz seinen Anzug wieder an, und kurz darauf wurde ihm noch anständig die Krawatte umgebunden.
      Als zweiter durchlief Tracy die Strecke. Im Energienetz wurde er seiner Safarihose und seines Fedoras entledigt und erhielt in der Ankleidekabine einen schicken schwarzen Anzug. Bei der Devicemaschine bekam er zu seinem weißen Hemd eine passende schwarze Fliege.
      Eddy war als letzter dran. Nachdem er im Energienetz ebenfalls bis auf die Boxershorts ausgezogen dahing, beförderte das Band ihn in die Ankleidekabine, wo er seinen Anzug angepaßt bekam – diesmal allerdings mit einer grünen Hose, blauen Socken, violetten Schuhen zu einem passenden violetten Jackett, mit einem gelben Hemd und einer blauen Krawatte mit einem roten Streifen drin.
      Im Büro trafen sie sich wieder, wo Jake als erste Amtshandlung seine Krawatte lockerte. Tracy sah sehr elegant aus in seinem Anzug, und Jake stellte ein weiteres Mal fasziniert fest, daß Eddy alle möglichen Farben tragen konnte, und trotzdem elegant dabei aussah.
      „Wollen wir los?“ fragte Tracy.
      Die beiden Jungs nickten.
      „Einen Dematerialisator nehme ich aber vorsichtshalber doch mit!“ murmelte Jake und ging zuerst zu der Werkbank.
      Eddy sah sich unschlüssig um. „Wie… kommen wir denn jetzt auf die Party?“
      „Ich nehme fast mal an, durch eine Tür!“ Der Teamführer hatte einen Dematerialisator gefunden und steckte ihn in die Innentasche seines Jacketts. Dann sah er sich im Büro um. „Welche Türen hatten wir noch nicht?“
      „Die Küche!“ fiel Eddy ein. Seine Kollegen folgten ihm auf dem Fuße. Als der mollige Ghostbuster die Tür öffnete, schauten die drei jedoch direkt in das Zimmer von Jessicas Neffen Corky, wo gerade der Fernseher lief. Eddy machte die Tür wieder zu. „Das sieht nicht nach Party aus.“
      „Die Garage?“ schlug Jake vor.
      „Sehe im Keller nach!“ sagte Tracy zu, und so teilten sie sich auf. Als sie sich auf dem Flur wiedertrafen, schüttelten alle drei den Kopf. Tracy hatte den Kontrollraum eines Raumschiffes der Galaxiefluglinie gefunden, Jake wäre um ein Haar in der Redaktion von Phantom News gelandet, und Eddy, der das Observatorium inspiziert hatte, hatte eine Bananenplantage vorgefunden.
      „Wenn die Party bei uns im Bad stattfindet, spreche ich ein ernstes Wörtchen mit unserem Universum!“ beteuerte Jake, wenig amüsiert.
      „Jake, das ist die einzige Tür, die noch übrig ist.“ erinnerte Eddy.
      „Ich weiß! Das macht es nicht besser!“
      „Ist nur Tor.“ versuchte Tracy, ihn zu beruhigen. Gemeinsam gingen sie zu der letzten Tür im Ghostkommando, und der Gorilla legte ein Ohr an die Tür und lauschte. Von innen kamen sonderbare Geräusche. Er drehte sich zu den beiden Jungs um. „Denke, hier sind wir richtig!“
      Eddy schmunzelte süffisant. „Jetzt will ich sehen, wie du das Universum zur Rechenschaft ziehst!“
      Tracy öffnete derweil die Tür und staunte. „Nicht notwendig…“ erlöste er den verlegenen Blonden, denn gerade konnten sie alle in einen Waggon des Orient Expresses sehen.
      Jake machte eine hilflose Geste. „Aber wo ist es dann? Wir müssen doch nicht etwa durch eine Tür, durch eine Tür, durch eine Tür gehen, um irgendwann an’s Ziel zukommen… oder doch?“
      Tracy hatte nachdenklich innegehalten. „Habe Theorie!“ Er winkte den beiden Jungs und nahm sie wieder mit zurück in’s Büro. Dort ging er zielstrebig auf die Eingangstür zu. Und als er die öffnete… offenbarte sich, anstatt des Fußweges vor dem Haus, das Innere der Mondstation in Futuras Zukunft! Die Empfangshalle war festlich geschmückt, und Futura nahm sie ihn Empfang.
      „Herzlich Willkommen, Jungs!“ Sie machte eine einladende Geste, und die drei Ghostbuster traten staunend aus dem Büro des Ghostkommandos mitten in das Zentrum der größten Mondstation der Zukunft. Im Empfangsbereich gab es viele Türen, und durch alle kehrten Gäste aus verschiedenen Orten ihres Universums zu ihnen ein – auch aus den Fahrstühlen kamen viele bekannte Besucher.
      „Futura… Hast du das alles organisiert?“ fragte Jake atemlos.
      „Sagen wir mal so, ich habe ein bißchen mitgemischt.“ Die violetthäutige Schönheit lächelte und zwinkerte ihm zu. „Kommt, seht euch erst mal die Aussichtslounge an!“ Sie deutete auf einen verglasten Lift, direkt in der Mitte der Halle.
      Jake, Eddy und Tracy spürten ihren Puls rasen, als sie ihrer Freundin folgten. Die Party würde nun also tatsächlich beginnen…

Es wurde ein illustrer Abend auf der Raumstation. In der großen Aussichtslounge hatte man durch viele Fenster einen direkten Blick auf das All, und den Mond in unmittelbarer Nähe. Banner mit der Aufschrift »Happy 30th Anniversary« waren überall gespannt. Ein großes Buffet war aufgebaut, an dem sich die Gäste trafen. Auf einer kleinen Bühne spielte Future Rock, hin und wieder unterstützt von Tracy am Schlagzeug und Flossy an der E-Gitarre, abwechselnd mit einem Jazz-Ensemble, bei dem Spenser Saxophon spielte und Apparitia sang und einem Geisterorchester, welches von Floatzart dirigiert wurde.
      Prime Evil nahm sich gerade das elfte Glas Bowle, legte kameradschaftlich den Arm um Jake und proklamierte: „Erinnerst du dich noch, damals, als ich die Polare geschmolzen habe? Du hättest dein Gesicht sehen sollen!“ Der Dämonenfürst lachte herzlich.
      Jake war noch immer etwas unwohl in seiner Haut, lachte aber höflich mit.
      „Oder…“ Aufgeregt machte der Herr des Bösen eine ausladende Geste, mit der er seine Bowle beinahe über dem Fußboden verteilte. „… als ich euch die Todesfee auf den Hals gehetzt habe! Urkomisch!“ Er konnte sich kaum noch halten vor lachen.
      „Ja, sehr witzig.“ Jake zwang sich zu einem Lachen, obwohl er sich alles andere als wohlfühlte. Wie sollte er sich denn als Teil der Gemeinschaft fühlen, wenn der Abend schon auf diese Weise begann…? Er atmete tief durch. Das einzige, was ihm einfiel war, sich an die Situation anzupassen. Er räusperte sich, und erwähnte seinerseits: „Oder erinnerst du dich noch daran, wie Eddy dein Hauntquarters zerlegt hat? Du weißt schon, als du uns die Donnergeister auf den Hals geschickt hast! Ich hatte noch nie so viel Spaß bei einem Telefonat!“ Diesmal lachte er herzlich.
      Ein Moment eiskalter Stille trat ein, in welcher der Ghostbusterchef nur noch sein eigenes Lachen hörte. Der Dämonenfürst fixierte ihn mit einem scharfen Blick, und der Blonde schluckte, während sein Lachen in einem verlegenen Lächeln erstarb. Dann prustete Prime Evil ebenfalls los. „Ja, das war was! ‚Kannst du nicht ein Videospiel in den Kerkerzellen installieren?‘ hat er gefragt! Unglaublich!“ Der Dämonenfürst wischte sich Lachtränen aus den Augen.
      Jake und die anderen Gäste stimmten herzlich mit ein. Das Eis war gebrochen, und die Stimmung immer gelöster.
      Jack hielt bei Eddy und Tracy, die etwas abseits zusammenstanden, und klopfte ihnen auf die Schultern. „Ist das nicht eine großartige Party, Jungs?“
      Eddy sah sich unbehaglich um. „Ja, aber die ganzen Geister…“
      „Was ist mit den ganzen Geistern, Eddy?“ fragte Jakes Vater.
      „Die machen mir Angst, Mister Kong.“ gestand der füllige Ghostbuster.
      „Nur die Ruhe! Die feiern doch nur!“ beruhigte der Senior-Ghostbuster seinen Schützling.
      Eddy biß die Zähne zusammen und beobachtete Trancealot, der aus den mit Sekt gefüllten Gläsern eine Pyramide baute, die auf den Kopf stand.
      Jessica war derweil bereits wieder ganz in ihrem Element und interviewte verschiedene Gäste zu dem großen Event. Gerade hatte sie Fangster, den Werwolfgeist, vor dem Mikrophon. „Und, was halten Sie von der Stimmung hier, Mister Fangster?“
      „Arrooow, die Stimmung ist bombig!“
      Die Journalistin zuckte unwillkürlich zusammen. „Das meinen Sie aber nicht im wörtlichen Sinne, oder?“
      „Ich meine, es ist großartig hier! Schauen Sie doch mal aus dem Fenster!“
      Jessica folgte seinem Fingerzeig zu dem großen Panoramafenster, unter dem der Mond sich gerade drehte.
      „Eine Mooondstation! Wie genial ist das denn? Noch voller kann der Mond nicht sein! Arrooow! Ich glaube, ich bin betrunken, dabei habe ich noch gar nichts getrunken…“ Der Werwolfgeist lachte hysterisch und verschwand in der Menge.
      Auf der anderen Seite des Raumes fand ein hochgewachsener, älterer Mann in roter Robe und mit spitzem Hut seit geraumer Zeit keine Ruhe mehr. Merlin, höchster Magier am Hofe von König Artus, wurde von einer Gruppe enthusiastischer Gäste verfolgt, und es schlossen sich immer mehr an.
      „Och, bitte!“ bat der junge Gene flehentlich.
      „Nein, ich werde ganz sicher keine »Zaubershow« machen!“ Merlin schritt forsch voran und versuchte, die Menge abzuhängen.
      „Aber du kannst es doch!“ bat ein Mädchen mit braunen Zöpfen. „Bitte mach‘ so eine Show wie im Geisterpark. Eine richtig gruselige!“
      „Ich bin kein Nullachtfufzehn-Zauberer aus dem »Geisterpark«, der sich mit billigen Zaubertricks sein spärliches Geld verdienen muß, und ich werde mich hier nicht zum Narren machen!“ herrschte er das Mädchen an. „Und jetzt laßt mich in Ruhe und fragt nicht mehr danach!“
      „Aber Merlin…“ bat Amanda eindringlich. Das dunkelhäutige Mädchen ließ nicht locker, als Merlin noch immer mit Würde und Eleganz versuchte, dem Mob zu entkommen. „Du würdest uns eine große Freude machen! Einfach nur so!“
      „Ich zaubere nicht »einfach nur so«! Das ist mein letztes Wort!“ Er lief an der großen Fensterfront vorbei, gefolgt von desillusionierten Gästen.
      „Nicht einmal ein kleiner Zauber?“ fragte Corinna enttäuscht, die extra mit ihrem Vater aus der Innenwelt angereist war.
      Merlin macht eine kategorische Geste. „Nein!“
      Ein Seufzen ging durch die Menge, und schließlich gingen sie alle betrübt in verschiedene Richtungen davon.
      Merlin wandte sich um, wartete einen Augenblick, bis niemand mehr in seiner unmittelbaren Nähe stand, und lächelte. Er machte eine kleine Handbewegung, und bunt glitzernde Sterne, Schmetterlinge aus Kristall und schillernde Blumen stoben zu allen Seiten des Saales davon, um die Halle in ihr eigentümliches Licht zu tauchen, und die Gäste zum Staunen zu bringen. Merlin betrachtete sein Werk zufrieden und ließ mit einem kleinen Lächeln einen Blick über die faszinierten Gäste schweifen. So machte man Magie!
      Jessica hatte sich ihr zweites Opfer gesucht, und in diesem Falle war sie froh, daß die Kuppel der Aussichtslounge so hoch war. Sie hatte auf eine Rettungsleiter steigen müssen, um ihrem Interviewpartner in die Augen blicken zu können. „Mein lieber Geist des Zwischenglieds, Sie sind extra vom Anbeginn der Zeit hierher gereist, um an dieser Feier teilnehmen zu können. Was bedeutet das Jubiläum für Sie?“
      „Eigentlich bin ich nur hier, um einen Fehler zu korrigieren! Das Universum wird nicht 30 Jahre als, sondern 13 Milliarden Jahre!“
      „Aber… Nach unseren Informationen…“
      „Ruhe!“ donnerte der Geist. Als Jessica geschockt den Atem anhielt, proklamierte er: „Ich bin hier seit Anbeginn der Zeit! Wenn ich sage, das Universum wird 13 Milliarden Jahre alt, dann wird es 13 Milliarden Jahre alt!“
      „O-okay…“ schaltete sich Jessica zaghaft wieder ein. „Und das verärgert Sie!“ implizierte sie.
      Der Geist winkte ab. „Ein simpler Rechenfehler. Nichts dramatisches! Nur, irgend jemand mußte es korrigieren!“ Er machte eine Geste, mit der er die Banner präsentierte, auf denen mit einem dicken schwarzen Stift die 30 in krakeliger Handschrift ergänzt worden war, so daß dort jetzt zu lesen stand: »Happy 13.000.000.000th Anniversary«.
      Einige Gäste hatten die Korrektur bereits bemerkt und tuschelten darüber, vielen fiel die Veränderung aber nicht einmal auf. Die meisten Gäste waren in kleinen Gruppen in ihre eigenen Gespräche vertieft.
      Der Zauberer von Blackstone unterhielt sich angeregt mit Eddy und Bratarat. Die kleine Geisterratte erstickte fast, als der Zauberer und Eddy über alte Zeiten sinnierten. „Dann warst also doch du es, der Eddy in diesem… Bild versteckt hat, als wir versuchten, die Ghostbuster zu fangen…?“
      „In meiner Welt, meinst du!“ korrigierte der Zauberer. „Das, was für dich nur ein Gemälde ist, das ist die Welt in der ich lebe! – Zumindest größtenteils.“
      Bratarat schlug sich die flache Hand vor die Stirn. „Hätte ich das damals nur ausprobiert!“
      „Ich bin ganz froh, daß du es nicht hast!“ murmelte Eddy.
      Der Zauberer lachte herzlich. „Naja, jedenfalls hatte ich die letzten Tage alle Hände voll zu tun. Es ist gar nicht so einfach, Weltentüren zu erschaffen, wenn man nicht viel Zeit hat.“
      Der brünette Ghostbuster hielt den Atem an. „Du meinst…?“
      Der Zauberer von Blackstone machte eine umfassende Geste. „Die ganzen Türen – meine Kreation!“
      „Ich hätte wissen müssen, daß du deine Finger hier mit im Spiel hast!“ grinste Eddy. „Du weißt immerhin, wie man Tore zu anderen Welten öffnet!“
      Der weißbärtige Zauberer in der langen, blauen Robe lachte. „Du hättest es auch gekonnt, Eddy Spenser! Erinnerst du dich noch an das Bild von dem Schloß, das du gemalt hast?“
      Bratarat lachte herzlich. „Du meinst das, in dem wir die Ghostbuster festgesetzt haben?“
      Eddy zog ein Schmollen. „Das waren die verhexten Farben von Petronia, die Prime Evil mir untergeschoben hat. Damit hatte ich nicht einmal richtig etwas zu tun.“
      „Und doch hast du Bilder zum Leben erweckt!“ Der Zauberer sah den Brünetten aufmunternd an. „Du hast Talent! Du hättest mir helfen können, all diese Türen zu installieren!“
      „Ich wäre nicht ganz undankbar, wenn du mir davon erzählt hättest!“ erwiderte Eddy verheißungsvoll. „Ich habe das Gefühl, wir waren die einzigen, die nichts von der Party wußten!“
      „Du hattest nicht nur das Gefühl, ihr drei wart die einzigen!“ hörte er eine Stimme hinter sich und wirbelte herum. Hinter ihm stand Tanya, die Zigeunerin und Vorfahrin von Madame Why. Die dunkelhaarige Schönheit lächelte. „Sonst wäre es ja keine Überraschungsparty mehr gewesen!“
      Eddy sah sich erstaunt um. „Und ihr alle habt es gewußt? Ich meine, es sind wirklich alle hier, nicht?“ Er sah König Artus sich mit Noah Kong unterhalten, Prime Ordeal mit Hot Rod flirten während Beastly Buggy und GB Erfahrungen mit Motorenöl austauschten, Jakes Urgroßvater Marshall Clint mit Haunter, dem Großwildjägergeist, einen heben und Long John Scarechrome der Menge zuprosten. „Und alle haben es gewußt?“
      „Es geht immerhin uns alle an!“ betonte die Stimme einer kleineren, schwarzhaarigen Frau, die gerade dazukam – die Bürgermeisterin von New York.
      „Und es ist nicht einfach, die Ghostbuster aus allem rauszuhalten, wenn etwas merkwürdiges vor sich geht!“ pflichtete Voodon bei, der mit seiner imposanten Gestalt gerade dazukam. „Wir mußten eure Türen ganz zum Schluß installieren, damit ihr nicht zu früh von der Party erfahrt!“
      „Wow…“ entfuhr es Eddy nur, als er langsam registrierte, welche Fäden im Hintergrund gezogen worden waren, und das, ohne auch nur ein bißchen bei seinem Team - den Hauptpersonen der Serie - durchblicken zu lassen. Er biß sich fast ein wenig beleidigt auf die Unterlippe. „Und alle haben es gewußt…“ Sein Blick ruhte auf Beauregard, dem Flederschweinchen vom Lande, der mit dem Tooth Scary-Mädchen Flossy flirtete, kurz bevor sie wieder auf die Bühne mußte, wanderte zu Professor von Ziflin, der sich mit Fuddy unterhielt und verharrte einen Augenblick auf der kopflosen Reiter, der mit Jake zusammen einen Zwischenstop beim Buffet eingelegt hatte.
      In seine Gedanken hinein raste plötzlich ein violetter Schatten an ihnen vorbei und suchte verzweifelt und panisch das Weite. Er erkannte es im zweiten Blick: Das lila Monster.
      Plötzlich hielt Eddy den Atem an. Er hatte etwas vergessen! Etwas wichtiges! Hastig sah er sich in dem großen Raum um. Wo war sie nur? Jeder war hier, es konnte nicht sein, daß sie fehlte… „Entschuldigt mich bitte! Ich habe etwas wichtiges zu erledigen!“ Damit verließ er die Gruppe.
      Ein Stück entfernt führte Jessica ihr Interview weiter. „Sie kommen aus dieser Zeit und kennen sich hier aus, ist eine Party wie diese überhaupt noch etwas besonderes für Sie?“
      Der Betreuer des Crusader-Projekts, ein großer Mann mit der typischen Hautfarbe der Zukunftsmenschen und weißen Haaren, lächelte. „Ich habe ganze Raumstationen mitgebaut, bin im Weltall gereist und habe viele wunderbare Dinge gesehen, von denen ihr in der Gegenwart nur träumen könnt. Doch lassen Sie sich eins gesagt sein, ich bin überwältigt von der Liebe und Hingabe, mit der einige - wenn auch nur wenige - Fans zu unserem Universum stehen. Es sind nicht nur Fans, die sich oberflächlich mit einer Serie beschäftigen. Es sind wahre Abenteurer, Begleiter, Freunde, die unsere Welt nicht nur ansehen, sondern Teil von ihr sind, mit Herz und Seele. Der beste Beweis dafür ist, daß ich hier sein darf. Jemand, der nur kurz einmal in einer Episode auftauchte, und sonst keine große Bedeutung hat… Wo darf er sich sonst bei den großen Hauptcharakteren einreihen, als bei einem leidenschaftlichen, hingebungsvollen Fan?“
      „Das waren wirklich sehr berührende Worte!“ Selbst Jessica klang etwas atemlos.
      „Und genau so ehrlich gemeint! Sie fragten, ob eine Party wie diese etwas besonderes für mich ist. Das ist sie! Denn Freundschaft ist immer etwas besonderes, aufregendes, das es jeden Tag auf‘s neue zu feiern gilt!“
      Jessica wandte sich zur Kamera und schloß: „Wenn das kein wundervolles Statement ist! Dem können wir uns, denke ich, alle nur anschließen.“ Sie gab ihrem Kameramann ein Zeichen, der die Aufnahme stoppte. „Hast du das?“ fragte sie vorsichtshalber noch einmal nach.
      Der Attraktive Mann mit dem Schnauzbart nickte.
      Jessica lächelte zufrieden und sah sich weiter nach Gästen für die Kamera um.
      Eddy suchte in der Zwischenzeit die ganze Aussichtslounge ab, fand aber nicht die Person, die er schmerzlich vermißte. Er blieb kurz unschlüssig stehen. Verpaßten sie sich nur, oder war sie gar nicht hier? Nein, das konnte nicht sein! Er überlegte, an welchen Orten er noch nicht genau geguckt hatte und machte sich auf den Weg, so in Gedanken, daß er fast mit Morrow, Futuras Bruder, zusammenstieß.
      „Ho, so eilig? Ist etwas nicht in Ordnung?“ lächelte der schlanke Mann in dem futuristischen Festanzug.
      „Alles bestens! Aber an eine Sache habt ihr alle anscheinend nicht gedacht!“ erwiderte Eddy verheißungsvoll!“
      „So, an was?“ erkundigte sich der Wissenschaftler.
      „Du wirst sehen! Mir fiel es ein, als mir das lila Monster über den Weg lief!“ Damit setzte er schnell seinen Weg fort.
      Morrow sah ihm nach und hob leicht die Schultern. Einen Augenblick sah er zu Mysteria hoch, die einem violetten Nebel gleich unter den Neonlichtern auf der Bühne entlangschwebte, auf der Futuras Neffe mit seiner Band gerade spielte, und so wunderschöne Effekte hervorbrachte. Was konnte Eddy nur meinen? Mysteria war doch da!
      Jessica hatte schnell ihren neuen Gesprächspartner gefunden. Sie hatte ihn ganz für sich allein – das war kein Kunststück, ringelte sich doch der mächtige, langgezogene Leib des Drachen in einem großen Radius um ihren Körper. „Großer Drache, es ist uns eine Ehre, daß Sie für diese Feier Ihren Schlaf unterbrochen haben, und ganz aus China hierher angereist sind.“
      „Die Ehre ist ganz meinerseits!“ zischelte der Drache. „Dies ist eine Einladung, die kein bedeutender Repräsentant aus unserem Universum ausschlagen kann!“
      „Aber so ganz scheinen Sie der Sache nicht zu trauen!“ bemerkte die Reporterin und schaute sich zu den Steinkriegern um, die zu mehreren an den Seiten, ganz in der Nähe des Drachen, postiert waren.
      Der rote Drache sah sich zu ihnen um und lachte. „Oh, das hat nichts mit Mißtrauen zu tun. Es ist nur so, daß ich es gewohnt bin zu schlafen. Die Krieger passen auf, daß ich an diesem wichtigen Abend nicht einschlafe!“
      „Ach so!“ Jessica lachte. „Und wie gewährleisten Sie, daß das nicht passiert?“
      „So…!“ Er gab einem seiner Krieger ein Zeichen, und dieser holte mit einem anderen Steinkrieger zusammen zwei riesige China-Becken hervor, die sie mit voller Wucht gegeneinanderschlugen. Die gesamte Raumstation wurde erschüttert, das Geräusch übertönte jedes Gespräch, die Gäste wurden fast von den Füßen gerissen und hielten sich entsetzt die Ohren zu.
      Jessica erholte sich nur langsam wieder und bereute, gefragt zu haben. Vorsichtig nahm sie die Hände wieder von den Ohren. „Das war sehr eindrucksvoll, Mister…“ Sie hielt mitten im Satz inne. Zu ihren Füßen war der große Drache eingeschlafen…
      Eddy hatte es sich bereits gedacht. Er hatte sie nicht gefunden. Er mußte ein wenig Enttäuschung niederkämpfen, und er hoffte, daß die Organisatoren der Party einfach geschlampt hatten in ihrer Arbeit, und es nicht daran lag, daß sie nicht kommen wollte oder konnte. Dafür arbeitete es nun fieberhaft in seinen Gedanken. Es mußte einen Weg geben, die Party um den wichtigsten Menschen zu vervollständigen, den er sich vorstellen konnte. Er ging weiter zu Futura, die sich mit dem Wissenschaftler unterhielt, der das Laserbohrer-Projekt leitete, und blieb bei ihnen stehen. „Laser, Rae und Tempo ziehen eine richtig gute Show ab!“ stellte er bei der Gelegenheit fest.
      „Ja, sie nennen sich zu Recht »Future Rock«!“ lachte Futura. „Oh, was ist das…?“ fiel ihr plötzlich auf, als sie zum Buffettisch sah und ihr Blick auf einem roten Schemen haften blieb, der ebenso schnell verschwand, wie er gekommen war.
      Unter den Tisch hatte sich Redfox, der schnelle Fuchs aus dem Swamp Dreary, zurückgezogen, als ihm die Menge zu viel wurde. Nur sein Schwanz ragte, wenn er unachtsam war, unter dem Tischtuch hervor, so wie eben.
      Als er sich umdrehte, erschrak der Fuchs auf einmal fürchterlich, als er bemerkte, daß er nicht allein war. Hinter ihm, kaum eine Pfotenbreite entfernt, hatte sich das lila Monster zusammengekauert und zitterte. Redfox beruhigte sich schnell und lächelte freundlich. „Magst du auch keine großen Menschenansammlungen…?“
      Jemand tippte Redfox von hinten auf die Schulter, und der Fuchs zuckte so tödlich zusammen, daß er mit dem Kopf gegen die Tischplatte stieß.
      „Entschuldigung…“ klapperte Scared Stiff, der sich zu den beiden unter den Tisch gesellt hatte. „Ich mag auch keine großen Menschenansammlungen…“
      Vor dem Buffettisch bemerkte man von alldem nichts. Die Musik war laut genug, und die Unterhaltungen zu angeregt. Auf der Tanzfläche wirbelte Mister Squit inzwischen Prime Ordeal herum, Kita, die Tochter des ersten Mond-Bürgermeisters, tanzte mit Jessicas Neffen Corky, und Eddys »kleiner Bruder« Allan hatte Corinna, das Mädchen aus dem Mittelpunkt der Erde zum tanzen aufgefordert. Am Buffettisch standen der rundliche Toni und Hermi Winslow zusammen und beobachteten ihre Freunde fast neidisch. „Da sieht man es mal wieder!“ beschwerte sich Toni. „Die Dicken und die Schlauen kriegen keine ab!“
      Hermi bemerkte indes Amanda auf der anderen Seite der Tanzfläche. Die Tochter des Wissenschaftlers Doktor Ricer, der das Ultra-U-Boot erfunden hatte, schien genauso verloren zu sein. Der Junge mit der Brille lächelte. „Nur, wenn man nichts unternimmt!“ Zu Tonis Verwunderung konnte der dickliche Junge nun beobachten, wie sein Gesprächspartner zu dem Mädchen herüberging, und er konnte sie lächeln sehen, kurz bevor die beiden auf der Tanzfläche in der Menge untergingen.
      Toni seufzte tief. Dann wandte er sich dem großen braunen Hund an seiner Seite zu, der Corky treu beobachtete. „Weißt du was, Bones? Wir genehmigen uns jetzt einen schönen Drink zusammen! Nur wir beide. Möchtest du ein Glas Wasser?“
      Bones sah zu dem Jungen auf, und es schien, als würde er lächeln.
      Toni lächelte ebenfalls. „Dann komm‘!“
      Der Hund folgte dem Freund seines Herrchens beseelt.
      Sir Trancelot ritt derweil auf Fright Mare auf der anderen Seite der Tafel entlang und verschaffte sich einen Überblick über das Buffet. Am Ende angelangt, stapfte Fright mit einem Vorderhuf auf ein überhängendes Stück von dem Tischtuch.
      „Autsch!“ empörte sich eine schmerzerfüllte Stimme.
      Trancealot sah sich irritiert um. Die Stimme war vertraut, und sie schien von unten zu kommen. Fright Mare stand noch immer unbeeindruckt auf dem Tischtuch, als die Stimme sagte: „Airhead hat Hufabdruck!“
      Der Blick des bösen Ritters aller Orten ruhte entsetzt auf der Binde, die, wie er jetzt erkannte zu der großen Geistermumie gehören mußte. Automatisch zog er Fright Mare ein Stück zurück.
      Die Binde begann erneut zu sprechen. „Airhead sich wünscht, Geisterpferd macht sich auf die Hufe! – Airhead macht Scherz, haha…“
      Trancealot war befremdet in der Bewegung erstarrt. Er warf dem Buffet einen skeptischen Blick zu, und trat vorsichtshalber den Rückzug an.
      Auf der anderen Seite des Raumes wurde indes ein Interview geführt, welches für die rothaarige Journalistin zur Herausforderung wurde. Jessica hatte die Arme fest um den Körper gezogen und klapperte bitter mit den Zähnen. „G-g-gr-r-raf Fr-r-reeze… Wie em-pf-f-finden Sie die Pa-arty?“
      Der Geist in dem langen, dunkelblauen Mantel sah sich in dem großen Raum um. „Definitiv zu heiß! Aber dagegen kann man etwas tun!“
      „D-das me-erke ich!“ brachte Jessica hervor. „Mei-einen Sie denn n-nicht, daß die Me-ehrheit die Tem-peraturen ganz angenehm f-findet?“
      „Kann ich mir nicht vorstellen!“ erwiderte der Graf ungerührt. „Im Gegenteil! Jeder, mit dem ich mich im Vorfeld unterhalten habe, wünscht sich eine coole Party!“ Das Lächeln des Geistes machte der Reporterin förmlich Angst. „Wie gut, daß ich jetzt hier bin! Ich kann ihnen geben, was sie wollen!“ Er schleuderte seinen Spazierstock herum, und von der Decke der Lounge begann es zu schneien.
      Am anderen Ende der Party glommen Prime Evils Augen gefährlich auf. „Was zum…“ Er wirbelte herum und entdeckte seien Kontrahenten. Seine Augen verengten sich gefährlich. „Freeze!“ Mit einer schnellen Geste schickte er einen Feuerstrahl durch den Raum, der den Schnee zum schmelzen brachte und die Temperaturen wieder herstellte. Er klopfte sich in die Hände und wandte sich wieder seinem Gesprächspartner zu. „So, wo waren wir stehen gebelieben…?“ fragte er Sheriff Stumbleweed, wieder in zuckersüßer Freundlichkeit, als wäre nichts gewesen.
      „Ihr meint wohl, schweben gebelieben!“ korrigierte der kleine Geist.
      Die beiden lachten herzlich.
      Tracy beobachtete in der Zwischenzeit fasziniert, wie sich FibFace, der zweigesichtige Geist, gleichzeitig mit John Guardian auf der einen Seite, und Graf de la Grumpette auf der anderen Seite unterhielt. Über ihnen hingen die Flederschweine Rafter, Eaves und Belfry an der Decke und beobachteten das Geschehen über Kopf. Sie verfolgten eine Weile mit ihren Blicken Snookums, den verzogenen kleinen Sohn von Prime Evils Schwester, als er in einem wilden Slalom durch die Menge lief auf der Flucht vor Doktor Creep, einem ehemaligen Wissenschaftler aus Prime Evils Stab, dem offensichtlich die Flasche mit der brodelnden Flüssigkeit abhanden gekommen war, die nun in der Hand des Geisterkindes ruhte, beobachteten dann einen Moment Beak, Beast und Beatle, die sogenannten »Schrecklichen Drei«, die gerade vergeblich versuchten, zu dritt Schach zu spielen, und erfreuten sich an einer Blues Brothers-Imitation von dem Geisterduo Benny und Clyde.
      Merlin hatte inzwischen ganz besonderen Anschluß gefunden. „Es ist wahrlich eine Wohltat, einem ebenso erfolgreichen wie talentierten Zauberer zu begegnen, wie ich es bin!“ freute sich der weißhaarige Magier.
      Der Rothaarige ihm Gegenüber nickte. „Ich weiß genau, was Ihr meint, alter Freund! Man braucht hin und wieder einen Gesprächspartner auf Augenhöhe.“
      „Du sagst es, Monroe! Du sagst es!“
      Unter dem Dach stieß Belfry seinen Cousin an. „Eaves, siehst du den Zauberer dort unten? Monroe…“
      „Sieht nett aus! Ob er wohl eine Zaubershow für uns macht?“
      Belfry flatterte vor Schreck auf. „Um Himmels Willen! Ich hoffe nicht!“ Er flog aufgewühlt näher an seine beiden Artgenossen heran und wisperte im Vertrauen: „Das ist Prime Evil! In der Gestalt hat er mir einmal ein Medaillon vermacht, mit dem ich fast meine Freunde in Gefahr gebracht hätte!“
      Rafter sah nachdenklich zu der großen Fensterfront, wo Prime Evil mittlerweile mit seinem Hausdiener Ghouli und seinem Cousin, dem Ritter Terror im Gespräch stand. „Und wer ist dann das…?“
      Belfry folgte seinem Fingerzeig und stutzte. „Hä…?“
      Indes war der alte Spenser auf etwas aufmerksam geworden. Beim Buffet drücke sich eine Gestalt in den Schatten herum. Vorsichtig ging er der Sache nach. Eine Weile schien es jedoch, als würde die große, schlanke Gestalt vor ihm ausweichen, sich extra in den Schatten halten, um nicht entdeckt zu werden.
      Der Altghostbuster hatte sich fest vorgenommen, herauszufinden, was dort vor sich ging – nur vorsichtshalber, man konnte ja nie wissen. Er verbarg sich bei einer Käsepyramide, die Finger um einen Minidematerialisator geschlossen, und wartete.
      Nach einiger Zeit schien sich das Objekt seiner Aufmerksamkeit in Sicherheit zu wiegen. Der Schatten kam von der anderen Seite herum, als Spenser vortrat, und einem jungen Mann gegenüberstand, dem die Verlegenheitsröte in’s Gesicht schoß.
      „Wer sind Sie denn?“ erkundigte sich der mollige Pensionierte verblüfft.
      Der Dunkelhaarige räusperte sich nervös. „Mein Name ist Peter Venkman!“
      „Peter Venkman?“ Spenser überlegte. „Den Namen habe ich schon mal irgendwo gehört…“ Er musterte seinen Gegenüber eingehend. „Was machen Sie denn hier?“
      Peter wippte unruhig auf den Zehen. „Falsche Jubiläumsfeier…“
      Jessica hatte indes einen angenehmeren Interviewpartner gefunden, bei dem sie nicht zu frieren brauchte. „Schön, daß Sie kommen konnten!“ begrüßte sie den imposanten Geist. „Wie ich sehe, machen Sie sich bereits nützlich!“
      „Wissen Sie, Jessica, es ist nicht ungewöhnlich, gleich als Servierkraft rekrutiert zu werden, wenn man vier Arme hat!“ erklärte der rundliche Geist.
      „Offensichtlich, und das machen Sie sehr gut!“ Jessica lächelte, als sie Big Evil beobachtete, der vier Servierplatten in der Hand hielt – auf der einen Seite nahm sich der Direktor der Müllvernichtungsanlage Mister Smice gerade ein paar Cocktailgläser für sich und seine Mitarbeiter, der Geist von Don Quichote bediente sich an den Canapés auf dem zweiten Tablett, gleichzeitig nahmen sich Prinzessin Gwendolin und ihr Prinz Delvin zwei Gläser Sekt und stießen an, und Kiddo, der kleine Brontosaurier, und seine Mutter bedienten sich auf der Platte mit dem Salat. „Wirklich, sehr praktisch!“
      Big Evil deutete eine Verbeugung an, ohne auch nur eine der Platten in Unruhe zu bringen. „Vielen Dank!“
      Jessica lächelte, und wollte sich gerade Gordon von Gorillium für das nächste Interview zuwenden, als sie selbst von einem Mann im Trenchcoat und mit Block und Stift in der Hand angesprochen wurde. Er hatte einen deutlichen französischen Akzent. „Entschuldigen Sie, Mademoiselle… Mein Name ist René de Lump, und ich schreibe für eine Pariser Zeitung! Würden Sie mir verraten, was das besondere an dieser Party für Sie ist?“
      Die Journalistin mußte sich erst einmal von ihrer Überraschung erholen, als sie sich selbst in einem Interview wiederfand, erinnerte sich aber an die Worte des Crusader-Projektleiters, mit denen er ihr direkt aus der Seele gesprochen hatte. „Es ist das große Miteinander. Die Freundschaft, wenn auch nur für einen Abend, unter allen Charakteren des Universums.“
      „Für einen besonderen Abend, will ich meinen!“ pflichtete René bei.
      „Allerdings! 30 Jahre, und wir haben noch immer treue Fans, die besten, die man sich vorstellen kann!“ Jessica sah über Kopf auf den Block von René und stutzte. „Moment mal, was schreiben Sie da auf?“ Sie fing einen Halbsatz auf, der besagte: ‚… hält das Fest für eine überzogene High Society-Campagne…‘
      René grinste verlegen und zog schnell den Block weg. Kurz darauf konnten die verblüfften Raumschiffpiloten GT-7 und GT-6 eine rothaarige Reporterin einen Pariser Journalisten durch den ganzen Raum jagen sehen. Noch während sie sich umdrehten, um ihren Weg fortzusetzen, hörten sie eine warme Stimme, die zu dem Nobelpreisträger Alex Miller gehörte, der die beiden Roboter jetzt ansprach. „Ah, was für ein schönes Fest! Es gibt doch nichts wichtigeres als den Frieden, und wie wir miteinander umgehen!“
      „In der Tat…“ erwiderte GT-7 und sah sich noch einmal zu den beiden Journalisten um.
      Vom Rande aus beobachtete Futura gerade zusammen mit dem Zauberer von Blackstone die Party, sah über die vielfältige Menge und lächelte zufrieden. Sie hatten es wirklich geschafft, alle waren gekommen. Und alle hatten ihren Spaß. Die Gorilladame aus dem Pariser Zoo stieß gerade mit der Herzogin von Transsylvanien, Kelpi, der Leprechaun hatte Freundschaft mit den Außerirdischen Nexor und Zorgone geschlossen, der Geist von Captain Ahab und Pharao Akton erzählten sich gegenseitig ihre Erlebnisse mit den Ghostbustern, und die Hexe Sarsella flirtete mit Enrique Sandoval… So viele Gäste hatte die Station noch nie gesehen, und sie wußte, es war schier unmöglich, alle an diesem Abend den Lesern persönlich vorzustellen – doch wichtig war nur, daß alle ihren Spaß hatten. Die Party war ein voller Erfolg, und der Abend noch jung.
      Der große Raum war von einem vielstimmigen Gemurmel erfüllt. Viele Gespräche wurden geführt, die Gruppen mischten sich immer wieder von neuem durch. Tracy unterhielt sich gerade mit Unga, dem Steinzeitmenschen, die Robotergeister Quivar und Quake lachten zusammen mit dem großen Geistergorilla, und die Familie de la Torres aus Spanien unterhielt sich mit Prinz Otis von Petronia.
      Bei all dem Procedere standen Lord Knubbel und Anthrax am Rande der Gesellschaft und sahen dem Treiben zu.
      „Wirklich, eine dekadente Party, meinen Sie nicht auch, mein lieber Lord Knubbel?“ fragte der kleine, hellblauhäutige Außerirdische, der elegant eine Hand in die Hüfte gestemmt hatte und mit der anderen Hand ein Glas hielt.
      „In der Tag, mein bester Anthrax. Die Ghostbuster wissen, wie man feiert!“ stimmte der Lord mit seiner näselnden Stimme zu.
      Die beiden prosteten sich zu und betrachteten weiter das Geschehen.
      In der Zwischenzeit klinkte Eddy sich für einen Augenblick aus der Party aus, um etwas wichtiges zu erledigen. Er hatte in der Zwischenzeit recherchiert, und herausgefunden, was er wissen wollte – auch wenn er nicht stolz darauf war, daß er den Zauberer von Blackstone mit dem Ghostgummer bedroht hatte, dafür, daß sich niemand Gedanken darum gemacht hatte, daß eine spezielle Einladung nicht angekommen war.
      Bei einem Spiegel hielt er kurz inne, prüfte kritisch den Sitz seines Anzuges und richtete seinen braunen Haarschopf. Als er ganz zufrieden mit seinem Äußeren war, lief er weiter zu einer Tür zwischen den Panoramafenstern, die auf einen Notausstiegsring führte, der einmal um die Station herumführte. Zwar schauderte ihm bei dem Gedanken, nur durch einen kleinen Tunnel aus Energie vor den Weiten des Weltalls geschützt zu sein, sobald er durch die Tür treten würde, doch er hatte eine Hoffnung…
      Er öffnete die Tür, und wurde nicht enttäuscht. Ein Lächeln legte sich auf seine Züge. Den Spalt in der Tür mit einem Fuß blockierend, trat er in Leelas Arbeitszimmer und hielt der Autorin auffordernd eine Hand hin. „Kommst du? Die Party hat schon begonnen, und du darfst doch nicht fehlen!“
      Ich ließ überrascht von der Tastatur ab und sah atemlos zu dem attraktiven jungen Mann mit dem bestechenden Lächeln auf. Dann lächelte auch ich, schloß das Dokument, an dem ich gerade arbeitete und nahm seine Hand. Während mein Arbeitszimmer in einer anderen Realität zurückblieb, folgte ich meinem Lieblingscharakter auf die Mondstation und tauchte in die Partystimmung ein. Und der Rest der Geschichte schrieb sich von selbst…

Happy Anniversary!


Bezüge zu diversen Cartoonfolgen, u.a.: »Die Eisschmelze«, »Die Verbannung der Todesfee«, »Lösegeld für Eddie«, »So wie du bist«, »Das verhexte Gemälde«, »Die kleine, große Fledermaus«
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