Tipps für gute Pastas

Aufzählung/ListeHorror / P12
07.09.2016
17.09.2016
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Ja, ich habe noch keine Pastas veröffentlicht. Das liegt daran, dass sie meinen Ansprüchen nicht genügen. Jedoch habe ich genug Gute gelesen und gehört und noch mehr schlechte Pastas, um zu wissen, wohin die Reise gehen soll und wohin nicht. Natürlich stelle ich keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit, da ich weiß, dass dies von meinem Geschmack geprägt ist, aber trotzdem möchte ich euch das Destilat meiner Gedanken zugänglich machen. Auch möchte ich euch versichern, dass ich niemanden direkt angreifen will, wenn ich seinen Schreibstil bewusst oder unabsichtlich angreife.
Viel Spaß und ich hoffe ich kann euch einige gute Tipps geben.

1) Der Protagonist
Hiermit meine ich das Opfer. Es sollte ein mehr oder weniger normaler Mensch sein, mit Ecken und Kanten. Jemanden, den ihr, wenn ihr ihm auf der Straße begegnet, ihn im nächsten Moment sofort wieder vergessen habt. Klar wird bei manchen Handlungsaufbauten mehr über den Protagonist als über den Antagpnisten geschrieben, aber haltet den Charakter trotzdem einfach. Er ist nur ein Mittel zum Zweck.
Nehmt keinen Bourbon-Kid, der die Creeps über den Haufen ballert, nehmt lieber die typischen Opfer aus dem Slasher-Filmen. Viele Opfer haben in Creepypastas nicht mal einen Namen, obwohl die Geschichte aus ihrer Sicht erzählt wird. Erinnert ihr euch noch an den Namen des zweiten Opfers von Freddy Krueger aus dem dritten Film? Ich nicht. Den Namen hatte ich schon wieder vergessen, kaum das der Film zuende war. Nehmt eine graue Maus, mit einigen Freunden, eben den Durchschnittsmenschen.
Natürlich könnt ihr auch einen besonderen, verlieren Menschen als Protagonist nehmen, aber dann sollte dieser zur Handlung passen. Es muss sich natürlich anfühlen beim lesen, es darf nicht konstruiert wirken. Es muss stimmig sein.

2) Der Antagonist
Der Antagonist ist der eigentliche Held der Creepypasta, genau wie Jason Voorhees aus den Freitag der 13. Filmen oder der Joker in Batman-The Dark Knight. Über ihn solltet ihr euch zuerst Gedanken machen. Ein Guter Antagonist kann viel retten, wenn die Handlung mittelmäßig ist oder es Plotholes gibt. Um euch weitere Tipps für den Gegenspieler zu geben, muss ich diesen Punkt aufsplitten, da es aus meiner Sicht Bier Kathegorien hierfür gibt.
2.1) Der Killer
Hier schreibe ich über normale Killer, also solche, die ohne übernatürliche Kräfte auskommen. Eher solche Mörder wie Ted Bundy oder Jeffrey Dahmer und nicht über Freddy Krueger oder Jason Voorhees. Alles was an ihm besonders ist, muss sich durch die Wissenschaft erklären lassen. Wenn er also einen Schuss ins Bein bekommt, muss er die Schmerzen fühlen, durch die behindert werden und verbluten wenn er sich nicht verbindet. Die Schmerzen könnt ihr ihm zum Beispiel nehmen, wenn ihr den Killer an Analgesie leiden lasst. Dann ist er aber häufig von Narben übersäht, da er keine Schmerzen fühlt, er kann zusammenbrechen, weil er zu viel Blut verliert, da er die Wunden nicht spürt und er spürt noch nicht einmal etwas wenn ihm Gliedmaßen abgetrennt werden.
Gebt ihm aber etwas, das ihn besonders macht. Hier bieten sich die Persönlichkeit, die Motivation oder der Modus Operandi an.
Fangen wir mit der Persönlichkeit an. Gebt ihm das gewisse Etwas. Zum Beispiel einen Abseitigen Humor, oder eine besondere Vorliebe, vielleicht noch eine Krankheit, aber macht ihn nicht lächerlich. Vielleicht kann er auch nachdenklich oder philosophisch oder auch kindlich sein.
Klar gibt es Serienmörder, die aufstehen und sich sagen: "Heute bringe ich jemanden um!" Aber sowas funktioniert in der Fiktion nur, wenn er eine außergewöhnliche Persönlichkeit und einen besonderen Modus operandi hat. Gebt ihm eine Motivation, die man, wie abstrus sie sich dein mag, verstehen kann. Rache ist immer gut, auch wenn der Killer die Rachegefühle auf andere Opfer projeziert. Eine sexuelle Motivation ist auch immer möglich. Die macht ihn zu einer Art Jigsaw. Lasst ihn Leute töten, die er für lebensunwert hält.
Beim Modus operandi könnt ihr euch austoben. Die Opfer müssen nicht bis auf subatomare Teilchen zerstückelt werden für nen heftigen Thrill. Lasst ihn sein Opfer von hinten erwürgen und es dabei in einem Spiegel blicken. Das ist eine heftige psychische Folter. Oder den Opfer ein Glasgow-Smile verpassen. Eine einzige Verstümmelung, richtig eingesetzt kann erschreckender sein, als Badewannenweise Blut.
Seid kreativ und macht ihn besonders.
2.2) Das übernatürliche Wesen
Es kann alles sein, von einem Killer mit übernatürlichen Fähigkeiten, über Werbestien (Werwölfe, Werbären, Werkatzen...) und Vampire oder Hexen bis zu Geistern, Dämonen oder Göttern. Oder vielleicht Aliens. Wieso gibt es so wenige Creepypastas über Aliens? Wenn ihr etablierte Wesen nehmt, dann informiert euch über die. Ihr müsst nicht um die halbe Welt reisen, alte Bücher aus dem lateinischen übersetzen oder auch eine ganze Bibliothek anschaffen, schon Wikipedia hilft da. Wählt dich eine Form, zum Beispiel den Vampir aus Bram Stokers Dracula, der auch an Tag in der Sonne rumlaufen kann, aber dann nicht auf deine übernatürlichen Kräfte, außer deine übermenschlichen Stärke, zugreifen kann. Wählt euch eine Form aus, mit Stärken und Schwächen oder kombiniert mehrere Formen. Macht diese Wesen zwar übermächtig aber nicht völlig unbesiegbar. Führt dieses Wesen auch sinnvoll ein, vielleicht durch ein missglücktes Ritual oder eine unseelige Suche, wie bei den Geschichten von H.P. Lovecraft.
Wenn ihr ein eigenes Wesen erfindet, dann macht es mit Sinn und verstand. Gebt ihm eine Legende. Zur Not schreibt sie nur für euch auf und nützt sie bei den Fortsetzungen. Macht ruhig Exkurse in die Vergangenheit. Erzählt als Einführung oder als Rückblende vor dem Showdown, was dieses Wesen alles angestellt hat.
Wenn es zum ersten mal auftaucht, also im Universum eurer Geschichte, beschreibt es ausführlich genug, damit auch andere weiterschreiben können, aber nicht so sehr, dass ihr Längen aufbaut.
2.3) Der übernatürliche Gegenstand
Es kann alles sein. Von einer Puppe(mittlerweile ein Klischee) über ne spielfose oder eine Kopie eines Videospiels(auch ein Klischee) bis zu einem Kleidungsstück oder sonstwas. Es sollte einen einzigartigen Effekt auf den Besitzer haben. Als Beispiel möchte ich das SCP-013, die Blue Lady Cigarettes, anführen. Sie lassen den Raucher in seiner Vorstellung und seinem Selbstbild immer weiblicher werden, immer nach dem gleichen Muster, mit dem typischen statistischen Abweichungen.
Auch hier ist eine Hintergrundgeschichte praktisch, auch wenn sie nur besagt, dass das Objekt in einem Kramöaden gekauft würde und aus dem Nachlass von sonstwem stammt.
2.4) Gifte, Drogen und Krankheiten
Hier könnt ihr richtig kreativ sein, müsst es sogar, damit ihr nicht in dem Standard-Zombie-Apokalypse-Szenario seid, oder zum hundersten Mal den Ursprung der Pokemon erklärt. Aber erst erkläre ich mal, was ihr alles einbauen könnt.
Hoffe und Drogen, können alles bewirken, was ihr wollt. Von sofortigen Tod, über den schleichenden Verfall bis zu massiven psychischen Schäden. Der Ursprung kann alles sein, von einer prähistorischen Substanz, die bei einer Bohrung oder einer Ausgrabung entdeckt wird, über ein missglücktes Experiment oder etwas Außerirdisches. bei Drogen kommt ein Plottwist gut, in der Art von "Heavenly Star".
Bei Krankheiten könnt ihr in eine andere Richtung gehen. Besonders erschreckend sind Parasiten, also Lebewesen, die höhere Lebensformen befallen und diese auslaugen oder kontrollieren. Als Beispiel nehmen wir mal Toxoplasma Gondii. Dieser Parasit befällt kleine Wirbeltiere, wie Mäuse und lässt sie die Angst vor ihren Fressfeinden verlieren, damit er in seinen Hauptwirt, Katzen, gelangen kann. Mit Toxoplasmose infizierte Menschen sind meist risikofreudiger. Hier könnt ihr euch eine neue Art oder eine Mutation ausdenken, die Menschen alle Vorsicht verlieren lässt oder in den bewussten Selbstmord treibt.
Oder nehmen wir die Flood aus Halo. Der vielleicht erschreckender Parasit, der je erdacht wurde. Er übernimmt komplett den Körper des Wirts, aber schaltet das Schmerzempfinden nicht aus. Solange der Wirt noch funktioniert, wird dieser gezwungen zu kämpfen. Er zerfällt nur durch verwesung oder wenn der Parasit zerstört wird.

3) Die Länge
Überlegt euch, wie lang eure Geschichte werden soll. Es kann schon reichen, wenn einige wenige Sätze geschrieben werden. Es kommt immer darauf an. Zwei Sätze, richtig gewählt können mehr bewirken als eine Geschichte mit 20000 Worten mit einer Spannungskurve, die einer waagrechten Geraden gleicht. Achtet darauf, dass ihr alles sagt, was ihr sagen wollt und vermeidet Längen. Jede Geschichte sollte allein stehen können, ohne das eine Fortsetzung notwendig ist und bei Fortsetzungen solltet ihr darauf achten, dass diese nicht belanglos wird. Also nicht wie Fluch der Karibik 2-4, sondern eher wie Der blutige Pfad Gottes 2. Die führt mich gleich zum nächsten Punkt.

4) Die Handlung
Laut einer Theorie gibt es nur 6 Handlungen, die man erzählen kann. Aber ich habe selbst mehr als 6 Bücher allein auf meinem SUB. Die Variation macht es. Baut Elemente ein, die man nicht so oft sieht oder verwendet ein Handlungselement auf eine Art und Weise, die ihr noch nicht gesehen habt.
Überlegt euch auch, was ihr erzählen wollt. Wenn ihr das wisst, wisst ihr auch, wie ihr die Handlung aufbauen müsst, um das Maximum herauszuholen. Ob ihr die Handlung langsam aufbaut und erzählt, wie in Valhalla Rising oder schnell wie in Harry Potter 7.2, liegt hauptsächlich am Stoff den ihr verwendet.
Macht sie auf jeden Fall nachvollziehbar. Nur wenig ist schlimmer, als wenn man die Handlung schreien hört, weil sie an den Haaren herbeigezogen wird.
Bei einer kurzen Geschichte, haltet die Handlung einfach, linear, und steil ansteigend, gerne auch mit Ben heftigen Twist am Ende. Bei längeren Geschichten könnt ihr sie auch verschlungener machen, mit nebenhandlungen, verschiedenen Hanflungssträngen die im Laufe der Geschichte oder am Ende zusammengeführt werden. Vermeidet Plotholes und lose enden. Vermeidet es, dass sich der Leser fragt, wieso jetzt XY passiert. Plotholes könnt ihr gerne verwenden als Stilmittel, die am Ende gestopft werden, sodass die Handlung am Ende Sinn ergibt.
Ergeht euch auch nicht in Belanglosigkeiten, es ist unwichtig ob der Protagonist aufs Klo geht, wenn es nicht der Handlung dient oder beschreibt deine Kleidung nicht sehr ausführlich wenn es keinen Grund gibt, wieso der Leser das wissen sollte. Schreibt lieber Stubbi für diese kleinen 0,33 Liter Bierflaschen als diese Flasche bis ins Detail zu beschreiben.
Verwerft auch lieber eine Geschichte oder packt sie in euer privates Archiv, als Ideensammlung, wenn sie keine brauchbare Handlung zu bieten hat.

5) Etablierte Pastas
Wenn ihr die Pasta eines anderen weiterschreiben wollt, dann lest die mehrmals, versucht die Persönlichkeit und Kräfte des Antagonisten vollkommen zu erfassen. Verpasst den Slenderman keine Knarre oder so. Bekommt ein Gefühl für das Universum der Pasta.
Noch schwieriger wird es bei einem Crossover. Hier müsst ihr zwei fremde Charaktere zusammenbringen. Achtet hier auch auf das Setting. Wenn ihr einen Char nehmt, der nur im Wald anzutreffen ist, dann belasst ihn da oder habt eine gute Begründung wieso er dann, zum Beispiel, im Weltraum anzutreffen ist.
Nun das Shipping. Shipt keine Charaktere, die nicht zusammenpassen und erst recht nicht zwei Erzfeinde. Also bitte keine weiteren Jeff x Jane Geschichte. Jane wird von Rache getrieben, ihr Antrieb ist es, Jeff zu übertreffen und ihn am Ende auch zu töten. Sie würde mir Jeff nur dann ins Bett gehen und auch auf ihn einlassen, wenn sie keine andere Möglichkeit sieht, an ihn heran zu kommen. Das wäre so, als hätte sich Arya Stark auf eine Beziehung mit Joffrey Baratheon eingelassen, die nicht mit einigen Zoll Stahl zwischen Joffreys Toppen endete.
Shipt auch keine asexuellen Caraktere. Als keine Rake x Slenderman Geschichte. Da könnt ihr auch anfangen Bierflasche x Müslischüssel Geschichte zu schreiben.
Verändert auch keine Charaktere, die ihr übernehmt, außer es sind Dinge, die der Originalautor falsch gemacht hat. Siehe dazu den nächsten Punkt.

6) No-Go's die sonst nirgends reinpassen
Vermeidet Dinge, die absolut unmöglich sind, also in dem Universum der Geschichte. Auch hier zerre ich mal den guten alten Jeff als Beispiel heran. Er ist unmöglich, ohne Augenlider das Augenlicht zu behalten. Versucht doch mal eure Augen aufzuhalten ohne zu blinzeln. haltet die Augenlider fest und stoppt die Zeit bis es nicht mehr geht. Aber alles auf eigene Gefahr. Übertreibt es nicht um eure Augen nicht zu schädigen. Lest mal die Geschichte "Jeffs Geständnis". Dort wird seine Ursprungsgeschichte etwa umgeschrieben und er behält seine Augenlider. Wer kennt den Film A Clockwork Orange? Darin werden bei der Behandlung den Protagonisten, Alex, die Augen aufgehalten und er Arzt sitzt neben ihm und befeuchtet seine Augen. Dieser Arzt war ein echter Arzt, der dafür sorgte, dass Malcolm McDowells Augäpfel nicht vertrockneten und er so nicht erblindet.
Überladetdie Geschichte nicht. Ein einziges Motiv, gut eingesetzt ist besser, als 20 und diese seltsam und unverständlich verknüpft. Ihr müsst natürlich ausprobieren, wie beim Kochen. Wenn ihr merkt, dass es nicht schmeckt, wenn ihr Cola in eure Sahnesoße kippt, dann lässt ihr nächstes mal die Cola weg. Aber behaltet solche Experimente für euch, solange sie auch nicht gefallen.
Vermeidet Plagiate. Also nehmt nicht Candle Cove und schreibt über die Serie Happy Hollow, die Kinder in den 90ern gesehen haben, aber von der die Eltern nichts davon wissen und die von Ritterhandpuppen handelt. Natürlich könnt ihr die Handlung einer anderen Geschichte nehmen, eigene Charaktere dazu erfinden und dieser Handlung eigene Wendungen geben.

So, ich hoffe ich konnte euch helfen und einige Tipps geben. Gerne höre ich mir auch Kritik an oder nehme Ratschläge auf, die ich noch nicht berücksichtigt habe.
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