Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Ihr Leben in der Einsamkeit

von -Maemi-
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P16 / Gen
Mimi Tachikawa und Palmon Taichi "Tai" Yagami und Agumon
06.09.2016
18.02.2021
18
34.199
12
Alle Kapitel
32 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
14.01.2017 1.751
 
~Kapitel 8~

~Tais POV~

Er kam grade aus der Dusche und fuhr sich durch seine nassen Haare, als sein Telefon klingelte. Am Anfang ignorierte er das Telefon, wer auch immer das war musste warten oder zu einem späterem Zeitpunkt erneut anrufen. Als das Telefon aufgehört hatte zu klingeln ging er ins Schlafzimmer, um sich frische Sachen anzuziehen, danach rubbelte er seine Haare etwas trocken und brachte das Handtuch zurück ins Bad. Er lächelte schwach, als er das Handtuch aufhing. Normalerweise ließ er immer liegen und seine Mutter, und auch Kari, hatte ihm ziemlich oft zu verstehen gegeben, dass sie es nicht leiden konnte. Früher hatte er immer gedacht, dass in seiner eigenen Wohnung alles anders laufen würde. Dort konnte sich niemand über seine Handtücher beschweren. Aber jetzt, wo er seine eigenen Wohnung hatte, lief tatsächlich alles anders. Er brachte seine Wäsche in den Wäschekorb, sein Handtuch brachte er nach dem Duschen sofort ins Bad und auch den Abwasch erledigte er jetzt schneller, als es zu Hause jemals der Fall gewesen war.

Noch immer kam es ihm unwirklich vor, dass er jetzt eine eigene Wohnung hatte. Er hatte sie erst vor ein paar Monaten bezogen und war noch immer richtig stolz auf sie. Im Bad kippte er das Fenster an und bemerkte wie die Blätter langsam anfingen sich zu färben. Der Herbst stand unmittelbar bevor, dass hatte er heute auch beim Joggen bemerkt. Als das Telefon wieder klingelte beeilte Tai sich diesmal ran zu gehen.

„Wer stört?“

„Erreicht man dich auch endlich mal“, murmelte Matt schroff und Tai verkniff sich eine Bemerkung. Stattdessen ging er, mit dem Telefon am Ohr, in die Küche um sich etwas zu trinken zu holen. „Können wir unsere Verabredung verschieben?“

„Klar, was ist dir dazwischen gekommen?“

„Frag nicht“, stöhnte Matt und Tai hörte wie er in ein anderes Zimmer ging. „Sora hat ihre Eltern zum Abendessen eingeladen.“

„Mit denen kommst du doch aber gut klar“, sagte Tai und runzelte die Stirn. Leise schloss er den Kühlschrank und überlegte, was er mit seinem Abend heute anstellen sollte. Er verspürte wenig Lust zu Hause zu sitzen und sich zu langweilen.

„Ihre Großeltern kommen auch mit. Sora dreht völlig durch, weil sie jetzt für mehr Leute kochen muss. Ich kann sie jetzt nicht alleine lassen, Tai. Ich glaube sie kriegt einen Nervenzusammenbruch“, klagte sein bester Freund ihm sein Leid.

Tai lachte leise und schüttelte den Kopf. „Ja, ihr Großeltern sind nicht grade ohne. Ich wünsche euch viel Spaß. Du schuldest mir ein Bier.“

„Du mich auch“, schnaubte Matt. „Tut mir leid, aber es ist wirklich wichtig, dass ich bei Sora bleibe.“

„Bleib du mal schön bei ihr. Vielleicht geh ich nachher zu Mimi und guck ob sie spontan Zeit hat.“

„Zu Mimi?“, hakte Matt nach und Tai konnte deutlich die Überraschung aus seiner Stimme heraushören. „Reden wir hier von der gleichen?“

„Ja“, murmelte er und stellte die Flasche auf den Schrank. „Wir haben uns in der letzten Zeit öfter mal getroffen. Meistens eher zufällig, aber ja“, gab er widerstrebend zu und verschränkte die Arme vor seiner Brust.

„Das hast du mir gar nicht erzählt. Meinst du, dass das so eine gute Idee ist?“

„Warum sollte es keine gute Idee sein?“, fragte er und runzelte wieder die Stirn. Vielleicht würde Matt es anders sehen, wenn er auch bemerkt hätte, dass Mimi in der letzten Zeit nicht wirklich ehrlich zu ihnen war. Aber bisher schien nur ihm das aufgefallen zu sein. Also war es seine Pflicht der Sache nachzugehen und ihr zu helfen. Außerdem konnte er es einfach nicht leiden Mimi traurig zu sehen. Und sie war traurig, auch, wenn sie es nicht zugab. Aber sobald sie sich unbeobachtet fühlte, konnte man die Trauer in ihren Augen erkennen.

„Weil du damals ziemlich fertig warst, Tai. Du weißt schon, als sie dich....“

„Ich weiß“, unterbrach Tai ihn schroff und seufzte. „Du musst dir um mich keine Sorgen machen, okay? Ich pass schon auf mich auf.“ Tai hörte wie Sora laut fluchte und zuckte zusammen. „Du solltest lieber Sora zur Seite stehen. Sonst fackelt sie noch die Wohnung ab.“

„Wir reden ein anderes mal, okay?“ Wortlos legte Tai auf und sah aus dem Fenster. Ja, damals war er wirklich ziemlich fertig gewesen. Er war alles nicht so verlaufen wie er es sich vorgestellt hatte und so war es dazu gekommen, dass Mimi und er sich aus den Augen verloren hatten. Zwar nicht ganz, aber doch so viel, dass ihre Freundschaft ein wenig darunter gelitten hatte. Daher war er ziemlich froh darüber, dass sie jetzt wieder normal miteinander umgehen konnte. Ja, beschloss er, er würde zu Mimi gehen und gucken, ob sie vielleicht Zeit für ihn hätte. Und vielleicht würde er ja etwas aus ihr heraus bekommen.

εїз - ❁ - ɞ - ❁ - εїз


Eine Stunde später stand er vor der Tür von Mimi und drückte auf die Klingel. Er hatte sich vorher nicht angekündigt, weil er sie überraschen wollte. Aber jetzt wusste er nicht einmal, ob sie überhaupt zu Hause war. Vielleicht hätte er ihr doch vorher schreiben sollen. Doch dann hörte er leise Schritte in der Wohnung und die Tür wurde ihm geöffnet. Mimis Augen weiteten sich, als sie sah wer vor ihr stand.

„Taichi, was machst du denn hier?“, fragte sie und ging einen Schritt zur Seite, um ihn in die Wohnung zu lassen. An angenehmer Duft empfing ihn, als er an Mimi vorbei lief. Es war ihr Duft. „Ist alles in Ordnung?“

„Matt hat mir für heute Abend abgesagt. Wir wollten eigentlich was miteinander unternehmen.“

„Soras Großeltern kommen zu Besuch. Sie tun mir beide ein bisschen Leid.“ Mimi zuckte mit den Schultern und verschränkte dann die Arme vor ihrer Brust. „Was hat das mit mir zu tun?“

„Ich wollte dich fragen, ob wir was machen wollen? Ich hatte keine Lust auf langeweile und da dachte ich mir, frag ich mal Mimi, ob sie Zeit hat“, grinste er sie an und steckte seine Hände in die Hosentaschen. „Du kannst natürlich sagen, wenn du kein Lust hast etwas zu unternehmen.“

„Was hattet ihr denn vor? Also außer zocken, Bier trinken und über Frauen reden?“ Sie zog eine Augenbraue nach oben und musterte ihn.

„Wir könnten ins Kino gehen“, sagte Tai und runzelte die Stirn. „Oder wir gehen was trinken, wie du magst“, er zuckte mit den Schultern und wartete ihre Antwort ab.

„Kino klingt gut“, nickte sie mit dem Kopf und lächelte ihn an. „Ich mach mich schnell fertig, okay? Gib mir ein paar Minuten Zeit.“

Er sah an ihr runter und stöhnte. „Du musst dich nicht umziehen. Du kannst so ins Kino gehen.“ Sie hatte eine enganliegende Jeans an, an weißes Top, welches sich um ihren Körper schmiegte und darüber trug sie eine leichte Jacke. Und auch auf Schminke konnte Mimi verzichten. Sie trug dezentes Make – Up und sah wirklich atemberaubend aus. Er war kein Wunder, dass sich so viele Männer nach ihr umdrehten.

Mimi verdrehte die Augen. „Ich wollte mich auch nicht umziehen. Aber meine Tasche darf ich noch holen, oder? Und meine Haare noch einmal durchkämmen. Dann können wir auch schon los“, sagte sie, lächelte ihn an und verschwand in ihr Zimmer.

εїз - ❁ - ɞ - ❁ - εїз


Als sie im Kino angekommen waren hatte Tai sich geärgert, dass sie seinen Vorschlag angenommen hatte. Im Kino konnte er unmöglich mit ihr reden geschweige denn herausfinden, was sie in der letzten Zeit so beschäftigte. Umso froher war er gewesen, als Mimi zustimmte noch etwas in der Bar, die gleich neben dem Kino war, trinken zu gehen. So hatte er doch noch die Chance etwas aus ihr herauszukitzeln.

„Der Film war wirklich gut gewesen, oder?“, fragte Mimi und nippte an ihrem Cocktail.

„Ich bin froh, dass du mich in keine Schnulze geschleppt hast“, nickte er mit dem Kopf und verdrehte die Augen. „Aber ja, der Film war wirklich gut.“

„Sag ich doch“, kicherte sie leise. Sein Herz schlug dabei schneller, als er ihr Lächeln erwiderte. „Ich bin wirklich froh, dass du vorbei gekommen bist. Ansonsten hätte ich wahrscheinlich zu Hause gesessen und Trübsal geblasen.“

„Wieso das?“, fragte er nach und legte seine Arme auf den Tisch. „Ist alles in Ordnung bei dir?“

„Ja“, sagte sie und blickte ihn dabei böse an. „Du musst mich nicht immer fragen, ob alles okay ist, Tai. Manchmal hat man gute und manchmal schlechte Tage, da ist doch nichts dabei“, sagte sie leise und spielte nervös mit ihrer Serviette rum. Es war ihr anscheinend unangenehm, dass Tai dieses Thema wieder anschnitt.

„Natürlich gibt es die. Deswegen habe ich dir nie geglaubt, dass du immer so fröhlich bist. Man kann nicht 365 Tage im Jahr gut drauf sein. Das funktioniert einfach nicht. Und du hast letztens so aufgebracht gewirkt, deswegen habe ich nachgefragt.“

„Du glaubst mir nicht, habe ich recht?“, fragte sie ihn und schaffte es sogar ihn anzulächeln. „Du glaubst mir nicht, dass alles okay bei mir ist. Sei ehrlich, Tai.“

„Wie kommst du denn jetzt darauf?“, fragte er und hielt ihrem Blick stand. Das Gespräch verlief nicht so, wie er es sich vorgestellt hatte und trotzdem hatte er das Gefühl etwas mehr von Mimis Gefühlen zu erfahren. Er hatte das Gefühl, dass er grade erfuhr wie es vielleicht wirklich in Mimi aussah. „Darf man sich denn um seine Freunde keine Sorgen machen?“

„Es geht grade nicht darum, dass du dir Sorgen um mich machst. Sondern, dass du mir nicht glaubst, wenn ich dir sage, dass alles okay mit mir ist. Ich will doch einfach nur eine ehrliche Antwort von dir.“

„Warum machst du dir überhaupt so sehr einen Kopf darum, ob ich dir glaube, oder nicht? Eigentlich kann er dir doch egal sein, oder?“ Noch immer blickte er ihr in die Augen und nahm jede Bewegung, jede noch so kleinste Regung von ihr wahr. Er bemerkte wie sie sich immer wieder auf die Lippe biss, wie sie unruhig auf ihrem Stuhl hin und her rutschte. Ihre Augen huschten nervös von ihrem Cocktail zu ihm und wieder zurück. Ja, es war ganz eindeutig. Mimi verbarg etwas vor ihm. Und vermutlich hatte sie Angst, dass er ihrem Geheimnis auf die Schliche kam

„Vielleicht will ich einfach nicht, dass du dir unnötig Sorgen machst“, zuckte sie mit den Schultern und fuhr sich mir ihren Fingern durch die Haare. Ihre Hand zitterte dabei, wie er bemerkte.

Er seufzte, holte tief Luft und sah ihr in die Augen. „Nein, Mimi. Ich glaube dir nicht, dass alles okay mit dir ist.“ Sie zuckte zusammen und sah ihn mit großen Augen an. Er hatte seine Bestätigung. Irgendwas verbarg Mimi vor ihm und ihren anderen Freunden...
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast