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Ihr Leben in der Einsamkeit

von -Maemi-
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P16 / Gen
Mimi Tachikawa und Palmon Taichi "Tai" Yagami und Agumon
06.09.2016
18.02.2021
18
34.199
11
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Dieses Kapitel
1 Review
 
31.12.2016 2.023
 
Pünktlich zum Jahreswechsel kommt hier noch ein Kapitel online. Sollte eigentlich schon gestern online kommen, aber irgendwie hab ich es dann vergessen, dafür kommt es aber heute.!
Ich hoffe ihr rutscht alle Gut ins Neue Jahr, feiert schön und lasst es ordentlich krachen :D
Ich freue mich schon darauf, euch in neuem Jahr wieder zu lesen :)
Die Kommis werden ich dann auch die Tage beantworten :D

Liebe Grüße <3 <3 <3





~Kapitel 7~

Die Nacht lag über der Stadt, als Mimi in ihrem Bett lag und leise Musik hörte. Tränen schimmerten in ihren Augen, als sie den Kloß in ihrem Hals herunter schluckte. Wie immer überkam sie in der Nacht die Einsamkeit, die ihr Herz umklammerte wie eine kalte Faust. Nachts konnte sie nicht vor ihren Gefühlen weg rennen. In der Nacht wurde ihr immer wieder bewusst wie einsam sie eigentlich war. Und das sie sich doch nach jemanden sehnte, der sie in den Arm nahm, wenn es ihr nicht gut geht. Der sie tröstete, ihre Tränen weg wischte. Sie sehnte sich nach jemanden, der sie zum lachen brachte, mit dem sie Abends zusammen im Bett liegen konnte.

In diesen Momenten sehnte sie sich danach, die Einsamkeit hinter sich zu lassen.

Sie wollte in diesen Momenten nicht mehr alleine sein, denn das war sie schon so lange. Sie wollte für jemanden etwas ganz besonderes sein. Sie wollte für jemanden sein Mädchen sein. Sie wollte jemanden, der Abends nicht schlafen konnte, bis sie sicher zu Hause angekommen war. Sie wollte jemanden der sich um sie sorgte, der ihr schrieb, wenn sie nicht bei ihm war. Ja, auch sie wollte für jemanden etwas ganz besonderes sein. Das Wichtigste in seinem Leben.

Obwohl Mimi wusste, dass die Liebe manchmal schmerzhaft sein konnte sehnte sie sich dennoch hin und wieder nach ihr. Und auch, dass sie es endlich schaffte mit der Vergangenheit abzuschließen. Sie wollte nicht mehr von Kizu's Taten abhängig sein. Sie wollte nicht mehr, dass sie ihr Leben bestimmten. Aber der Absprung fiel ihr so schwer. Da war es doch viel einfacher sich weiter ihrer Einsamkeit hinzugeben. Es war für sie schwer die Fesseln zu lösen. Schon viel zu lange lebte sie in der Einsamkeit.

Denn, auch wenn sie sich nach jemanden sehnte, so schaffte sie es meistens doch nicht jemanden komplett zu vertrauen. Es gab immer etwas in ihr, dass sie davon abhielt sich ganz darauf einzulassen. Und dann zerbrach wieder alles, weil Mimi einfach nicht mehr vertrauen konnte. Sie schaffte es einfach nicht sich auf jemanden komplett einzulassen. Sie war misstrauisch, zurückhaltend und gab nicht viel von sich Preis. In solchen Moment hatte sie immer wieder die Angst, dass sie ihr Leben lang alleine bleiben würde. Sie sagte sich zwar immer, dass der Richtige einfach noch nicht dabei gewesen war, aber wer wusste schon ob das stimmte? Vielleicht war er dabei gewesen und Mimi hatte ihn schon längst abgewiesen.

Sie wusste es einfach nicht. Als sie sich die Tränen weg wischte sah sie raus aus dem Fenster. Alles war so ruhig und wirkte so friedlich. Ob es da draußen auch jemanden gab, der genauso einsam war wie sie? Sie nahm die Ohrstöpsel aus ihren Ohren, schaltete die Musik an ihrem Handy aus und rappelte sich auf, um die Jalousien zu zu machen. Morgen war ein neuer Tag und sie hoffte, dass morgen alles besser war.

Es gab Tage, und Nächte, da fühlte sie sich einfach so hilflos. Und sie konnte nichts anderes machen, als zu weinen und sich ihrem Schmerz hinzugeben. Dabei wünschte sie sich so sehr jemanden an ihre Seite, mit dem sie alles teilen konnte.

+

„Gehst du?“, fragte ihre Mutter, als Mimi aus ihrem Zimmer kam und ihre Tasche umgelegt hatte.

„Ja“, nickte Mimi mit dem Kopf und lächelte ihre Mutter an. „Ich bin noch verabredet.“ Sie wollte sich mit Tai im Park treffen. Er wollte ein bisschen Fußball spielen und sie würde auf der Bank sitzen und nebenbei ein Buch lesen. Schon früher hatten sie das gemacht und irgendwie hatte es sich ergeben, dass sie sich heute verabredet hatten.

„Mit Tai?“, hakte ihre Mutter vorsichtig nach. Sie hatte ihren Kopf leicht schief gelegt und musterte ihre Tochter. Sie lächelte sie an. „Ich habe mitbekommen, dass ihr euch in der letzten Zeit ziemlich oft seht.“

„Das hat nichts zu sagen“, sagte Mimi schnell und stöhnte innerlich. Warum war ihre Mutter nur so schrecklich neugierig? Sie hätte ahnen müssen, dass sie früher oder später nachfragen würde. „Wir sind einfach nur Freunde“, murmelte sie leise und ignorierte den Schmerz in ihrer Brust. „Wir sehen uns dann heute Abend!“ Schnell beeilte sich Mimi, um aus der Wohnung zu kommen. Auf weitere Fragen ihrer Mutter konnte sie gut und gerne verzichten.

An der Brücke traf sie auf Tai, der schon auf sie wartete. „Wartest du schon lange?“, fragte Mimi und strich sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht. „Meine Mutter wollte mich nicht so schnell gehen lassen“, verdrehte Mimi die Augen.

„Alles gut“, zuckte Tai mit den Schultern. „Bin selber grade erst gekommen.“ Zusammen liefen sie in Richtung des Fußballfeldes. „Vorhin habe ich überlegt, wann wir das letzte Mal zusammen etwas unternommen haben. Also das hier“, sagte er und kickte seinen Fußball nach vorne.

Mimi runzelte die Stirn und überlegte. Es war schon eine weile her. Damals, kurz bevor auch Tai ihr ihr Herz gebrochen hatte. Damals war alles noch anders gewesen und sie hätte es nie für möglich gehalten, dass sie irgendwann mal wieder so unbeschwert mit Tai umgehen könnte. Sie war auf Abstand zu ihm gegangen, nachdem verhängnisvollen Abend. Trotzdem war es irgendwie beruhigend, wenn sie mit Tai unterwegs war. „Ja, es ist schon eine weile her. Pass auf, dass du den Fußball nicht wieder ins Wasser schießt“, kicherte sie leise.

„Das passiert mir schon nicht“, lachte Tai und hob den Fußball vorsichtshalber hoch. Sicher war sicher. Er hatte wenig Lust sich wieder einen neuen Fußball zu holen. Schweigend liefen sie weiter, bis sie am Fußballfeld angekommen waren. Tai stellte seinen Rucksack neben der Bank ab, während Mimi sich auf diese setzte. „Ich habe ein paar Kekse eingepackt. Keine Angst, die hat Kari gemacht und nicht Mama“, sagte er schnell, als er den entsetzten Gesichtsausdruck von Mimi gesehen hatte. „Sie schmecken wirklich gut.“

„Vielleicht sollte ich deiner Mama mal ein paar Tipps geben? Kari hat mich erst letztens nach einem einfachen Rezept für Kekse gefragt. Wenn Kari das alles gut umsetzten konnte, warum sollte das dann nicht auch deine Mutter schaffen?“

„Weil Mama eine Niete in der Küche ist“, seufzte Tai und schüttelte den Kopf. „Außerdem müsste ich dann wieder als Testobjekt hinhalten.“

„Ach, das krieg ich schon hin. Vielleicht backe ich einfach mal ein paar Kekse mit ihr zusammen. Lass mich mal probieren“, sagte Mimi und nahm sich einen Keks aus der Tüte. Sie biss ab und schon kurze Zeit später zeichnete sich ein Lächeln auf ihre Lippen ab. „Ich muss Kari nachher schreiben. Die Kekse schmecken richtig gut.“

„Finde ich auch“, nickte Tai mit dem Kopf, steckte sich einen Keks in den Mund und kickte den Ball zum Feld. „Ich werd dann mal.“

Mimi nickte mit dem Kopf, setzte sich wieder auf die Bank und kramte ihr Buch aus der Tasche. Sie hatte sich einen Liebesroman eingepackt und irgendwie kam ihr das jetzt wie der blanke Hohn vor. Aber irgendwie gaben ihr diese Romane auch die Hoffnung wieder, dass auch sie eines Tages ihr große Liebe finden würde. Nicht jeder Mann war so ein Arsch wie Kizu, dass wusste sie, tief in ihrem Inneren. Sie strich über das Buch und lächelte traurig. Was war, wenn es für sie keine Hoffnung mehr gab? Was war, wenn Mimi für immer alleine bleiben würde, weil die Taten von Kizu sie so sehr geprägt hatten, dass sie einfach keinem mehr vertrauen konnte?

Was war, wenn sie ewig ihr Leben in der Einsamkeit verbringen würde?

εїз - ❁ - ɞ - ❁ - εїз


Er kickte den Ball und blickte zur Bank. Mimi saß auf dieser doch sie las nicht, wie er angenommen hatte, sondern starrte auf den Boden. Er sah ihr an, dass sie vollkommen in Gedanken versunken war. Sie bekam nicht einmal mit wie er sie ansah. Der Ball rollte zurück zu seinen Füßen, aber Tai rührte sich nicht. Er sah weiter zu Mimi und versuchte das beklemmende Gefühl in seinem Magen zu ignorieren.

Von dem Mädchen war damals nicht mehr viel da. Sie war zu einer attraktiven jungen Frau herangewachsen, dass hatte Tai schon vor ein paar Jahren festgestellt. Die Männer lagen ihr zu Füßen, aber Mimi hatte schon viele Jahre keinen festen Freund mehr gehabt. Tai hatte mitbekommen, dass sie hin und wieder mal ein Date hatte, aber mehr auch nicht. Und so langsam fragte er sich, warum sie wohl schon so lange Solo war. Sie war ein toller Mensch, wie er fand.

Hatte es vielleicht mit dem sie tun, was sie so sehr beschäftigte?

Seit der Party bekam er das Gefühl einfach nicht mehr los, dass sie sehr wohl etwas beschäftigte, auch, wenn sie es immer wieder bestritt. Er war sich ziemlich sicher, dass sein Gefühl ihn nicht täuschte. Außerdem war es ihr anzusehen. Wie zum Beispiel auch jetzt. Anstatt ihr Buch zu lesen sah sie auf den Boden und schien mit ihren Gedanken ganz woanders zu sein. Sein Herz zog sich zusammen, als sie traurig lächelte. Er konnte es nicht leiden einen seiner Freunde traurig zu sehen. Und bei Mimi konnte er es ganz besonders nicht leiden. Wenn er ihr doch nur irgendwie helfen könnte.

Er nahm den Ball in die Hände und blickte zu Mimi. Er gab sich einen Ruck und ging auf sie zu. Sie war so sehr in Gedanken versunken, dass sie ihn erst bemerkte, als er ihr eine Hand auf die Schulter legte. Sie blinzelte mit ihren Augen und blickte irritiert zu ihm nach oben. Ihre Augen glänzten, sie kämpfte mit den Tränen. Zaghaft lächelte er sie an und wollte sie von ihren Trüben Gedanken ablenken. Er wollte sie nicht so sehen.

„Alles okay bei dir?“

„Ja“, murmelte sie leise. Er spürte wie sie tief Luft holte, ehe sie zaghaft mit dem Kopf nickte. „Hast du keine Lust mehr Fußball zu spielen?“

„Doch“, sagte er und zuckte mit den Schultern. „Aber du hast so abwesend gewirkt, da wollte ich gucken, ob es dir auch gut geht. Außerdem brauche ich eine kleine Pause.“ Er nahm die Hand von ihrer Schulter und setzte sich neben sie auf die Bank. „Ist das Buch gut?“

„Ein Liebesroman“, zuckte nun auch sie mit den Schultern und strich über das Cover. „Ich habe nur über das Buch nachgedacht, deswegen war ich so abgelenkt. Du musst dir keine Sorgen um mich machen. Mit mir ist alles bestens Tai. Geh wieder Fußball spielen“, lachte sie und gab ihm einen sanften Schubser.

Sie blockt wieder ab, ging es Tai durch den Kopf, als er sich von der Bank erhob. Und damit war für ihn klar, dass er die ganze Zeit recht mit seinem Gefühl hatte. Irgendetwas beschäftigte Mimi, nahm sie so sehr mit, dass sie mit ihren Gedanken stellenweise ganz woanders war. Wollte er nur mit ihr nicht darüber reden, oder redete sie mit gar keinem darüber? Versuchte sie alleine damit fertig zu werden?

Frustriert nahm er seine ganze Energie zusammen und schoss den Ball gegen die Wand. Er prallte hart zurück und Tai schoss ihn immer wieder gegen die Wand. Es war zum verrückt werden. Warum nahm er ihn überhaupt so sehr mit, was Mimi anging? Sollte er die Sache nicht einfach auf sich beruhen lassen, nach dem was vor ein paar Jahren passiert war? Hatte dies nicht alles zwischen ihnen verändert?

Und doch wollte er unbedingt wissen was Mimi so sehr mitnahm. Nicht um seine Neugierde zu befriedigen. Nein, er wollte ihr helfen, denn er sah ihr an, dass sie wahrscheinlich nicht alleine aus der Sache herauskam. Er hatte das Gefühl, dass die Sache einen ziemlich großen Platz in ihrem Leben einnahm.

Er blickte wieder zu Mimi und sah, wie sie wieder auf den Boden starrte. Sie war mit ihren Gedanken wieder an einem Ort, der ihr nicht gut tat. Ja, beschloss er, er würde herausbekommen was Mimi so sehr beschäftigte....
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