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Ihr Leben in der Einsamkeit

von -Maemi-
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P16 / Gen
Mimi Tachikawa und Palmon Taichi "Tai" Yagami und Agumon
06.09.2016
18.02.2021
18
34.199
12
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Dieses Kapitel
2 Reviews
 
21.10.2016 1.913
 
Wer hätte das gedacht? Endlich kann ich meinen Rythmus einhalten bzw einen anfangen :D
Ich habe jetzt vor, dass alle zwei Wochen ein neues Kapitel online kommen wird :)
Vielleicht kommt auch mal eins schneller online, aber so ist es erst einmal durchdacht von mir. Ich hoffe, dass neue Kapitel gefällt euch <3


~Kapitel 2~

Mimi saß an ihrem Schminktisch und legte sich ein dezentes Make Up auf. Sie legte ihre Kette um, steckte ihre Ohrringe rein und betrachtete sich dann zufrieden im Spiegel. Sie sah hübsch aus. Dazu trug sie ein grünes Kleid, welches ihrer Figur schmeichelte. Das Haar fiel in sanften Wellen über ihre Schulter, vielleicht sollte sie es mal wieder schneiden lassen. Sie stand auf und sah nach ob sie alles in ihre Handtasche gepackt hatte, was sie für den heutigen Abend brauchen würde. Joe hatte sein Examen bestanden und nun wollten sie mit ihm feiern. All das lernen hatte sich endlich bezahlt gemacht und Mimi freute sich für ihn. Sie sah zur Tür, als ihre Mutter ins Zimmer trat und sie betrachtete.

„Du siehst hübsch aus, Mimi.“ Ihre Mutter kam zu ihr und richtete ein paar Strähnen ihrer Haare.

„Danke, Mama“, lächelte sie und wandte sich dann wieder ihrer Handtasche zu. „Du musst übrigens heute nicht auf mich warten. Ich weiß nicht, wann ich nach Hause komme. Auf jeden Fall werden wir ordentlich feiern, dass Joe sein Examen bestanden hat.“

„Du wirst schon nach Hause kommen. Außerdem weiß ich, dass du Freunde hast, die dich nach Hause bringen werden.“

„Ich bin alt genug, Mama“, verdrehte sie die Augen, packte eine Packung Kaugummis in die Handtasche und schloss diese dann. Sie ging zu ihrem Schrank und nahm sich eine Jacke heraus, für den Fall das sie nachher fror. „Kommt Papa heute von seiner Dienstreise wieder?“

„Morgen erst, mein Schatz. Holt dich eigentlich Tai heute wieder ab?“

Bei seinem Namen zuckte sie unwillkürlich zusammen und für einen kurzen Moment huschte ein dunkler Schatten über ihr Gesicht. Ihr Herz klopfte, als sie an ihn dachte. Schnell versuchte sie den Gedanken wieder abzulegen. Es war schon viel zu lange her. „Warum sollte er das tun?“, fragte sie spitz und verfluchte sich dafür. Eigentlich verspürte Mimi wenig Lust über dieses Thema zu reden. Sie biss sich auf die Zunge und ging zum Spiegel, um sich ein letztes Mal darin zu betrachten.

„Ich dachte nur. Immerhin habt ihr...“

„Nicht jetzt, Mama, bitte“, unterbrach sie ihre Mutter und nahm sich ihre Handtasche. „Wir werden uns nachher auf der Party sehen, aber ich gehe mit Sora und Matt hin. Wir reden ein anderes Mal darüber, okay?“ Sie umarmte ihre Mama, drückte ihr ein Kuss auf die Wange und lächelte sie ein letztes mal an, bevor sie zur Tür lief. „Ich geh schon mal runter. Sora und Matt müssten gleich da sein. Wir sehen uns morgen früh.“ Noch bevor ihre Mutter antworten konnte war Mimi auch schon durch die Tür verschwunden.

Schnell lief sie die Treppen nach unten, verzichtete auf den Fahrstuhl und stieß die Tür auf. Sie atmete einmal tief ein und aus und setzte sich dann auf die Bank, die vor ihrem Wohnkomplex stand und beschloss dort auf Sora und Matt zu warten. Warum musste ihre Mutter ausgerechnet heute mit dem Thema Tai ankommen? Ja, sie hatten eine Zeit lang mal etwas mehr miteinander unternommen, aber jetzt sahen sie sich nur noch selten. Sie alle hatten mit der Uni, oder der Arbeit, zu tun und schafften es daher nur noch selten, sich zu sehen. Oder ahnte ihre Mutter etwa etwas? Mimi runzelte die Stirn. Dabei hatte sie nie mit ihrer Mutter darüber geredet. Viel zu peinlich war ihr die ganze Sache gewesen. Sie hatte immer ein Lächeln auf den Lippen, wenn ihre Mutter sie daraufhin ansprach. Sie zeigte nie, wie weh es ihr eigentlich wirklich getan hatte. Das war schon damals so gewesen, als sie den Verrat von Kizu bemerkt hatte.

Niedergeschlagen dachte sie an das Buch, in welchem sie jeden Abend las. Sie hatte sich damals tatsächlich seine Nachrichten aufgeschrieben. Warum dies so war, konnte Mimi heute nicht mal mehr sagen. Aber sie konnte es auch nicht weg schmeißen. Sie konnte sich nicht davon trennen, aus Angst etwas zu vergessen. Es waren nicht nur die schlimmen Nachrichten, die dort drin standen. Es waren auch seine lieben, seine gefühlsvollen Nachrichten, die ihr auch heute noch ein Lächeln ins Gesichts zauberten. Bis sie wieder daran dachte, wie Kizu ihr das Herz gebrochen hatte.

Sie hörte Schritte, die auf sie zukamen und hob ihren Kopf. Sora kam auf sie zugelaufen und schnell setzte Mimi ein breites grinsen auf. Sie erhob sich von der Bank und drückte ihre Freundin. „Wo ist denn Matt?“

„Der war vorher mit Tai unterwegs und fährt dann mit ihm gleich zu Joe. Du siehst hübsch aus. Ein neues Kleid?“, fragte Sora und lächelte, als Mimi mit dem Kopf nickte. „Sieht wirklich super aus.“

„Danke.“ Mimi drehte sich einmal im Kreis und blieb dann vor Sora stehen. „Ich bin auch ganz froh, dass ich es mitgenommen habe. Wollen wir dann los? Joe wartete bestimmt schon auf uns.“ Sora nickte mit dem Kopf und schnatternd traten Mimi und Sora den Weg zu Joe an. Und für ein paar Minuten schaffte es sogar Mimi ihre trüben Gedanken zu vergessen.

εїз - ❁ - ɞ - ❁ - εїз


Lächelnd saß Mimi auf dem Sofa und unterhielt sich angeregt mit Kari, die ihr grade davon berichtete, dass sie wahrscheinlich schon bald mit Takeru zusammen ziehen wollte. Sie ignorierte den Stich, den sie dabei spürte, und beteuerte Kari, dass sie sich für sie freute. Das tat sie auch wirklich, aber irgendwie nagte doch ein bisschen der Neid an ihr. Immer, wenn sie das Leuchten in den Augen ihrer Freundin sah, spürte Mimi, dass ihr etwas im Leben fehlte.

„Was sagt denn eigentlich dein Bruder dazu?“, fragte Mimi und nippte an ihrem Glas.

„Tai?“, fragte Kari leise und sah durch das Wohnzimmer zu ihrem Bruder und zuckte dann mit den Schultern. „Ganz begeistert ist er nicht, glaube ich. Aber das wird sich schon legen. Keru und ich sind schon so lange zusammen. Kennst du das Gefühl, wenn du weißt, dass es für die Ewigkeit ist? Das habe ich bei Takeru. Ich bin mir sicher, dass er mich nie verlassen wird.“

Wieder spürte Mimi einen Stich in ihrem Herzen, den sie versuchte sich nicht anmerken zu lassen. Sie hatte damals das gleiche bei Kizu gedacht, doch viel später hatte sie erkannt, dass sie sich bitterlich in ihm getäuscht hatte. „Ich freue mich für euch, wirklich.“ Plötzlich drückte Kari die Hand von Mimi und blickte ihr in die Augen. „Dein Traummann wird dir auch bald begegnen, Mimi. Ich spürte das einfach.“

Sanft lächelte Mimi ihre Freundin an. „Wie viel hast du davon schon getrunken?“, fragte sie und sah dabei auf das Glas, welches Kari in der Hand hielt. Sie schob diese Situation eindeutig dem Alkohol zu.

„Nicht so viel“, kicherte Kari leise. „Aber ich kriege doch mit, dass du einfach noch nicht den richtigen gefunden hast. Aber weißt du was ich gut finde? Das du dich dadurch nicht stressen lässt. Du bist immer so fröhlich und ausgelassen. Und, du hast immer ein Lächeln auf den Lippen. Außerdem siehst du gut aus und jeder Mann wäre verrückt, wenn er nicht auf dich stehen würde.“

„Okay“, nickte Mimi mit dem Kopf und stand vom Sofa auf. „Du hast eindeutig genug. Ich hole dir mal ein Glas Wasser.“

„Ich bin nicht betrunken!“, protestierte Kari, als Mimi in die Küche von Joe lief.

In der Küche angekommen schloss Mimi die Augen. Ihre Atmung ging flach und ihre Hände zitterten. Die Worte von Kari waren nicht böse gemeint gewesen, ganz im Gegenteil. Aber trotzdem hatten sie Mimi aus dem Konzept gebracht. Sie ließen sie taumeln, das Gleichgewicht verlieren. Ihre Fassade, die sie heute Abend aufrecht erhalten wollte, begann zu bröckeln. Sie öffnete die Augen und nahm ein Glas und füllte es mit Wasser. Sie musste sich dringend ablenken, bevor die Gefühle sie zu übermannen drohten.
„Ist alles okay?“, fragte plötzlich eine Stimme hinter ihrem Rücken. Erschrocken zuckte Mimi zusammen und nickte stumm mit dem Kopf, bevor sie sich umdrehte und Tai anlächelte. „Deine Schwester hat für heute genug, glaube ich.“

„Das habe ich auch schon bemerkt. Takeru wird sie gleich nach Hause bringen.“

„Okay“, nickte sie mit dem Kopf und nahm das Glas fest in ihre Hand. „Ich bringe ihr mal ein Glas Wasser. Dann wird es ihr bestimmt schon besser gehen.“ Wortlos drückte sie sich an Tai vorbei und ging wieder ins Wohnzimmer zurück. Sie fand Kari, zusammen mit Takeru, Matt und Sora, auf dem Balkon vor und reichte ihr das Glas, bevor sie sich wieder umdrehte und sich auf das Sofa setzte.

Gedankenverloren nippte sie an ihrem Glas, als Tai sich neben sie setzte, den Arm auf die Lehne vom Sofa gelegt. Er trank ein Schluck von seinem Bier und lies seinen Blick durch das Wohnzimmer schweifen. Mimi beobachtete ihn dabei und fragte sich, was er wohl grade dachte. „Hast du Kari ihr Wasser gebracht?“

„Natürlich“, nickte Mimi mit dem Kopf und lächelte. „Takeru passt wirklich gut auf deine kleine Schwester auf. Du kannst froh sein, dass sie so einen tollen Freund hat. Es gibt Leute, die würden diese Situation gnadenlos ausnutzen.“

„Dann würde ich ihm alle Knochen brechen.“

„Mhm“, murmelte sie leise, nickte mit dem Kopf und sah zu Izzy und Joe, die sich angeregt unterhielten. Auch Matt kam vom Balkon wieder rein und setzte sich auf den Boden zu Joe und Izzy. Kurze Zeit später ging Joe in die Küche. Mimi wollte grade ihr Glas auf den Tisch stellen, als sie es dabei umwarf. „Verdammt, so ein Mist. Hat Joe irgendwo einen Lappen?“

„In der Küche“, sagte Izzy und lächelte Mimi an. „Kann doch mal passieren. Ist doch nicht schlimm.“

„Trotzdem doof“, murrte sie leise und stand auf, um in die Küche zu laufen.

„Mimi?“

„Ja?“ Sie blieb stehen und sah Matt an, der ihr hinterher gerufen hatte.

„Bringen einen echten Lappen und nicht Joe.“

Obwohl dieser Witz wahrscheinlich gar nicht so witzig war, konnte Mimi nicht anders. Sie musste einfach herzhaft über diesen Witz von Matt lachen. Sie schüttelte den Kopf und wischte sich die Tränen aus den Augen. „Manchmal bist du wirklich unmöglich“, kicherte sie und lief in die Küche. Joe kam ihr entgegen und sah sie mit großen Augen an, als sie vor ihm stand und plötzlich anfing zu lachen. In der Küche angekommen schüttelte Mimi immer noch den Kopf darüber und griff nach dem Lappen. Grade, als sie sich umdrehen wollte stand Tai auf einmal wieder hinter ihr. „Musst du mich immer so erschrecken?“, fragte sie und verdrehte die Augen.

„Ich glaube langsam nicht nur Kari hat heute genug. Du scheinst auch nicht mehr wirklich Herr deiner Sinne zu sein.“

„Wie kommst du denn darauf?“, fragte sie und hob eine Augenbraue nach oben. „Es geht mir sehr gut. Ich fand es halt witzig was Matt grade gesagt hat. Da ist doch nichts schlimmes dabei.“ Sie zuckte mit den Schultern und wollte sich an Tai vorbei drücken, aber er versperrte ihr den Weg. „Was soll das denn jetzt? Lass mich bitte vorbei Tai.“

Er stellte sein Bier auf den kleinen Tisch, der neben dem Herd stand und blickte Mimi dann in die Augen. Sie konnte seinen Duft einatmen und auf einmal schlug ihr Herz ganz wild. Sie umklammerte den Lappen fester und atmete tief ein. „Weißt du Mimi, manchmal Frage ich mich ob du wirklich immer so fröhlich bist, wie du immer tust.“
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