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Ihr Leben in der Einsamkeit

von -Maemi-
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P16 / Gen
Mimi Tachikawa und Palmon Taichi "Tai" Yagami und Agumon
06.09.2016
18.02.2021
18
34.199
12
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32 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
16.09.2020 1.697
 
Guten Abend ihr Lieben. Ihr seid jetzt bestimmt erschrocken, und ich kann es euch auch nicht verübeln, immerhin ist es schon ein paar Jahre her, dass wi uns das letzte Mal gelesen haben. Das lag an verschiedenen Faktoren. Zum einen habe ich bei einem Verlag zwei Bücher rausgebraucht, dann habe ich meine Umschulung angefangen, die sich durch Corona auch etwas in die Länge gezogen. Jetzt bin ich aber endlich fertig und habe wieder Zeit zum schreiben. Ganz losgelassen haben mich meine Geschichten hier auch nicht. Ich habe oft an sie gedacht und hatte heute so einen Spaß beim schreiben. Was mich einfach nochmal bestärkt hat die Geschichte wirklich zu Ende zu schreiben. Es werden noch einige Kapitel folgen und ich freue mich darauf <3
Ich hoffe, dass sich der ein oder andere auch freut und mich bei dieser Reise begleiten wird. Auch die Melodie Reihe wird auf jeden Fall weitergehen, es wäre doch sehr ägerlich, wenn ich bei der letzten Geschichte aufhören würde.

Liebe Grüße an euch <3





~Kapitel 16~

Nach all dem was in den letzten Tagen passiert war, war es für Mimi schwer sich auf ihre Arbeit zu konzentrieren. Noch immer hatte sie Schmetterlinge im Bauch, wenn sie an den Kuss mit Tai dachte, dabei hätte sie es nicht für möglich gehalten jemals wieder dieses leichte Kribbeln im Bauch zu spüren. Dennoch nahm sie sich fest vor, nicht zu viel in den Kuss hineinzuinterpretieren. Schließlich war es nur ein Kuss gewesen. Oder etwa nicht? Sie griff nach ihrem Handy, als es vibrierte. Seit sie auf dem Weg zur Arbeit gewesen war, hatte sie mit Tai geschrieben.

Mir ist immer noch langweilig, Mimi!
Du solltest dich schämen, weil du nichts dagegen unternimmst.
Bedeutet dir denn unsere Freundschaft gar nichts?


Sie kicherte, schüttelte den Kopf und bediente ihre Gäste, um Tai ein bisschen schmollen zu lassen. Zum Glück war zu dieser Zeit noch nicht all zu viel los. So konnte sie immer wieder einen Moment nutzen, um Tai zu antworten.
„Hallo, was kann ich euch bringen?“, fragte sie, während sie nebenbei ihr Notizblock aus ihrer Schürze holte. Die Arbeit in der Bar war manchmal ziemlich hart, besonders, wenn sie auch Nachts arbeiten musste, aber sie wollte finanziell etwas mehr auf eigenen Beinen stehen, weswegen sie nach der Schule und am Wochenende arbeiten ging.
„Zwei Bier, bitte.“ „Geht klar.“ Sie packte ihren Block weg, zapfte an der Bar schnell zwei Bier und brachte die Getränke zu ihren Gästen. Als sie sich versichert hatte, dass alle zufrieden waren, griff sie nach ihrem Handy.

Fräulein Tachikawa, ignorieren sie etwa meine Nachrichten?

Grinsend schüttelte sie den Kopf und tippte eine Antwort in ihr Handy, damit Tai endlich ruhe gab.

Du bist unmöglich, Yagami.
Wolltest du nicht trainieren gehen?

Alleine macht das doch kein Spaß!
Bist du immer noch auf Arbeit?

Ja, und da werde ich auch noch ein paar Stunden sein.
Stell dich nicht so an, sonst gehst du doch auch immer alleine im Park trainieren!

Du warst sonst immer mit, Mimi.

Ich saß nur auf der Bank, Tai.


Sie runzelte die Stirn, verdrehte die Augen und packte ihr Handy weg, als sich ein Gast zu ihr an die Bar setzte. „Guten Abend, darf ich Ihnen schon etwas bringen?“ „Ein Bier und ein Hamburger, bitte.“ „Geht klar.“ Sie zapfte das Bier und spürte wie ihr Handy vibrierte. Tai schien noch immer an Langerweile zu leiden. Sie wusste, dass er dann manchmal wie ein kleines Kind sein konnte. Rasch lief sie in die Küche, um dem Koch die Bestellung zu reichen.

„Du hast ja immer noch dein dümmliches grinsen im Gesicht. Ich dachte, das hättest du inzwischen abgelegt“, murmelte ihr Koch, ohne von seiner Suppe aufzusehen.
„Ich habe kein dümmliches grinsen“, sagte Mimi und stemmte die Hände in die Hüften. „Ich darf doch wohl sehr bitten.“
Er lachte und wischte sich die Hände an der Schürze ab. „Noch einmal so jung sein“, seufzte er laut. Mimi konnte ihn weiter lachen hören, als sie wieder nach vorne an den Tresen ging. „Unmöglich“, murmelte sie und registrierte, das sich ihr Gast inzwischen an einen Tisch gesetzt hatte.

Du warst aber dennoch da, Mimi...

Bei der letzten Nachricht von Tai stockte ihr kurz der Atem. Ihr Herz schlug schneller und sie versuchte nicht zu viel in diese Nachricht hineinzuinterpretieren. Doch dann spürte sie augenblicklich wieder seine Lippen auf ihren. Plötzlich sehnte sie sich danach mit Tai im Park zu sitzen, um ihm beim Trainieren zu zu schauen. Sie hatten sich jetzt zwei Tage nicht gesehen und schon vermisste sie ihn. Ihr Bauch zog sich zusammen.

Ich werde vor Langerweile sterben!

Wist du nicht, Taichi. Du bist doch schon ein großer Junge.

Wann hast du Pause, dann kann ich dir mein Leid am Telefon klagen!

In zwei Stunden, ich rufe dann an.
Versuch nicht schon vorher zu sterben, okay?

Wie charmant wir doch heute wieder sind...

Fußballidiot

Zicke!
<3


„Na das scheint ja jemand ganz Besonderes zu sein.“ Mimi zuckte zusammen und presste ihr Handy an ihre Brust, damit niemand ihre Nachrichten las. Als sie ihre Chefin vor sich erblickte, bekam sie sofort ein schlechtes Gewissen. Schnell packte sie es in ihre Schürze. „Du brauchst nicht so schauen, wie ein angeschossenes Reh. Du wirkst heute so glücklich, wenn ich dir das sagen darf.“ Makoto nahm sich ein Wasser aus dem Kühlschrank und reichte eins an Mimi weiter. „Heute in so wenig zu tun, da fällt es kaum auf, wenn du mal am Handy bist.“

„Tut mir trotzdem leid. Ich bin hier um zu arbeiten und nicht, um mit einem Freund zu schreiben.“ Doch ihre Chefin hatte recht, heute war es erstaunlich ruhig. Die Zeit kroch quälend langsam vor sich hin und ihr Feierabend schien in weiter ferne.

Makoto wischte ihren Einwand mit der Hand beiseite. „Mach dich deswegen nicht verrückt, Mimi. Ich war auch mal jung und verliebt.“

„Ich bin nicht verliebt“, kam es wie aus der Pistole geschossen. Mimi hatte sich geschworen nie wieder jemanden so nah an sich ranzulassen, um sich vor weiteren Verletzungen zu schützen. Der Verrat von Kizu nagte noch immer gewaltig an ihr. Und ihre eigene Naivität machte sie auch heute noch fassungslos. „Wir sind nur Freunde“, sagte sie mit Nachdruck.

Ihre Chefin lächelte sie an und legte ihr eine Hand auf die Schulter. „Dennoch scheint er jemand Besonderes zu sein, denn nur die Menschen, die wir ganz fest im Herzen tragen, schaffen es, einem ein solch ehrliches Lächeln ins Gesicht zu zaubern.“

„Wir kennen uns schon eine Ewigkeit“, murmelte sie leise und spielte mit ihrer Kette. „Wir können unsere Freunde ganz schön auf die Palme bringen, weil wir uns immer wieder angezicken, aber in der letzten Zeit war er sehr für mich da. Mehr, als jeder andere. Seine Freundschaft ist mir wichtig.“ Sie war froh, dass sie ihre Freundschaft bewahren konnte, nachdem sie sich damals nicht sicher gewesen war. Und das lag nicht daran, dass sie immer wieder aneinandergeraten waren. Nein, da gab es noch mehr, aber darüber sprachen sie nicht. Sie hütete dieses Geheimnis wie einen Schatz.

„Wenn ich mit den Jahren eines gelernt habe, dann, dass dies meistens die besten Freundschaften sind. Inzwischen scheint ihr ja auch darüber lachen zu können, sonst wäre er in der letzten Zeit nicht so für dich dagewesen.“

Mimi lächelte, als sie an Tai und ihre Früheren neckerein dachte. Sie waren wirklich unmöglich gewesen, aber das war ihnen egal gewesen. Jede noch so kleine Gelegenheit zum Ärgern des anderen wurde genutzt. Doch Tai war immer da gewesen, wenn es hart auf hart kam. Im Moment vertraute sie ihm wie keinem anderen. Und alles hatte mit einem harmlosen Satz angefangen. Tai hatte ihn geradeheraus gesagt, dass er sich fragte, ob sie immer nur so fröhlich tat und damit direkt ins schwarze getroffen. Doch über die Jahre hatte sie gelernt eine Maske aufzusetzen, um sich vor ihren wahren Gefühlen zu schützen.

„Ja, er ist wirklich ein besonderer Freund, aber eben auch nur ein Freund.“

Ein dumpfes Gefühl breitete sich in ihrer Magengegend aus. Fast schon so, als würde ihr Körper ihren eigenen Worten lügen strafen. Sie musste diesen Teil der Vergangenheit hinter sich lassen, sonst würde sie Tai womöglich für immer verlieren, und das durfte nicht passieren.

„Geh Pause machen, Mimi. Im Moment ist nichts los. Du kannst auch heute Abend früher nach Hause gehen.“

„Bist du dir sicher?“

„Nun geh schon“, ihre Chefin gab ihr einen leichten Schubs. Mimi legte ihre Schürze hinten ab und ging durch die Hintertür nach draußen.

Idiotischerweise klopfte ihr Herz schneller, als sie Tai anrief. Warum benahm sich ihr Körper in der letzten Zeit nur so komisch? Das war doch nicht mehr normal. Vielleicht brütete sie eine Erkältung aus.

„Ist alles okay?“, keuchte Tai, als er endlich an sein Telefon ging. Er klang völlig außer Atem. „Du solltest doch erst in einer Stunde Pause haben.“

„Es ist so ruhig hier, dass meine Chefin mir jetzt schon meine Pause verordnet hat. Ich darf heute Abend sogar eher nach Hause gehen. Wie ich höre, bist du nicht vor Langeweile gestorben.“

„Sehr witzig. Ob du es glaubst oder nicht, mir ist immer noch langweilig. Ich bin eine Runde Joggen gegangen, hat nichts geholfen.“

„Ach, deswegen klingst du so außer Atem“, murmelte sie unbedacht. Wenn sie ehrlich war, hatte sie an etwas anderes gedacht und war froh, dass sich ihr Verdacht nicht bestätigt hatte.

„Mimi“, seufzte Tai leise. „Bitte nicht“, flüsterte er. „Ich bin nicht wie er, ich hoffe, das weißt du.“

„Es tut mir leid“, flüsterte sie ebenfalls. Wieder hatte sie den Kuss vor Augen. Im Moment sehnte sie sich wahnsinnig danach, in Tais Armen zu liegen. Sie vermisste ihn. „Ich glaube, ich vermisse dich.“ Es fiel ihr schwer, dies zuzugeben. Für einen Augenblick hatte sie Angst zu weit gegangen zu sein, denn Tai antwortete nicht sofort.

„Morgen“, sagte er. „Wir sehen uns morgen, okay? Es sei denn du musst arbeiten, dann gehen wir davor Frühstücken, oder was anderes.“

Sie lächelte und vergrub eine Hand in ihre Jackentasche. „Morgen klingt wunderbar. Ich habe frei. Gehen wir wieder in den Park?“

„Ich hole dich morgen ab, okay?“

„Klingt nach einem Plan. Dann sehen wir uns morgen. Ich freu mich.“

„Ich mich auch. Und, Mimi?“

„Ja?“

„Ich vermisse dich auch.“
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