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Ihr Leben in der Einsamkeit

von -Maemi-
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P16 / Gen
Mimi Tachikawa und Palmon Taichi "Tai" Yagami und Agumon
06.09.2016
18.02.2021
18
34.199
12
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19.03.2017 1.931
 
~Kapitel 13~

Selten hatte Mimi sich so frei und erleichtert gefühlt wie am nächsten Tag. Sie hatte gut geschlafen und war mit einem Lächeln auf den Lippen aufgewacht. Und das alles nur, weil sie endlich mit Tai geredet hatte. Es war doch wirklich erstaunlich wie sehr so ein Gespräch helfen konnte. Nachdem sie gefrühstückt hatte war sie schnell Duschen gewesen, hatte sich angezogen und war nun auf dem Weg in die Stadt, wo sie mit Sora verabredet war. Bald war der Geburtstag von Kari und sie brauchte unbedingt noch ein Outfit für diesen Abend. Ihr Herz klopfte, als sie daran dachte, dass sie dort endlich wiedersehen würde. Obwohl sie ihn erst gestern gesehen hatte, war es heute irgendwie komisch, weil sie wusste, dass sie ihn heute nicht sehen würde. Als sie aus der Bahn stieg vibrierte das Handy in ihrer Hosentasche. Als sich ein dümmliches grinsen auf ihrem Gesicht breit machte schüttelte sie über sich selbst den Kopf. Was war nur los mit ihr? Das Grinsen wurde noch schlimmer, als sie sah, dass die Nachricht tatsächlich von Tai war. Schnell antwortete sie ihm und machte sich dann auf dem Weg zum Einkaufszentrum, wo sie Sora treffen wollte.

„Wartest du schon lange?“, fragte Mimi, als sie Sora erblickte. Schnell umarmte sie ihre Freundin und hoffte, dass diese noch nicht so lange wartete. Mimi schaffte es einfach nie pünktlich zu sein. Sie hasste es selber, konnte es aber nicht wirklich ändern.

„Nur fünf Minuten“, lächelte Sora und schüttelte den Kopf. „Ich bin extra ein bisschen später los, weil ich genau weiß, dass du nie pünktlich bist. Ich staune immer wieder, dass du es schaffst pünktlich auf Arbeit zu sein.“

„Da bin ich erst zwei Mal zu spät gekommen“, murmelte sie leise und straffte ihr Schultern. „Lass uns rein gehen. Ich brauch unbedingt ein neues Kleid. Ich habe mir letztens ein paar schwarze Schuhe gekauft, dazu brauche ich aber ein passendes Kleid.“

„Schwarz passt zu allem“, zuckte Sora mit den Schultern und pustete sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht. „Aber ich brauch auch ein neues Kleid. Ich habe einfach nichts mehr zum anziehen“, stöhnte sie leise und betrat den ersten Laden.

„Wem sagst du das?“, seufzte Mimi leise und schlenderte zu den Kleidern. „Ein schönes Sommerkleid“, murmelte sie leise und runzelte ihre Stirn. „Oder doch lieber ein hübsches Oberteil und eine Hose?“ Sie sah zu ihrer Freundin, die grade an ihrem Handy war und schüttelte den Kopf. „Was macht Matt grade?“

„Sorry“, grinste Sora verlegen und packte ihr Handy wieder in die Handtasche. „Der ist mit Tai unterwegs“, zuckte sie mit den Schultern. „Ich glaube sie wollten für die Party einkaufen gehen.“

„Stimmt, hat Tai mir vorhin auch geschrieben“, sagte Mimi und hielt ein gelbes Kleid nach oben. „Das sieht doch ganz schick aus.“ „Du schreibst mit Tai?“ „Ja“, nickte Mimi mit dem Kopf und suchte das Kleid in ihrer Größer heraus. „Das hast du mir gar nicht erzählt. Habt ihr euch wieder vertragen?“ Wir haben uns nie gestritten“, verdrehte Mimi die Augen. „Wir hatten einfach nur eine kleine Meinungsverschiedenheit. Das kommt doch bei uns andauernd vor. Dann reden wir ein zwei Tage nicht miteinander und dann ist alles wieder okay.“

„Aber diesmal war es anders“, sagte Sora leise und blickte zu Mimi, die sie verwirrt ansah. „Diesmal schien es Tai wirklich getroffen zu haben. Ihr müsst euch diesmal schlimm gestritten haben. Am Telefon klang er richtig fertig.“

„Jetzt mach dir mal keine Sorgen. Es ist alles gut zwischen uns, okay? Also, was sagst du zu dem gelben Kleid?“, lenkte Mimi schnell vom Thema ab. Sora hatte schon recht mit ihrer Vermutung. Sie hatten sich wirklich schlimm gestritten, aber sie hatten sich wieder vertragen. Mimi hatte Tai ihr Herz ausgeschüttet und er bedrängte sie nicht mehr.

„Du solltest das Kleid unbedingt anprobieren“, seufzte Sora schließlich. Sie hatte ebenfalls ein Kleid in der Hand, welches sie unbedingt anprobieren wollte.

εїз - ❁ - ɞ - ❁ - εїз


Nachdem Sora und Mimi ein Kleid für die Party von Kari gefunden hatten waren sie etwas essen gewesen und liefen nun weiter durch das Einkaufszentrum. Sie gingen noch in einen kleinen Laden, um sich neuen Schmuck zu kaufen und auf dem Weg ins das nächste Geschäft kaufte Mimi sich einen Milchshake. Hin und wieder bekam Mimi mit wie Sora an ihrem Handy war und jedes Mal dieses verliebte Lächeln auf den Lippen hatte. Sie freute sich wirklich für ihre Freundin, aber hin und wieder verspürte sie doch einen Stich in ihrem Herzen, weil sie niemanden hatte.

„Ihr seid noch genauso verliebt wie am ersten Tag, kann das sein?“, fragte Mimi neckend und lachte, als ihre Freundin rot wurde. „Warum wirst du denn so rot? Das ist doch was tolles.“

„Ist es auch“, sagte Sora und streckte ihrer Freundin die Zunge raus. „Wir überlegen übrigens, ob wir bald zusammenziehen. Wir sind entweder andauernd bei ihm, oder bei mir. Es ist wirklich selten, dass wir uns mal einen Tag lang nicht sehen. Außerdem sind wir schon drei Jahre zusammen. Da ist zusammenziehen doch der nächste Schritt, oder?“

„Wenn du es willst, klar“, kam es von Mimi, die ihre Stirn runzelte. „Aber du solltest mit ihm zusammenziehen, weil du es willst und nicht, weil du denkst es wäre der nächste Schritt. Man muss bei einer gemeinsamen Wohnung auch bedenken, dass man sich nicht mehr wirklich aus dem Weg gehen kann. Aber, wenn es das ist, was ihr wirklich machen wollt, dann tut es. Zieht zusammen und genießt euer Leben.“

„Genau das denken wir uns auch. Aber noch steht ja nichts fest. Wir haben zwar darüber gesprochen, aber sind noch zu keiner Entscheidung gekommen. Wolltest du nicht nach ein paar DVD's gucken? Dann müssen wir hier rein.“

„Ja, ich brauche mal wieder einen tollen Film“, seufzte sie leise und folgte Sora in den nächsten Laden. „Wir müssen mal wieder einen Mädchenabend machen!“

„Weißt du was? Das machen wir auch. Wir können ja Kari fragen, ob sie auch Lust hat. Mal einen Abend ohne Männer zu verbringen, nur wir Mädchen, das hatten wir irgendwie auch schon lange nicht mehr“, kicherte Sora und steuerte die DVD Abteilung an.

„Das liegt daran, dass ihr einen Freund habt“, murmelte sie leise und schüttelte den Kopf. „Wir können dir ja auch einen Freund suchen. Du bist schon viel zu lange alleine, Mimi.“ Ihr Herz setzte für einen kurzen Moment aus und sie zuckte zusammen, als sie die Worte von Sora hörte. „Bloss nicht. Ein Freund ist das letzte was ich im Moment brauche.“ Besonders nach der letzten Enttäuschung, die sie mit Kizu erlebt hatte. Sie schaffte es einfach noch nicht jemanden wieder so sehr zu vertrauen, dass sie ihn an sich ran lassen würde. Da war es besser, wenn sie weiter alleine bleiben würde. Für eine neue Beziehung war sie noch nicht bereit, das spürte sie ganz tief in ihrem Herzen. Sie sehnte sich zwar nach jemanden, aber trotzdem hemmte sie etwas.

Zwei kleine Jungen liefen an ihnen vorbei. „Die sind so doof“, sagte der eine und verschränkte bockig die Arme vor seiner Brust. „Sie hätten uns auch mal spielen lassen können“, pflichtete sein Freund ihm bei.

„Die haben Probleme“, sagte Mimi und verdrehte die Augen, als die Jungs an ihnen vorbeigelaufen waren. „Lassen die großen Jungs euch nicht mitspielen?“

„Mimi!“, zischte Sora und zog sie in den nächsten Gang. „Das kannst du doch nicht sagen“, lachte sie und schüttelte den Kopf. „Das sind Kinder, Mimi.“

„Na und“, zuckte sie mit den Schultern und steuerte auf die Abteilung an, wo die ganzen Spielekonsolen aufgebaut waren. Jetzt war sie neugierig und wollte wissen, wer die Beiden Jungs nicht hatte mitspielen lassen. Als Mimi um die Ecke bog schüttelte sie den Kopf. „Na, das hätte ich mir ja denken können.“

„Was denn?“, fragte Sora und schaute an ihr vorbei. „Na nu, was macht ihr denn hier?“, fragte sie und blickte zu ihrem Freund und Tai, die die beiden noch gar nicht bemerkt hatten. Mimi zuckte mit den Schultern, setzte sich neben Tai und sah ihm dabei zu, wie er Matt bei einem Autorennen fertig machte. Tai drehte seinen Kopf kurz zu Mimi und lächelte sie an. „Was macht ihr denn hier?“

„Ich war neugierig und wollte mal schauen, wer kleine Jungs nicht mitspielen lässt. Aber bei euch beiden ist das ja kein Wunder.“ „Was soll das denn heißen?“, fragte Tai und legte seinen Controller weg, als er Matt geschlagen hatte. Ohne mit der Wimper zu zucken nahm er Mimi den Milchshake aus der Hand und trank einen Schluck. „Schon gut“, kam es leise von Mimi und zuckte mit den Schultern.

„Habt ihr etwas für die Party gefunden?“, fragte Matt und drückte Sora einen Kuss auf die Wange. Sie nickte mit dem Kopf und lehnte ihren Kopf an seine Schulter. „Jetzt tun mir langsam die Füße weh“, kicherte sie leise. „Ich bin mit dem Auto hier, wenn du fertig bist, kann ich dich nach Hause fahren.“ „Klingt gut. Krieg ich auch eine Fußmassage?“, fragte Sora und klimperte mit ihren Augen. „Nehmt euch ein Zimmer!“, kam es von Tai, der den Kopf schüttelte und aufstand. Er reichte Mimi eine Hand und half ihr hoch. „Soll ich dich auch nach Hause fahren?“ „Gerne“, nickte diese mit dem Kopf und spürte wie sie rot wurde, als Tai ihre Hand ergriff. Wurde sie vielleicht krank?

Nachdem sie sich auf dem Parkdeck von Sora und Matt verabschiedet hatten liefen Mimi und Tai zu seinem Auto. Sie war froh, dass sie nicht wieder mit der Bahn nach Hause musste. Auch ihr taten langsam die Füße weh und sie war wirklich erschöpft. Im Auto schloss sie die Augen und lehnte sich in den Sitz.

„Warum feiern wir eigentlich die Party bei dir?“, fragte sie leise, damit sie nicht einschlief. Schnell öffnete sie die Augen wieder und versuchte wach zu bleiben. Tai lachte und schaltete das Radio ein. „Bei mir sind keine Eltern“, zuckte er mit den Schultern. „Und ich kann aufpassen, dass Kari nicht so viel trinkt.“ „Immer noch der alte Beschützer, ja?“, lächelte sie leicht und schaute aus dem Fenster. „Ich wollte auch immer einen großen Bruder haben, aber leider bin ich ein Einzelkind.“ „Großer Brüder können manchmal auch ganz schön nerven, habe ich mal gehört“, kam es trocken von Tai, der in das Lachen von Mimi einstimmte und dann den Kopf schüttelte.

„Wie geht es dir?“, fragte er nach einer weile und schaute kurz zu ihr rüber. „Du wirkst heute etwas entspannter auf mich.“

„Das bin ich auch. Auch, wenn ich es nicht gerne zugebe. Aber ich glaube es hat geholfen, dass ich mit dir darüber geredet habe. Viel ändert das zwar nicht, aber ich muss dich nicht länger anlügen.“

„Ich will auch gar nicht das du mich anlügst. Ich will, dass du ehrlich zu mir bist und mir sagst, wenn dich etwas bedrückt. Wir sind Freunde, Mimi.“

Sie biss sich auf die Lippe, als sie an ihre gemeinsame Vergangenheit denken musste. Damals hatte sie gedacht, dass aus ihnen mehr werden könnte. Aber dann hatte er ihr das Herz gebrochen. Zwar nicht auf so abscheuliche Art und Weise wie Kizu es getan hatte, aber trotzdem hatte Mimi damals dran zu knabbern gehabt. Und ja, damals war sie ihm aus dem Weg gegangen und hatte den Kontakt zu ihm vermieden.

„Ich werde es versuchen“, sagte sie leise und seufzte. „Warum ist shoppen gehen nur so verdammt anstrengend? Aber egal. Ich habe ein neues Kleid und sollte zufrieden sein.“

„Auf das neue Kleid bin ich schon gespannt“, kam es leise von Tai. Mimi war sich nicht sicher, ob dieser Satz wirklich für ihre Ohren bestimmt war aber trotzdem löste er ein angenehmes kribbeln in ihrem Körper aus......
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