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Ihr Leben in der Einsamkeit

von -Maemi-
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P16 / Gen
Mimi Tachikawa und Palmon Taichi "Tai" Yagami und Agumon
06.09.2016
18.02.2021
18
34.199
11
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32 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
17.02.2017 2.163
 
~Kapitel 11~

~Flashback Kapitel~

Mit einem ungutem Gefühl machte Mimi sich auf den Weg zu Kizu. Sie hatte fast die ganze Nacht keine Auge zugetan und sie wusste, dass sie so nicht mehr weiter machen konnte. Es konnte so nicht mehr weitergehen, denn sie war am Ende ihrer Kräfte angekommen. Seit Wochen fühlte sie sich erschöpft und ausgelaugt. Immer wieder kamen neue Nachrichten bei ihr an, jedes Mal versuchte man sie davon zu überzeugen, dass Kizu sie anlog. Und langsam fing Mimi an den anderen zu glauben. Vielleicht war Kizu gegenüber nicht fair, aber sie konnte sich nicht dagegen wehren. Es waren nicht nur Hotaru und Mariko, die versuchten ihr die Augen zu öffnen.

Und doch hatte sie es eine ganze Zeit lang nicht wahrhaben wollen. Warum sollte Kizu auch so ein böses Spiel mit ihr spielen? Sie liebten sich. Trotzdem nagte langsam der Zweifel an ihr. Sie konnte nicht länger so tun, als würde sie die ganze Sache kalt lassen. Immer wieder stritten sie sich darüber und immer wieder gab es Leute, die sehr viel über Kizu wussten. Sie wussten wo er arbeitete, sie kannten seine Handynummer, seinen Nachnamen, seine Adresse. Das fiel es ihr recht schwer nicht skeptisch zu werden.

Und auch die ganzen Trennungen, die sie und Kizu hinter sich hatten, zerrten an ihren Kräften.  Immer wieder ergab ein Wort das andere und sie trennten sich. Doch nach ein paar Tagen kam Kizu wieder bei ihr an und sie wurde jedes Mal aufs Neue wieder schwach und gab ihm eine erneute Chance, ohne einmal mit ihm vernünftig über die ganze Sache zu reden. Ihr Herz klopfte, als sein Wohnblock in Sicht kam. Jetzt war die Stunde der Wahrheit gekommen, dachte sie sich. Schnell überquerte sie die Straße und schlüpfte hinein, als die Tür unten offen stand. Sie lief den langen Flur lang und klopfte, als sie vor seiner Wohnung stand.

Mit einem Lächeln öffnete er ihr die Tür und ließ sie eintreten. Ein gequältes Lächeln erschien auf den Lippen von Mimi. Ihr Herz schlug immer schneller, ihre Hände zitterten und sie wusste nicht wie sie anfangen sollte. Also schlüpfte sie einfach aus ihren Schuhen und lief in sein Zimmer. Als sie an seinem Schreibtisch vorbeikam stockte sie und nahm das Bild in die Hand, welches sie ihm zum Geburtstag geschenkt hatte. Es zeigte sie beide im Park. Sie konnte sich noch genau an diesen Tag erinnern. Damals war sie so glücklich gewesen, das zeigte ihr auch das Lächeln, welches sie auf dem Gesicht trug. Mit Wehmut stellte sie das Bilder wieder auf seinen Platz. Als sie ihr Gesicht hob kreuzte sich ihr Blick mit Kizu, der am Türrahmen gelehnt stand und sie beobachtete.

„Ist alles in Ordnung mit dir?“, fragte er leise. Er stieß sich vom Türrahmen ab und kam auf sie zugelaufen. Instinktiv wich sie einen Schritt zurück und setzte sich auf das Bett. Kizu runzelte die Stirn und lehnte sich gegen die Wand. „Was ist los, Mimi?“

Sie schloss die Augen, als Tränen sich in diesen sammelten. Unter gar keinen Umständen wollte sie jetzt anfangen und vor ihm weinen. Sie wollte keine Schwäche zeigen. Nicht jetzt. Nicht hier. „Ich kann so nicht mehr“, flüsterte sie leise und ballte ihre Hände zu Fäusten. „Kizu, ich bin am Ende meiner Kräfte angekommen. Ich weiß nicht mehr weiter. So wie es zur Zeit ist, so bin ich einfach nicht mehr glücklich.“

Er sog scharf die Luft ein. „Das heißt du glaubst ihnen? Du glaubst diesen Menschen was sie erzählen, obwohl du sie kaum kennst!“ Er fuhr sich mit seiner Hand durch die Haare und schüttelte den Kopf. „Wie kannst du das nur tun? Wie kannst du ihnen glauben? Solltest du nicht mir glauben?“ Wütend blickte er sie an. Als sie in seine Augen blickte konnte sie den Vorwurf deutlich sehen. Schnell senkte sie den Blick wieder und starrte auf den Boden. Ihre Gedanken überschlugen sich. Sie liebte, wirklich. Und es war ihr Herz, welches grade in tausend Teile zerbrach.

„Aber es ist komisch, dass sie so viel von dir wissen, obwohl du immer wieder bestreitest sie zu kennen“, flüsterte sie leise und schloss verletzt ihre Augen. „Ich weiß, bei Hotaru hast du es zugegeben, dass ihr euch mal gekannt habt. Aber was ist mit den ganzen anderen Mädchen, Kizu? Weißt du, dass dieses Woche wieder zwei Mädchen bei mir ankamen? Wieder zwei neue Mädchen, die mir gesagt haben, dass es mein Freund nicht ernst mit mir meint! Wieder zwei Mädchen, die mir gesagt haben, dass sie ebenfalls mit dir schreiben und das ganz und gar nicht so klingt, als wärst du in einer Beziehung? Du flirtest mit ihnen!“

Er schnaubte laut auf und lief aufgebracht durch sein Zimmer. Fluchend schlug er mit der Faust gegen die Wand. Mimi zuckte zusammen und sah ihn mit angehaltenem Atem an. „Wir sind in einem Chat angemeldet, Mimi! Da gönnt niemanden irgendjemanden was! Willst du das nicht verstehen?!“, ging er sie barsch an und schüttelte den Kopf. „Ich dachte wir lieben uns.“

„Meine Gefühle sind echt für dich“, murmelte sie leise und konnte nicht verhindern, dass nun doch ein paar Tränen über ihr Gesicht liefen. „Aber kannst du mich nicht verstehen, dass ich auch langsam am Ende bin? Immer wieder streiten wir uns. Wir trennen uns, kommen wieder zusammen und der ganze Mist fängt von vorne an. Wenn du sie nicht kennst, warum wissen sie denn so viel über dich!“

„Hotaru“, sagte er leise und verschränkte die Arme vor seiner Brust. „Sie ist eifersüchtig, weil sie mit mir zusammen sein will. Aber ich liebe nur dich. Und jetzt versucht sie unsere Beziehung kaputt zu machen. Und anscheinend scheint das ziemlich gut zu funktionieren“, flüsterte er leise.

Mimi schloss die Augen. Genau so hatte es Hotaru vorhergesagt. Sie hatte gewusst, dass Kizu ihr die ganze Schuld geben würde. Aber sie war nicht dumm. Mimi hatte das dumpfe Gefühl, dass Kizu ihr gegenüber nicht ehrlich war. Hotaru war hier nicht die Böse. Sie war wahrscheinlich eine der wenigen, die es ehrlich mit ihr meinten. „Und was ist mit Mariko? Hat sie auch gelogen? Es ist ja nicht so, dass sich alle bei mir gemeldet hätten. Manchmal ist das alles auch durch einen furchtbar dummen Zufall rausgekommen.“ Sie stand vom Bett aus und sah aus dem Fenster. Langsam wurde es Frühling, die Sonne schien hell und viele nutzten die ersten Sonnenstrahlen, um draußen spazieren zu gehen.

„Da wird Hotaru auch ihre Finger im Spiel haben“, sagte er leise und trat neben sie. Er sah ebenfalls aus dem Fenster. Nach einiger Zeit seufzte er laut und blickte sie an. „Willst du ihnen wirklich glauben? Willst du wirklich zulassen, dass sie unsere Beziehung zerstören? Ist es das was du willst?“

„Sie zerstören nicht unsere Beziehung“, murmelte sie leise und wandte sich vom Fenster ab. „Wir können nie über das Thema reden, immer blockst du ab. Ich weiß nicht mehr weiter, Kizu. Ich weiß nicht wie es zwischen uns weiter gehen soll“, seufzte sie leise.

„Mimi, ich...“, Kizu wollte grade etwas sagen, als es an der Tür klingelte. „Entschuldige“, sagte er und verließ hastig das Zimmer, um an die Tür zu gehen. Mimi bekam mit wie ein Nachbar an der Tür stand. Sie schlang die Arme um ihren Körper und hoffte, dass sie bald ein bisschen Klarheit in ihr Gefühlsleben bringen könnte. So wie es jetzt war konnte es nicht weiter gehen.

Irritiert runzelte sie die Stirn, als sie hörte wie ein Handy vibrierte. Sie holte ihres aus der Hosentasche und stellte fest, dass es nicht ihres war, welches vibriert hatte. Das Vibrieren war noch ein paar Mal zu hören. Ihr Herz klopfte wie verrückt, als sie das Handy von Kizu auf den Nachttisch erblickte. Es war sein Handy, welches so oft vibriert hatte.  Sie spähte aus der Tür und saß, dass Kizu sich noch mit seinem Nachbarn unterhielt. Unsicher blickte sie auf sein Handy.

Tu' es nicht, meldete sich ihre innere Stimme, als sie zu dem Nachtschrank lief, auf dem das Handy lag. Ihre Hand zitterte, als sie sich das Handy griff. Mit klopfendem Herzen sah sie es an. Sollte sie es tun? Sollte sie in sein Handy gucken, obwohl sie genau wusste, dass man es nicht tat. Sie schluckte den Kloß in ihrem Hals herunter. Ihre Gefühle überschlugen sich. Vielleicht war dies der einzige Weg, um endlich Antworten auf all ihre Fragen zu bekommen. Sie musste sich entscheiden, und zwar schnell. So eine Gelegenheit würde sie so schnell nicht mehr bekommen. Schon viel zu lange fragte sie sich, wem sie eigentlich wirklich vertrauen und glauben schenken konnte.

Sie holte tief Luft, als sie die Nachrichten auf dem Handy von Kizu öffnete. Ihr Herz setzte für einen Moment aus, als sie all die Namen las, die sie gewarnt hatten, oder die behauptet haben ebenfalls eine Beziehung mit Kizu zu haben. Als ihr Blick auf den Namen von Hotaru fiel zögerte sie nicht lange und öffnete die Nachrichten. Schnell scrollte sie diese durch. Hotaru drängte Kizu mit dem Spiel aufzuhören und ihr, Mimi, endlich die Wahrheit zu sagen. Doch Kizu hatte ihr gesagt, dass es nicht ihre Angelegenheit sei. Sie schloß das Fenster und scrollte durch die anderen Nachrichten. Ihre schlimmsten Befürchtungen wurden wahr. Kizu schrieb mit anderen Mädchen. Er flirtete mit ihnen, sagte ihnen wie toll sie waren. Und ja, mit einigen war er anscheinend ebenfalls in einer Beziehung. Er hatte sie verarscht. Die ganze Zeit über war er nicht ehrlich zu ihr gewesen. Und sie hatte die ganzen Zeichen nicht sehen wollen.

Sie schlug die Hände vor ihrem Gesicht zusammen, als sie Tränen über ihre Wangen liefen. Das Handy fiel zu ihren Füßen und Mimi konnte nicht glauben auf wen sie reingefallen war. Warum hatte sie nicht schon viel eher auf die Warnungen gehört? Warum hatte sie nicht schon viel eher die Reißleine gezogen und hatte die Beziehung beendet? Wie konnte sie nur so dumm und naiv sein? Fassungslos, über sich selbst, schüttelte sie den Kopf. Die Tür ging auf und Kizu betrat das Zimmer.

„Was ist los?“, fragte Kizu. Er kniete vor ihr und sah ihr besorgt in die Augen. Erst jetzt fiel sein Blick auf sein Handy, welches zu ihren Füßen lag. „Du warst an meinem Handy?“, fragte er fassungslos. Mit großen Augen sah er sie an. Er nahm sein Handy in die Hand, stand auf und blickte sie an. „So was macht man nicht“, sagte er leise und schloss die Augen.

Mimi wischte sich die Tränen von den Wangen und lachte. „Es gibt viele, dass man nicht tut, Kizu. Es war also alles gelogen! Hotaru und die anderen, sie hatten die ganze Zeit recht!“, schrie sie ihn an. Aufgebracht stand sie auf und schubste ihn von sich weg, als er einen Schritt auf sie zumachen wollte. „Fass mich nicht an!“

„Mimi, bitte, jetzt hör mir doch mal zu! Es ist nicht so wie es aussieht!“

„Sei doch wenigstens jetzt einmal ehrlich zu mir, Kizu“, schrie sie ihn verzweifelt an und schüttelte den Kopf. „Ich habe die Nachrichten doch gelesen. Kizu, du führst mit so vielen Mädchen eine Beziehung.“ Ihr wurde schlecht, als sie an die ganzen Nachrichten dachte. „Hast du auch mit ihnen geschlafen?“, fragte sie leise. Ihre Stimme war nur ein Flüstern.

„Nein“, schüttelte Kizu sofort den Kopf. „Hör zu, ich weiß, ich habe Fehler gemacht. Ich kann verstehen, dass du sauer auf mich bist.“ Seufzend fuhr er sich durch die Haare und ging ein paar Schritte im Zimmer hin und her. „Ja, ich habe mehrere Beziehungen. Ich weiß auch, dass es nicht richtig ist. Aber dich liebe ich wirklich, das musst du mir glauben.“

„Ich glaube dir gar nichts mehr“, zischte sie. „Weißt du eigentlich wie vielen Mädchen du damit das Herz brichst? Du spielst mit den Gefühlen andere Menschen, Kizu! Und jetzt soll ich dir glauben, dass du mich liebst? Erzähl das jemand anderen.“ Sie öffnete seine Tür und verließ sein Zimmer. Im Flur zog sie sich ihre Schuhe an.

„Du kannst doch jetzt nicht einfach gehen“, rief Kizu und kam ihr hinterher. „Lass uns darüber reden, bitte.“

„Nein“, schüttelte Mimi den Kopf und vermied es ihn anzusehen. Unter gar keinen Umständen wollte sie jetzt schwach werden. Er hatte sie benutzt, betrogen und belogen. Und er hatte sie aufs tiefste verletzt. Sie würde ihm nie wieder glauben oder vertrauen können. Sie wollte jetzt nur schnell aus der Wohnung verschwinden, damit sie nach Hause gehen und sich dort aufs Bett werfen konnte. Zu Hause würde sie ihren Tränen endlich freien lauf lassen können. „Es ist aus“, sagte sie mit gebrochener Stimme. Ohne ihn anzusehen öffnete sie die Tür ließ alles hinter sich.

Kizu.
Ihre Beziehung.
Das vertrauen in andere Menschen....



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Guten Abend ihr Lieben :)
Wir ihr seht habe ich mich diesmal dazu entschlossen ein Flashback Kapitel zu machen. Ich fand es hier ganz passend, dass ich es so gemacht habe. So konnte ich alles besser rüber bringen und ich hoffe das Kapitel gefällt euch. Im nächsten erfahrt ihr dann, was Tai dazu sagt ;)

Liebe Grüße! <3 <3 <3
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