Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Tatort Restaurant

GeschichteKrimi, Freundschaft / P6 / Gen
Franziska Winkler Kim Jülich Marie Grevenbroich OC (Own Character)
04.09.2016
19.12.2016
4
10.866
 
Alle Kapitel
5 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
04.09.2016 2.437
 
Kim saß in ihrem Zimmer und lernte Vokabeln. Sie hatte ihrer Mutter versprechen müssen, dass sie heute noch lernte. Und da sie es heute Abend nicht mehr schaffen würde, weil sie sich erst mit Marie und Franzi im Café Lomo verabredet hatte und danach mit Michi ins Kino gehen wollte, musste sie es vorher erledigen.
Sie war gerade bei der Hälfte angekommen, da polterte es vor ihrer Tür und ein Klirren war zu hören. Erschrocken sprang Kim von ihrem Stuhl und riss ihre Zimmertür auf. Im Flur standen Ben und Lukas inmitten eines Scherbenhaufens. Neben ihnen lag ein
Fußball, dem langsam die Luft entwich. Kims Blick blieb
schließlich an dem zerbrochenen Spiegel hängen der mal in dem, jetzt leeren Rahmen, neben der Kommode gehangen hatte. Frau Jülich, die das Klirren anscheinend auch gehört hatte, kam die Treppe herauf. Bestürzt sah sie auf den zerbrochenen Spiegel. Nach dem sie sich wieder gefasst hatte, ging ein Donnerwetter auf die Zwillinge nieder. Kim verzog sich lieber in ihr Zimmer um
weiter zu lernen. Aber als sie das laute Geschrei ihrer Brüder hörte wurde sie doch neugierig. Sie öffnete die Tür und lugte
vorsichtig um die Ecke. Frau Jülich war gerade dabei, Ben und Lukas heiß geliebten Fußball einzukassieren. Danach verordnete sie den beiden Hausarrest für 2 Wochen und versprach ihnen, sich in dieser Zeit besonders intensiv um ihre Hausaufgaben und
Schulischen Leistungen zu kümmern.
Frau Jülich war Lehrerin an einer Grundschule und erwartete von ihren Kindern gute Leistungen. Bei Kim brauchte sie sich meistens keine Sorgen zu machen, da diese eh zu den Klassenbesten zählte.
Allerdings schafften Ben und Lukas immer nur knapp die Versetzung und darüber war  ihre Mutter alles andere als froh.
Die Zwillinge verzogen sich nörgelnd in ihr Zimmer ohne Kim auch nur eines Blickes zu würdigen oder gar zu beschimpfen. Diese klappte auch schnell die Tür zu, da sich ein schadenfrohes Grinsen auf ihrem Gesicht breit gemacht hatte, das die Zwillinge nicht unbedingt sehen mussten.                                                                                                
Nachdem sie mit Lernen fertig war, schnappte sie sich ihr Portemonnaie und verließ ihr Zimmer. Als sie am Zimmer ihrer Brüder vorbei kam, hörte sie weder laute Musik noch Gekeife. Nur Frau Jülichs energische Stimme, drang bis auf den Flur hinaus. Leider war Kim nicht schnell genug. Frau Jülich öffnete die Tür und sah sie erfreut an. „Gut, dass ich dich gerade erwische! Kannst du bitte die Scherben weg fegen. Die Jungs machen gerade so schön ihre Hausaufgaben und ich möchte nicht, dass sich jemand daran schneidet“ Da Kim ihre Mutter kannte, und wusste, dass Protest nicht helfen würde, holte sie das Kehrblech und begann, die Scherben wegzufegen.
Als sie im Café Lomo ankam, warteten ihre Freundinnen bereits  auf sie. „Na endlich!“, rief Marie, die heute ausnahmsweise
pünktlich war. Kim hasste Unpünktlichkeit und war bei Marie schon oft an ihre Grenzen geraten, doch es gab auch Tage an
denen sie selbst zu spät kam. Und so ein Tag war heute.                                                                                  
„Ich bin schon da! Tut mir leid, aber ich musste meiner Mutter noch versprechen Vokabeln zu lernen“, entschuldigte sich Kim. „Und das hat so lange gedauert?“, hakte Franzi nach. „Ne“, Kim grinste, bei Franzi hieß Vokabeln lernen, einmal reinschauen und fertig. Allerdings hatte es heute wirklich länger gedauert als sonst, weil sie sich einfach nicht konzentrieren konnte während ihre Mutter mit den Zwillingen geschimpft hatte, da Frau Jülich
ziemlich laut werden konnte.
„Nein, es gab einen kleinen Vorfall der mich ein bisschen aufgehalten hat.“ „Und was war das für ein Vorfall?“, hakte Franzi nach. „Hat Michi angerufen und ihr habt euch verquatscht?“, neckte Marie ihre Freundin. Von allen dreien machte Marie sich am meisten aus Jungs und die Jungs aus ihr. Doch auch Franzi und Kim hatten manchmal mit nervigen Verehrern zu kämpfen. Kim die ein bisschen beleidigt war entgegnete: „Nein! Meine Brüder haben nur den Spiegel im Flur zerschossen und jetzt haben sie keinen Fußball mehr und 2 Wochen Hausarrest mit Lernen an der Backe“. Sie betonte das nur extra, um den Vorfall dramatischer klingen zu lassen. Eigentlich war sowas ja eher Maries Part, die gerne alles schlimmer machte als es wirklich war, aber manchmal konnten auch Kim und Franzi sich solche Szenen einfach nicht verkneifen  „Wow!“, meinte Franzi, „Da war deine Mutter aber wütend!“ „Das kann man wohl sagen. Ich habe ihre Stimme bis in mein Zimmer gehört. Als ob es nicht genug wäre, dass sie mich beim Lernen stört, musste ich auch noch die Scherben wegfegen“ Marie war ganz blass geworden. „Sag mal Marie, was ist denn mit dir passiert?“, wunderte sich Franzi. „Du hast gesagt sie haben den Spiegel zerschossen und du hast die Scherben weg gemacht?“, wiederholte Marie Kims Worte. „Ja, wieso?“ „Ein zerbrochener
Spiegel bedeutet 7 Jahre Unglück! Und das Wegmachen der
Scherben innerhalb von 7 Stunden ebenfalls!“ „Marie“, stöhnte Franzi genervt. „Bitte fang nicht wieder damit an!“
Marie interessierte sich, im Gegensatz zu Franzi und Kim, für alles Übernatürliche. Sie glaubte an Geister, legte Tarot Karten und besaß ein Zauberbuch.
„Ihr werdet schon sehen!“, entgegnete Marie eingeschnappt.
Inzwischen war Sabrina, die ungeschickte Bedienung, gekommen und erkundigte sich was die drei !!! haben wollten. Kim bestellte für alle einen Kakao-Spezial und Cake Pops. Sabrina flitzte zur Theke und rempelte dabei einen Mann so unglücklich an, dass dieser gegen einen Tisch fiel auf dem die Blumenvase umkippte. Das ganze Wasser verteilte sich über den Tisch und tropfte auf den Fußboden. Der Mann kannte Sabrinas Ungeschicklichkeit schon zur Genüge und war auch nicht böse. Sabrina machte sich ans Aufwischen und brachte dann die Bestellung.
Für Kim war das Thema erledigt und sie wollte ihre Freundinnen gerade fragen, ob es einen neuen Fall gab, als Marie wieder anfing. „Sieh dich bloß vor, Kim! Steh am besten jeden Morgen mit dem rechten Fuß auf und hab immer deinen Talisman dabei!“ Franzi verdrehte die Augen. Da Kim keine Lust auf Streit hatte, nickte sie einfach. „Hat irgendwer einen neuen Fall?“, wechselte sie anschließend geschickt das Thema. „Nein“, antworteten Marie und Franzi im Chor. „Alle halten sich ans Gesetzt, kein Verbrechen in Sicht“, kommentierte Kim. Sie unterhielten sich noch ein wenig über die Schule, ihre Freunde und den Detektivclub, bis Kim einen Blick auf die Uhr warf. „Ich muss los, sonst bekomme ich Ärger von meiner Mutter“ Sie zog sich ihre Jacke an und holte einen Geldschein aus ihrem Portemonnaie, doch Marie kam ihr zuvor. „Mein werter Herr Vater hat heute einen Nachtdreh und hat mir als Entschädigung ein großzügiges Taschengeld dagelassen“, erklärte sie. „Ihr seid eingeladen“

Geheimes Tagebuch von Kim Jülich                                                                                      Mittwoch  21:06 Uhr
Hier hat niemand ran zugehen!!! Wenn ich doch mitkriege, dass jemand das Folgende ohne meine Erlaubnis gelesen hat, dann werde ich ihn verfluchen. Auf immer und ewig! Seid so schlau und schließt die Datei!
Ben und Lukas haben heute den Spiegel im Flur zerschossen. Marie ist weiß wie eine Wand geworden, als ich erzählt habe dass ich die Scherben weg gemacht habe. 7 Jahre Unglück!, war ihre Meinung. Ich glaube da zwar nicht dran, aber ein bisschen Vorsicht kann nicht schaden. Dieser Satz von Marie spukt mir nämlich immer noch im Kopf herum. Auch während des Kinofilms mit Michi. Trotzdem habe ich heute eigentlich Glück gehabt:
1. Die Zwillinge haben 2 Wochen Hausarrest bekommen. Geschieht ihnen Recht!
2. Ihre Fußbälle wurden einkassiert (Endlich ist mein Leben außer Gefahr!)  
3. Mama kümmert sich die nächsten 2 Wochen intensiver um die Hausaufgaben und schulischen Leistungen von Ben und Lukas, da wird sie „leider“ nicht so viel Zeit für mich haben!
4. Ich hab den allerbesten Freund auf Erden, MICHI!                                                              
Heute waren Michi und ich im Kino. Michi hat mich eingeladen. Wir haben uns eine Tüte Popcorn geteilt. Es war so schön!!! Seufz, warum müssen die schönen Momente immer so schnell vorbeigehen?

Als Marie am Donnerstagmorgen aufwachte merkte sie gleich, dass sie verschlafen hatte. Ein Blick auf ihren neuen Digitalwecker, der leider noch nicht zum Einsatz gekommen war, genügte, dass sie gleich aus dem Bett sprang und zum Kleiderschrank lief. Auf ihr Äußeres konnte sie heute keine Rücksicht nehmen sonst würde sie zu spät zur Schule kommen. Sie riss schnell eine Jeans, ihren
lieblings Gürtel und ein einfarbiges T-Shirt aus ihrem großen Kleiderschrank, der die gesamte Breite des Zimmers einnahm, und dekorierte es mit einem bunten Tuch. Als Marie ins Bad hetzte um sich schnell das Gesicht zu waschen und zu pudern, fragte sie sich, warum ihre kleine Stiefschwester Lina sie noch nicht geweckt hatte. Sonst war die kleine Nervensäge immer vor ihr wach und brachte sie mit lauter Musik um ein paar Minuten wohlverdienten Schlaf.
Als Marie in die Küche kam, wusste sie warum. Lina saß zwar am Frühstückstisch, hatte aber noch immer ihren roten
Schlabberschlafanzug an, der sich nach Maries Meinung, gewaltig mit ihren rotblonden Haaren biss, die heute wie zerkochte Spagetti von ihrem Kopf hingen. Als sich ihre Stiefschwester zu ihr
umdrehte, blickte sie in ein von roten Punkten übersätes Gesicht. „Was ist denn mit dir los?“, fragte Marie entsetzt. „Sie hat die Masern“, verkündete Tessa, die Lebensgefährtin von Helmut Grevenbroich, „Damit kann sie nicht zur Schule. Wir werden nachher gleich zum Arzt fahren.“ „Hat sie denn keine Impfung gegen Masern?“, fragte Marie. „Nein leider nicht“, beeilte sich Tessa zu sagen. „Die sollte sie in 4 Wochen kriegen. Aber jetzt wird sie die nicht mehr brauchen. Ich hoffe nur du hast die
Impfung, Marie.“ „Nein, die brauchte sie gar nicht. Sie hatte die Masern bereits als sie 2 war“, mischte sich Maries Vater in das
Gespräch ein. „Dann ist ja gut!“, meinte Tessa, und damit war das Thema für die Erwachsenen gegessen. Allerdings nicht für Lina. „Die Masern sind echt schrecklich!“, stöhnte sie theatralisch.
Marie setzte sich benommen an den Tisch, sie überhörte Linas Gejammer einfach und ging ihren Gedanken nach. Ihr 2.
Lebensjahr war einer ihrer wunden Punkte. In diesem Jahr war ihre Mutter bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Hastig strich sie sich Marmelade auf ihr Toast und schlang es
geistesabwesend herunter. Nachdem sie fertig war, schaffte Marie es gerade noch sich die Zähne zu putzen. Dann stieg sie auf ihr Rad und fuhr los.
Zum Glück kam sie noch rechtzeitig an. Eine Minute vor
Schulbeginn hielt sie auf dem Pausenhof des Heinrich Heine
Gymnasiums und lief auf die Eingangstür zu. Zusammen mit ein paar anderen Nachzüglern, betrat sie das große Schulgebäude und stieß im Flur fast mit ihrem Mathelehrer zusammen. Ohne dass er es merkte, huschte sie an ihm vorbei und verschwand gerade noch rechtzeitig im Klassenraum. Was er gar nicht mochte war zu spät kommen und das konnte Marie sich nicht leisten wenn sie noch eine 2 auf dem Zeugnis haben wollte.                                          
Der Vormittag zog sich hin wie Kaugummi, doch auch Franzi und Kim ging es nicht besser. Als es endlich läutete, sprangen alle drei in ihren Klassenräumen auf, warfen ihre Schulsachen in die Taschen und rannten zu den Fahrrädern.
Am Fahrradständer traf Kim auf Franzi, die gerade dabei war ihr Schloss aufzuschließen. Als sie ihre Freundin begrüßte, erschreckte Franzi sich und ließ den Schlüssel fallen. Klirrend landete er auf dem Boden neben einem Fußballsticker. Er fiel Franzi erst auf, als sie nach ihrem Schlüssel griff. „Sag mal, Kim, weißt du was das hier für ein seltsamer Sticker ist?“, sie hielt ihn Kim unter die Nase. Diese griff danach und nahm ihn genauer unter die Lupe. „Hier steht etwas“ Kim deutete auf einen geschwungenen Schriftzug in grün. „JSG NEUSTADT“, las sie vor. „Und im Hintergrund ist ein Fußball zu sehen“ „Bei diesen Stickern steht meistens am Rand wer die gemacht hat“, meinte Franzi und nahm Kim das
schmutzige Papier aus der Hand. „Na bitte!“, murmelte sie
zufrieden, „Hier steht es: Fritz Gerbracht GmbH Industriegebiet 24a Auto/Fahrradsticker.“ „Hat bestimmt jemand weggeworfen. Ich würde mir so einen dämlichen Sticker niemals ans Auto oder Fahrrad kleben!“, meinte Kim entschlossen. „Los komm, lass uns los fahren!“ „Du hast Recht, wird wohl so sein!“, stimmte Franzi ihr zu und steckte den Sticker in ihre Jackentasche. Doch ihr Bauchgefühl sagte ihr was anderes. Immer wenn es in ihrem Bauch kribbelte, hatten die drei !!! einen neuen Fall und so würde es auch dies Mal sein, daran glaubte sie fest.
Zuhause angekommen fand Franzi nur ihre Schwester Chrissie und Oma Lotti vor, die seit dem sie einen Schlaganfall hatte bei ihnen lebte, da sie auf Hilfe angewiesen war. Das meiste übernahm Frau Winkler, Franzis Mutter. Trotzdem halfen ihr Herr Winkler, Stefan, Chrissie und Franzi wo sie konnten. Neben bei betrieb Herr Winkler auch noch eine Tierarztpraxis im Untergeschoss des Hauses, in der Frau Winkler und Franzi öfter aushalfen.
„Hallihallöchen Schwesterherz!“, wurde sie von Chrissie
empfangen. Das etwas faul wahr, merkte Franzi sofort. Seit ihre Oma bei den Winklers eingezogen war, hatte es einige Male zwischen den beiden Schwestern gekracht. Sie mussten sich nun ein Zimmer teilen, und das war für beide schwer zu akzeptieren. Wenn Chrissie nun so freundlich zu ihr war, dann wollte sie sicher irgendetwas von ihr. Und richtig, denn jetzt folgte der Rest der Begrüßung. „Könnte ich mir vielleicht deine gelbe Sportjacke ausleihen? Ich will mit meiner besten Freundin joggen gehen.“ „Wenn’s unbedingt sein muss“, grummelte Franzi. „Ja, es muss sein!“ Freudestrahlend lief Chrissie die Treppe hoch und kam kurz darauf in ihrer pinken Jogginghose, einem grünen Top und der gelben Jacke, die super zu ihren roten Locken passte, wieder herunter. „Ach ja, hätte ich beinahe vergessen“, rief sie Franzi zu, bevor sie raus ging, „Mama ist in der Praxis helfen. Du sollst dich um Oma Lotti kümmern und euch Mittagessen warmmachen“ Bevor Franzi etwas erwidern konnte, war Chrissie schon draußen.  
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast