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Frostliebe

Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Aurora Metis Daphne Cruz Gwendolyn "Gwen" Cassandra Frost Logan Quinn OC (Own Character) Oliver Hector
02.09.2016
03.07.2020
13
33.139
6
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Dieses Kapitel
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29.03.2020 2.246
 
Nickamedes Vergangenheit

Logan

Nicht einmal 24 Stunden später standen Gwen und ich in der Küche ihrer Grandma. Nachdem mein Vater die Festlichkeiten beendet hatte, packten wir unsere Sachen und flogen zurück zur Akademie. Während des Fluges erklärte uns mein Vater, dass es verschiedene Attentate auf Champions gab. Welche bisher alle erfolgreich waren. Sie gingen davon aus, dass es kein Zufall war. Anscheinend macht eine Gruppe Jagd auf Champions. Warum sie das tun, wer die sind und wie viele die sind, wusste das Protektorat noch nicht.
Da das Protektorat in den letzten Jahren viele Verluste hatte gab es nicht genügend Mitglieder um jeden Champion rund um die Uhr zu beschützen. Nachdem wir gelandet waren traf sich mein Vater, Nickamedes, Aurora und Ajax mit weiteren Mitgliedern des Protektorats, um weiteres Vorgehen zu besprechen.
Wir hatten in der Zwischenzeit unser eigenes Krisenmeeting bei Gwens Grandma. Gemeinsam mit Alexei, Oliver, Daphne und Carson überlegten wir uns einen Plan, wie wir selbst Gwen beschützen würden. Vic und Nyx waren dabei natürlich auch moralische Unterstützung. Alexei würde seine Aufgabe als Gwens Wache wieder ernster nehmen. Oliver und Ich würden definitiv weiterhin Gwen trainieren und wir alle würden uns abwechseln Gwen nicht alleine in der Bibliothek zu lassen. Am Liebsten würde ich sie rund um die Uhr beschützen wollen. Gwen plädierte jedoch darauf, dass wir uns nicht komplett durch etwas unbekanntes kontrollieren lassen sollten und das sie durchaus auch auf sich alleine aufpassen kann. Zur Not hätte sie auch noch immer Vic und Nyx, die sie ständig begleiten. Nyx war bereits komplett ausgewachsen. Wenn ich nicht ihre friedliche Art kennen würde, würde mich ihre enorme Größe und ihre scharfen Krallen sicherlich zu einer Verteidigung greifen lassen.
Oliver und Alexei waren die ersten, die uns verließen. Oliver wollte Kenzie informieren, dass wir seine Hilfe beim Training gebrauchen könnten und Alexei wollte noch einige Vorbereitungen für Morgen treffen. Daphne und Carson folgten ihnen auch kurz darauf.

Jetzt waren Gwen und ich alleine in der Küche. „Du musst dir keine Sorgen machen Gypsiemädchen.“ Sagte ich. „Lustig das gleiche wollte ich dir auch gerade sagen Spartaner.“ Entgegnete sie und wieder schwiegen wir uns an. Egal wie sehr ich Gefahren wie diese gewohnt war, ich könnte mich nie an die Sorge gewöhnen, dass doch etwas Schreckliches passiert. „Ich denke wir werden noch genug Gelegenheiten finden, darüber nachzudenken. Kannst du mir nicht lieber erzählen, was es mit Medea auf sich hat?“ fragte Gwen dann und ich lenkte ein.
„Meine Mom und Nikamedes sind in einer sehr strengen Familie aufgewachsen.“ Ich hatte ihr schließlich versprochen ihr zu erzählen, was es über dieses Familiendrama zu wissen gibt. Und hier waren wir nun, beim Abwasch. Sie reicht mir die Teller, während ich abtrockne. Denn um ehrlich zu sein, hasse ich Spülwasser und die Essensreste, welche darin schwimmen. Ich weiß noch ganz genau, wie Gwen mich auslachte, als sie in einer Erinnerung sah, wie ich beim Abwaschen zusammengezuckt bin, weil ich Brotkrümel berührt habe. Sie hat mich Wochen damit aufgezogen. Ich bin trotzdem froh, dass sie deswegen immer abwäscht und ich diese Brühe nicht berühren muss, aber jetzt bin ich eh damit beschäftigt, zu überlegen, wie ich Gwen die Wahrheit sage.
„Die Bennets sind noch an die alten Traditionen gebunden. Natürlich konnten die Eltern ihre Kinder nicht die richtige Agoge durchlaufen lassen, wie man es aus Mythengeschichte kennt. Aber sie wurden sehr streng erzogen. Mit hartem Training und auch Gewalt. Ich weiß nicht viel über ihre Erziehung. Meine Mutter hat nie über unsere Großeltern gesprochen und auch Nikamedes sagt nicht viel darüber. Auf jeden Fall hat deren Erziehung bei Nikamedes und meiner Mutter Spuren hinterlassen. Nikamedes hasst seine Eltern für das was sie auch immer taten. Sein Vater ist ein angesehener Mann im Gericht der Gerusia gewesen. Alle kannten Jordan Bennet, den gnadenlosen Richter. Und als mein Vater meine Mutter geheiratet hat, hat Nikamedes immer behauptet, es sei nur zum Profit für meinen Vater und seiner Position im Protektorat gewesen. Selbst wenn es so wäre, wäre es für Spartaner total normal gewesen, doch irgendwie war Nikamedes ein totaler Romantiker geworden und glaubte an eine Hochzeit aus Liebe. Das wünschte er sich natürlich auch für seine Schwester und das war dann auch das erste Mal, dass er sich mit seinen Eltern gestritten hat. Richtig gestritten. Er verließ sogar für eine Zeit die Familie, aber irgendwann hat meine Mutter ihn beschwichtigt und er kam zurück. Er hat wohl schon immer viel gelesen und wie du selbst weißt, ist er der geborene Bibliothekar. Und als er seiner Familie berichtete genau das zu werden, sind die natürlich durchgedreht. Sein Vater wollte immer, dass er seinen Platz einnimmt und nun wollte sein Sohn einfacher Bibliothekar werden. Ich weiß nicht was alles passiert ist, aber das Ergebnis war, dass Nikamedes enterbt wurde und sein Vater nun keinen Nachfolger mehr hatte. Ob da auch die Sache mit deiner Mutter eine Rolle spielte, musst du ihn selbst fragen. Das weiß ich auch nicht. Jedenfalls Jordan Bennet starb einige Monate später an einem Herzinfarkt und Medea gibt Nikamedes die Schuld daran. Nachdem Jordan nun tot war und Nikamedes enterbt, ging sein Erbe zu jeweils fünfzig Prozent zu der anderen Schwester, dem Liebling der Familie, und meiner Mutter. In den nächsten Jahren, grenzte sich meine Mutter immer weiter von ihrem strengen Elternhaus ab. Sie wollte meine Schwester und mich von deren Erziehungsmethoden fern halten. Du kannst dir sicherlich denken, dass meine Tante das ausnutzte und sehr viele Lügen über meine Mutter verbreitete. Sie wollte, dass sie ebenfalls enterbt wird, doch vorher ist meine Mutter gestorben und ihr Erbe ging über an mich. Dafür hasst mich meine Tante, sie will schon lange den Teil des Erbes haben, doch ich müsste erst ohne Nachfolger sterben, bis das geschehen würde. Ich denke, dass sie deshalb unsere Beziehung sabotieren wollen. Es tut mir leid Gwen. Ich hätte dir das früher sagen sollen.“ Es ist für mich noch nie leicht gewesen über meine Mutter zu reden und ich fühle mich schon wieder so schuldig für alles. Die Erinnerungen wollen einfach nicht verschwinden. Gwen kam zu mir rüber und legte ihre Arme um mich. Ihre Wärme fühlt sich so gut an und genieße für einem Moment die Liebe die sie mir schenkt.
„Danke, dass du mir davon erzählt hast. Aber was meinst du mit sabotieren?“ Ich seufzte und erinnerte mich an das Gespräch mit Medea und meinem Vater. „Sie will nicht, dass wir weiterhin zusammen sind. Sie meinte das ich genügend Mätressen gehabt hätte und wenn mein Vater mich nicht bald in die Schranken weist, dann sorgt sie dafür, dass er seinen Beruf verliert.“ Gwen sah mich geschockt an. „Hat sie so viel Einfluss?“ ich nickte kurz und Gwen dachte nach. Nach einem kurzen Moment sprach sie: „Ich bin froh, dass es einfach nur ein Familienstreit ist und kein ganzes Kriegersystem, das gegen uns ist. Wir werden eine Lösung für deine Tante finden ohne dass dein Vater seinen Beruf verliert. Und bis dahin Spartaner, sollte ich wohl lieber auch auf dich acht geben. Nicht, dass deine Tante noch miesen Meuchelmord begeht. Denn dann werde ich mich nicht zurückhalten.“ Sagte sie und gab mir eine Kuss auf die Nasenspitze. Sie schaffte es immer mich aufzumuntern, wenn es mir schlecht ging. Früher dachte ich immer, dass das an ihrer Gabe liegen würde, aber Gwen versteht mich einfach. Das spüre ich.
„Ha ich glaube nicht, dass sie so weit gehen würde.“ Mein Lächeln wurde bei der Vorstellung, wie Gwen meiner Tante den Rest geben würde immer breiter. Medea war eine starke Spartanerin, eine sehr gute Kämpferin noch dazu. Aber gegen Gwen in Rage, hatte sie keine Chance. Das wäre definitiv sehenswert, doch dann fiel mir wieder etwas ein und mein Lächeln verschwand schlagartig. „Du weißt aber, dass du niemandem von all dem hier erzählen darfst. Weder Daphne noch deiner Grandma. Niemand darf davon erfahren verstanden?“ Wenn Gwen auch nur irgendwem davon erzählt, waren wir geliefert. Es würde uns als ehrenlos dastehen lassen. Ich bin mir zwar sicher, dass Gwen das egal wäre, aber ich will den Namen meiner Familie nicht beschmutzen. Ich will, dass wir wieder eine stolze, starke Familie werden.
„Verstanden!“ sagte sie mit einem lieblichen Lächeln im Gesicht.
„Wie schaffst du es, das alles so leicht hinzunehmen? Ich meine, meine Familie hasst uns und du reagierst auf das alles, als hätte ich dir gerade erzählt, dass es keine Kekse mehr gibt.“ Sie lässt alles einfach, einfach wirken. Als wäre es überhaupt nicht schlimm, dass meine Familie sie bestimmt nie leiden wird. Der Gedanke daran macht mich traurig. Ihre Grandma ist so reizend und liebevoll zu mir und meine Grandma würde sie für Hochverrat hinrichten wenn es sein musste.
„Erstens, wäre ich wesentlich wütender wenn meine Kekse alle währen. Zweitens bin ich sogar irgendwie glücklich darüber. Ich weiß, dass es grausam klingt, wenn man bedenkt wie beschissen deine Familie ist und wie schlecht sie dich, deine Mutter und Nikamedes behandelt haben aber endlich haben wir mal ein normales Problem. Familiendramen kenne ich schon von meiner alten Schule. Das ist etwas aus meiner Zeit, bevor ich das Gypsiemädchen wurde, welches als Nikes Champion die Welt retten musste. Familiendramen, Ärger mit den Eltern und Beziehungen die von niemandem gut geheißen werden. Das sind alles Dinge aus meiner Zeit als Gwen Frost, dem Kekse essenden Nerd. Es ist schön endlich solche Probleme mit dir durchzustehen und einmal nicht um Leben und Tot, um etwas zu kämpfen. Vielleicht nehme ich es deswegen so leicht.“ Antwortete sie mir und fuhr dabei mit ihren Händen, eher unbewusst, über meine Arme. Ihre Berührungen waren so sanft, dass mir ein Schauer über den Rücken lief.
„Vermisst du dein altes Leben?“ Ich hatte mich das schon oft gefragt. Sie würde dann sicherlich ein ruhiges, sicheres Leben führen. Ein Leben, dass sie definitiv verdient hat. Es macht mich traurig, zu wissen, dass ihr Leben ohne das alles hier, ohne mich, wesentlich einfacher und friedlicher wäre. Sie sah mich geschockt an, legt ihre Hände auf meine Wangen und zog mich zu sich runter. Uns trennen nur noch einige Zentimeter und sie sah mir direkt in die Augen.
„Es gibt Momente in denen ich mir wünsche, dass alles wieder so ist, wie es früher war, als meine Mutter noch lebte und alles nicht so verworren und kompliziert war. Aber ich wette, dass es in dem Leben auch Probleme geben würde. Und in dem Leben hätte ich dann nur meine Mutter und Grandma, um darüber zu reden. Da bekämpfe ich dann doch lieber Nemische Pirscher und wahnsinnige, alte Menschen. Wenn ich dafür meine Freunde bekomme, wenn ich dafür dich bekomme. Logan du machst mich so glücklich. Du akzeptierst mich wie ich bin, beide Seiten von mir und mehr will ich nicht. Hast du das verstanden? Ich würde das normalste und friedlichste Leben eintauschen, um an deiner Seite zu kämpfen. Ich liebe dich!“ Ich konnte nicht anders als die letzten Zentimeter zu überwinden und sie zu küssen. Wie konnte es nur möglich sein, jemanden so sehr zu lieben und so sehr geliebt zu werden. Gwen weckte in mir Gefühle, welche ich selbst noch nicht kannte. Sie war einfach wunderbar und ich werde sie nie wieder her geben, es sei denn, sie wollte es so.

„Ich denke wir sollten dennoch Schluß machen.“ Sagte sie im nächsten Moment und mein Herz blieb stehen. „Was??“
„Oh nicht wirklich!“ ergänzte sie schnell als sie meinen Gesichtsausdruck sah und sie meine Gefühle überrannten. „Also nicht richtig Schluss machen. Das könnte ich niemals tun! Das musst du mir glauben Logan. Ich habe das nur falsch formuliert.“ Panisch suchte sie nach den richtigen Worten, während ich meinen regelmäßigen Herzschlag suchte. „Ich meinte wegen deiner Tante. Wenn sie weiß was Nickamedes alles getan hat, wird sie auch wissen, was wir beide tun. Wenn wir die bevorstehende Gefahr überstehen wollen, brauchen wir die Hilfe deines Vaters und dabei sollte er nicht die Angst haben, seinen Job zu verlieren. Also tun wir so als wären wir getrennt. Wir tun nur so, sodass sich das Gerücht auf der Schule verbreitet und treffen uns aber trotzdem heimlich. Wir müssen es nur so aussehen lassen, als wären wir nicht mehr zusammen. Dann ist deine Tante zufrieden, dein Vater verliert nicht seinen Beruf und wir haben Zeit uns einen besseren Plan auszudenken.“
„Und ab wann sollte das deiner Meinung nach beginnen?“
„Morgen.“
„Ich hasse diesen Plan. Der gefällt mir ganz und gar nicht. Ich will nicht von dir getrennt sein. Ich will auch noch nicht mal so tun als würde ich von dir getrennt sein Gwen! Aber der Plan ist recht gut. Es fehlen zwar die Details, wie du es schaffen willst, dass ich dich trotzdem jede Stunde sehen kann, jedoch glaube ich, dass das momentan unsere einzige Option ist.“ Sagte ich schließlich rekulant und drückte mein Gypsiemädchen an mich. „Wir sollten aufhören uns ständig zu opfern. Du bist nicht der Champion der Opfergaben weißt du.“
„Ja das weiß ich. Ich bin der Champion des Sieges. Also mach dich darauf gefasst von mir zurückgewonnen zu werden Spartaner.“ Entgegnete sie und küsste mich. Ich zog sie enger an mich. Ich würde alles tun um trotzdem so viel Zeit wie möglich mit Gwen zu verbringen. Noch hatte ich zwei Stunden, bis Gwen in ihrem Zimmer auf der Akademie sein musste. Zwei Stunden bevor dieses dumme Theater für meine Tante beginnen würde. Diese zwei Stunden würde ich komplett ausnutzen!

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So jetzt sind wir so ziemlich auf Kurs und man weiß jetzt wo die Reise hingeht.
Für Lob und Kritik bin ich gerne zu haben. Ich wüsche euch noch viel Spaß Zuhause!
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