Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Frostliebe

Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Aurora Metis Daphne Cruz Gwendolyn "Gwen" Cassandra Frost Logan Quinn OC (Own Character) Oliver Hector
02.09.2016
03.07.2020
13
33.139
6
Alle Kapitel
35 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
29.03.2020 1.838
 
Ein Tag mit Höhen und Tiefen

Logan

Es war schwer für mein Gypsiemädchen am Nachmittag nicht mitzukommen oder mir wenigstens hinterher zu spionieren. Als ich sie bei Daphne abgesetzt hatte, musste ich ihr hoch und heilig versprechen ihr alles zu erzählen. Über ihre Neugierde konnte ich nur lachen. Auch wenn es ungewohnt war, meine Angelegenheiten mit jemandem zu teilen, war es bei Gwen ok. Ich wusste, dass sie es nie weitergeben würde. Bevor ich zu dem Treffen mit Medea und meinem Vater ging, meinte Daphne noch, dass sie zur Not Gwen an einen Stuhl binden würde, um zu verhindern, das Meeting zu stören. Ich schätzte die Walküre für ihre Witze. Nur bezweifelte ich, dass mein Gypsiemädchen dabei kampflos aufgeben würde.

Danach folgte so ziemlich die anstrengendste Rede von Medea, die ich je gehört habe. Die Diskussion zwischen ihr und meinem Vater schien gar nicht aufhören zu wollen. Ein Verweis von mir, dass wir noch zu spät zu den Feierlichkeiten kommen würden, wurde mit Blicken kommentiert, die mich meinen Angriff und meine Verteidigung planen ließen. Medea lenkte dann aber doch ein und entließ uns. Mein Vater wütete noch bis in sein Zimmer über ihre ‚Vorschläge‘. Gwen hatte mir geschrieben, dass sie sich bereits fertig gemacht hat und wir uns auf der Party sehen würden. Ich konnte immer noch nicht fassen, was Medea von uns verlangte. Es fühlte sich falsch an. Allein der Gedanke daran sorgte dafür, dass sich mein Magen zusammenschnürte. Schnell sprang ich unter die Dusche, als könnte ich das Gehörte wegwaschen. Dabei fiel mir wieder die Narbe an meinem Bauch auf. Die Narbe die mir Gwen zufügte, als ich das letzte Mal besessen war. Ich würde den selben Fehler nicht noch einmal tun.
Nachdem ich geduscht hatte, sog ich mir schnell eine Jeans und ein Hemd an. Bei der Wärme hier war ich froh, dass wir keinen strengen Dresscode hatten. So konnte ich die letzten  Knöpfe auf lassen, die Ärmel hoch krempeln und konnte gut auf eine Krawatte verzichten. Sobald ich damit fertig war meine Haare zu richten, ging ich zum Fest.

Am Eingang der Festhalle waren Oliver und Alexei. Es war gut zu sehen, wie Alexei Oliver zum Lachen brachte. Sie waren gut füreinander obwohl irgendetwas falsch schien. Schnell schritt ich zu ihnen, um sie zu begrüßen.
„Hey Logan, du hast das Beste schon verpasst.“ Meinte Oliver belustigt zu mir, während wir uns die Hand reichten.
„Ja ich weiß. Ich habe das Überreichen der Geschenke verpasst aber das Geschenk gehörte eh eher Gwen. Außerdem ist meine Verspätung nicht meine Schuld. Meine Tante hat meinem Vater und mir einen Vortrag über… Erscheinung gehalten.“ sagte ich und Oliver nickte verständlich.
„Bestimmt haben Medea und meine Mutter gemeinsam an einer Rede geübt und besprechen jetzt die jeweiligen Resultate.“ Entwich es Oliver. Das war es also. Seine Mutter muss ihm etwas gesagt haben, was dem Spartaner überhaupt nicht gefiel. Er wirkte wütend und verletzt. Ich wusste, dass seine Familie kein Problem damit hatte, dass Oliver schwul war. Auch Alexei mochten sie. Er war in letzter Zeit oft bei Familie Hektor zu besuch. Was konnte es also sein, was ihn so niederschmetterte? Ich schaute rüber zu Alexei der einen noch ausdrucksloseren Blick hatte als sonst. Keiner von beiden machte Anstalten noch etwas zu sagen. Hier war nicht der richtige Moment um sowas zu besprechen also nickte ich den beiden zu und deutete auf die Festhalle. „Ich könnte einen Drink vertragen, kommt ihr mit?“ Gemeinsam gingen wir rein. Es waren nicht viele Gäste eingeladen. Nur die Freunde und Familie. Wobei ich wusste, dass mein Onkel auch auf den Großteil der Familie verzichten konnte.
Nickamedes stand mit Metis in der Mitte des Raumes um die Gäste zu begrüßen. Typisch für die beiden war dieser weniger imposant geschmückt als die Mensa auf Mythos an manchen Tagen. Es passte zu den beiden. Nur wünschte ich sie hätten es nicht getan. Das wird Medea nur noch mehr provozieren.
„Du solltest dich nicht sorgen. Nickamedes weiß was er tut.“ Gwen stand plötzlich neben mir. „Meine Magie scheint wieder stärker zu werden. Ich kann wieder spüren ohne zu fühlen.“ Sagte sie, als sie meine Verwunderung fühlte. Ich hatte schon fast vergessen, dass Gwens Gypsiegabe sich erst nach dem Kampf mit Loki komplett entwickelt hat. Nachdem sie jedoch wieder gestorben war, hatte sich auch ihre Psychometrie geschwächt. Wenn ihre Magie wieder stärker wird, heißt das auch das sie ebenfalls wieder stärker wird.
„Das Lächeln steht dir viel besser Spartaner.“ Meinte sie dann und erst jetzt sah ich sie richtig an. Ihr braunes Haar offen und in Wellen über ihrem schulterfreien Kleid. Das Kleid war eng an der Brust geschnürt und viel dann locker nach unten. Die helle Farbe des Kleides passte zu der Kette, die ich ihr einst schenkte. „Du siehst wunderbar aus.“ Entgegnete ich ihr. Ich legte eine Hand auf ihre Wange und zog sie mit der anderen an mich. Ich musste sie einfach küssen. „Reis dich zusammen Spartaner.“ Erwiderte Gwen nachdem wir uns voneinander lösten. „Ich kann zwar nicht von allen die Emotionen fühlen, aber ich brauche nicht einmal meine Psychometrie anwenden, um zu merken, welche Blicke uns dein Onkel zuwirft.“

Nickamedes sah wirklich zu uns rüber und schaute mich fragend an. „Ich sollte wohl besser mal hallo sagen. Ich bin gleich wieder da.“ Meinte ich.
„Alles klar. Falls du mich suchst, ich werde an der Bar sein, mit einem Getränk für dich und einem offenen Ohr für meinen zweitliebsten Spartaner.“ Antwortete sie grinsend. Bevor sie gehen konnte hielt ich sie schnell an der Hand. „Ich weiß nicht, was du durch deine Gypsiegabe schon weißt, aber dränge Oliver nicht. Er wird schon sagen was los ist.“
„Ich weiß. Ich werde mich zurückhalten.“ Erwiderte sie und ging in Richtung Bar zu Oliver und Alexei. Auf dem Weg zum Brautpaar sah ich Daphne und Carson, die gerade dabei waren ihre Plätze zu finden. Ich hätte später noch Zeit, die beiden zu begrüßen.
„Ich dachte schon du würdest uns heute komplett meiden.“ Hörte ich auch schon Nickamedes sagen. „Du weißt das es sich nicht gehört, das Brautpaar warten zu lassen.“ Seine Worte klangen nicht besonders ernst. Nickamedes wirkte sogar entspannt. So habe ich meinen Onkel seit… nun ja noch nie gesehen. Ich lächelte ihn an und nahm ihn in den Arm. „Ich kam so schnell wie ich konnte.“ Erwiderte ich während er mir auf den Rücken klopfte. Dann wand ich mich an Aurora. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich das mal zu meiner Lehrerin sagen würde. Aber ich bin froh, dass sie meinen Onkel tatsächlich genommen haben. Herzlich Willkommen in der Familie Frau Metis. Nun Bennet natürlich.“ Sagte ich zu ihr und sie nahm mich in den Arm. „Danke Logan. Du kannst mich aber gerne Aurora nennen solange wir nicht im Unterricht sind.“
„Außerdem ist sie keine Bennet. Ich habe Auroras Namen angenommen.“ Ergänzte Nickamedes und ich sah beide mit großen Augen an. Und als ich sah, wer hinter ihnen stand, hätte ich am Liebsten zu einer Waffe gegriffen. Natürlich war momentan keine griffbereit. Der nächste Stuhl stand sieben Schritte entfernt zu meiner Rechten. Es wäre sowieso zu spät. Medea öffnete bereits ihren Mund.
„Du hast was? Nickamedes das ist nicht dein Ernst!“ sagte sie empört. Nickamedes drehte sich zu ihr um, so wie viele andere Gäste. Sie ließ ihn gar nicht erst zu Wort kommen. „Als ich gehört hatte, dass du eine Walküre heiraten wolltest war ich schockiert. Dann erfuhr ich, dass sie ein Champion ist, was der einzige Grund war, weshalb ich diese Ehe gewilligt habe. Es hätte den Ruf der Familie wenigstens etwas angehoben. Doch das war nie dein Sinn?! Du hast sie nur geheiratet um deinen Familiennamen endgültig zu verraten. Bist du nicht der Meinung, dass du dafür schon genug getan hast? Weißt du eigentlich was du damit angestellt hast? Glaube nicht, dass du der einzige bist, der die Konsequenzen dafür tragen muss. Oh nein. Dein Egoismus wird nicht nur schwere Konsequenzen für die Bennets haben. Auch die Quinns werden diese Last zu tragen haben.“ Medeas Stimme war wie immer bedrohlich ernst. Doch Nickamedes antwortete mit einem ähnlichen Ton. „Es reicht jetzt Medea. Ich habe mich der Familie schon vor Ewigkeiten entsagt. Jetzt ist es nur unumkehrlich. Also hör auf dich so aufzuspielen und höre vor allem auf so mit meiner Frau zu sprechen. Ich habe Aurora aus Liebe geheiratet und ich habe den Segen der Eunuchen dafür bereits erhalten. Es gibt also nichts, was du dagegen tun kannst. Also entweder tust du ein letztes Mal so, als würden wir eine glückliche Familie sein und verhältst dich wie ein guter Gast oder du gehst mir endlich aus den Augen.“
„Nickamedes…“ wollte Aurora gerade ansetzten, aber sie wurde sofort von Medea unterbrochen.
„Aus Liebe? Das ich nicht Lache Nickamedes. Du hast diese Frau nur geheiratet, weil sie ein Ersatz für diese Grace ist. Jahre lang gab es nur diese eine für dich. Diese…. Unreine…. Die dich so sehr um den Finger gewickelt hat, dass du sogar die Familie verlassen hast. Nur wollte sie dich nicht. Sie hatte lieber einen verdammten Schnitter geheiratet. Dachtest du etwa ich wusste das nicht? Ich weiß mehr als du denkst. Selbst Jahre nach ihrem Tod besuchst du noch immer regelmäßig das Grab dieser Unheilbringerin. Und jetzt willst du mir erzählen, dass du dich in ihre beste Freundin verliebt hast, die ebenfalls ein Champion ist? Das ich nicht Lache. Du bist ein Heuchler Nickamedes ! Ein egoistischer…“
„Das reicht jetzt!“ Gwens Stimme erklang durch den Raum und plötzlich umgab uns eine Aura von Wut und Trauer.
„Ich verbiete Ihnen auch nur noch ein Wort gegen meine Mutter oder gegen irgendjemand anderen meiner Familie zu sagen. Sie wissen nämlich nicht wovon Sie da gerade sprechen. Aurora und Nickamedes lieben einander von ganzem Herzen. Das fühle ich. Ich fühle auch Ihre Angst und Unsicherheit, Medea. Das gibt Ihnen jedoch nicht die Befugnis diese beiden Menschen in ihrem Denken und Handeln zu verunsichern. Ich bezweifle dass sie überhaupt eine Befugnis haben irgendjemandem irgendetwas zu sagen!“ Aus Gwens Trauer wurde Zorn. Sie stand Medea genau gegenüber. Ich ging zu ihr und legte eine Hand auf Gwens Schulter. Sie musste sich beruhigen.
„Keine Sorge Kindchen. Du wirst schon sehr bald sehen, welche Befugnisse ich habe!“ entgegnete Medea ihr. Meine Muskeln spannten sich an. Ich war mir noch nicht sicher, ob ich Medea gleich anspringen würde oder Gwen verteidigen müsste.
Die Tür zur Festhalle öffnete sich und mein Vater trat mit Inari und einigen weiteren Mitgliedern des Protektorats herein. Verdutzt betrachtete er kurz die Szene, die sich ihm bot. „Was auch immer hier gerade vor geht, es wird sofort beendet. Als Leiter des Protektorats muss ich alle bitten, diese Feierlichkeit sofort zu verlassen und schnellstmöglich in ihre Heimat zurück zu kehren.“ Erklärte er. Ich habe ihn schon lange nicht mehr so ernst gesehen. Das war sein Gesicht, wenn es Probleme gab.
„Dad was ist los?“
„Wir haben den ernst zu nehmenden Verdacht, dass Jagd auf Champions gemacht wird. Bis wir weitere Informationen haben, stehen sämtliche Champions unter der Aufsicht des Protektorats.“
Der Tag hätte nicht beschissener enden können.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast