Wundbrand

OneshotAngst, Suspense / P18
Winter Soldier / James Buchanan "Bucky" Barnes
02.09.2016
02.09.2016
1
1861
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Wundbrand


(Inspiriert von 'Run', Awolnation)

„Доброе утро, солдат.“
Dunkelheit um ihn herum. Nur dieser Mann steht vor ihm. Er ist schmächtig, nicht kampffähig.
Unterlegen.
Er antwortet ihm nicht. Er muss funktionieren. Hier und jetzt.
„Солдат?“
Nein. Er antwortet ihm nicht, weil er ihm nicht antworten will.
Sein Blick wandert zu dem Schmächtigen. Wut ist in dessen Blick. Er hat dennoch keine Chance. Sie kommen mit den Elektroschockern. Sie wollen ihn gefügig machen.
Er will es nicht.
Zwei Männer, einer zu seiner linken, einer zu seiner rechten. Sie drohen ihm. Er hört ihnen nicht zu. Verachtung.
„Вставай!“
Er steht tatsächlich auf. Aber nicht, weil sie es wollen. Er will sie beseitigen. Er muss sie beseitigen. Sie schreien Befehle. Er ignoriert sie.
Seine Schritte tragen ihn sehr schnell auf sie zu. Sie weichen nicht zurück, denn sie haben ihre Waffen siegessicher vor sich gestreckt. Sie sehen lächerlich aus. Sie haben keine Chance, denn er will ihnen keine lassen.
Er greift nach dem Mann links und packt seinen Kragen. Er zieht ihn zu sich und schlägt ihm die mechanische Hand zur Faust geballt ins Gesicht. Er spürt die Nase unter seinen Fingern brechen. Der Mann schreit. Er schlägt so oft in sein Gesicht, bis er still wird.
Der andere verpasst ihm Stromschläge. Doch er lässt den erschlagenen Mann nicht los, bis dieser garantiert tot ist. Kontrollverlust.
Stromschläge jagen durch seinen Körper. Das Wasser auf seiner Haut macht sie intensiver. Er lässt den Toten fallen und dreht sich zu dem anderen.
Er steht ihm direkt gegenüber. Der Mann lässt seinen Elektroschocker sinken. Dann streckt er die freie Hand aus, um ihn auf Abstand zu halten.
Wut.
Rasende Wut ergreift Besitz von ihm. Er springt auf den Mann zu und schlägt ihm seine Waffe aus der Hand. Der Mann ist wehrlos und schwach. Ruckartig packt er ihn am Hals und drückt zu. Er hebt ihn hoch und lässt ihn zappeln.
Bis er stirbt.
Dann Lärm. Stimmen nähern sich. Sie kommen.
Die nächste Leiche fällt zu Boden. Achtlos steigt er über sie hinweg, um zu gehen. Sie kommen nämlich, um ihn zu holen. Sie sind gnadenlos. Er jetzt auch.
Seine nackten Füße tragen ihn über den Betonboden. Er nimmt nichts wahr, bis auf die Schritte, die sich hinter der geschlossenen Stahltür sammeln und vermehren. Sie werden stetig lauter. Er will nicht aufgeben.
Er will es einfach nicht.
„Сдаваться!“
Nein, er wird nicht aufgeben. Er wird sie töten. Alle.
Sie versuchen die Tür von außen zu öffnen. Das kostet Zeit. Zeit, die er braucht. Er will hier weg. Sie sollen ihn gehen lassen. Weil er das so will.
Keine Befehle mehr. Keine Schmerzen mehr. Nie wieder.
Er sieht sich um. Die Leichen tragen keine Schusswaffen. Damit er sie sich nicht nehmen kann. Sie versuchen ihn zu kontrollieren. In allem. Aber er will das nicht.
Unruhe ergreift ihn und er dreht sich um die eigene Achse. Der kalte Raum engt ihn ein. Er bekommt Angst. Hier hört er immer nur Schreie, seine eigenen Schreie. Hier wird er auf einen Stuhl gefesselt. So wie gerade eben.
Schmerzen erfährt er hier. Nichts anderes. Sie tun ihm weh.
Panik.
Er will hier weg. Einfach weg, weil er das so will.
Das Klopfen gegen die Tür verstummt plötzlich. Er dreht sich um, damit er sie im Blick hat, wenn sie kommen. Sie werden gnadenlos sein. Er auch.
Seine nackten Füße klatschen verräterisch laut auf dem nassen Beton. Er friert, aber er blendet es aus. Die Kälte ist sein Begleiter. Schon seit er denken kann. Er kennt nur dieses Leben hier. Nichts anderes. Sie haben ihn hier versteckt, das weiß er. Mehr nicht.
Aber er will das nicht mehr. Er will hier weg. Für immer.
Ein Knirschen. Die Tür geht auf und sie stürmen den Raum. Geschrei. Hände, die nach ihm greifen, Waffen, die auf ihn gerichtet werden. Rasende Wut. Die Dunkelheit kommt und hüllt ihn ein. Er wehrt sich.
Er schlägt um sich.
Sie gehen zu Boden und bluten danach.
Er schreit.
Sie weichen zurück, weil sie Angst bekommen.
Er brüllt.
Sie treten wieder auf ihn zu, um ihn in die Knie zu zwingen.
Er läuft, weil er an nichts anderes denken kann.
Sie bekommen ihn zu fassen und verdrehen seine Gliedmaßen. Hektisch windet er sich in ihren Griffen und schreit noch lauter. Einen stößt er weg, zwei kann er nicht abschütteln.
Er ächzt.
Lauf! Doch er kann nicht mehr laufen.
Er geht zu Boden.
Schläge und Tritte regnen auf ihn nieder. Dann jagt wieder Strom durch seinen Körper. Er zittert. Er schreit. Er zappelt. Seine Gegenwehr wird schwächer.
Er verstummt. Und er versteht:
Er kann ihnen nicht entkommen.
Niemals.

Anmerkung: Im Grunde genommen ist das hier eine der möglichen Fortsetzungen meines OS Gefrierbrand. Aus der Sicht des Winter Soldiers nach einer missglückten Programmierung (nicht mit Bucky Barnes zu verwechseln) allerdings zu schreiben war nicht so einfach. Deshalb ist auch hier eure Meinung wieder gefragt! :)
LG, Erzaehlerstimme
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