33 Kugeln

KurzgeschichteDrama, Tragödie / P16
Detective Woodrow "Woody" Hoyt Dr. Jordan Cavanaugh
02.09.2016
02.09.2016
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Lu seufzte und durchsuchte den Tatort. "Jordan, finden Sie nicht, Sie hätten im Institut bleiben sollen?", fragte sie.

Jordan sah sie an. "Warum? Sollte ich mir den Spaß hier entgehen lassen?", fragte sie sarkastisch. Rund um sie herum herrschte Chaos, Zerstörung. Überall waren weinende Menschen, tote Menschen, Feuer und Schüsse. Jordan seufzte und half Lu beim Durchsuchen des Tatorts.

"Ich meine wegen Ihrem Baby Jordan!", entfuhr es Lu. Sie hatte schon länger bemerkt, dass Jordan offensichtlich schwanger war, doch eigentlich hatte sie beschlossen sie nicht darauf anzusprechen. Es war eine Sache die sie nichts anging, eine Sache zwischen Jordan und... Na ja sie wusste nicht wer der Vater war.

Jordan riss erstaunt die Augen auf. Woher zum Teufel wusste Lu, dass sie schwanger war? Sie hatte es noch niemandem erzählt. Nicht einmal Lily. "Woher zum Teufel wissen Sie das? Spionieren Sie mir etwa nach?", fragte Jordan.

Lu schüttelte den Kopf. "Die Anzeichen sind einfach deutlich Jordan. Ihre Brüste sind geschwollen, Sie sind sehr blass und ich sehe doch wie Sie sich ständig an den Bauch fassen."

Jordan seufzte und erneut ging ihre Hand  zu ihrem Bauch. Ja sie war tatsächlich schwanger. Jordan, die laut der Meinung aller ihrer Kollegen völlig ungeeignet war eine Mutter zu sein, war schwanger.

"Pollack?", fragte Lu nach einer Weile des unangenehmen Schweigens.

Jordan schüttelte den Kopf. Sie seufzte und sprach schließlich das laut aus, das Lu schon befürchtet hatte. "Woody"

Lu schluckte. Sie hatte es doch befürchtet, was überraschte sie das jetzt noch? Es war bestimmt dieser One Night Stand gewesen. Und hatte sie nicht mit Woody Schluss gemacht eben weil dieser Jordan liebte? "Weiß er es?", fragte sie.

Jordan schüttelte den Kopf. "Nein noch nicht. Ich werde aber sobald wir das hier überstanden haben mit ihm reden", sagte sie und deutete theatralisch umher.

"HA! Ich hab was gefunden", rief Jordan Lu zu und stand abrupt auf. Doch noch ehe Lu etwas erwidern konnte, fiel er. Der Schuss. Lu sah Jordan zu Boden gehen und lief sofort ohne nachzudenken auf sie zu. "Jordan! Jordan!", schrie sie und nahm die Dunkelhaarige in den Arm. "Es wird alles gut", flüsterte sie.

Jordan blinzelte sie an. Sie war doch bloß aufgestanden und plötzlich war da dieser stechende Schmerz durch sie gezogen. Sie versuchte einen klaren Gedanken zu fassen, aber da war so viel Blut. Ihr Blut. Sie schluckte. "Oberschenkel", murmelte sie.

Lu sah sie ungläubig an. "Bitte was?", fragte sie sanft.

"Sie  müssen....Sie müssen die Wunde zu drücken. Er hat mich in den Oberschenkel getroffen.", stockte Jordan.

Lu nickte und fand die Wunde auch gleich. Sie drückte sie so fest sie konnte zu. "Das ist nicht so schlimm. Wird gleich wieder, ist nur der Oberschenkel", sagte sie beruhigend. Doch wen versuchte sie eigentlich zu beruhigen? Sich selbst oder Jordan?

Jordan sah sie an und schüttelte den Kopf. Immer wieder wurde ihr schwarz vor Augen. Der Blutverlust war einfach zu massiv. "Nein Lu. Das wird nicht gleich wieder. Er hat die Arterie getroffen, ich werde verbluten"

Sie sagte das so völlig ruhig und in Lu stieg sofort Panik auf. Wenn Jordan, diese Nachricht so ruhig aufnahm, musste sie sich wohl mit dem Gedanken zu sterben angefreundet haben, ihn akzeptiert haben. Lu aber wollte das nicht. Sofort wählte sie Woodys Nummer.

"Woody? Wir haben ein Problem", meldete sie sich als der Polizist abnahm. "Was gibt`s?", fragte Woody. "Jordan wurde angeschossen. In den Oberschenkel. Sie verliert viel Blut und unser Auto wurde geklaut. Woody kannst du herkommen? Wir müssen sie ins Krankenhaus bringen!", sagte Lu.
Bereits in dem Moment in dem Lu gesagt hatte 'Jordan wurde angeschossen' war Woody aufgesprungen und zu seinem Wagen gelaufen. "Lu sag ihr sie muss durchhalten", flehte er.

Wenige Minuten später war Woody am Tatort angekommen. Er lief bewaffnet auf die beiden Frauen zu. Jordan war schon reichlich blass und alles war voller Blut. Tränen stiegen in ihm auf aber er musste sich zusammen reißen. "Jordan! OH mein Gott. Es wird alles gut, hörst du? Du musst nur durchhalten", flehte er und strich ihr sanft übers Haar.

"Wood...Woody?", stotterte Jordan. "Ja? Ich ich bin hier, ich lass dich nicht allein, wir bringen dich jetzt ins Krankenhaus"

"Ich...ich bin...", Jordan verlor das Bewusstsein. Sie schafften sie ins Auto. "Jordan bitte halt durch!", flehte Woody immer und immer wieder. Was hatte sie ihm bloß sagen wollen?

"Lu? Weißt du was sie mir sagen wollte?", fragte er. Lu zögerte einen Augenblick doch sie entschied sich im die Wahrheit zu sagen. "Sie ist schwanger Woody, schwanger von dir"

Wenige Minuten später erreichten sie das Bosten General. Woody sprang mit Jordan auf dem Arm aus dem Wagen. Ärzte und Schwestern waren sofort zur Stelle. "Schusswunde am Oberschenkel, Arterie verletzt. Sie verliert viel Blut und...sie ist schwanger", erklärte er dem Personal. Er war so beschäftigt damit sich um Jordan zu kümmern, dass ihm gar nicht auffiel das Lu nicht ausgestiegen war. Erst als sie Jordan in den OP gebracht haben vermisste er Lu.

Er ging zurück zum Wagen und ihm blieb fast das Herz stehen. Da war es. Ein kleines rundes Einschussloch in der Windschutzscheibe. Er riss die Fahrertür auf und fand Lu blutüberströmt. "LU! Was ist passiert?", fragte er.

"Auf der Fahrt...schon bevor...bevor wir hier waren. Woody ich... ich habe nichts gesagt...ich wollte das beste für dein Kind und Jordan", flüsterte sie und spuckte bei jedem Wort ein paar Blutstropfen in Woodys Gesicht. Nun liefen die Tränen doch. Woodys Tränen tropften auf Lus Gesicht und Lus Blut tropfte auf Woody. Er hob sie aus dem Wagen. "Lu sie kriegen das hin", flehte er leise. Sie kriegen das hin. Das sagte er immer und immer wieder zu sich selbst. Doch er wusste er log sich an. Die Kugel, ein glatter Durchschuss, hatte die Lunge durchstoßen.

Lu schüttelte den Kopf. "Nein Woody. Niemand kriegt das mehr hin. Woody? Halt mich einfach bis es vorbei ist...ich liebe dich", flüsterte sie leise. Woody stand also da, auf dem Parkplatz des Bosten General, weinend, mit seiner toten Freundin am Arm....
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