Stuckys unglaublich unerotische Abenteuer

KurzgeschichteHumor, Romanze / P16 Slash
01.09.2016
12.09.2016
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Dieses Kapitel
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Disclaimer: Ich habe keinerlei Rechte an den auftretenden Charakteren oder an sonst irgendwas, das mit ihnen zusammenhängt, und selbstverständlich verdiene ich mit dieser Geschichte kein Geld. Was es hier zu lesen gibt, ist Fiktion und basiert demzufolge auch nicht auf irgendwelchen realen Ereignissen.

English Version: I do not own anyone, this is purely fictional. If you got here by googling yourself please I urge you go back now!

A/N: Das ist ausnahmsweise mal nicht Nairalins Schuld. Nur die des Internets! So!
Und wie es schon in der Kurzbeschreibung steht, handelt es sich hierbei um ein Spin-off von Coming to life again.
Man muss diese Geschichte aber nicht gelesen haben.

Und ihr wisst ja, Reviews sind das Brot des Fanfictionautors – lasst mich bitte nicht hungern!








Stuckys unglaublich unerotische Abenteuer



Part I


Es war ein kalter und scheinbar ausnahmsweise klarer Tag gewesen, nicht einmal mit der frühen Dämmerung waren Wind und erste Wolken aufgekommen. Der Sonnenuntergang war vermutlich ein atemberaubendes Schauspiel in herrlichen Pastelltönen gewesen – und er hatte ihn verpasst! Eingepfercht mit einem Dutzend S.H.I.E.L.D.-Mitarbeiter in einem fensterlosen Raum mit künstlicher Beleuchtung und dem zuckenden Lichtspiel von Monitoren und Hologrammen hatte er nicht einmal die kleinste Chance gehabt, ihn überhaupt zu bemerken. Und die Hoffnung, durch die Beleuchtung der Großstadt den Blick auf einen Stern zu erhaschen, hatte er ohnehin schon lange aufgegeben. Es hatte sich so vieles verändert... Langsam stieg er die Treppen hinauf. In den Fahrstuhl hatte er sich nicht zwängen wollen, nicht, nachdem er schon stundenlang hatte herumsitzen müssen. Da konnte es nicht schaden, sich auf den Stufen die Beine noch etwas mehr zu vertreten. Im Grunde genommen hätte er rein vom Gefühl her die ganze Treppe noch wenigstens ein oder zwei Dutzend Mal auf und ab laufen können, doch so lange wollte er seinen Freund dann doch nicht mehr warten lassen. Es war ja nicht so, dass sie nicht auch noch ihre Planungen für ihre gemeinsame freie Zeit hatte. Bucky hatte mindestens ebenso viel nachzuholen wie er und das ging nun einmal nur während der Freizeit.
Sicher, derzeit hatte Bucky beinahe unverschämt mehr Freizeit als er, aber dafür schaffte er es irgendwie auch – mit nur einem Arm wohlgemerkt! – fast den gesamten Haushalt zu schmeißen, vom Einkaufen einmal abgesehen. Das taten sie in der Regel gemeinsam, weil das sinnvoller war. Doch ansonsten... Es war auf jeden Fall so, dass sein Freund noch erstaunlich viel Zeit fand, um Museen zu besuchen, stundenlang mit öffentlichen Verkehrsmitteln durch die Stadt zu fahren, Parks bis in den hintersten Winkel zu erkunden, im Internet zu surfen und letzte Woche war er auf die glorreiche Idee gekommen, sich im Tierheim zu erkundigen, ob es dort nicht einen Hund gab, mit dem man einen einarmigen Kriegsveteran ein- oder zweimal pro Woche Gassi gehen lassen würde. Ob er auf seine Anfrage schon eine Antwort bekommen hatte? Davon erzählt hatte er zumindest nichts oder hatte er das nur wieder vergessen? Grübelnd fummelte Steve den Schlüssel ins Wohnungstürschloss, drehte ihn, drückte die Tür auf und betrat den Flur. Alles wie immer. Er schloss die Tür hinter sich, schlüpfte aus den Schuhen, zog die Jacke aus und hängte sie an die Garderobe.

„Bin da“, rief er überflüssigerweise in die Stille der Wohnung. Überflüssigerweise deswegen, weil er genau wusste, dass sein Freund ihn gehört hatte. Er hörte ihn jedes Mal, selbst dann, wenn er unter der Dusche stand, wenn er heimkam.

„Bin im Wohnzimmer“, kam es prompt zurück. „und wasch dir die Hände!“

Unwillkürlich musste er lachen. Das erinnerte ihn so sehr an seine und Buckys Mutter! Und als Kinder hatten sie sich stets etwas darüber lustig gemacht und nicht verstanden, warum das notwendig sein sollte. Nun gut, um der Wahrheit die Ehre zu geben, ihm hatte das ab einem gewissen Alter in Bezug auf seine Gesundheit schon eingeleuchtet, aber Bucky... Bucky war da schon immer etwas entspannter gewesen – bis jetzt, wie es schien. Aber wahrscheinlich waren sie beide bloß erwachsen geworden und das war schon alles.

„Was ist denn daran so lustig, Stevie?“

Er sah auf und stellte fest, dass Bucky aus dem Wohnzimmer gekommen war und den Arm in die Seite gestemmt hatte. Hätte er zwei Arme gehabt, hätte er sie wohl eher vor der Brust verschränkt, konstatierte Steve stumm, nur mit einem Arm ging das schlecht und wenn Bucky es trotzdem versucht hätte, hätte das mit Sicherheit irgendwie... Die Vorstellung half ganz und gar nicht dabei, nicht mehr zu lachen!

Bucky seufzte theatralisch: „Die ganze verdammte Stadt schnieft, rotzt und hustet sich durch diese ominöse allwinterliche Grippewelle und du fängst an zu lachen, wenn ich dir sage, du sollst dir die Hände waschen – ist das dein Ernst?“

Er schüttelte rasch den Kopf und murmelte halbherzig: „Nein, natürlich nicht.“

„Aber?“

„Ich musste nur gerade daran denken, wie unsere Mütter das früher immer zu uns gesagt haben.“

Damit war es raus. Immerhin hatten sie sich damals auf die Hand versprochen, so etwas nie zu ihren Kindern zu sagen. Damals, als sie noch davon ausgegangen waren, irgendwann einmal selbst Eltern zu sein und... Nein, das war viel zu lange her. Das war Vergangenheit. Eine Vergangenheit aus einer Zeit lange vor dem Krieg, lange, bevor sie überhaupt erwachsen geworden waren.

„Bei dir hatten sie da ja auch irgendwie recht“, erwiderte sein Freund mit einem vagen Schulterzucken.

„Und bei dir nicht?“

„Ich bin ja von ein bisschen Dreck nicht gleich krank geworden.“

„Trotzdem hast du mich mehr als einmal dazu gebracht, das mit dem Händewaschen zu lassen“, wandte er ein.

„Naja...“ Ein sehr verlegenes Grinsen schlich sich auf Buckys Gesicht. „ich dachte, das würde abhärten, wenn man dreckig ist, und du warst so selten zum Spielen draußen, dass... da...“

„Dass du meintest, ich müsse besonders dreckig sein, um das normale Maß des Dreckig-seins zu erreichen?“, hakte er nach.

„Ja, so ungefähr.“ Zu dem verlegenen Grinsen gesellte sich jetzt auch noch eine nicht zu übersehende zarte Röte auf Buckys Wangen. „Hat mir mehr als einmal Stubenarrest eingebracht.“

„Davon weiß ich ja gar nichts.“

„Wie auch? Du warst dann in der Regel auch krank, Stevie. Ma hätte mich nie zuhause behalten, während du gesund warst! Naja, gut, sie hat’s versucht, aber dann hattest du einmal solchen Ärger, dass sie’s nicht wieder getan hat.“

„Wann ist das denn gewesen?“ Es gab wirklich nicht nennenswert viele Momente, in denen er als Kind Ärger gehabt hatte und Bucky nicht da gewesen war, um ihm beizuspringen, dazu kamen dann noch all die Situationen, in denen Bucky im richtigen Moment aufgetaucht war, um das zu tun und dann... Dann blieben doch eigentlich nur noch die paar Mal, bevor Bucky herausbekommen hatte, dass er sich mehr oder weniger unbeabsichtigt von einem Schlamassel in den nächsten zu bringen pflegte.

Sein Freund seufzte schwer: „Das war das Mal, wo Billy Miller dir einen Zahn ausgeschlagen hat.“

„Das war doch bloß ein Milchzahn“, versuchte er, den Vorfall auf ein passendes Niveau zurechtzustutzen, doch Bucky schnaubte nur:

„Es war ein Zahn und damit hat sich das.“

Und plötzlich kam Steve noch ein ganz anderer Verdacht. Ein etwas unangenehmer und nichtsdestotrotz auch irgendwie fast schmeichelhafter Verdacht, wenn er es genauer benennen sollte.

„Es kann nicht rein zufällig sein, dass du dich bei Billy genau dafür revanchiert hast?“, wollte er wissen.

„Doch, kann schon sein.“

„Dann bist du für diese monströse Zahnlücke verantwortlich, die er drei Tage später hatte?!“

„Kann auch sein.“

„Du hast ihm allen Ernstes auch einen Zahn ausgeschlagen?!“ Das konnte doch nicht...

Bucky zuckte erneut mit den Schultern und sein Grinsen nahm einen klein wenig verschlagenen Zug an, als er antwortete: „Zwei.“

„Wie bitte?!“

„Es waren zwei Zähne“, wiederholte sein Freund völlig arglos.

„Aber... Buck!“

„Irgendwie musste ich ja sicherstellen, dass er dich in Ruhe lässt und gleichzeitig nicht damit anfängt, irgendwelche Lügen zu erzählen. Aber falls es dich beruhigt, bei ihm waren’s auch nur Milchzähne.“

Nein, das beruhigte ihn nicht nennenswert. Das war eine Seite seines Freundes, von der er eigentlich nur ein vage Ahnung gehabt hatte und von der er sich im Leben nicht vorgestellt hatte, dass sie schon so ausgeprägt gewesen war, als sie noch ihre Milchzähne gehabt hatten.

„Hast du dafür Stubenarrest bekommen?“ Etwas besseres fiel ihm nun wirklich nicht ein.

„Hm...“ Schon wieder ein Schulterzucken. „Nicht wirklich, nur für ein Wochenende und das war so verregnet, dass eh niemand einen Fuß vor die Tür setzen wollte.“

„Sag mal“, hakte er nach, „kann es sein, dass dir das alles nicht so viel ausgemacht hat, wie es eigentlich sollte?“

„Genau das. Für Dad war das völlig in Ordnung und als ich alt genug war, hat er mich doch gleich an meinem Geburtstag in diesen Boxclub mitgenommen. Wenn ich mich schon schlagen wolle, dann doch wenigstens so, dass noch was halbwegs annehmbares aus mir wird, hat er gesagt. Und du kannst nicht sagen, dass dreifacher YMCA-Welterweight-Champion nichts ist.“

Nein, das konnte er wirklich nicht. In dieser Hinsicht hatte Bucky es sehr viel weiter gebracht als viele andere, das stand wohl außer Frage, und er brachte in diesem Moment nicht viel mehr zustande als ein warmes Lächeln. Ohne Bucky, das wusste er, wäre er wahrscheinlich nie dorthin gekommen, wo er heute war. Ohne ihn hätte er es höchstwahrscheinlich geschafft, so zusammengeschlagen zu werden, dass jede Hilfe zu spät gekommen wäre und das spätestens nach dem Tod seiner Mutter.

„Und wenn du dir jetzt endlich die Hände gewaschen hast, Stevie, könnten wir auch essen und dann muss ich dir unbedingt noch was zeigen.“

„Ach, was denn?“ Wenn Bucky jetzt Fotos von damals gefunden hatte, dann... Das war ja durchaus möglich, immerhin war das Internet eine wahre Fundgrube, wenn es um solche Sachen wie alte Fotos ging.

„Erst die Hände waschen“, beharrte sein Freund, „und außerdem würdest du mir das eh nicht glauben, solange du’s nicht selbst siehst.“



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